Wie lässt sich eine Meinungsumfrage während einer TV-Sendung manipulieren?
Beispiel: Diskussion über Rauchverbote in der Gastronomie am 27.11.2013 im ATV ("Am Punkt: Nichtraucherschutz")
Eine der manipulativen Einflussnahmen von ATV war die Einladung von Conrad Seidl als scheinbar neutralen Experten zur "Analyse" der Diskussion. Dieser Journalist vom Standard, der sich selbst als "Bierpapst" vermarktet, trat im Jägeranzug und umso selbstbewusster auf, als er von den Auswirkungen des Passivrauchens keine Ahnung hat. Sein fehlendes Wissen über das diskutierte Thema ersetzte er durch die abgedroschenen Argumente der Tabakindustrie, die er aber gut eingelernt hat. Sie werden noch vor der Abstimmung dem TV-Publikum als der Weisheit letzter Schluss präsentiert. 
Noch wirksamer dürfte aber die gezielte Ankündigung der Abstimmung auf Internetseiten der Rauchverbotsgegner gewesen sein: Der Link zur Umfrage war z.B. auf der Seite "Gegen Nichtraucherlokale" angeführt, während andere (wie z.B. auch Prof. Neuberger) erst in der Sendung und nach der Abstimmung davon erfuhren. Vermutlich wurde die Tabakindustrie schon Tage vorher informiert, dass eine Meinungsumfrage zur Sendung gemacht würde und konnte ihre Truppe instruieren, wann und wie man daran teilnimmt. Die Facebook-Umfrage wurde von 317 Personen beantwortet. Davon waren nur 44% Nichtraucher, während Statistik Austria den Nichtraucheranteil in der Bevölkerung (15.000 befragte Personen) mit 76,8% bezifferte (und das Eurobarometer 2012 bei einer kleineren Stichprobe von 1031 Österreichern mit 67%). Die viel kleinere Facebook-Stichprobe war also sicher nicht repräsentativ für alle Österreicher, wie die Moderatorin das Umfrageergebnis interpretierte und ihre Schlussfolgerung ("die Österreicher wollen nicht zu rauchen aufhören") war manipulativ und wurde prompt von den Marionetten der Tabakindustrie (Tabakhändler und Gastro-Funktionäre) dazu missbraucht, Ärzten undemokratisches und überhebliches Verhalten vorzuwerfen, weil ja nicht "70% der Österreicher dumm seien".
Österreicher sind bestimmt nicht dümmer als ihre Nachbarn, nur sind sie leider z.T. noch schlecht aufgeklärt, was vor allem in den Verantwortungsbereich der Medien fällt.
Gesundheitspolitiker sollten auf Grund der Fakten entscheiden und nicht auf Basis einer Meinung.