Erwin Rasinger (ÖVP) meinte: "Der Zugang über neue Gesetze funktioniert nicht, weil die bestehenden Gesetze nicht eingehalten werden"
Diese Argumentation erstaunt doch in höchstem Maße, schließlich werden alle Gesetze irgendwann gebrochen, damit kann man also jedes Gesetz aushebeln. Rasinger meinte vermutlich, dass das Rauchverbot in Lokalen ignoriert wird. Das liegt daran, dass keine Behörde die Lokale effektiv kontrolliert, das muss der Bürger selbst tun, und der sollte dann auch noch seinen Stammwirt anzeigen. Würde unter ähnlichen Bedingungen z.B. das Tempolimit auf den Straßen eingehalten? Sicher nicht! Rasinger spricht weiters von "Bewusstseinsbildung", mir sind aber keine Kampagnen bekannt die er initiiert hat oder initiieren möchte.

Elisabeth Kaufmann Bruckberger (Team Stronach) erklärt:"Die Eltern und Erziehungsberechtigten sollten selbst so gescheit sein.",
ebenso begründet Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): "Wir müssen viel mehr in die Einzelverantwortung hinein gehen."
Genau das funktioniert aber seit Jahrzehnten nicht, manche Eltern sind nicht so gescheit, im Gegenteil, das fehlende Verantwortungsbewusstsein ist das eigentliche Problem! Was genau sollte solche Eltern jetzt plötzlich dazu bewegen, nicht mehr neben Kindern zu rauchen?

Wolfgang Spadiut (BZÖ) meinte:"Wenn jemand nicht genug Selbstverantwortung hat, dann wird auch ein Verbot nicht davor schützen.
Wie ist es zu exekutieren, das Rauchen im Auto?"

Nun, es ist genau so einfach zu exekutieren wie das Telefonieren am Steuer, da gab es im letzten Jahr 149.000 Strafen!

Kurt Grünewald (Grüne) fragt: "Wie kann ein Staat erreichen, dass in Familien mit Kindern nicht geraucht wird, das geht nicht per Gesetz."
Dafür gibt es bereits ein Gesetz, wenn Kinder durch Passivrauch geschädigt werden, dann kommt das rechtlich einer Misshandlung gleich, und die ist bereits gesetzlich geregelt. Kontrollieren kann das z.B. der Kinderarzt, bei Kindern mit Erkrankungen, die für Passivrauch typisch sind (Asthma, Atemwegsinfekte, sogar plötzlicher Kindstod). Abbauprodukte des Nikotins (Cotinin) sind im Harn und den Haaren nachzuweisen. Jede andere Misshandlung würde schwer bestraft, weshalb sollte man also Kinder mit Passivrauch schädigen dürfen? Grünewald fordert "Reklame und Medienbeteiligung", doch dafür gab es bisher kein Geld.
Dr.med. Stefan Strasser

Zur Ehrenrettung der Gesundheitssprecher: Die Kinderärztin Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ) sprach sich für ein Rauchverbot in allen Lokalen aus und bedauerte, dafür keine Mehrheit im Parlament gefunden zu haben und der Internist Prof. Dr. Kurt Grünewald forderte ein Rauchverbot im Auto beim Mitführen von Kindern, was vom ORF leider nicht gesendet wurde.
Prof. Dr.med. Manfred Neuberger