Die Strahlung der Atombombenabwürfe auf Japan hatte eine überadditive Wirkung auf die Lungenkrebsrate leichter Raucher (bis 10 Zigaretten pro Tag), aber bei starken Rauchern (20 Zigaretten und mehr) dominierte die Wirkung des Rauchens so stark, dass der Atombombeneinfluss kaum mehr nachweisbar war.

Die Belastung mit der gefährlichen Alpha-Strahlung beim Rauchen ist der Tabakindustrie seit Jahrzehnten bekannt.

Strahlenbelastung durch Rauchen

In dem Boden, auf dem Tabakpflanzen wachsen befinden sich, wie in jedem Boden, vor allem die Radioisotope Ra 226, Th 232 sowie K 40. Dabei kann man davon ausgehen, dass die mittlere Aktivität pro Kilogramm Boden rund 500 Bq beträgt. Auf Grund des Düngers mit phosphathaltigen Substanzen gelangen dazu noch die Radionuklide U 238 und Ra 226 hinzu. Die Tabakpflanzen reichern über die Wurzeln aus dem Boden diese Radionuklide in der Pflanze an. Außerdem filtern die Haare der großen Blätter Partikel aus der Luft, an die sich Plutonium und Polonium anlagern. Über die Blatthaare (Trichone) werden aus der Luft in der Hauptsache das radioaktive Blei 210 (Pb 210) und das radioaktive Polonium 210 (Po 210) in ihren Blättern angereichert.

Dabei werden - je nach Anbaugebiet und Art des Tabaks - Werte für die Aktivität des Po 210 von 1,5 mBq bis 15 mBq (1 mBq = 1/1000 Becquerel) sowie 2 bis 25 mBq des Pb 210 pro Zigarette angegeben.

Die Radionuklide Pb 210 und Po 210 sind Zerfallsprodukte aus der Uran-Radiumreihe.

Aus der brennenden Zigarette gelangt das Po 210 ungefiltert in die Atemluft und tief in die Lungen. Messungen in der Asche von Zigaretten haben dort eine Aktivität von im Mittel 2.000 Bq pro Kilogramm Zigarettenasche ergeben. Dieser Wert ist natürlich kaum repräsentativ für die tatsächliche inhalierte Menge an radioaktivem Material. Aber der Wert liefert überhaupt einen Hinweis auf die Größenordnung der in einer Zigarette vorhandenen Aktivitätsmenge. Aus der Anreicherung des Tabaks mit diesen Radionukliden resultiert für einen Raucher eine mittlere effektive Dosis von ca. 1,2 µSv pro Zigarette. Dieser Wert hängt natürlich von der Menge der radioaktiven Substanzen in der Zigarette und den Rauchgewohnheiten des Rauchers ab, und ist daher nur als ein ungefährer Richtwert anzusehen. Die Lungendosis wird unter denselben Bedingungen mit ca. 14 µSv pro Zigarette angegeben. Für einen mittelstarken Raucher, der jeden Tag 20 Zigaretten raucht, ergeben sich damit jährliche Strahlenbelastungen von:

Äquivalentdosis: 20·365·1,2 µSv = 8,8 mSv
Lungendosis: 20·365·14,5 µSv = 106 mSv

Zum Vergleich: der österreichische Strahlungsniederschlag nach dem Tschernobylunfall betrug 0.55 mSv. Die sechzehnfache Äquivalenzdosis, rund 8.8 mSv, nimmt ein “Packerlraucher” pro Jahr auf. Die Dosis, die ein Raucher jährlich inhaliert, entspricht also dem Strahlungsniederschlag von monatlich einem Tschernobylunfall.
Quelle: http://www.medicineworldwide.de/enzyklopaedie/strahlenmedizin/radio_zigaretten.html

Auch Passivraucher atmen radioaktive Isotope wie Po 210 ein, denn der Nebenstromrauch enthält 30% dieses strahlenden Isotops, also 3-Mal so viel wie der Hauptstromrauch. 20% gelangt in die Asche, der Rest bleibt im Stummel.

Eine jüngere Arbeit gibt an, dass aus einer Zigarette ca. 22% von 210Po (und sein Vorläufer 210Pb), 0.6% von 228Th, 24% von 230Th, und 31% von 232Th aufgenommen und retiniert werden. Daraus wird für Raucher eine effektive jährliche Dosis von 61 μSv durch 210Po; 9 μSv durch 210Pb; 6 μSv durch 228Th; 47 μSv durch 230Th, and 37 μSv durch 232Th berechnet. Die Strahlenbelastung durch Po- und Th-Isotope ist danach also noch höher als oben angegeben. Dazu kommen noch Carriereffekte des Fein- und Ultrafeinstaubes für Rn und seine Töchter aus Bodenquellen. Letzteres betrifft auch E-Zigaretten, sogar in noch höherem Ausmaß.

Die Radioaktivität des Harnes nimmt nach dem Rauchstopp ab.