Kdolsky: ein dunkles Kapitel österreichischer Gesundheitspolitik
Im Koalitionsabkommen war nie die Rede davon, dass in den vielen kleinen Gaststätten der Wirt entscheiden soll, ob seine Gäste und Angestellten gesundheitsgefährdende Luft atmen müssen. Kdolsky beharrte scheinheilig auf Ausnahmen für kleine Lokale, leugnete Gefahren durch Passivrauchen und verbreitete manipulierte Informationen der Tabakindustrie. Nachdem sie auch bei der Gesundheitsreform und im Familien- und Jugendressort versagt und die ÖVP ihre größte Wahlniederlage erlebt hatte, zog die ÖVP die Notbremse und erlöste uns endlich von dieser Fehlbesetzung. Außer Spesen nichts gewesen.
Zur Vorgeschichte:  Ministerin Kdolsky fand keine Zeit, die 33000 Unterschriften entgegenzunehmen, die eine Bürgerinitiative für ein generelles Rauchverbot in allen Lokalen gesammelt hatte. Sie wurden schließlich Nationalratspräsidentin Prammer überreicht.
Während manche Politiker (vor allem Westenthaler, im Gegensatz zur Politik des früheren Sozialministers Haupt) um die Stimmen uneinsichtiger Raucher buhlten, hat sich z.B. BZÖ-Klubobmann Scheibner dazu verantwortungsvoll geäußert. Dagegen lieferten sich einige ÖVP- und BZÖ-Politiker ein Scheingefecht um die Strafen des Tabakgesetzes, um davon abzulenken, wie reaktionär dieser Gesetzesentwurf von Kdolsky war. Außerdem missachtet das Tabakgesetz 2008 alle Einwände medizinischer Fachgesellschaften.