Ich rauche jetzt nicht mehr, habe aber eine Frage:
 
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  Prominente Exraucher: Schreiben Sie uns über Ihren Erfolg! Wir veröffentlichen ihn hier, um auch anderen Rauchern Mut zu machen. Dein Tipp für "Julia".

*Ich habe mir das Rauchen mühsam abgewöhnt. Was muss ich tun, um nicht rückfällig zu werden? - Wenn Sie das Verlangen nach einer Zigarette verspüren, lenken Sie sich ab. Meist genügt schon eine kurze sportliche oder andere körperliche Aktivität, ein Schluck Wasser, Kopfrechnen, etc. Meiden Sie falsche "Freunde" (die Sie um ihren Erfolg beneiden und wieder verführen möchten), feuchtfröhliche Gelage (bei denen Sie die Kontrolle verlieren). Vermeiden Sie Passivrauchen. Die Rückfallquote ist in Gasthäusern besonders hoch, deshalb sollten Sie ausschließlich Nichtraucherlokale besuchen. Denken Sie an das für wirkliche Vergnügen ersparte Geld und die gewonnene Freiheit. Sie haben ein neues Leben mit einer  gesünderen Zukunft begonnen!  Suchen Sie Kontakt mit erfolgreichen Exrauchern und die Gesellschaft von Nichtrauchern. Gruppendynamik hilft: Nichtrauchen  ist ansteckend! Sowohl die soziale Isolierung als auch eine starke Bindung an Raucher fördern Rückfälle. In Gesellschaft von Rauchern sollten Sie immer daran denken, dass Exraucher klüger sind, aber dass Sie durch eine einzige Zigarette einen Rückfall riskieren, der Ihre ganze bisherige Mühe zunichte machen kann. Erzählen Sie allen, dass Sie jetzt ein überzeugter Nichtraucher sind: Diese neue Identität hilft Ihnen, abstinent zu bleiben. Wenn Sie Kinder haben, sprechen Sie mit ihnen über die Vorteile der Rauchfreiheit: auch das hilft Ihnen, selbst abstinent zu bleiben. Hüten Sie sich vor E-Zigaretten: damit werden Sie sofort wieder nikotinsüchtig. Mit der Werbung für E-Zigaretten versucht die Tabakindustrie, Sie rückfällig werden zu lassen, ebenso mit der Werbung in Trafiken und auf Zigarettenautomaten. Legen Sie das Geld, das Sie früher verraucht haben, beiseite und machen Sie sich damit immer wieder kleine Freuden. Arbeiten Sie nicht zu lange am Stück, aber lassen Sie sich von Kollegen zu keiner Rauchpause verführen. Es hilft Ihnen, wenn man an Ihrer Arbeitsstätte ausstempeln und ins Freie gehen muss, um zu rauchen.

*Ich habe wieder eine geraucht, was soll ich jetzt tun? Analysieren Sie die Ursachen des Rückfalls. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihrem Arzt den Rückfall zu beichten. Er kennt das Problem und wird Ihnen helfen, erforderlichenfalls wieder mit einer Rauchertherapie. Schuld an Ihrem Rückfall trägt vor allem der Zigarettenhersteller, der Sie schon in jungen Jahren süchtig gemacht hat. Lesen Sie beim nächsten Aufhörversuch, wie man mit Entzugserscheinungen fertig wird, aber verlassen Sie sich nicht nur auf ein Medikament. Auch Sport hilft, Rückfälle zu vermeiden. Europaweit werden Hilfen angeboten. Am besten wirken Beratung und Medikamente dort, wo Exraucher nicht mehr in Lokalen zum Rauchen verführt werden. Auch Ehepartner und Arbeitskollegen, die rauchen, erhöhen die Rückfallquote. Bei Frauen scheint die Rückfallgefahr in der zweiten Zyklusphase höher zu sein, vor allem aber bei Gewichtszunahme.

*Was soll ich gegen die Gewichtszunahme tun? Solange Sie rauchten, war Ihr Geschmackssinn beeinträchtigt. Jetzt, da Ihnen alles besser schmeckt, müssen Sie Sport betreiben: irgendwas, das Ihnen Spaß macht, am besten mit Freunden oder in einem Verein. Vielleicht schaffen Sie es, nach 17 Uhr nichts mehr zu essen oder wenigstens auf das Naschen beim Fernsehen zu verzichten. Essen Sie vor der Hauptmahlzeit (am besten ein verspätetes Mittagessen, das gleichzeitig als frühes Abendessen dient) reichlich Salate, als Nachtisch Obst und trinken Sie viel Wasser (keinen Alkohol). Auch wenn Sie nach dem Rauchstopp zugenommen haben, ist ihr Herzrisiko deutlich geringer als wenn Sie weitergeraucht hätten. Das Gewicht, das vor allem starke Raucher zu Beginn der Rauchkarenz zunehmen, nehmen sie später wieder ab und damit normalisiert sich auch ihr Zuckerstoffwechsel. Das Diabetesrisiko erreicht 10 Jahre nach dem Rauchstopp wieder Normwerte. Bei Müdigkeit, Verstopfung, brüchigen Nägeln und Haarausfall sollten Sie aber ihre Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen. Vor allem aber: greifen Sie nie mehr zur Zigarette, denn erst dadurch steigt Ihr Erkrankungsrisiko gewaltig und Sie kommen wieder aus dem Gleichgewicht, weil auch die Appetitregulation im Gehirn durch das Rauchen gestört wird. Bei frühem Ausstieg aus der Nikotinsucht ist das Risiko einer Gewichtszunahme gering.

*Ich kann mich nicht konzentrieren, bin gestresst und nervös: brauche ich doch wieder Zigaretten? -Nein, das sind nur die Entzugssymptome, weil ihr Körper noch an das Nikotin gewöhnt ist und sie früher immer, wenn Sie Entzugssymptome verspürten, eine Zigarette rauchten, um sich scheinbar wieder zu entspannen, aber nur bis zur nächsten Zigarette. Das werden Sie in Zukunft nie mehr brauchen. Wenn Sie jetzt durchhalten, werden Sie in Zukunft Stress sogar leichter bewältigen, Ihre Konzentrationsfähigkeit, Ihr Gedächtnis und Ihre kognitiven Leistungen werden besser und Sie werden auch wieder besser schlafen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie jetzt nicht mehr saugen müssen, sondern frei atmen können. Entzugssymptome wie depressive Stimmung, Reizbarkeit, Frustration, Ärger, Angst, Rastlosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten" können in den ersten 2 Wochen nach dem Rauchstopp zunehmen, nehmen danach aber sicher wieder ab und sollten nach ca. 5 Wochen weitgehend verschwunden sein (spätestens nach 3 Monaten mit der Normalisierung des Dopamins in Ihrem Gehirn) . Längerfristig profitiert auch Ihre psychische Gesundheit vom Rauchstopp und nach einem Jahr Abstinenz sind Sie wieder so glücklich wie ein Nichtraucher.  

*Mit dem Nikotinersatz kann ich nachts nicht schlafen. Soll ich damit aufhören? -Schlafstörungen sollten nachlassen, wenn Sie ein Pflaster verwenden, das nur 16 Stunden lang wirkt. Abends sollten Sie Ihren Gusto auf eine Zigarette besser mit einem Glas Wasser als mit Nikotin vertreiben. Falls Sie schon länger als 2 Monate Nikotinersatz verwenden, können Sie auch schon versuchen, die Dosis zu reduzieren und etwa am Ende des dritten Behandlungsmonats ganz damit aufhören, ohne einen Rückfall durch zu starke Entzugserscheinungen zu riskieren. Erst wenn Sie gar kein Nikotin mehr brauchen, werden Sie mit sich zufrieden sein, Ihre Herzfrequenz wird sich normalisiert haben und Sie werden auch wieder gut schlafen. Allerdings sollten Sie Nikotinersatz nicht länger als 3 Monate verwenden, außer bei besonderer Indikation durch den Arzt verordnet.

*Wieso fühle ich mich noch nicht gesünder, obwohl ich schon 1 Monat nicht mehr rauche? - In der allerersten Zeit spüren Sie die Verbesserung Ihrer Organfunktionen noch nicht selbst, obwohl der Arzt sie schon nachweisen kann (z.B. Abnahme der Nikotinrezeptoren im Gehirn, der Blutviskosität, Blutgerinnung, Arteriensteifigkeit und Verbesserung ihrer Erweiterbarkeit sowie der Lungenfunktion). Krankenstände können in den ersten Monaten sogar zunehmen; danach nehmen sie aber signifikant ab, Ihr subjektives Wohlbefinden steigt und Ihre Leistungsfähigkeit nimmt zu. Ihr Hirnstoffwechsel und die Dopaminsynthese beginnt sich jetzt zu normalisieren und Ihr Risiko für Herzinfarkt kann schon nach einem Jahr nahezu halbiert sein und das für Schlaganfall nach ca. 5 Jahren Abstinenz. Schon jetzt kann Ihr Blut wieder mehr Sauerstoff transportieren und Ihr Kreislauf hat sich verbessert. Nach 10 Jahren ist die Versteifung Ihrer Arterien verschwunden (hat aber schon viel früher nachgelassen). Herzrhythmusstörungenverschwinden bei ehemaligen leichten Rauchern binnen 15 Jahren nach dem Rauchstopp (bei Verzicht auf Nikotinersatz früher) und bei früheren starken Rauchern binnen 25 Jahren. Auch erblich belastete Menschen halbieren ihr Koronarrisiko durch Nichtrauchen, Bewegung und Vermeidung von Fettleibigkeit. Ebenso vermeiden Exraucher den frühzeitigen geistigen Abbau und die Raucher-Demenz. Die durch den Rauch zerstörten Flimmerhärchen in Ihren Bronchien werden schon jetzt durch neue ersetzt. Dieser Selbstreinigungsapparat wird Ihnen helfen, die Gifte auszuscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, eine COPD zu entwickeln, ist bei Ihnen umso geringer, je früher Sie das Rauchen endgültig aufgegeben haben. Das Lungenkrebrisiko steigt ab jetzt nur mehr gering mit dem Alter und bei weitem nicht mehr so stark wie beim Rauchen. Andere Krebsrisken (z.B. für Pankreaskarzinom) nehmen innerhalb von 5-10 Jahren auf das Niveau von gleichaltrigen Nichtrauchern ab, wenn Sie auch Passivrauch meiden. Wenn Sie schon 10 Jahre Exraucher sind und bei Ihnen ein Prostatakarzinom gefunden wird, ist Ihr Risiko daran zu sterben nur mehr so hoch wie bei einem Nichtraucher. Auch das Risiko an Brustkrebs zu sterben, ist bei Exrauchern nicht mehr erhöht. Sie können auch ein Karzinom im oberen Verdauungstrakt (Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre) und Kehlkopf vermeiden, wenn Sie Tabak völlig vermeiden und Alkohol reduzieren. Die meisten Gene, die durch Tabakrauch dereguliert werden, normalisieren sich wieder nach dem Rauchstopp, allerdings bleibt ein Teil der Methylierungen der Erbsubstanz bestehen. Ein Rheuma, das unter Einfluss des Rauchens entstand, wird sich nicht mehr zurückbilden, aber als Nichtraucher werden Sie weniger Rheumaknoten und ein geringeres Risiko für eine Vaskulitis entwickeln, weniger Schmerzen haben und weniger starke Schmerzmittel brauchen. Durch Nichtrauchen werden sowohl Neuerkrankungen als auch das Fortschreiten bestehender chronischer Erkrankungen vermieden (Hochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Krebserkrankungen, u.a.) und Sie gewinnen gesunde Lebensjahre dazu.

 *Ich wurde schon mehrmals rückfällig. Bin ich ein hoffnungsloser Raucher? Nein, gerade diese Versuche zeigen, dass Sie aufhören möchten und nur noch nicht die richtige Methode fanden. Nikotin hinterlässt tiefe Spuren im Gehirn, besonders wenn Sie schon jahrelang geraucht haben. Viele Raucher schaffen es erst nach einigen Anläufen, schließlich dauerhaft Exraucher zu werden, brauchen dazu aber meist Unterstützung. Raucherinnen, die es vor ihrem 40. Geburtstag schaffen, dauerhaft tabakabstinent zu bleiben, können noch 90% des Risikos für Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenkrebs und COPD vermeiden, das sie beim Weiterrauchen eingehen. Exraucher, die schon seit einem Alter von 25-34 / 35-44 / 45-54 Jahren keine Zigarette mehr geraucht haben, gewinnen 10 / 9 / 6 Lebensjahre. Aber auch ein Rauchstopp mit 60 Jahren senkt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Ein Grund für Ihre Rückfälle sind auch Raucher in Ihrer Umgebung wie z.B. Gaststätten. In Italien und anderen Ländern hat das Rauchverbot Rauchern geholfen, aufzuhören und abstinent zu bleiben.

*Mein Freund raucht nur gelegentlich. Kann ich das auch? Nein! Nikotin ist ein starkes Suchtgift und Sie riskieren schon mit dem ersten Zug wieder einen Rückfall in Ihre frühere Abhängigkeit. (Die seltenen Gelegenheitsraucher waren davor keine regelmäßigen Raucher). Schon 1 bis 4 Zigaretten täglich verdreifachen das Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko. Auch sind Sie als ehemaliger Raucher stärker durch Passivrauchen krebsgefährdet als andere.

*Wieso ist die Suchtgefahr bei der Zigarette höher als bei Nikotinpflaster oder -kaugummi? - Das hängt vor allem mit der Nikotinaufnahme ins Blut und Gehirn zusammen, die beim Rauchen viel rascher erfolgt. Außerdem enthält Tabakrauch Substanzen wie Acetaldehyd, welche die Suchtbildung fördern. Sie sollten Nikotinersatz oder andere Medikamente in ausreichender Dosierung nehmen, aber nur solange sie anders keine Rückfälle vermeiden können. Schließlich werden sie keine Nikotinzufuhr mehr benötigen und wirklich frei sein.

*Rauchfreier Zigarettenersatz? z.B. "Mentholspitz" befriedigt das Bedürfnis zu saugen ohne Gefährdung. Nikotinhältige Pseudozigaretten enthalten dagegen das Suchtgift und sind nicht wie Arneimittel getestet, sodass Über- und Unterdosierung genausowenig auszuschließen sind wie Nebenwirkungen (besonders bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Hirngefäße, Raucherbein, Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Magenentzündung oder Nieren- bzw. Leberfunktionsstörungen). Nikotin kann einen beginnenden Krebs, der sich während des Rauchens bildete, an der Rückbildung hindern und evt. sogar einen neuen Krebs auslösen. Raucher, die auch rauchfreien Tabak verwenden, werden nach Aufhörversuchen rascher rückfällig. Außerdem geben Pseudozigaretten ein schlechtes Beispiel für Kinder.

*Kann ich auch Snus bzw. Lutschtabak verwenden, um mir das Rauchen wieder abzugewöhnen? - Nikotin aus Kau- oder Oraltabak wird von der Mundschleimhaut resorbiert. Rauchfreier Tabak hat den Vorteil, dass niemand unfreiwillig mitrauchen muss. Leider enthält er Karzinogene für die Mundhöhle und führt nach Resorption auch in entfernten Organen wie der Bauchspeicheldrüse zum Krebs.  Bei Männern kann es durch Oraltabak wie "Snus" zu erhöhter Sterblichkeit an Herzkreislauferkrankungen kommen. Schwedische Herzinfarktpatienten halbierten ihre Sterblichkeit durch Verzicht auf Snus. Insulte traten zwar nicht häufiger auf, aber ihre Überlebensrate war bei Snus-Konsumenten geringer. Frauen schädigen durch Oraltabak das Ungeborene. Aus diesen Gründen sollte Oraltabak keinesfalls anstelle von Medikamenten für die Entwöhnung von der Zigarette empfohlen werden. Auch die schwedischen "Ärzte gegen Tabak" warnten vor "Snus", das nicht wie Nikotinersatzpräparate geprüft wurde. Außer in Schweden bleibt Oraltabak in der EU verboten. Klagen dagegen wurden vom europäischen Gerichtshof abgewiesen.

*Nikotinpflaster und -kaugummi können doch lebenslang unbedenklich verwendet werden? - Nein, alle Nikotinersatzpräparate sollten nur während der Entwöhnung von der Zigarette verwendet werden. Nikotin ist leider ein Sucht- und Gefäßgift und auch wegen der Wirkung auf den Herzrhythmus und seiner Beteiligung an der Krebsentwicklung nicht als harmlos zu bezeichnen. Allerdings kommt es vor allem durch die über 60 Karzinogene in der Partikel- und Gasphase des Zigarettenrauches zum Krebs. Nikotin allein kann aber bewirken, dass die zuvor beim Rauchen entstandenen Krebszellen nicht völlig rückgebildet werden und dass vor allem die Sucht aufrechtbleibt und Sie evt. noch nach Jahren wieder zum Raucher werden. Rauchen ist das weitaus größte Gesundheitsrisiko.

*Wie kann ich vom Nikotinersatz wieder loskommen? -Reduzieren Sie die Dosis schrittweise: Sie werden es schaffen, schließlich ganz vom Nikotin loszukommen. Vor allem dürfen Sie nie mehr eine Zigarette probieren. Aber auch Kautabak und sogar reine Nikotinpräparate sind auf Dauer schädlich.

*Nikotinfreie Zigaretten? -Auch die Pyrolyseprodukte aus tabakfreien Kräuterzigaretten sind gefährlich und können zu Krebserkrankungen führen.

*In der Schwangerschaft habe ich nicht geraucht, aber jetzt ist das Verlangen wieder da. -Ihrem Kind zuliebe sollten Sie abstinent bleiben und auch den Vater bitten, aufzuhören. Denn mit Ausatemluft, Haaren, Haut und Kleidung schleppt er Schadstoffe und Karzinogene in die Wohnung ein, die sich in der Luft, im Hausstaub und an Oberflächen nachweisen lassen. Das größte Risiko für das Kind geht vom Rauchen in der Wohnung aus, weil der unsichtbare, ultrafeine Rauch bis ins Kinderzimmer vordringt und lebensgefährlich werden kann. Auch Sie selbst profitieren, wenn Sie rauchfrei bleiben. Wahre Freunde verführen Sie nicht.

*Muss ich jetzt noch zum Lungenröntgen, nachdem ich mir das Rauchen abgewöhnt habe? -Wenn Sie vorher Jahrzehnte geraucht haben (z.B. ein Päckchen täglich über 30 Jahre), wird Sie Ihr Arzt vielleicht sogar jährlich zur Computertomographie schicken. Das Lungenkrebsrisiko steigt mit den Rauchjahren und dem Alter und ist selbst 15 Jahre nach vollständiger Beendigung des Rauchens noch etwa doppelt so hoch wie bei einem Niemalsraucher. (Allerdings wäre es ca. 20-Mal so hoch, wenn Sie weiter geraucht hätten). Auch bei einer chronischen Raucherbronchitis (COPD) sollten Sie nach dem Rauchstopp in Kontrolle eines Lungenfacharztes bleiben, weil sich diese Entzündung nicht vollständig rückbildet. Das Risiko für Krebs anderer Organe bleibt ebenfalls noch Jahre nach dem Rauchstopp erhöht, weshalb Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind.

*Muss ich nach dem Rauchstopp noch die Blutdruckmittel nehmen? -Ja, solange Ihr Blutdruck erhöht ist. Auch wenn Sie sich wohler fühlen, sollten Sie regelmäßig Blutdruck messen und Ihren Arzt zu Rate ziehen. Die Steifigkeit Ihrer Arterien wird durch das Nichtrauchen abnehmen, ihre Erweiterbarkeit wird zunehmen und ihre Elastizität kann sich wieder normalisieren. Damit nimmt u.a. das Risiko einer Hirnblutung ab.

*Wäre es für den Staat und die Krankenkasse nicht ein gutes Geschäft, Raucher beim Ausstieg zu unterstützen? -Ja, sicher, z.B. Massachusetts sparte für jeden Dollar, den es in ein Programm zur Senkung der Raucherquote investierte, drei Dollar an Krankheitskosten.

*Welche Kosten spare ich dadurch, dass ich nicht mehr rauche? -Wenn Sie ein mäßiger Raucher waren und mit 35 Jahren Exraucher wurden, sparen Sie dadurch 24 800,- € ; als Exraucherin noch mehr.

*Sollte ich als erfolgreicher Exraucher jetzt nicht weniger für meine Lebensversicherung zahlen? -Ja, schon 1 Jahr nach dem Rauchstopp sollten Sie eine  Prämienreduktion bekommen.

Ich habe erst nach einem Schlaganfall zu rauchen aufgehört, also zu spät? -Zu spät, um den ersten Schlaganfall zu verhindern, aber wenn Sie nicht mehr zu rauchen anfangen, ihren Blutdruck kontrollieren und Sport betreiben, können Sie einen zweiten Schlaganfall verhindern. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt nimmt nach Rauchstopp rascher ab als das für Lungenkrebs, Katarakt, etc. Koronarpatienten glauben, eine Bypassoperation wäre erfolgreicher als eine Gefäßdehnung (transkutane Angioplastie), aber das liegt vielleicht nur daran, dass die Operation den Ernst der Lage eher bewusst macht und der Patient deshalb rauchfrei bleibt. Ein 45-49jähriger Mann kann durch den Rauchstopp sein Risiko, in den nächsten 10 Jahren an einem Schlaganfall zu sterben, um 57% reduzieren und eine Frau um 59%.

Bekenntnisse und Erkenntnisse eines Exrauchers. Aufhören gelingt mit verschiedenen Methoden, aber erfolgentscheidend ist, nicht rückfällig zu werden. Kriterien für den Erfolg.

*Ich habe erst mit der Schwangerschaft zu rauchen aufgehört. Soll ich stillen? -Ja! Ihre Milch ist weitgehend schadstoffrei. Aber Stillen sollten alle Mütter, auch die Raucherinnen (selbstverständlich ohne dabei das Kind auch noch mit Rauch zu belasten).  Leider kommt es bei Raucherinnen häufig vor, dass sie das Kind nicht nur im Mutterleib und nach der Geburt über die Atemluft mit Schadstoffen belasten, sondern ihnen auch noch vorzeitig die Muttermilch entziehen, über die sie Antikörper erhalten. Dann ist es kein Wunder, wenn es zu schweren Atemwegsinfekten und manchmal auch zum Tod des Kindes kommt.

*Ich war Raucher, kann jetzt aber Raucher nicht mehr ausstehen. -Für uns Ärzte ist jeder Raucher hilfebedürftig, denn Nikotinsucht ist eine Krankheit. Allerdings haben Sie recht, wenn Sie rücksichtslose Raucher meiden, die auch Ihre Atemluft verschmutzen oder Sie womöglich wieder zu verführen trachten. Jeder, der sich erfolgreich von seiner Nikotinsucht befreite, muss wissen, dass ihn nur ein einziger Lungenzug von einem Rückfall trennt: Schon die erste Zigarette kann Sie wieder zu Ihrem Sklaven und regelmäßigen Raucher machen.

*Gibt es Raucher, die nicht aufhören können? -Nein, manchen fällt es allerdings schwerer und sie brauchen Hilfe. Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Menschen geben das Rauchen auf.

*Wie halte ich mich im Alter gesund? -Weiterhin nicht rauchen, regelmäßig aber mäßig Alkohol konsumieren, Übergewicht vermeiden und viel bewegen (sowohl körperlich wie geistig). Das hält Sie gesund und fröhlich und Sie werden länger gut sehen, hören, riechen, schmecken, denken und gehen.