Ich rauche jetzt nicht mehr, habe aber eine Frage:                                    I stopped smoking, but have a question:
 
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  *Ich habe mir das Rauchen mühsam abgewöhnt. Was muss ich tun, um nicht rückfällig zu werden? - Wenn Sie das Verlangen nach einer Zigarette verspüren, lenken Sie sich ab. Meist genügt schon körperliche Aktivität, ein Schluck Wasser, etc. Meiden Sie falsche "Freunde" (die Sie um ihren Erfolg beneiden und wieder verführen möchten), feuchtfröhliche Gelage (bei denen Sie die Kontrolle verlieren) und denken Sie an das für wirkliche Vergnügen ersparte Geld und die gewonnene Freiheit. Sie haben ein neues Leben mit einer  gesünderen Zukunft begonnen!  Suchen Sie Kontakt mit erfolgreichen Exrauchern und die Gesellschaft von Nichtrauchern. Gruppendynamik hilft: Nichtrauchen  ist ansteckend! In Gesellschaft von Rauchern sollten Sie immer daran denken, dass Exraucher klüger sind, aber dass Sie durch eine einzige Zigarette einen Rückfall riskieren, der Ihre ganze bisherige Mühe zunichte machen kann. Legen Sie das Geld, das Sie früher verraucht haben, beiseite und machen Sie sich damit immer wieder kleine Freuden.

*Ich habe wieder eine geraucht, was soll ich jetzt tun? Analysieren Sie die Ursachen des Rückfalls. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihrem Arzt den Rückfall zu beichten. Er kennt das Problem und wird Ihnen helfen, erforderlichenfalls wieder mit einer Rauchertherapie. Schuld an Ihrem Rückfall trägt vor allem der Zigarettenhersteller, der Sie schon in jungen Jahren süchtig gemacht hat. Lesen Sie beim nächsten Aufhörversuch, wie man mit Entzugserscheinungen fertig wird, aber verlassen Sie sich nicht nur auf ein Medikament. Auch Sport hilft, Rückfälle zu vermeiden. Europaweit werden Hilfen angeboten.

*Was soll ich gegen die Gewichtszunahme tun? Solange Sie rauchten, war Ihr Geschmackssinn beeinträchtigt. Jetzt, da Ihnen alles besser schmeckt, müssen Sie Sport betreiben: irgendwas, das Ihnen Spaß macht, am besten mit Freunden oder in einem Verein. Vielleicht schaffen Sie es, nach 17 Uhr nichts mehr zu essen oder wenigstens auf das Naschen beim Fernsehen zu verzichten. Essen Sie vor der Hauptmahlzeit (am besten ein verspätetes Mittagessen, das gleichzeitig als frühes Abendessen dient) reichlich Salate, als Nachtisch Obst und trinken Sie viel Wasser. Auch wenn Sie nach dem Rauchstopp zugenommen haben, ist ihr Herzrisiko deutlich geringer als wenn Sie weitergeraucht hätten. Betreiben Sie Sport. Vor allem aber: greifen Sie nie mehr zur Zigarette, denn erst dadurch steigt Ihr Erkrankungsrisiko gewaltig und Sie kommen wieder aus dem Gleichgewicht, weil auch die Appetitregulation im Gehirn durch das Rauchen gestört wird. 

*Ich kann mich nicht konzentrieren, bin gestresst und nervös: brauche ich doch wieder Zigaretten? -Nein, das sind nur die Entzugssymptome, weil ihr Körper noch an das Nikotin gewöhnt ist und sie früher immer, wenn Sie Entzugssymptome verspürten, eine Zigarette rauchten, um sich scheinbar wieder zu entspannen, aber nur bis zur nächsten Zigarette. Das werden Sie in Zukunft nie mehr brauchen. Wenn Sie jetzt durchhalten, werden Sie in Zukunft Stress sogar leichter bewältigen und ihre Konzentrationsfähigkeit und ihr  Gedächtniswird besser werden als zuvor. Machen Sie sich bewusst, dass Sie jetzt nicht mehr saugen müssen, sondern frei atmen können.
 
 
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*Mit dem Nikotinersatz kann ich nachts nicht schlafen. Soll ich damit aufhören? -Schlafstörungen sollten nachlassen, wenn Sie ein Pflaster verwenden, das nur 16 Stunden lang wirkt. Abends sollten Sie Ihren Gusto auf eine Zigarette besser mit einem Glas Wasser als mit Nikotin vertreiben. Falls Sie schon länger als 2 Monate Nikotinersatz verwenden, können Sie auch schon versuchen, die Dosis zu reduzieren und etwa am Ende des dritten Behandlungsmonats ganz damit aufhören, ohne einen Rückfall durch zu starke Entzugserscheinungen zu riskieren. Erst wenn Sie gar kein Nikotin mehr brauchen, werden Sie mit sich zufrieden sein und auch wieder gut schlafen.

*Wieso fühle ich mich noch nicht gesünder, obwohl ich schon 1 Monat nicht mehr rauche? - In der allerersten Zeit spüren Sie die Verbesserung Ihrer Organfunktionen noch nicht selbst, obwohl der Arzt sie schon nachweisen kann (z.B. mit Testung von Blutviskosität, Blutgerinnung und Lungenfunktion). Krankenstände können in den ersten Monaten sogar zunehmen; danach nehmen sie aber signifikant ab, Ihr Wohlbefinden steigt und Ihre Leistungsfähigkeit nimmt zu. Ihr Risiko für Herzinfarkt kann schon nach einem Jahr nahezu halbiert sein und das für Schlaganfallnach ca. 5 Jahren Abstinenz. Schon jetzt kann Ihr Blut wieder mehr Sauerstoff transportieren und Ihr Kreislauf hat sich verbessert. Nach 10 Jahren ist die Versteifung Ihrer Arterien verschwunden (hat aber schon viel früher nachgelassen). Das Lungenkrebrisiko steigt ab jetzt nur mehr gering mit dem Alter und bei weitem nicht mehr so stark wie beim Rauchen. Die durch den Rauch zerstörten Flimmerhärchen in Ihren Bronchien werden schon jetzt durch neue ersetzt. Dieser Selbstreinigungsapparat wird Ihnen helfen, die Gifte auszuscheiden. Andere Krebsrisken (z.B. für Pankreaskarzinom) nehmen innerhalb von 10 Jahren auf das Niveau von gleichaltrigen Nichtrauchern ab. Wenn Sie schon 10 Jahre Exraucher sind und bei Ihnen ein Prostatakarzinom gefunden wird, ist Ihr Risiko daran zu sterben nur mehr so hoch wie bei einem Nichtraucher. Sie können auch ein Karzinom im oberen Verdauungstrakt (Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre) und Kehlkopf vermeiden, wenn Sie Tabak völlig vermeiden und Alkohol reduzieren.

 *Ich wurde schon mehrmals rückfällig. Bin ich ein hoffnungsloser Raucher? Nein, gerade diese Versuche zeigen, dass Sie aufhören möchten und nur noch nicht die richtige Methode fanden. Viele Raucher schaffen es erst nach einigen Anläufen, schließlich dauerhaft Exraucher zu werden, brauchen dazu aber meist Unterstützung.

*Mein Freund raucht nur gelegentlich. Kann ich das auch? Nein! Nikotin ist ein starkes Suchtgift und Sie riskieren schon mit dem ersten Zug wieder einen Rückfall in Ihre frühere Abhängigkeit. (Die seltenen Gelegenheitsraucher waren davor keine regelmäßigen Raucher). Schon 1 bis 4 Zigaretten täglich verdreifachen das Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko. Auch sind Sie als ehemaliger Raucher stärker durch Passivrauchen krebsgefährdet als andere.

*Wieso ist die Suchtgefahr bei der Zigarette höher als bei Nikotinpflaster oder -kaugummi? - Das hängt vor allem mit der Nikotinaufnahme ins Blut und Gehirn zusammen, die beim Rauchen viel rascher erfolgt. Außerdem enthält Tabakrauch Substanzen wie Acetaldehyd, welche die Suchtbildung fördern. Sie sollten Nikotinersatz oder andere Medikamente in ausreichender Dosierung nehmen, aber nur solange sie anders keine Rückfälle vermeiden können. Schließlich werden sie keine Nikotinzufuhr mehr benötigen und wirklich frei sein.

*Rauchfreier Zigarettenersatz? z.B. "Mentholspitz" befriedigt das Bedürfnis zu saugen ohne Gefährdung. Nikotinhältige Pseudozigaretten enthalten dagegen das Suchtgift und sind nicht wie Arneimittel getestet, sodass Über- und Unterdosierung genausowenig auszuschließen sind wie Nebenwirkungen (besonders bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Hirngefäße, Raucherbein, Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Magenentzündung oder Nieren- bzw. Leberfunktionsstörungen). Nikotin kann einen beginnenden Krebs, der sich während des Rauchens bildete, an der Rückbildung hindern. Außerdem geben Pseudozigaretten ein schlechtes Beispiel für Kinder.

*Kann ich auch Snus bzw. Oraltabak verwenden, um mir das Rauchen wieder abzugewöhnen? - Nikotin aus Kau- oder Oraltabak wird von der Mundschleimhaut resorbiert. Rauchfreier Tabak hat den Vorteil, dass niemand unfreiwillig mitrauchen muss. Leider enthält er Karzinogene für die Mundhöhle und führt nach Resorption auch in entfernten Organen wie der Bauchspeicheldrüse zum Krebs.  Bei Männern kann es durch Oraltabak wie "Snus" zu erhöhter Sterblichkeit an Herzkreislauferkrankungen kommen und Frauen schädigen durch Oraltabak das Ungeborene. Aus diesen Gründen sollte Oraltabak keinesfalls anstelle von Medikamenten für die Entwöhnung von der Zigarette empfohlen werden. Auch die schwedischen "Ärzte gegen Tabak" warnten vor "Snus", das nicht wie Nikotinersatzpräparate geprüft wurde. Außer in Schweden bleibt Oraltabak in der EU verboten. Klagen dagegen wurden vom europäischen Gerichtshof abgewiesen.

*Nikotinpflaster und -kaugummi können doch lebenslang unbedenklich verwendet werden? - Nein, alle Nikotinersatzpräparate sollten nur während der Entwöhnung von der Zigarette verwendet werden. Nikotin ist leider ein Sucht- und Gefäßgift und auch wegen seiner Beteiligung an der Krebsentwicklung nicht als harmlos zu bezeichnen. Allerdings kommt es vor allem durch die über 60 Karzinogene in der Partikel- und Gasphase des Zigarettenrauches zum Krebs. Nikotin allein kann aber bewirken, dass die zuvor beim Rauchen entstandenen Krebszellen nicht völlig rückgebildet werden und dass vor allem die Sucht aufrechtbleibt und Sie evt. noch nach Jahren wieder zum Raucher werden. Rauchen ist das weitaus größte Gesundheitsrisiko.

*Wie kann ich vom Nikotinersatz wieder loskommen? -Reduzieren Sie die Dosis schrittweise: Sie werden es schaffen, schließlich ganz vom Nikotin loszukommen. Vor allem dürfen Sie nie mehr eine Zigarette probieren. Aber auch Kautabak und sogar reine Nikotinpräparate sind auf Dauer schädlich.

*Nikotinfreie Zigaretten? -Auch die Pyrolyseprodukte aus tabakfreien Kräuterzigaretten sind gefährlich und können zu Krebserkrankungen führen.

*In der Schwangerschaft habe ich nicht geraucht, aber jetzt ist das Verlangen wieder da. -Ihrem Kind zuliebe sollten Sie abstinent bleiben und auch den Vater bitten, aufzuhören. Denn mit Ausatemluft, Haaren, Haut und Kleidung schleppt er Schadstoffe und Karzinogene in die Wohnung ein, die sich in der Luft, im Hausstaub und an Oberflächen nachweisen lassen. Das größte Risiko für das Kind geht vom Rauchen in der Wohnung aus, weil der unsichtbare, ultrafeine Rauch bis ins Kinderzimmer vordringt und lebensgefährlich werden kann. Auch Sie selbst profitieren, wenn Sie rauchfrei bleiben. Wahre Freunde verführen Sie nicht.

*Muss ich jetzt noch zum Lungenröntgen, nachdem ich mir das Rauchen abgewöhnt habe? -Wenn Sie vorher Jahrzehnte geraucht haben (z.B. ein Päckchen täglich über 20 Jahre oder länger), wird Sie Ihr Arzt vielleicht sogar zur Computertomographie schicken. Das Lungenkrebsrisiko steigt auch mit dem Alter und ist selbst 15 Jahre nach vollständiger Beendigung des Rauchens noch etwa doppelt so hoch wie bei einem Niemalsraucher. (Allerdings wäre es ca. 20-Mal so hoch, wenn Sie weiter geraucht hätten). Wenn Sie schon eine chronische Raucherbronchitis (COPD) haben, sollten Sie auch nach dem Rauchstopp in Kontrolle eines Lungenfacharztes bleiben, weil sich diese Entzündung nicht vollständig rückbildet. Auch das Risiko für Krebs anderer Organe bleibt noch Jahre nach dem Rauchstopp erhöht, weshalb Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind.

*Muss ich jetzt noch die Blutdruckmittel nehmen? -Ja, solange Ihr Blutdruck erhöht ist. Auch wenn Sie sich jetzt wohler fühlen, sollten Sie regelmäßig Blutdruck messen und Ihren Arzt zu Rate ziehen. Die Steifigkeit Ihrer Arterien wird aber durch das Nichtrauchen abnehmen und ihre Elastizität kann sich wieder normalisieren.

*Wäre es für den Staat und die Krankenkasse nicht ein gutes Geschäft, Raucher beim Ausstieg zu unterstützen? -Ja, sicher, z.B. Massachusetts sparte für jeden Dollar, den es in ein Programm zur Senkung der Raucherquote investierte, drei Dollar an Krankheitskosten.

*Welche Kosten spare ich dadurch, dass ich nicht mehr rauche? -Wenn Sie ein mäßiger Raucher waren und mit 35 Jahren Exraucher wurden, sparen Sie dadurch 24 800,- € ; als Exraucherin noch mehr.

*Sollte ich als erfolgreicher Exraucher jetzt nicht weniger für meine Lebensversicherung zahlen? -Ja, schon 1 Jahr nach dem Rauchstopp sollten Sie eine  Prämienreduktion bekommen.

Ich habe erst nach einem Schlaganfall zu rauchen aufgehört, also zu spät? -Zu spät, um den ersten Schlaganfall zu verhindern, aber wenn Sie nicht mehr zu rauchen anfangen, ihren Blutdruck kontrollieren und Sport betreiben, können Sie einen zweiten Schlaganfall verhindern.

Bekenntnisse und Erkenntnisse eines Exrauchers. Aufhören gelingt mit verschiedenen Methoden, aber erfolgentscheidend ist, nicht rückfällig zu werden.

*Ich habe erst mit der Schwangerschaft zu rauchen aufgehört. Soll ich stillen? -Ja! Ihre Milch ist weitgehend schadstoffrei. Aber Stillen sollten alle Mütter, auch die Raucherinnen (selbstverständlich ohne dabei das Kind auch noch mit Rauch zu belasten).  Leider kommt es bei Raucherinnen häufig vor, dass sie das Kind nicht nur im Mutterleib und nach der Geburt über die Atemluft mit Schadstoffen belasten, sondern ihnen auch noch vorzeitig die Muttermilch entziehen, über die sie Antikörper erhalten. Dann ist es kein Wunder, wenn es zu schweren Atemwegsinfekten und manchmal auch zum Tod des Kindes kommt.

*Ich war Raucher, kann jetzt aber Raucher nicht mehr ausstehen. -Für uns Ärzte ist jeder Raucher hilfebedürftig, denn Nikotinsucht ist eine Krankheit. Allerdings haben Sie recht, wenn Sie rücksichtslose Raucher meiden, die auch Ihre Atemluft verschmutzen oder Sie womöglich wieder zu verführen trachten. Jeder, der sich erfolgreich von seiner Nikotinsucht befreite, muss wissen, dass ihn nur ein einziger Lungenzug von einem Rückfall trennt: Schon die erste Zigarette kann Sie wieder zu Ihrem Sklaven und regelmäßigen Raucher machen.

*Gibt es Raucher, die nicht aufhören können? -Nein, manchen fällt es allerdings schwerer und sie brauchen Hilfe. Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Menschen geben das Rauchen auf.

*Wie halte ich mich im Alter gesund? -Weiterhin nicht rauchen, regelmäßig aber mäßig Alkohol konsumieren, Übergewicht vermeiden und viel bewegen (sowohl körperlich wie geistig). Das hält Sie gesund und fröhlich und Sie werden länger gut sehen, hören, riechen, schmecken und gehen.

 
     Aerzteinitiative Tabak, Rauchen & Gesundheit: Exraucher       http://aerzteinitiative.bplaced.net         Austrian Council Tobacco, Smoking & Health:  Exsmokers  
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