·
Nikotin steigert die Herz- und
Atemfrequenz
· verengt die Gefäße und
führt zu einem Anstieg des Blutdrucks
· führt durch Abkühlung der
Haut zu Durchblutungsstörungen
· lässt durch gestörten
Sauerstofftransport die Atemtiefe sinken
· steigert die Magensaftproduktion und
Darmtätigkeit
· setzt Adrenalin frei und wirkt
stoffwechselsteigernd
· setzt Noradrenalin, beta-Endorphin und
Vasopressin frei
· erhöht die Blutkonzentration von
Cortisol, Prolactin und Somatotropin
·
bringt nur im
Augenblick Erleichterung, erschwert aber die Stressbewältigung und
kann zur Depression führen
etc., etc.
Überblick - Review
Krebs - Cancer
Angriffspunkte
im Gehirn
Entzugssymptome entstehen in 10% der Fälle schon binnen 2
Tagen nach der ersten Zigarette und bei 30% innerhalb eines Monats nach
Rauchbeginn.
Nach einer Studie an Jugendlichen in Neuseeland hatten 25% der
neuen Raucher schon nach ein bis vier Zigaretten Entzugssymptome. Diese
Jugendlichen hatten eine 200-fach höhere
Wahrscheinlichkeit,
später täglich zu rauchen.
Der Nikotingehalt einer einzigen Zigarette reicht aus, 88% der Nikotinrezeptoren im Gehirn zu
besetzen. Aus Tierversuchen weiß man, dass bei einer
Nikotinzufuhr, die täglich ein bis zwei Zigaretten entspricht,
diese Rezeptoren schon am zweiten Tag im Hippocampus zunehmen, also in
einem Hirnteil, der für das Langzeit-Gedächtnis
wichtig ist. Diese Veränderungen und die nachhaltigen
Störungen der Boten- und Signalstoffe Acetylcholin, Dopamin, GABA,
Glutamat, Noradrenalin, Serotonin und Opiatpeptide erklären,
weshalb am Beginn einer Raucherkarriere eine einzige Zigarette
genügt, um Entzugserscheinungen wochenlang zu verhindern, obwohl
das Nikotin selbst längst aus dem Körper ausgeschieden wurde.
Aber das symptomfreie Intervall
zwischen 2 Zigaretten wird immer kleiner. Zwar kann es Jahre dauern,
bis ein Raucher täglich mehrere Zigaretten rauchen muss, ohne an
Entzugserscheinungen zu leiden, aber unaufhaltsam entwickelt sich eine
zunehmende Abhängigkeit, während der Spaß am Rauchen
abnimmt, also eine Sucht ohne Genuss.
Bei manchen wird die Sucht so stark, dass sie sogar nachts mit
Entzugserscheinungen aufwachen.
Bevor Jugendliche 5 Zigaretten pro Tag brauchen, vergehen zwar meist 2
oder mehr Jahre, aber der einmal erreichte Abhängigkeitsgrad
gräbt sich im Gehirn fest ein. Daher dauert es nach einem
Aufhörversuch und Rückfall
meist nur wenige Tage, bis fast wieder die gleiche Zigarettenzahl
geraucht wird wie zuvor. Die Dauer der Abstinenz spielt dabei kaum
keine Rolle und nach ein paar Wochen ist der rückfällige
Raucher wieder zu seiner früheren Tagesdosis zurückgekehrt.
Sogar nach jahrelanger erfolgreicher Abstinenz steigt ein
rückfälliger Raucher typischerweise mit 40% seiner
früheren Dosis ein. Niemals wird es ein Rückfälliger bis
zur nächsten Zigarette wieder so lange problemlos aushalten, wie
ein Rauchanfänger.
Das Rauchergehirn wird also
nie mehr so reagieren wie früher. Ein nikotinentwöhntes
Gehirn ist auch im Magnetresonanztomographen erkennbar. Zwar gelingt es
dem Exraucher nach einiger Zeit, sein Verlangen nach Zigaretten zum
Verschwinden zu bringen, doch wird das alte Gefühl durch
Schlüsselreize leicht reaktiviert. Gibt der Exraucher nur einmal
diesem Verlangen nach, fällt er selbst nach Jahren meist wieder in
das Stadium des Gewohnheitsrauchers zurück.