Im Gegensatz zu Ihren Mitgliedern (z.B. in Linz oder Wien) unterstützen einzelne Wirtschaftskämmerer nur die Geschäfte der Austria Tabak Werke, einer Firma die einem Japanischen Konzern gehört (Japan Tobacco) und die auf Kosten unserer Gesundheit Profite macht. Deshalb antwortete die Nichtraucherschutzgemeinschaft auf http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=453723&DstID=13 :

"Die Wirtschaftskammer lügt in Sachen Rauchverbote in der Gastronomie, sobald sie den Mund aufmacht. Schon in der Vergangenheit hat sie das Gesundheitsministerium und die österreichische Bevölkerung belogen, indem sie behauptet hat, die freiwillige Vereinbarung zur Schaffung von Nichtraucher-Zonen erfüllt zu haben. Zur Erinnerung: 1995 sollten es 30 Prozent sein (in Wirklichkeit höchstens 10 %); 1996 60 Prozent (keine 30 %) und 1997 behaupten sie 91 Prozent erfüllt zu haben, damit es nicht zu einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie kommt. Nach unseren Berechnungen waren es im 3. Jahr knapp unter 50 Prozent. Das Gesundheitsministerium hat evaluiert und kommt auf ca. 51 Prozent.

Die WKO hat die vielen Ausnahmen ins Tabakgesetz hineinreklamiert und damit erreicht, dass die Umsetzung nicht funktionieren kann. Sie behauptet nach wie vor, dass 80 Prozent der Gastwirte mit der nun getroffenen Regelung sehr zufrieden sind. Wie ist das möglich, wenn jeder Gastwirt mir gegenüber bisher gesagt hat, mit einem generellen Rauchverbot einverstanden zu sein? Wie sind diese Behauptungen der WKO zu interpretieren, wenn von 500 Bauansuchen auf Raumtrennung 490 sagen, dass sie keine Trennung vollziehen werden und auf ein generelles Rauchverbot warten? Wie können 58 Prozent der Bevölkerung gegen ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie sein, wenn seriöse Umfragen aus mindestens zwei Drittel der Bevölkerung kommen, die ein generelles Rauchverbot wünschen?

Die WKO hat gehofft, dass mit dem ausverhandelten Gesetz sich nichts ändern wird. Und tatsächlich nimmt der Bürger kaum Veränderungen vor. Die Haupträume der Lokale sind weiterhin verraucht. In Einkaufszentren, Kinometropolen (z.B. von Cineplexx)  Tankstellen, Berghütten usw. wird nach wie vor geraucht. Ein Gesetz, das nicht vom Staat kontrolliert und bei Verstoß nicht sofort abstraft, ist zum Scheitern verurteilt. Die WKO bekommt nun kalte Füße, weil aktive Nichtraucher Verstöße an die Behörde melden. Diese werden von der WKO als Denunzianten und Vernaderer abgestempelt (siehe oben). Leider sind manche Zeitungen, so auch die OÖN, voll auf diese Titulierungen aufgesprungen. Der Zweck soll sein, dass sich niemand mehr getraut, Verstöße gegen das Tabakgesetz zu melden. In Leserbriefen werde ich zum Prellbock aller aggressiven Raucher. Es sind die Medien, die eine Hetzkampagne zwischen Raucher und Nichtraucher erzeugen. Kaum kommen positive Berichte über mich. Und wenn auch welche geschrieben werden, so werden sie nicht veröffentlicht. Leider ist es so, dass sich die Raucher ihre Wut vom Bauch reden, ohne das Hirn einzuschalten. Und die Nichtraucher sind wieder einmal die schweigende Mehrheit, die geduldig wartet, bis wir endlich italienische Verhältnisse haben.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Gastronomen der Einkaufszentren in Innsbruck mit mir zusammensetzen wollen, damit ein generelles Rauchverbot eingeführt wird. Denn im Gegensatz zu den Lokalen außerhalb von öffentlichen Orten, können die Betriebe innerhalb der Einkaufszentren keine Übergangsfristen in Anspruch nehmen. Diese Ungleichheiten wollen sie nun bekämpfen. Allerdings habe ich deutlich gemacht, dass es nur einen Schritt nach vorne geben kann, d.h. dass ein generelles Rauchverbot die einzige gerechte Lösung für alle ist. Dass in Einkaufszentren weiterhin geraucht werden darf, ist ausgeschlossen. Bei Verstößen muss die Behörde ein Verwaltungsstrafverfahren einleiten. Verhandlungen hin oder her.

Innsbruck, 2009-01-19                                                                                                                                                    Robert Rockenbauer"