Diplomanden der Medizinischen Universität Wien befragten in 3 Bundesländern 800 Schüler aller Schultypen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Bei einer Teilnahmerate von 96% wurden folgende Antworten gegeben:

                                                                         13a                14a                15a

Rauchen probiert %                                       27,3               29,2               47,4
regelmäßige Raucher %                                15,6               15,4                28,8              
tägliche Raucher %                                          1,6                 2,7                13,9
Zigarettenbeschaffung durch Raucher % (Mehrfachangaben)
                            Trafik                                     35                 46                   68
                            Automat                               10                  21                   49
Als Bezugsquelle nehmen Freunde von 75 auf 62% ab, Familienmitglieder von 20 auf 16%.  Bei 15-Jährigen steht daher die Zigarettenbeschaffung vom Trafikanten an der Spitze.                                 

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Subject: Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakindustrie und -händlern
Date: Wed, 21 Dec 2016 19:39:56 +0100
From: Manfred Neuberger <manfred.neuberger@meduniwien.ac.at>
Organization: www.aerzteinitiative.at
To: sabine.oberhauser, sophie.karmasin, christian.kern, reinhold.mitterlehner, hans-joerg.schelling, sebastian.kurz, erwin.spindelberger, erwin.rasinger, andreas.kalsboeck, eva.mueckstein, gerald.loacker, ulrike.weigerstorfer
CC: direkt@spoe.at, email@oevp.at, parlamentsklub@fpoe.at, dialogbuero@gruene.at, neos <kontakt@neos.eu>, info@teamstronach.at

Sehr geehrte Regierungsvertreter und Gesundheitssprecher! Über die Glückwünsche, die Sie in diesen Tagen entgegen nehmen, sollten Sie nicht vergessen, dass es neben der Hypo-Bank noch einen anderen Skandal in Österreich gibt, der bisher immer nur zugedeckt statt aufgearbeitet wurde: der weitgehend fehlende Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakindustrie und -händlern. Die 6300 Teilnehmer einer Konferenz in Wien mussten leider vom Staatspräsident von Uruguay und Vertretern aller Kontinente erfahren, dass Österreich bei der Tabakprävention ein Entwicklungsland ist und von den Europäischen Krebsligen seit 2007 regelmäßig auf den schlechtesten Platz bei der Tabakkontrolle gereiht wurde. Daran dürfte sich bis Mai 2018 auch nichts ändern, während Australien, Nordamerika, Westeuropa und sogar Entwickungsländer in Asien und Südamerika größere Fortschritte machen. Auch unsere Nachbarn wie Südtirol oder Bayern haben uns längst überholt. Alle Nachbarländer haben das Zugangsalter für Zigaretten auf 18 Jahre angehoben, die meisten verboten Zigarettenautomaten und in Ungarn wurden Tabakverkaufslizenzen drastisch reduziert auf Geschäfte mit Zutrittsverbot für Minderjährige (wie in Österreich die Solarien). Die Tschechische Republik ließ die Bildwarnungen am 7.12.2016 in Kraft treten (Österreich erst 2017) und Gesundheitsminister Svatopluk Němeček hat rauchfreie Lokale, etc. durchgesetzt. Wir sind also jetzt bis Mai 2018 der Aschenbecher der EU und werden es womöglich auch danach noch bleiben, wenn die Umsetzung des Gesetzes so lax erfolgt wie bisher. Das Eurobarometer zeigte, dass nur eine konsequente Umsetzung die Zustimmungsraten in der Bevölkerung steil ansteigen und die Herzinfarkte deutlich abnehmen ließ.

Bitte schaffen Sie 2017 gemeinsam mit dem Nationalrat die gesetzlichen und fiskalischen Voraussetzungen, um unseren Rückstand aufzuholen.

Univ.Prof. Dr.med. Manfred Neuberger

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Subject: Fwd: Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakindustrie und -händlern
Date: Sun, 8 Jan 2017 22:12:25 +0100
From: Manfred Neuberger <manfred.neuberger@meduniwien.ac.at>
Organization: www.aerzteinitiative.at
To: Vizekanzler Dr. <reinhold.mitterlehner>
CC: Aigner Kurt Prim Dr <kurt.aigner@gmx.at>, Magnifizenz <markus.mueller@MEDUNIWIEN.AC.AT>


Sehr geehrter Herr Vizekanzler Dr. Mitterlehner!

Ihre Familienministerin hat eine aus Sicht des Jugendschutzes berechtigte Forderung erhoben und die Länder unterstützen sie. Bitte helfen Sie, damit nicht die Opfer bestraft werden, sondern die Händler, die sich nicht an das Gesetz halten. Jugendlichen sollte geholfen werden, vom Nikotin loszukommen oder noch besser damit nicht anzufangen. Aber die Anhebung des Alterslimit macht nur Sinn, wenn es mit Mystery Shopping und entsprechenden Sanktionen für illegale Verkäufe kombiniert wird. Gerne senden wir Ihnen approbierte Diplomarbeiten der Medizinischen Universität Wien, nach denen in 3 Bundesländern rauchende Schüler angeben, ihre Zigaretten aus der Trafik zu beziehen (35% der 13-Jährigen, 46,4% der 14-Jährigen und 68,4% der 15-Jährigen). Daneben werden auch Zigarettenautomaten häufig als Bezugsquelle angegeben, deren Alterskontrolle eindeutig versagt. Wir möchten diese Ergebnisse demnächst bei einer Pressekonferenz präsentieren und vertrauen darauf, dass Sie das zugrundeliegende Problem (gemeinsam mit der Familienministerin, dem Koalitionspartner, den Ländern und dem Parlament) lösen können.
Mit freundlichen Grüßen, MR Dr. Kurt Aigner & Prof. Dr. Manfred Neuberger (www.aerzteinitiative.at)

Ergänzung zu E-Zigaretten (Pressekonferenz der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher, 12. Jänner 2017) von Manfred Neuberger

Aus Sicht der Ärzteinitiative ist die durch das Tabakgesetz 2016 beschlossene Gleichstellung von E-Zigaretten und Tabakwaren bei Verwendungs- und Werbeverboten zu begrüßen. Damit erfüllt Österreich die FCTC der WHO und §20 TPD der EU.
Seit 8.8.2016 sind E-Zigaretten in den U.S.A. reguliert: Meldepflicht für Inhaltsstoffe, Ausweiskontrolle bis 27a, Abgabeverbot bis 18a (für Tabakprodukte und E-Zigaretten). E-Zigaretten helfen beim Einstieg in die Nikotinsucht, aber nicht beim Ausstieg. Laut Eurobarometer gaben nur 14% einen Rauchstopp an, 13% einen kurzzeitigen, 21% eine Reduktion von Tabakzigaretten, aber 45% einen gleichgebliebenen Tabakkonsum und 4% eine Steigerung (3% der Konsumenten von E-Zigaretten machten dazu keine Angabe). Besonders bedenklich sind nicht deklarierte und z.T. hohe Nikotingehalte, suchtverstärkende Zusatzstoffe sowie Anleitungen im Internet zur Mischung mit Haluzinogenen (Cannabis, Dimethyltryptamin), die mittels E-Zigaretten konsumiert werden.
Auch nikotinfreie E-Zigaretten halten das Rauchritual aufrecht und die Zigarette allgegenwärtig. Jugendliche sind aber nicht nur durch das schlechte Beispiel gefährdet, sondern auch durch die Giftigkeit des Aerosols, das mit Wasserdampf nichts zu tun hat und sogar für Nebenstehende gefährlich ist. Denn der "Dampfer" atmet Ultrafeinstaub aus, der vom "Passivdampfer" tief in die Lunge inhaliert wird, sogar bis ins Blut gelangt und auf seiner Oberfläche giftige
und krebsfördernde Spurenstoffe transportiert, u.a. Metalle wie Nickel und Chrom, Polyaromaten und Acetamid. Aus dem Propylenglycol und den Aromen entstehen krebsfördernde Aldehyde. 39 von 51 getesteten Aromen enthielten das Lungengift Diacetyl, das zur Bronchiolitis führen kann ("Popcorn-Lunge"). Im Aerosol von E-Zigaretten wurden Zusatzstoffe gefunden, die bei Tabakzigaretten schon verboten sind, z.B. der Appetitzügler Rimonabant, das Potenzmittel Aminotadalafil oder der Gerinnungshemmer Marcumar. Marcumar für Zimtgeschmack und Kaugummi-Aromen verlangsamen menschliche Spermien, führten im Tierversuch zur Abtötung von Hodenzellen und zur Halbierung der Spermienzahl. Durch E-Zigaretten wurden tierexperimentell arteriosklerotische Gefäßveränderungen ausgelöst, die auf die Aldehyde und Ultrafeinstäube zurückgeführt werden. Im Frontalhirn entdeckten die Forscher Veränderungen, die sie mit der Hyperreaktivität der jungen Tiere durch E-Zigaretten in Verbindung brachten. Besonders kritisch für Jugendliche könnte auch die Störung der Immunabwehr sein, durch die Viren und Bakterien die Atemwege leichter infizieren können. In menschlichen Zellen aus Nase, Mund und Atemwegen fand sich eine reduzierte Aktivität von Genen des Immunsystems: Bei Rauchern waren es 53 Gene, bei "Dampfern" die gleichen 53 und zusätzlich 305 andere Gene, deren Aktivität eingeschränkt war. Gesunde Jugendliche zeigten schon 5 Minuten nach Konsum einer E-Zigarette eine Versteifung der Arterien und Einschränkung der Lungenfunktion mit Zeichen von Entzündung (NO-Abfall in der Ausatemluft wie nach Tabakkonsum) und statistisch zeigten sich Assoziationen mit Asthma und Bronchitis, wofür ebenfalls Ultrafeinstaub, Sauerstoffradikale und Reizgase wie Formaldehyd verantwortlich gemacht werden. Problematisch sind auch Furane, die sich bei der Erhitzung von Süßstoffen in der E-Zigarette entwickeln, sowie Flammschutzmittel, die Plastikteile schützen, aber die Atemluft mit polybromierten Diphenyether belasten, die auf Schilddrüse und Keimdrüsen hormonähnliche Wirkungen haben. Schließlich müssen auch die Akku-Brände erwähnt werden, die Kleider entzündeten und die z.T. lebensgefährlichen Explosionen beim Laden und auch noch danach im Mund.