Ärzte antworten auf Fragen von Eltern und Lehrern
 
DEUTSCH Diese Seite ist Teil eines Framesets, klicken Sie hier um sie korrekt anzuzeigen. ENGLISH
     Kann ich in der Schwangerschaft Nikotinersatz verwenden?
Das sollten Sie Ihrem Kind nicht antun. Er ist nutzlos, gefährdet eine normale Entwicklung von Gehirn und Lunge Ihres Kindes und ist mit Geburtskomplikationen assoziiert. Jede Form von Nikotin schadet in der Schwangerschaft und fördert eine spätere Nikotinsucht Ihres Kindes sowie andere Süchte. Das Risiko einer Totgeburt wird auch durch rauchfreien Tabak erhöht und Lutschtabak kann zu Trisomie 21 führen. Am gefährlichsten für Sie und Ihr Kind ist die Zigarette. Aber auch Snus, E-Zigaretten, reines Nikotin sowie andere Schadstoffe sollten Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit meiden.
      Wie kann ich Kindern und Jugendlichen helfen, Nichtraucher zu bleiben?
In der Familie vor allem durch Ihr Vorbild, aber auch Verbote, Regeln und Aufklärung (über Lügen in der Werbung, geheime Marketingstrategien von Tabakkonzernen wie JT, Morris, BAT, Reynolds und andere; über chemische Zusätze wie Menthol, die Reizwirkungen des Tabakrauchs nicht spürbar werden und den jungen Raucher leichter inhalieren lassen, andere zur rascheren Aufnahme des Nikotins und Suchterzeugung und das alles mit Geschmacksstoffen, die nikotinsüchtige, junge Raucher lebenslang an eine Marke binden; Aufklärung über die vorzeitige Hautalterung, Verlust der schlanken Taille, gelbe Zähne, glanzloses Haar, krankes Zahnfleisch, Mundgeruch, vorzeitige Glatzenbildung und Impotenz durch Zigaretten, Nachlassen der Sinnesfreuden durch Verlust von Geschmack- und Geruchssinn, Sehkraft bis Erblindung; auch dass Rangniedere eher zum Drogenkonsum neigen. Hilfe im Internet, Literatur, auch zum Passivrauchen. Eine schwache Persönlichkeit neigt zur Nikotinsucht, aber Zwillingsstudien zeigten, dass die Vererbung kaum eine Rolle spielt, sondern die Tradierung von Gewohnheiten, besonders von Vater zu Sohn und von Mutter zu Tochter. Kinder nikotinabhängiger Eltern werden dreimal häufiger Raucher. Auch Geschwister spielen eine Rolle. Hauptschüler und Jugendliche mit schlechten Schulleistungen sind besonders empfänglich für die Verführung zum Rauchen und auch später finden sich unter Menschen mit geringer Bildung, unter Arbeitslosen und sozial benachteiligten Schichten die meisten Raucher (Österreich 2006 und 2014). Frühe Rauchversuche mit Inhalieren programmieren Kinder dazu, später regelmäßige Raucher zu werden, die oft auch nicht mehr davon loskommen. Das Risiko Ihres Kindes, ein Raucher zu werden, lässt sich berechnen, u.a. aus dem Rauchverhalten der Mutter. Als Eltern helfen Sie am besten, indem Sie sich selbst das Rauchen abgewöhnen und Ihren Kindern sagen, um wieviel schwerer das ist, als gar nicht anzufangen. Kinder rauchender Eltern werden selbst häufiger zu Rauchern, aber nicht durch Vererbung, sondern durch Nachahmung und seltener wenn die Familie Nichtraucherzonen in Lokalen bevorzugt und klare Regeln für ein rauchfreies Zuhause aufstellt. Nach einem Rauchverbot in der Gastronomie nahm das Rauchen auch zu Hause ab. In Cafes und Diskos werden Teenager zum Rauchen verführt. Rauchfreie Lokale erleichtern es Jugendlichen, Nichtraucher zu bleiben. Auch die Schulpolitik sowie Trafiken und Zigarettenautomaten in der Nähe von Wohnung oder Schule haben Einfluss und werden in Österreich  und Deutschland gezielt zur Verführung von Kindern eingesetzt. Zigarettenbeschaffung durch 13-15jährige Schüler in Trafiken oder bei Automaten zeigt, dass die Alterskontrolle in Österreich nicht funktioniert. Protestieren Sie gegen Trafiken und Automaten vor SchulenTeenager kaufen seltener Zigaretten, wenn diese nicht zur Schau gestellt werden. Auf das Verbot folgte bei Jugendlichen in Australien ein Rückgang der Raucherrate von 15% auf 11%. Auch E-Zigaretten sollten auf Schulwegen nicht verkauft werden. Rauchende Freunde erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind selbst zum regelmäßigen Raucher wird, auf ein Vielfaches. Aber gute Eltern, die ihren Kindern Bildung (statt zu viel Taschengeld) zukommen lassen, können auch den schlechten Einfluss rauchender Freunde verhindern. Schicken Sie Ihr Kind in einen Sportverein, aber in keinen, wo es nachher heißt: "rauch eine mit! Der soziale Druck spielt auch bei Mädchen eine große Rolle. Kaum jemand raucht alleine. Der Einfluss der Schule, Lehrer , Schul- und Hausärzte und der Schulfreunde ist wichtig, wobei Vorbilder wirksamer sind als Strafen, aber die Schulpolitik muss konsequent sein und die Selbstbeherrschung früh gefördert werden. In Deutschland wurde nachgewiesen, dass Tabakwerbung den Einstieg in eine Raucherkarriere fördert. Umgekehrt ließ sich die Raucherrate bei Jugendlichen durch ein Bündel von gesetzlichen und fiskalischen Maßnahmen reduzieren.  Menthol und andere Aromen spielen neben Nikotin eine Schlüsselrolle, ebenso Werbung, insbesondere Schleichwerbung. Schon Vorschulkinder merken sich Zigarettenmarken (Logos). Filme und Videospiele haben Einfluss auf SchülerFilmschauspieler und -produzenten werden fürs Rauchen bezahlt, weil Rauchszenen den Rauchbeginn bei Kindern und Jugendlichen fördern. Die Tabakwerbung über Internet (Spiele, etc.) wirkt ebenfalls schon bei Kindern. Buben und Mädchen werden beworben. Mit E-Zigaretten werden Werbeverbote umgangen und der Einstieg in die Nikotinsucht erleichtert. Tabakprävention für Kinder und Jugendliche muss sich auch an Erwachsene richten, wenn sie Erfolg haben möchte. Die EU gab konkrete Empfehlungen für Medien- und Gesundheitsexperten. Billige Zigaretten und leichte Verfügbarkeit fördern frühes Rauchen. Erfolgreiche Strategien gegen die Verführung zum Rauchen wurden in Australien und in den U.S.A. erprobt, wo das Rauchen bei Schülern stark reduziert werden konnte. Gesetze für eine rauchfreie Umwelt und eine ausreichende Finanzierung der Tabakprävention senkten die Raucherraten bei Jugendlichen am stärksten. Zur leichteren Kontrolle werden sogar andere Führerscheine für Minderjährige ausgestellt. In New York wurde nach Zigarettenpreiserhöhung und Rauchverboten ein Rückgang der Raucherrate bei Teenagern auf die Hälfte beobachtet. Ähnliche Entwicklungen in England, Schottland und z.T. auch in Deutschland wurden durch die Anhebung des Bezugsalters von Tabak auf 18 Jahre verstärkt. Dagegen stiegen die Zahlen jugendlicher Raucher in Österreich dramatisch, weil die Verantwortlichen die nötigen Investitionen in die Tabakprävention versäumten, noch immer kein Rauchverbot in Gaststätten besteht und der Jugendschutz rückständig ist, während ihn die Mehrzahl der EU-Länder verbessert und bis zum 18. Lebensjahr verlängert haben (in einigen U.S. Staaten sogar bis zum Alter von 21 Jahren. 2007 berichtete die WHO (Tab. 15), dass schon fast die Hälfte der europäischen Länder Zigarettenautomaten verboten hatten. Doch sogar in Ländern mit viel besseren Tabakgesetzen als Österreich und Deutschland (z.B. Norwegen) ist noch immer der Einfluss des Marketings der Tabakkonzerne auf Jugendliche nachweisbar. Stärker ist er bei weichen Werbeverboten, die außerdem nicht konsequent überwacht werden. Nötig wäre auch in der Schweiz ein Verbot der Automaten und eine Verkaufsbeschränkung auf lizensierte Trafiken, die außer Tabak keine anderen Waren (Süßigkeiten, Schulhefte, etc.) führen dürften. In Ländern, die Tabakwerbung auch am Verkaufsort untersagen, rauchen Jugendliche seltener. Das Verbot der Zur-Schau-Stellung von Tabak und Zigaretten erwies sich als erfolgreich. Software kann ihre Kinder vor Werbung im Internet schützen, auch vor E-Zigaretten-Werbung. Kreditkarten- und Lieferfirmen können den illegalen Tabakhandel im Internet eindämmen. Achten Sie auch auf Wasserpfeifen, Lutschtabak, E-Zigaretten (lassen sich leicht verstecken) und andere Einstiege in die Nikotinsucht, die von der Tabakindustrie verharmlost werden. Gefährlich ist der erste Lungenzug, den Jugendliche oft beim gemeinschaftlichen Rauchen einer Wasserpfeife lernen. Nikotin in jeder Form kann in der Jugend eine Suchtkrankheit bahnen. Auch Third Hand Smoke und Passivrauchen bei Kindern fördern späteres Aktivrauchen und sogar nikotinfreie E-Zigaretten. In China und den USA wurde bei Teenagern eine Zunahme der Absicht beobachtet, Raucher zu werden, besonders bei Jugendlichen, die schon E-Zigaretten probiert hatten, die sie trotz Verbot im Internet kaufen können. Das Probieren von E-Zigaretten war mit einem frühen Rauchbeginn assoziiert und mit Progression zu stärkerem Rauchen. In Europa mehren sich ebenfalls die Hinweise auf die Verwendung von E-Zigaretten als Einstiegsdroge. Auch die Verwendung der Wasserpfeife von 13-15-Jährigen, die noch nie eine Zigarette geraucht hatten, machte sie für Zigaretten empfänglicher. Manche Zigarren sind schon so klein wie Zigaretten, um auch Mädchen anzulocken und die Verbote von Aromen zu umgehen, die nur für Zigaretten gelten. Vor allem die Zunahme des Konsums von E-Zigaretten bei Nichtrauchern ist erschreckend, da diese bald zu Rauchern werden und Beeinträchtigungen der kognitiven Kontrolle (exekutiver Funktionen) zeigen. Teenager, die E-Zigaretten probieren, rauchen später 6-mal häufiger Tabakzigaretten, wobei psychosoziale Faktoren mitspielen.
Ärzte können verhindern, dass Kinder zu Rauchern werden, indem sie die rauchenden Eltern behandeln: Besonders wichtig ist das bei alleinerziehenden Müttern (aus niedriger Sozialschicht, mit geringem Selbstvertrauen), die über Gesundheitsgefahren des Passivrauchens nichts wissen. Allgemeinmediziner und Kinderärzte sollten wenigstens immer nach dem Passivrauchen fragen (das die Entwicklung von Gehirn und Lunge stört). Eltern und Lehrer können junge Raucher beim Aufhören unterstützen und das Selbstbewusstsein der Nichtraucher stärken. Dabei sollten auch E-Zigaretten als Einstiegsdroge besprochen werden. Dem allgemeinen Trend zu früherem Rauchbeginn in Österreich haben sich einzelne Schulen (auch durch engagierte Schulärzte) schon widersetzt. Leider haben manche Berufs- und Privatschulen noch immer Raucherräume, geben älteren Schülern Raucherlaubnis und machen das Rauchen für die jüngeren dadurch besonders attraktiv. Auch am Schulgelände, wo Pflichtschülern das Rauchen verboten ist, rauchen in AHS und HTL manche Lehrer mit Schülern gemeinsam, was den Gruppendruck auf die Jüngeren, mit dem Rauchen zu beginnen, enorm verstärkt. Bereits in der Volksschule oder im Kindergarten sollte Tabakprävention beginnen (spielerisches Lernen über gute Luft, freies Atmen, Ablehnung von Zuckerlzigaretten). Das Probieren weniger Zigaretten als Kind bahnt dem täglichen Zigarettenkonsum von Jugendlichen den Weg. Teenager können durch den Besuch einer Lungenklinikeher davon abgehalten werden, mit dem Rauchen zu beginnen, als zum Rauchstopp motiviert zu werden. Am schwersten kommen Menschen wieder vom Rauchen los, die schon sehr früh damit begonnen haben und einer niedrigen Sozialschicht angehören. Deshalb sollten sie spätestens zu Hauptschulbeginn auf die Irreführung direkter und indirekter Tabakwerbung (z.B. in Spielfilmen) aufmerksam gemacht werden: Man zeigt sportliche, starke Raucher, während die Zigarette nur hilft, pubertäre Unsicherheit zu kaschieren, die sportliche Leistungsfähigkeit schon sehr rasch unter den Giften leiden wird und schließlich auch die Potenz. Mädchen bietet man "Schlankheitszigaretten", obwohl die Forschung zeigt, dass Teenager durch Tabakrauch gesundheitsgefährdende Fettleibigkeit samt Stoffwechselstörung entwickeln, oft zusammen mit Depressionen. Rauchen ist auch mit Essstörungen wie Bulimie oder Essattacken assoziiert. Die Werbung hat das Bild der emanzipierten, erfolgreichen Raucherin geschaffen, während die Abhängigkeit von der Zigarette doch ein Zeichen von Schwäche ist; und sie stellt bildhübsche Menschen dar, während längst wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Rauchen die Hautalterung beschleunigt (Faltenbildung, große Poren, frühere Glatze). Lehrer, Schul- und Kinderärzte sollten auch erwähnen, dass Rauchen die Wahrscheinlichkeit erhöht, später illegale Drogen oder ein Übermaß an Schlaf- und Aufputschmittel zu nehmen und dass auch Beziehungen zum übermäßigen Alkoholkonsum bestehen. Prospektivstudien an Teenagern weisen nach, dass sie signifikant seltener zu Rauchern werden, wenn in den Gaststätten ihrer Wohngemeinde ein Rauchverbot und auch für Trafiken ein Werbeverbot besteht. Auslagen und Automaten umgehen das Werbeverbot im Außenbereich. Tabakwerbung sollte auch von Zigarettenpackungen verschwinden. Trotzdem ist jeder Raucher eine Rauchreklame. In der EU sollte eigentlich in Lokalen nicht mehr geraucht werden, schon gar nicht in Jugendlokalen. Xpress berichtete über versteckte Tabakwerbung in Film, TV und Videos, die Jugendliche in einem Wettbewerb aufdecken halfen. Tabakfirmen zahlen für Raucherszenen! Spotting Smoking Scenes wollte die weitere Zunahme unterschwelliger Tabakwerbung in ganz Europa stoppen. Diese Aktion wurde von Österreich bei der EU-Konferenz zur Tabakprävention in Rom angeregt. Ihre Dringlichkeit wurde auch durch eine Studie aus Kalifornien bestätigt, die auf Mädchen einen besonders starken Einfluss der Film-Schleichwerbung fand. In einer anderen Studie zeigte sich, dass der gute Einfluss eines rauchfreien Elternhauses noch verstärkt wird, wenn Jugendliche keiner Schleichwerbung in Filmen ausgesetzt werden. In den U.S.A. wurde Zigarettenmarkenwerbung in Filmen erfolgreich gestoppt und für Filme mit Rauchszenen Jugendverbot empfohlen. Aber unsere Politiker schauen weg und lassen die Tabakindustrie gewähren.
Während Österreich und Tschechien dem heuchlerischen Rat der Tabakindustrie folgten, Kampagnen auf "Unmündige" zu beschränken, sind diese in anderen Ländern (z.B. Canada, Australien, Neuseeland) viel breiter angelegt. Weltweit gilt es vor allem Mädchen (zukünftige Mütter) vor dem verderblichen Einfluss des Tabakkartells zu schützen. Erfolgreich waren auch in Australien und den USA nur ausreichend finanzierte, umfassende Tabakpräventionsprogramme, begleitet von Informationen im Internet und Video-Clips, die über das Rauchen nicht scherzen, sondern seine Opfer zeigen. In der Schule lässt sich der Gruppendruck zum Rauchen in einen zum Nichtrauchen verwandeln. Bemerkenswerte Erfolge erzielte die Anhebung der Altersgrenze auf 21 Jahre. Schon die Anhebung der Altersgrenze für Zigaretten von 16 auf 18 Jahre (z.B. 2007 in D und UK) war erfolgreich. In Deutschland ging die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen zurück. Nur Österreichs Politiker glaubten, das Wahlalter (ohne Vorbereitung auf Ausübung des Stimmrechts) auf 16 Jahre senken und das mit einer Lizenz zum Rauchen verbinden zu müssen. Dabei kann man eine falsche Wahlentscheidung nach 4-6 Jahren korrigieren, während man oft lebenslang nikotinsüchtig bleibt. Österreichs Politiker haben noch nicht begriffen, dass die hohe Raucherrate bei Minderjährigen durch die Legalisierung ab 16 Jahre, Trafiken in der Nähe von Schulen, deren uneingeschränkte Werbung und Zigarettenautomaten mitverursacht ist. Wenn Sie das ändern möchten, unterschreiben Sie hier. Verlangen Sie in allen Bundesländern eine Tabakprävention wie in der Steiermark, aber finanziert aus Tabaksteuern, und fordern Sie vor allem ein besseres Tabakgesetz. Kinder und Jugendliche bis 18 haben ein Recht, vor Tabakindustrie und Tabakhändlern geschützt zu werden (Art. 33 der Kinderrechte), auch vor der E-Zigaretten-Werbung. In Italien nahm ein rauchfreies Zuhause für schulpflichtige Kinder von 60% auf 75% zu, wobei die Benachteiligung von Familien mit geringem Bildungsgrad abnahm, weil sich bei ihnen die gesetzlichen Rauchverbote besonders positiv auswirkten, auch auf das Verhalten der Eltern in der eigenen Wohnung.

      Wie helfe ich Teenagern, von der Zigarette wieder loszukommen?
Möglichst bevor sie zu täglichen Rauchern werden, primär ohne Medikamente, sondern mit viel Beratung und Motivation. Auch Gruppendynamik hilft: Nichtrauchen ist ansteckend! Wenn es uns heute nicht gelingt, die Raucherquoten bei Teenagern zu senken, wird eine Epidemie von Krebs- und Herzkreislauferkrankungen auf uns zukommen. Dazu muss auch das Anbot von Tabak reduziert werden: Verbot der Automaten und Präsentation von Tabakwaren. Hier finden Sie zusammengefasst die wichtigsten Empfehlungen, Studien und Schlussfolgerungen. Die Politik hat die Prävention bisher vernachlässigt. Dabei wäre es leichter, nicht anzufangen, als sich später das Rauchen wieder mühsam abzugewöhnen. Deshalb erwies sich die Tabakprävention als wirksamer. Der frühe Rauchbeginn ist besonders schädlich und suchtprägend, besonders bei Mädchen. Sobald ein Jugendlicher seine ersten Lungenzüge macht und zum täglichen Rauchen übergeht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte nicht mehr davon los kommt. Aber die größten Erfolge erzielt man, wenn zur selben Zeit, in der gesetzlicher Nichtraucherschutz forciert wird, in Präventionskampagnen und in Rauchertherapie (für Jugendliche und Erwachsene) investiert und die Tabaksteuer erhöht wird. Neben rauchfreien Innenräumen muss auch das Tabak-Verkaufsverbot an Minderjährige forciert und der Internethandel kontrolliert werden. Die Raucherrate bei Jugendlichen kann durch Tabaksteuererhöhungen gesenkt werden, aber noch deutlicher durch die konsequente Umsetzung von Gesetzen gegen das Passivrauchen. Alle Tabakprodukte sind schädlich. Lassen Sie sich keine rauchfreien Tabakprodukte wie Snus einreden: die helfen beim Einstieg in die Nikotinsucht, aber nicht beim Ausstieg. Auch die E-Zigaretten sollen Kinder nikotinsüchtig machen und Jugendlichen den Ausstieg aus der Nikotinsucht erschweren, weil sie die dann überall und jederzeit befriedigen können (auch bei Rauchverbot). Als Ausstiegshilfe werden sie von Jugendlichen nicht verwendet. Nikotinersatz hilft Jugendlichen nicht, sondern nur Motivation zum Rauchstopp. Jugendliche, die das Rauchen nur probiert haben, werden eher zum regelmäßigen Raucher, wenn sie E-Zigaretten verwenden, besonders wenn diese billig sind und überall verwendet werden dürfen. Leider gibt es kaum Werbebeschränkungen, außer in der Schule. Falls Sie dort Werbung sehen, schreiben Sie an schulwerbung@vki.at.

      Genügt es, bei Anwesenheit von Kindern oder in deren Schlafzimmern nicht zu rauchen und nach dem Rauchen im Wohnzimmer zu lüften ?
Nein! Es genügt nicht, zum Rauchen in einen anderen Raum der Wohnung zu gehen oder das Fenster zu öffnen. Nur der völlige Verzicht auf das Rauchen in der Wohnung kann Kinder vor ernsten Gesundheitsschäden durch Passivrauchen bewahren. Umweltsurvey in Deutschland zeigt, dass die Luft nur außen besser wurde, aber nicht in den Haushalten, wo noch immer die Hälfte der Kinder passiv rauchen müssen. Im Harn von Kleinkindern fanden sich 15,5 ng/ml des Nikotin- Abbauproduktes Kotinin, wenn zu Hause geraucht wurde (dabei wurden nur nicht gestillte Kinder untersucht, um die Nikotinaufnahme über die Muttermilch auszuschließen). Gleichaltrige Kinder rauchender Eltern, die weder in Gegenwart des Kindes noch zu Hause rauchten, hatten 2,3 ng/ml Harnkotinin und Kinder nichtrauchender Eltern 0,3 ng/ml. Ähnliche Ergebnisse liegen aus England und Spanien vor. Beziehungen zum kindlichen Asthma sind sowohl für das Kotinin im Harn des Kindes wie für den Feinstaub nachgewiesen, der in Raucherhaushalten erhöht ist. Feinstaub lässt sich durch Luftreiniger nur ungenügend reduzieren und Nikotin gar nicht. Raucher schleppen auch mit ihrer Ausatemluft, Haaren, Haut und Kleidung Schadstoffe und Karzinogene in die Wohnung ein, die sich in der Luft, im Hausstaub und an Oberflächen nachweisen lassen. Tabakspezifische Nitrosamine nehmen mit der Alterung von THS zu, sind im Hausstaub sind langlebig und gefährden Kinder. In Fingerabdrücken ist die Halbwertszeit des Nikotin zwar nur 11 Stunden, aber andere Gifte sind langlebiger. Dieser "Rauch aus dritter Hand" verursacht im Tierversuch oxidativen Stress und erhöhte Insulinresistenz und könnte daher bei Kindern (neben der Ernährung) ein Risikofaktor für einen späteren Diabetes II sein. Am schlimmsten ist das Rauchen im Auto oder in der Wohnung, das trotz Lüftung eine Kontamination hinterlässt. In Orten, wo Eltern rauchen, sind 98% der Kleinkinder schadstoffbelastet (siehe Seite 43-45 des Deutschen Kindersurveys). Mutagene und Karzinogene aus Zigaretten sind auf Teppichen, Polstermöbeln, Tapeten, etc. sehr langlebig und werden durch Lüften nicht beseitigt und von Kindern über Atemluft, Nahrung und Hautkontakt aufgenommen (Spielen auf dem Boden, Hausstaub, etc.). Auch die Belastung der Kinder mit Schwermetallen ist erhöht. Toxische Wirkungen des abgelagerten THS sind in Tierversuchen nachweisbar, z.B. erhöhte Thromboseneigung. Passivrauchen verdoppelt das Risiko für plötzlichen Säuglingstod (vor allem durch Bauchlage und Nikotin, vermutlich über Serotonin-Mangel, der häufiger bei Buben auftritt). Tabakrauch schädigt das Abwehrsystem der Nase, schwächt den Hustenreflex, erhöht die Infektionsgefahr um 20-50%, fördert die Übertragung von Bakterien auf das Kind, Meningokokkeninfektionen und Hirnhautentzündung, gefährliche Viruserkrankungen wie RSV und kann die geistige Entwicklung von Kindern stören, weil das heranwachsende Gehirn viel empfindlicher reagiert (Myelinisierungsstörung und Veränderung der Neurotransmittersysteme im praefrontalen Cortex), was sich u.a. in der psychomotorischen Entwicklung zeigt. Kinder aus Raucherhaushalten sind schwerer erziehbar und entwickeln bis zum 10.-12. Lebensjahr öfter aggressives und asoziales Verhalten. Passivrauchen erhöht schon bei Vorschulkindern den Blutdruck (besonders unter Belastung) und ist ein Risikofaktor für späteres Übergewicht. In Raucherhaushalten entwickeln häufig schon Kinder eine Stammfettsucht und bleiben geistig zurück. Tabakrauch steigert den Effekt des Asthma-Gens und reduziert Therapieerfolge bei Kindern. Besonders leicht bekommen Kinder Asthma, wenn die Mutter raucht und nicht stillt und wenn das passivrauchende Kind übergewichtig ist. Aber auch ein normalgewichtiges und gestilltes Kind bekommt durch Passivrauchen häufiger Asthma. Auch Allergien (z.B. Allergien gegen Hunde- oder Katzenhaare und bestimmte Lebensmittel) entwickeln sich häufiger, wenn Eltern rauchen. Mittelohrentzündungen sind bei Kindern schon durch gelegentliches Rauchen der Eltern signifikant häufiger. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Vorgeschädigte (z.B. Nierenkranke). Beim Stillen wird Nikotin auch über die Muttermilch abgegeben und führt zu Schlafstörungen des Kindes. Auch Karies, Zähneknischen (Bruxismus) und trockene Augen treten bei passivrauchenden Kindern häufiger auf. Rauchen im Auto ist mit einer Misshandlung mitgeführter Kinder gleichzusetzen und vergleichbar gefährlich, wie sie nicht anzuschnallen, wird aber bisher nur in einigen Staaten der U.S.A., Canada und Australien konsequent geahndet; seit 2015 auch in England und Wales (50 Pfund ~68 Euro Strafe beim Rauchen im Auto in Gegenwart von Minderjährigen bis 18 Jahre). Auch in Italien liebt man Kinder mehr, wie u.a. das Eurobarometer (letzte Folie) zeigt. In Österreich gelang es bisher nicht einmal, positive Anreize für Nichtrauchen in der Schwangerschaft durchzusetzen (wie die von Min. Außerwinkler vorgeschlagene erhöhte Geburtenbeihilfe), während z.B. in Schottland das Rauchen in der Schwangerschaft mit einem Atemtest kontrolliert und allen rauchenden Schwangeren eine kostenlose Entwöhnungstherapie angeboten wird. Rauchen in der Schwangerschaft kann vor, während und nach der Geburt zum Tod des Kindes führen und schädigt besonders Kinder mit erblichen Enzymdefekten nachhaltig in ihrem Lungenwachstum. Weiters kommt es später häufiger zu Asthma. Auch rauchende Väter, Geschwister und Betreuungspersonen tragen nach der Geburt zu Asthma und anderen Atemwegserkrankungen des Kindes bei. Nach Rauchverboten in der Gastronomie wurde auch zu Hause weniger geraucht und es mussten weniger Kinder wegen Atemwegsinfekten oder Asthma in Spitälern aufgenommen werden. Rauchende Eltern und Betreuungspersonen sind auch Mitursache von gefährlichen Infektionskrankheiten und Komplikationen bei Operationen. Besonders gefährlich sind Meningokokken, die oft mit dem Kuss eines Rauchers auf das Kind übertragen werden. Lungenentzündungen durch Bakterien und Viren verlaufen in Raucherhaushalten schwerer und können bei Kleinkindern tödlich enden. Auch die Bronchiolitis durch RS-Viren verläuft schwerer. In Raucherhaushalten leidet das Hörvermögen der Kinder. Passivrauchen in der Kindheit kann nicht nur Schäden im Kindesalter verursachen, sondern auch Spätfolgen (z.B. auf Blutgefäße, Plaques in den Hirnarterien, Arteriosklerose, Asthma, Emphysem, COPD, Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasenkrebs und Krebs im Kopf- und Halsbereich beim Erwachsenen). Andere Spätfolgen wie z.B. Allergien, Hormonstörungen oder Psoriasis sind noch ungenügend erforscht. Eine Studie an 4744 Pflegern zeigte überraschend, dass Rückenbeschwerden und Krankenstände häufiger bei jenen auftraten, die schon als Kind Tabakrauch einatmen mussten. Eine Linzer Studie ergab, dass die Lungenfunktion der Volksschüler umso stärker im Wachstum zurückbleibt, je mehr Personen im Haushalt rauchen. Wenn Ihr Kind zu Hause passivrauchen muss, wird es später ein höheres Risiko für Lungenkrebs haben, sogar dann, wenn es Ihrem Vorbild nicht folgt und Nichtraucher bleibt. Schon das Passivrauchen vor der Geburt kann die Ursache für eine Krebserkrankung im Erwachsenenalter werden. Vorstadien der Arteriosklerose (Wandverdickung und verminderte Erweiterbarkeit der Arterien) und Störungen der Blutfette durch Passivrauchen zeigen sich schon bei Kindern, wobei die Innenwand der Arterien durch Passivrauchen in der Kindheit bleibend geschädigt wird. Kinderärzte erkennen das Passivrauchen manchmal an einem hyperpigmentierten Gaumen und Zahnfleisch der Kinder, am sichersten aber an einer Speichel-, Harn- oder Blutprobe. Auch der Passivrauch einer Wasserpfeife gefährdet Kinder. Später machen sie mit einer solchen "Shisha" auch häufig ihren ersten aktiven Lungenzug und erleben den ersten Nikotinkick. Österreich hat (nach Grönland) bereits den höchsten Anteil 15-jähriger Raucherinnen und daraus werden die Mütter der nächsten Generation passivrauchender Kinder: ein Teufelskreis, denn Passivrauchen im Kindesalter fördert die spätere Nikotinsucht, sogar unabhängig von pädagogischen und psychologischen Faktoren. Andere Folgen des elterlichen Rauchens reichen bis zu Diabetes und Krebs (evt. überträgt der Vater die durch Rauchen ausgelöste Schädigung seiner Spermien auf seine Kinder). Eine besondere Herausforderung für den Rauchertherapeuten ist die Motivation von Eltern mit geringem Einkommen und Bildung, das Rauchen aufzugeben, wenigstens vor dem Kind. Wenn Auflärung nichts nützt und der Kinderarzt Folgen des Passivrauchens sieht, sollte er Anzeige nach § 92 StGB erstatten.

      Wenn ich zum Rauchen auf den Balkon gehe, ist mein Kind doch sicher?
Leider nein. Kinder, deren Eltern auf den Balkon oder die Veranda gehen, um zu rauchen, beanspruchen Ärzte und Spitäler häufiger als Kinder, deren Eltern gar nicht in der Wohnung rauchen. Atemwegsinfekte werden durch "third hand smoke" verdoppelt. Noch höher sind allerdings die Krankheitshäufigkeiten und -kosten der Kinder, in deren Wohnräumen geraucht wird. Bedenken Sie auch, dass Sie mit Ihren Haaren und ihrer Kleidung Karzinogene und andere Schadstoffe in die Wohnung einschleppen, was besonders für Kleinkinder ein Risiko darstellt. In fast allen Wohnungen von Rauchern ist z.B. das potente Lungenkarzinogen NNK nachweisbar.

      Schutz von Kindern und Jugendlichen vor der Tabakindustrie: wo ist der Jugendschutz am rückständigsten?
Dort wo Konzerne ihren Tabak anbauen und von Kindern ernten lassen. In der EU beharren nur mehr 3 Länder auf der Legalisierung des Rauchens ab 16 Jahren und opfern den Jugendschutz den Geschäften der Politiker mit der Tabakindustrie, während in den USA schon überlegt wird, das Zugangsalter für Tabakprodukte von 18 auf 21 Jahre anzuheben. Längst wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass ein Zigarettenverkauf über Automaten und weitgehend unkontrollierte Trafiken kein Alterslimit ermöglicht. In Österreich werden Kinder mit Comic-Heften, Softdrinks, Süßwaren, etc. in Trafiken gelockt und sind dort schutzlos dem Tabakrauch und der Tabakwerbung ausgesetzt. Die meisten Länder haben schon erkannt, dass Tabakwerbung vor allem auf Kinder und Jugendliche zielt. Rauchverbote (Arbeitsplätze, Lokale) senken auch die Passivrauchbelastung von Kindern und Ungeborenen, reduzieren Frühgeburten und bei Kindern spitalsbedürftige Asthmafälle.
Bei der Tabakkontrolle in der EU fällt Österreich als besonders rückständiges Land auf und hat dementsprechend hohe Raucherraten bei Jugendlichen. Das schon 1992 von Min. Außerwinkler geschaffene und 1995 in Kraft getretene Tabakgesetz verbietet in §13 Abs. 3 das Rauchen in schulischen oder anderen Einrichtungen, in denen Kinder oder Jugendliche beaufsichtigt, aufgenommen oder beherbergt werden, wurde aber bis heute nur lückenhaft implementiert. Das Tabakwerbeverbot wurde auf Markenwerbung reduziert, damit für Zigaretten und das Rauchen allgemein weiterhin geworben werden darf. Die Firma Japan Tobacco International darf ungestraft dem Wiener Magistrat Geld für Aschenrohre geben, damit sie wie große Zigaretten aussehen und an jeder Haltestelle Raucher daran erinnern, sich noch rasch eine anzuzünden (ohne Rücksicht auf wartende Kinder, Schwangere oder Asthmapatienten). Für diese Zigarettenwerbung wurde sogar auf einem Spielplatz das Rauchverbotsschild entfernt

    Wie viele Kinder in Österreich rauchen schon?

Unter 26 Staaten hatte Österreich die höchste Raucherquote bei 15-Jährigen (OECD-Bericht von 2013): jeder 4. Bub und fast jedes 3. Mädchen rauchte in diesem Alter schon mindestens einmal wöchentlich. Nach einem früheren OECD-Bericht schaffte es Österreich trotz hoher Sozialausgaben für Kinder nicht, die Weitergabe sozialer Benachteiligungen von Eltern auf Kinder zu vermindern. Am auffälligsten war das bei der hohen Raucherquote von Kindern aus der "Unterschicht". Unter allen europäischen Ländern erhielt Österreich bei Gesundheit und Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen von der OECD und der UNICEF die schlechtesten Noten. Insgesamt lag die Raucherquote von 15-jährigen ÖsterreicherInnen mit 27 Prozent um mehr als ein Drittel über dem OECD-Schnitt. Nach den HBSC-Studien hat das Rauchen bei österreichischen Kindern seit den 90er-Jahren dramatisch zugenommen, wobei die Mädchen die Buben überholten. 2006 rauchten in der EU nur mehr die Kinder in Bulgarien mehr als in Österreich, 2010 begannen nur die Baltischen Kinder noch früher mit dem Rauchen. Ebenso zeigten die Helena-Studie sowie die ESPAD Studie 2007 bei den täglich rauchenden 15-Jährigen Österreich an der Spitze. Schon bis zum 13. Geburtstag hatten 56% (55% der Buben und 59% der Mädchen) das Rauchen probiert und 13% (13% der Buben und 14% der Mädchen) rauchten bereits täglich. Bis 2015 nahm die Raucherquote zwar ab, doch liegt sie mit 28% (tägliche Raucher 18%) noch weit über dem Durchschnitt von 21% (tägliche Raucher 12%).  Die HBSC-Studie zeigte bis 2010 den dramatischen Anstieg der Raucherquote zwischen dem 16. und 18. Geburtstag; einem Altersbereich, in dem Deutschland u.a. Länder durch Anhebung des gesetzlichen Zugangsalters die Raucherquoten erfolgreich reduzierten. Sogar in China rauchen Jugendliche nicht so häufig. Alarmierende Trends sind auch aus einer Studie in abzulesen. Die besorgniserregende Situation von 1062 Buben und 1340 Mädchen des Geburtsjahrganges 1987 im Jahr 2003 zeigt die Befragung von Bohrn et al. Dabei fanden sich u.a. Zusammenhänge mit rauchenden Geschwistern, getrennten Eltern, etc. In der HBSC-Studie wiesen Dür et al. auf den schlechten Einfluss von Zigarettenautomaten hin. Dazu kommt heute der kriminelle Internethandel. (In den USA haben sich freiwillig die großen Kreditkartenfirmen und Zusteller wie DHL und UPS und nach einem Gerichtsbeschluss auch P.Morris verpflichtet, dieser Form der Steuerhinterziehung und verbotener Belieferung von Kindern keinen Vorschub mehr zu leisten). Die vielen rauchenden Mädchen lassen nicht nur dramatische Anstiege der Raucherkrankheiten in dieser Generation von Frauen, sondern auch in der nächsten befürchten, weil Rauchgewohnheiten von Müttern tradiert werden. Auch die Väter sind dabei nicht unbeteiligt. Wenn Eltern rauchen, kaufen schon 2-6-Jährige im Spiel-Zigaretten mit 4-fach höherer Wahrscheinlichkeit. Denn Vorschulkinder lernen von Ihren Vorbildern schnell, dass Zigarettenkonsum im sozialen Alltag ein anerkanntes Verhalten ist. Wenn dann in der Pubertät zu einer "rauch-toleranten" Umwelt mit leichter Zugänglichkeit für Zigaretten (z.B. von Automaten) noch die Verführungskünste und Geschmacksmanipulationen der Tabakindustrie kommen, wird das Kind rasch zu einem neuen Konsumenten, oft ein (verkürztes) Leben lang. Die heutigen Teenager haben gute Chancen, schon mit 30 oder 40 zu erkranken und könnten auf Grund ihres frühen Rauchbeginns die erste Generation sein, die nicht älter wird als die Generation vor ihr. Außerdem wird ihr Sohn und besonders Ihre Tochter das früh erworbene Laster mit hoher Wahrscheinlichkeit an Ihre Enkel weitergeben. Bisher hat in Österreich nur die Steiermark den Schutz der Kinder vor dem Passivrauchen mit Entwöhnungsseminaren für Schwangere und Eltern kombiniert angeboten. Politiker geben vor, das Rauchen bei Kindern und Jugendlichen eindämmen zu wollen, ergreifen aber keine wirksame Maßnahme: Die Anhebung des Bezugsalters von Zigaretten auf 18 Jahre und den Verkaufsstopp an Minderjährige. Die HBSC-Studie 2014 zeigt eine Trendwende zu gesundheitsbewussterem Verhalten. Zwar könnte am Rückgang der Raucherprävalenz (bei Mädchen von 20% auf 12% und bei Burschen von 17 auf 11%) auch die unterschiedliche Erhebungsmethode beteiligt gewesen sein, aber die Zahlen geben erstmals Anlass zur Hoffnung, dass die Tricks der Tabakindustrie von zunehmend mehr Jugendlichen (vor allem aus höheren Bildungsschichten) durchschaut werden. Die Prävalenz täglicher Raucher ist bei 15jährigen mit 10% und bei 17jährigen mit 19% immer noch hoch und noch wesentlich höher in Familien mit geringerer Bildung. Der gleiche Trend ist international und zuletzt auch in Österreich bei der ESPAD-Studie zu sehen, doch waren bei ESPAD und HBSC ausgerechnet in Österreich die Teilnahmeraten deutlich niedriger als früher, sodass die Repräsentativität hier fraglich und nicht auszuschließen ist, dass die Raucherquoten noch höher und der Rückstand gegenüber westlichen Ländern noch größer ist, als die publizierten Zahlen erkennen lassen. Trotzdem zeigte sich auch bei HBSC 2014 wieder, dass die Raucherraten in Österreich zwischen dem Alter von 13 und 15 Jahren besonders steil ansteigen.  

      Ist es nicht besser, mein Kind raucht als es nimmt illegale Drogen?
Im Gegenteil: wer früh zu rauchen beginnt, wird auch häufiger drogensüchtig. Zwischen Zigaretten-, Wasserpfeifen- und Haschischrauchen gibt es enge Beziehungen. Zunächst kommt es häufig zu Aufmerksamkeitsstörungen. Tabak ist noch stärker mit Schulproblemen assoziiert als Cannabis. Junge Raucher neigen später auch zum exzessiven Genuss von Alkohol. Haschischrauch ist zwar nicht so stark krebsfördernd wie Tabakrauch, wird aber tiefer inhaliert. Außerdem gibt es Wechselwirkungen mit Tabak. Fast alle Heroinsüchtigen rauchen auch Tabak, wobei die Nikotinsucht meist ihre erste Sucht war (Einstiegsdroge). In der Bevölkerung verursacht Tabak die meisten Schäden, aber für den Einzelnen sind einige illegale Drogen gefährlicher (z.B. durch Atemstillstand bei Überdosierung). Britische Psychopharmakologen haben eine Rangreihe der 20 gefährlichsten Drogen augestellt: 1. Heroin, 2. Kokain (Crack), 3. Barbiturate, 4. Methadon, 5. Alkohol, 6. Ketamin, 7. Benzodiazepine, 8. Amphetamin (Speed), 9. Tabak, 10. Buprenorphin, 11. Cannabis (Haschisch), 12. Lösungsmittel, 13. 4-Methylthioamphetamin (4MTA), 14. Lysergsäurediethylamid (LSD), 15. Methylphedidat (Ritalin), 16. anabole Steroide, 17. 4-Hydroxybutansäure (Gamma-Hydroxybuttersäure, GHB), 18. 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA, Ecstasy), 19. Amylnitrit (Poppers), 20. Kath (Qat). Informieren Sie sich bei der Suchtpräventionsstelle Ihres Bundeslandes. Höhere Zigarettenpreise führen nicht nur zu einem Rückgang des Tabakkonsums, sondern auch zu geringerem Konsum von Alkohol (Bier und Schnaps). In Österreich ist eine Legalisierung von Cannabis abzulehnen, weil dieser Staat schon bei der Tabakprävention versagt hat und daher nicht in der Lage wäre, den Schutz von Kindern vor Cannabis zu gewährleisten und eine sich entwickelnde Cannabis-Industrie in die Schranken zu weisen, die sich nach Legalisierung rasch entwickeln und Methoden der Tabakindustrie übernehmen würde. Leider wird in E-Zigaretten schon Cannabis mit Nikotin kombiniert und im Internet finden sich Anleitungen, wie illegale Drogen mit E-Zigaretten konsumiert werden können.

      Mein Sohn hat Lutschtabak probiert und sagt, der wäre harmlos?
Leider nein: Er bahnt er die Nikotinsucht und führt später auch zu Herzkreislauf- und Krebserkrankungen. Besonders der für Kinder klein portionierte, billige und mit Geschmacksstoffen versehene Oraltabak enthält Karzinogene, die später zu Krebs der Mundhöhle oder der Bauchspeicheldrüse führen können. Die Tabakindustrie versucht, mit angeblich harmlosen Nikotinprodukten Kinder möglichst frühzeitig nikotinsüchtig zu machen, damit sie später zu Rauchern werden. Tierversuche zeigten, dass sogar Nikotindrinks des Muttertieres bei den Nachkommen Nikotinsucht auslösen.

    Sind E-Zigaretten auch gefährlich? -Ja, sie scheinen sich zur neuen Einstiegsdroge in die Nikotinsucht und andere Süchte zu entwickeln. Das Marketing für E-Zigaretten (z.B. auf Twitter oder um Schulen) zeigt erschreckende 'Erfolge' bei Jugendlichen. Auch Schüler, die E-Zigaretten nur probierten, wurden danach häufiger zu Tabakrauchern. Große Kohortenstudien, die den jahrelangen Weg vom Experimentieren mit E-Zigaretten bis zum täglichen Konsum von Tabakzigaretten durchgehend beobachtet haben, liegen noch nicht vor, aber schon bisherige Ergebnisse sind äußerst beunruhigend. Schon 6 Monate nach E-Zigarettenkonsum wurde bei Schülern eine Progression zu häufigerem oder intensiverem Tabakkonsum beobachtet. Eine Untersuchung in Paris zeigte, dass 8% der Schulkinder schon mindestens einmal E-Zigaretten probiert hatten, in Deutschland waren es 2012 bereits 5% in der 7. Schulstufe und für ein Viertel davon war es die erste Erfahrung mit Nikotin. Unter 18-24jährigen U.S. Konsumenten von E-Zigaretten hatten 40% noch nie geraucht. Angaben über ihren Nikotingehalt sind unverlässlich. E-Zigaretten beeinträchtigen die Lungenfunktion. Manche geben Karzinogene ab. Von einigen Fällen wurde berichtet, bei denen die E-Zigarette im Mund explodierte. Bei anderen Fällen wurden Kleider in Brand gesetzt (Video). Der "Dampfer" gibt Feinstaub, Nikotin und andere Schadstoffe an die Umgebungsluft ab, die von anderen "aus zweiter Hand" direkt eingeatmet werden. Kinder werden auch durch Nikotin aus dritter Hand gefährdet, weil es durch die Haut aufgenommen wird. Das Verschlucken des Inhaltes einer Füllung kann für Kleinkinder tödlich sein. Bisher wurden nur zwei Todesfälle dokumentiert, weil die meisten Kinder die Liquids erbrochen haben. Aus Tierversuchen ist abzuleiten, dass die Schwangere durch Nikotin über die Nabelschnur die normale Hirnentwicklung ihres Kindes gefährdet, evt. sogar durch nikotinfreie Aromen. Mit Süß- und Aromastoffen werden Schüler verführt und ihnen E-Zigaretten und E-Shishas angeboten, die sich im Federpenal verstecken lassen. Aromatische E-Zigaretten erleichtern Jugendlichen den Einstieg ins Tabakrauchen und erschweren jungen Rauchern den Ausstieg. In Österreich hat bisher nur Salzburg seine Jugendlichen vor den neuen Produkten der Tabakindustrie gesetzlich geschützt. Konsumenten von e-Zigaretten entwickeln häufiger einen problematischen Alkoholkonsum. Im Internet finden sich Anleitungen zum Mischen der Füllungen von E-Zigaretten mit illegalen Drogen. Besonders beliebt scheint Cannabis zu werden, wobei der "Dampf" aus Haschischöl und Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) eine stärkere Wirkung hat als das Rauchen von Marihuana. Beim Rauchstopp hilft Jugendlichen die E-Zigarette nicht. Für alle Zigaretten gilt, dass die Dichte der Verkaufsstellen, ihre Werbung (TV, Internet und am Verkaufsort) sowie die mangelhafte Kontrolle den Einstieg in die Nikotinsucht fördern. Die Regulierung in U.S.A. war ein wichtiger erster Schritt, müsste aber Aromen beinhalten und das Marketing an Kinder und Jugendliche wirksamer unterbinden.

      Ich habe gehört, dass es meinem Kind schadet , wenn ich jetzt in der Schwangerschaft zu rauchen aufhöre, weil das Kind dann Nikotinentzugserscheinungen bekommt?
Diese Lüge ist vielleicht von der Tabakindustrie in Umlauf gebracht worden! Ihrem Kind kann es gesundheitlich nur nützen, wenn Sie sofort aufhören. Die Durchblutung des Mutterkuchens, der Ihr Kind ernährt, wird sofort besser, wenn seine Gefäße nicht mehr durch Nikotin verengt werden und die Gefahr einer vorzeitigen Ablösung der geschädigten Placenta nimmt ab. Auch die Sauerstoffversorgung Ihres Kindes wird sofort besser, wenn sein Blut nicht mehr durch das giftige Kohlenmonoxid belastet wird, das Sie ihm mit jedem Zug aus Ihrer Zigarette zuführen. Das Herz Ihres Kindes muss rascher schlagen, wenn Sie eine Zigarette rauchen und es bekommt weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Nikotin reichert sich im Kind und im Fruchtwasser an, weil es dort langsamer abgebaut wird. Das Untergewicht von Neugeborenen dürfte auf ultrafeine Partikel (durch Aktiv- und Passivrauchen und die Belastung der Außenluft mit Dieselruß) sowie auf die durch Nikotin ausgelösten Durchblutungsstörungen zurückzuführen sein, die Plazenta, Nabelschnur und Fetus betreffen. Über Tabakwirkungen auf die Placenta werden die Stresshormone des Kindes gestört. Die Kinder kommen auch öfter unreif zur Welt. Österreich hat mit rund 30% eine hohe Raucherquote unter Schwangeren und demzufolge viele Frühgeburten: ca. 8000 pro Jahr. Die Frühgeburtenrate liegt damit in Österreich als einzigem mitteleuropäischem Land über 10%. Häufig kommt es zum fetalen Tabaksyndrom. Manchmal entwickeln die Kinder sogar lebensbedrohliche Lungen- und Darmerkrankungen. Es kommt in der Schwangerschaft auch häufiger zu Missbildungen wie Lippenspalten, Missbildungen an Fingern, Klumpfuß, aber auch schweren Geburtsdefekten an Nervensystem, Herz (Septum) und Lunge, vermutlich durch Nikotin und andere Alkaloide der Tabakpflanze, weiters zum gehäuften Auftreten von Fehl-, Früh- und Totgeburten sowie Todesfällen kurz nach der Geburt, sogar wenn die Mutter ihren Zigarettenkonsum auf unter 5 Stück pro Tag reduziert oder nur passivraucht. Deshalb müssen Sie ganz aufhören und sollten auch kein Nikotin (Pflaster, Kaugummi, usw.) verwenden. Wenn Sie spätestens im ersten Trimenon aufhören, können Sie noch die meisten Gefahren für Ihr Kind verhindern. Durch Verzicht auf die Zigarette machen Sie Ihr Kind widerstandsfähiger gegen Umweltschadstoffe (z.B. PCB), ersparen sich Geburtskomplikationen und verringern das Risiko einer Schädigung für Ihr Kind, einerseits durch bessere Sauerstoffversorgung und andererseits auch durch eine bessere Abwehr von Sauerstoffradikalen und Krankheitserregern wie z.B. Meningokokken. Schon bei der Geburt sind bei Kindern rauchender Mütter Störungen der Funktion von Gehirn und Hörorgan nachweisbar. Das Risiko für Neurodermitis und Allergien ist erhöht. Entwicklung, Wachstum und Reifung von Lunge und Gehirn sind gestört. Das Rauchen der Mutter schädigt die Erbsubstanz des Kindes. Blutzellen des Vorschulkindes "erinnern" sich an die Tabakrauchbelastung im Mutterleib. Manche Schäden, die Mütter durch Rauchen in der Schwangerschaft ihren Kindern zufügen, werden erst Jahre später sichtbar (z.B. Schlaf- Störungen, verzögerte Lungenreifung, Infekt- und Asthmaanfälligkeit, Atopie, Diabetes, Fettstoffwechselstörung mit hohen Triglyceriden und geringem Schutzcholesterin, Hochdruck, Hörverluste, Kopfschmerzen, komplexe Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität mit Konzentrationsstörungen (ADHD), Lernprobleme, Leseschwäche, Sprachschwäche, asoziales Verhalten, Schwererziehbarkeit, Aggressivität, psychiatrische Symptome, häufigeres Auftreten von Schizophrenie, Autismus, Tourette Syndrom, Bedarf an PsychopharmakaWachstumsstörung, gestörte Hodenfunktion, frühere Menarche). Kinder von Raucherinnen haben schon bei der Geburt ein kleineres Gehirn und bleiben später in Motorik, Artikulation, Rhythmusgefühl, auditivem Gedächtnis und Sprachverständnis hinter ihren Altersgenossen zurück. Luftschadstoffe scheinen vor der Geburt vor allem die linke Hirnhälfte dauerhaft zu schädigen. Im Kleinkindalter ist das Risiko für Hirntumoren erhöht, besonders für Retinoblastom und Gliom. (Ein Risiko für Leukämie wurde bisher nur in Einzelstudien, aber nicht bei Metaanalysen gefunden). Ihr Kind wird (evt. schon im Schulalter oder erst als Erwachsener) häufiger Übergewicht, eine Stammfettsucht und möglicherweise einen Hochdruck entwickeln und es wird früher eine Gefäßwandverdickung und Gefäßverkalkung bekommen, wenn Sie (oder der Vater im gleichen Haushalt) während der Schwangerschaft rauchen. Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, dass auch reines Nikotin über Sauerstoffradikale zur Gefäßschädigung bei den Nachkommen führt, die später einen Hochdruck auslösen kann. Bei 6685 Müttern wurde nachgewiesen, dass ihr Tabakkonsum die Erbsubstanz ihrer Kinder verändert, wobei u.a. Schlüsselgene für Lungen- und Hirnentwicklung betroffen sind. Kinder rauchender Eltern können auch als Erwachsene ihre Arterien nicht normal erweitern. Ihre Hirnarterien altern schon in der Kindheit um 3 Jahre rascher. Der Sohn einer rauchenden Mutter produziert später weniger Spermien und bei der Tochter kommt es zu einer früheren Menarche. Die Tochter einer rauchenden Mutter entwickelt eine kleinere Gebärmutter. Die Tochter eines rauchenden Vaters ist weniger lang fruchtbar. Raucht die Mutter, tragen die Kinder später als Erwachsene ein 3-Mal höheres Risiko für Asthma, Anfälle von Atemnot bzw. chronischen Husten (2-Mal), und schleimigen Auswurf (1,7-Mal). Rauchen in der Schwangerschaft erhöht sogar noch das Asthmarisiko der Enkel und beeinflusst deren Wachstum geschlechtsspezifisch, möglicherweise über persistente und vererbbare Schäden an der DNA. Bei Söhnen leidet die Fitness. Das Asthmarisiko der Kinder ist auch höher, wenn ihr Vater in seiner Jugend (vor der Zeugung) geraucht hat. Kinder rauchender Mütter werden später häufig nikotinabhängig, selbst dann, wenn die Mutter nur in der Spätschwangerschaft raucht. Das wird durch die Nikotinwirkung auf das Gehirn des Ungeborenen verursacht, besonders bei Mädchen und vermutlich durch das Suchtgedächtnis. In Schweden führt dieses Suchtgedächtnis zur Abhängigkeit von Snus. Auch Tierversuche belegen, dass Nikotin vor der Geburt späteres Suchtverhalten fördert. Kinder rauchender Mütter haben später ein höheres Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Sie kommen manchmal schon mit einem Zwerchfellbruch auf die Welt, werden infolge unauslöschlicher Nikotinspuren in ihrem Gehirn später häufiger fettleibig und haben ein höheres Risiko für Diabetes und Darmkrebs, wobei die Pathogenese nur zum Teil verstanden ist. Geringe Körpergröße und niedriges Geburtsgewicht kann eine Folge des Rauchens der Mutter sein und (evt. über die Tradierung der Rauchgewohnheiten) eine Ursache für Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen bei den Nachkommen. Die Tabakrauchbelastung im Mutterleib oder als Kind ist ein Risiko, später Vorhofflimmern zu entwickeln. Im Harn von Neugeborenen sind Karzinogene nachweisbar, die ihre Mütter aus Zigaretten aufgenommen haben. Auch Nikotinersatz sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden und darf keinesfalls verwendet werden, wenn das Rauchen nicht völlig eingestellt wurde. Denn Nikotin fördert Missbildungen, z.B. Gaumenspalten, auch in Form von Lutschtabak; es wird im Stoffwechsel zum Teil in krebsförderndes NNN umgewandelt und hinterlässt als Suchtgift im Gehirn des Ungeborenen seine unauslöschlichen Spuren, ebenso NNK, das auch die Entwicklung der Lunge stört. Schon in der 11.-21. Schwangerschaftswoche fanden sich bei Ungeborenen in der Leber Stoffwechselstörungen und DNA-Methylierungen, die persistieren. Seit Minister Außerwinkler einen Harntest beim Mutter-Kind-Pass verlangte, um allen rauchenden Schwangeren die nötige Beratung (samt Belohnung fürs Nichtrauchen) zukommen zu lassen, ist leider in Österreich nur mehr wenig zum Schutz von Mutter und Kind geschehen. Dabei weiß man heute, dass sogar das Passivrauchen die Versorgung des Kindes über die Placenta verschlechtert, die Wahrscheinlichkeit einer Totgeburt verdreifacht und schwere Missbildungen (Neuralrohrdefekte) erhöht. Aktivrauchen der Schwangeren wäre im Serum oder mit einem einfachen Harnstreifentest nachweisbar und sollte den Arzt immer veranlassen, die Mutter zum Rauchstopp zu bewegen. Bei empfindlicheren Tests ist zu berücksichtigen, dass auch das Passivrauchen der Schwangeren ihre Harnwerte erhöht. Wegen des beschleunigten Stoffwechsels haben Schwangere geringere Kotininwerte, aber ein hohes Risiko. Ein Harn- oder Bluttest ist aber jedenfalls verlässlicher als die Befragung, erfasst auch Passivrauchen und hilft es zu reduzieren. Ohne Kotininmessung wird die Häufigkeit des Passivrauchens unterschätzt. Die Schwangerenberatung sollte berücksichtigen, dass Raucherinnen depressiver, neurotischer und schlechter informiert sind. Nachdem die finanzielle Belohnung des Nichtrauchens in der Schwangerschaft im Rahmen der Mutter-Kind-Pass- Untersuchungen leider nicht durchgeführt wurde, sind die wirksamsten Maßnahmen gegen das Rauchen in der Schwangerschaft rauchfreie Arbeitsplätze und Gaststätten, eine Erhöhung der Zigarettenpreise und Bewegung (Sport). Nach dem Rauchverbot in irischen Gaststätten brachten die Mütter mehr normalgewichtige Kinder zur Welt. Auch an Uruguay könnte sich Österreich ein Beispiel nehmen. Rauchende Mütter sollten darüber aufgeklärt werden, dass sie auch ihr eigenes Risiko erhöhen, schon während der Schwangerschaft und bei der Geburt, aber auch danach (z.B. postpartale Depression) und sogar langfristig (z.B. Verdreifachung des Herz-Kreislauf-Risikos). Eine Frühgeburt zeigt ein kardiovaskuläres Risiko der Mutter an.

      Schützt Rauchen Schwangere vor Eklampsie?
Nein, nur Blutdruck-, Gewichts- und Harnkontrollen. Der scheinbare Schutz vor Eklampsie in einzelnen Studien scheint auf Selektionsbias (junge Schwangere ohne Hochdruck), Klassifikationsfehlern der "Praeeklampsie" und anderen systematischen Fehlern zu beruhen und beweist jedenfalls keine positive Wirkung von Nikotin auf den Schwangerschaftsverlauf, im Gegenteil: das Weiterrauchen fördert Komplikationen für Mutter und Kind. Die Schwangerschaft hilft beim Nikotinentzug, das Aufhören fällt dem Kind zuliebe leichter. Auch der Vater sollte schon frühzeitig motiviert werden, aufzuhören, weil das Passivrauchen der Mutter dem Ungeborenen schadet. Auch den Vater, der nicht in Gegenwart der Schwangeren raucht, soll der Arzt spätestens bei der Geburt des Kindes darauf aufmerksam machen, dass er auf die Zigarette zu Hause weiterhin verzichten muss, wenn er sein Kind liebt. Denn er schleppt sogar als "Balkonraucher" Schadstoffe in die Wohnung ein, sodass sich Karzinogene aus seinen Zigaretten im Harn seines Kindes nachweisen lassen.

      Ich habe eine Wasserpfeife probiert. Kann das meinem ungeborenen Kind schaden?
Ja, vor allem Kohlenmonoxid,das im Shisha-Rauch höher ist als im Zigarettenrauch, aber auch Nikotin, Schwermetalle und Karzinogene.

      Wann Rauchstopp bei Familienplanung?
Möglichst schon vor Eintritt der Schwangerschaft, um das Risiko einer Tubenschwangerschaft oder einer Totgeburt zu reduzieren. Auch der Vater sollte schon zum Zeitpunkt der Befruchtung rauchfrei sein, um das Leukämie-Risiko seines Kindes zu reduzieren. Außerdem steigt nach dem Rauchstopp die Fruchtbarkeit an und Kinderwunsch wird leichter erfüllt. Sowohl aktives wie passives Rauchen vermindert die Fertilität und führt zu einer Verkürzung der fruchtbaren Lebenszeit.

      Bin ich als Schwangere durch Passivrauchen mehr gefährdet als andere?
Ja, (z.B. bei der Geburt eine Depression zu bekommen) und vor allem ist Ihr Kind gefährdet, zu früh oder untergewichtig geboren zu werden! Nach Rauchverboten wurde eine Abnahme von Frühgeburten nachgewiesen. Auch untergewichtige Neugeborene nahmen nach dem Rauchverbot in der Gastronomie ab. Meiden Sie Tabakrauch, damit sich Ihr Kind normal entwickelt und halten Sie sich in sauberer Luft auf, damit es nicht durch Feinstaub zu Entzündungen in der Gebärmutter kommt. Vor allem die HirnentwicklungIhres Kindes kann gestört werden, wenn Sie passiv rauchen. Dadurch kommt es später häufig zu Aufmerksamkeitsstörungen und manche Kinder zeigen Aggression, einen verzögerten Spracherwerb sowie eine schlechtere Entwicklung der Intelligenz. Auch wenn Sie selbst nicht aktiv rauchen, sondern nur passiv, entwickelt Ihr Kind ein höheres Risiko für Asthma (Buben besonders, wenn die Mutter in der Schwangerschaft zusätzlich Feinstaub aus der Stadtluft ausgesetzt ist). Als werdende Mutter sollten Sie sogar im Freien Abstand zu Rauchern halten. Eine gute Mutter geht für ihr Kind dem Rauch aus dem Weg und wird selbst in der Schwangerschaft und auch danach auf das Rauchen verzichten und ihrem Kind nicht die Schadstoffe aus der Zigarette über die Atemluft und mit der Muttermilch geben.

     Wie lang soll ich stillen? Ein halbes Jahr ist zu empfehlen. Das stärkt Ihr Baby seelisch und körperlich (Antikörper gegen Infektionskrankheiten) und ist wahrscheinlich auch ein Schutzfaktor gegen eine spätere Nikotinsucht. Dagegen sollten Sie einen Luller nicht länger als 2 Jahre geben. Auch während der Stillzeit ist dringend vom Rauchen abzuraten, weil Ihr Kind Nikotin und andere Gifte aus der Zigarette über die Muttermilch aufnimmt. Aber hauptverantwortlich für das Risiko eines plötzlichen Säuglingstodes oder eine schwere Lungenentzündung ist Tabakrauch in der Raumluft. Der "Stress" wird von jungen Müttern oft als Grund genannt, weshalb sie nach der Geburt ihres Kindes wieder zu rauchen beginnen, aber Stress wird durch Nikotin verschlimmert: Immer nur kurzzeitig führt Nikotin über Dopaminfreisetzung scheinbar zur Erleichterung, während chronischer Serotoninmangel den Raucher stressempfindlicher macht.   

    Wieviele Kinder müssen passiv rauchen ?

Weltweit etwa 40%. Jährlich sterben fast 170.000 daran und noch mehr tragen bleibende Schäden davon oder werden schließlich selbst Raucher. In Österreich müssen mehr Kinder passiv rauchen als in den meisten EU-Staaten, besonders in den größeren Städten, wo der Raucheranteil höher ist und die Mehrzahl der Raucher keine Rücksicht auf Kinder nimmt.  Die Passivrauchbelastung von Kindern ist höher als bei Erwachsenen (überall, sogar in fortschrittlicheren Ländern wie Canada). Auf Elternangaben sollten sich Kinderärzte nicht verlassen, sondern zumindest bei Asthmakindern einen Harn- oder Speicheltest auf Kotinin machen lassen. In England wurden 13 327 Kinder auf Kotinin getestet und bis 2012 im Mittel eine Abnahme auf 0.11 ng/ml Speichel festgestellt, da schon deutlich mehr als die Hälfte der rauchenden Eltern das Rauchen zu Hause einstellten.  

      Zigarettenautomaten verbieten oder aufrüsten?
In Europa haben die meisten Staaten (Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland Großbritannien, Island, Kroatien, Lettland, Littauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Ungarn und Zypern) Zigarettenautomaten verboten und fast alle (bis auf Österreich, Belgien, Luxemburg) das Bezugsalter für Tabak auf 18 Jahre erhöht, aber der in Österreich dafür zuständige Minister weicht dieser Entscheidung aus, weil ihm das Geschäft von Japan Tobacco wichtiger ist. Wenn Sie auch der Meinung sind, dass Zigarettenautomaten mit Jugendschutz und WHO-Rahmenübereinkommen unvereinbar sind, schreiben Sie an <office@mvg.at> und das Finanz- und Wirtschaftsministerium. An den Babyphotos auf Feuerzeugen in der Trafikantenzeitung sehen Sie, welch geringen Stellenwert der Schutz von Kindern und Jugendlichen in Österreich hat.

      Rauchverbote im Gasthaus werden doch dazu führen, dass zu Hause noch mehr geraucht wird, zum Leidwesen der Kinder?
Nein, das wurde nur von der Tabakindustrie behauptet, aber bisher in keinem einzigen Land nachgewiesen, das strenge Rauchverbote in der Gastronomie eingeführt hatte, sondern das Gegenteil. Denn Rauchverbote in der Öffentlichkeit sind eine unverzichtbare Maßnahme zur Denormalisierung des Rauchens und Verminderung seiner sozialen Akzeptanz. Sobald Tabakrauch als Luftverschmutzung bewusst wird, rauchen Eltern zu Hause nur mehr auf dem Balkon (oder wenigstens aus dem Fenster gelehnt), im Garten und viele gar nicht mehr, sodass die Gefährdung der Kinder auch daheim abnimmt, ebenso im Auto. Nach dem Rauchverbot in der Gastronomie kam es zur Abnahme der Spitalsaufnahmen von Kindern wegen Asthma. Binnen eines Jahres nach konsequenter Einführung von Rauchverboten nahmen Frühgeburten und Hospitalisierungen von Kindern wegen Asthma um je 10% ab. Totgeburten wurden um fast 8% reduziert. Mit dem Wegfall der Sichtbarkeit des Rauchens (als scheinbar erstrebenswertes Erwachsenenprivileg) in der Gastronomie und daheim nimmt auch die Verführung Jugendlicher ab. Dagegen wird in Österreich Passivrauchen noch immer verharmlost und Raucher sind hier auch gegenüber Kindern besonders rücksichtslos.

      Wieso dürfen an Kinder Zigaretten verkauft werden?
Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Finland, Irland, Italien, Lettland, Littauen, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern haben den Verkauf bis zum 18. Lebensjahr verboten. In Österreich verbieten Landesgesetze den Verkauf nur bis zum 16. Lebensjahr und selbst das wird nicht wie in anderen Ländern durch Testkäufe überwacht, obwohl die Jugendschutzgesetze von Bgld, Stmk, OÖ, Vlbg und Ktn diese Möglichkeit vorsehen. Zigarettenautomaten sollten abgeschafft werden und der Verkäufer müsste bei Verstößen gegen den Jugendschutz seine Lizenz verlieren. Die dzt. Praxis in Österreich spielt nur der Tabakindustrie in die Hände, indem sie die Begehrlichkeit für Jugendliche durch das offizielle Verbot steigert, aber sich nicht um seine Einhaltung kümmert. Dass es auch anders geht, beweisen Studien. Kindersichere Feuerzeuge wären auch schon lange möglich, aber die Industrie versucht lieber schon Kleinkinder zum Spiel damit zu verlocken. Zur Denormalisierung des Rauchens wären Rauchverbote in der Öffentlichkeit erforderlich. Die Überwachbarkeit dieser Verbote sucht die Industrie durch Nikotininhalatoren zu unterminieren, denen sie die Form von Zigaretten gibt. Würden diese Inhalatoren nur zur empfohlenen Tabakentwöhnung eingesetzt, wäre die Zigarettenform entbehrlich. So aber soll auch dort, wo das Rauchen bereits verboten ist, die E-Zigarette in der Werbung und als normales Erwachsenenverhalten für Kinder überall sichtbar bleiben. Leider werden auch noch immer Schoko-, Kaugummi- und andere süße Kinder-Zigaretten verkauft, die eine Imitation des Rauchverhaltens bei Kindern und späteres Tabakrauchen fördern. Am Buffet des stadteigenen Freibades "Parkbad" in Linz werden z.B. Kinder animiert, mit Kaugummi-Zigaretten zu spielen. Manche Spielzeugzigaretten können auch sofort zu Atemnot führen. Während zahlreiche Firmen Kinderzigaretten aus dem Sortiment nahmen, weigert sich z.B. die Handelskette Metro. Würden alle Eltern homeyer@metro.de schreiben, dass sie dort nichts mehr kaufen, wäre auch diese Firma einsichtig.

      Wieso werden Zigaretten im Internet angeboten?
Das Recht auf einen freien Internetzugang entbindet den Staat nicht von seiner Pflicht, die Einhaltung von Werbeverboten und anderen Gesetzen zum Schutz von Kindern, Konsumenten, etc. zu kontrollieren. Melden Sie Verstöße an ombudsstelle.nrs@bmg.gv.at. Auch der Vertrieb nikotinhältiger Nachfüllpackungen von E-Zigaretten ist verboten. Akute Vergiftungsgefahr mit evt. Todesfolge besteht für Kleinkinder durch Verschlucken der Nachfüllungen, aber auch die Resorption der Flüssigkeit über die Haut kann akute Vergiftungen auslösen. E-Zigaretten haben ein hohes Missbrauchspotential, weil sie nicht kratzen und wegen des unkontrollierbaren Zugangs über das Internet. Selbstverständlich wird kein Anbieter sagen, er ziele mit einer giftigen und suchterzeugenden Substanz auf Kinder (weil er dafür ins Gefängnis käme), aber die Aromastoffe mancher rauchfreier Präparate entsprechen offensichtlich den Vorlieben von Kindern. Das spricht für sich.

      Rauchfreie Filme: ist das nicht eine übertriebene Forderung?
Rauchende Filmidole verführen nachweislich Kinder zum Rauchen. Deshalb sind dem Tabakkartell Raucherszenen in Filmen viel Geld wert. Welcher Produzent kann da widerstehen? (Obwohl der durch Gewalt- und Sexszenen an Kindern angerichtete Schaden schwerer nachweisbar ist, gibt es dafür gottseidank Jugendverbote). Die Tabakindustrie folgt noch immer einem bewährten Rezept für ihre Werbung: "Stelle die Zigarette als eines der wenigen Mittel dar, durch die man Zugang zur Welt der Erwachsenen gewinnt (Initiation). Stelle die Zigarette als verbotenes Vergnügen dar. Stelle Situationen aus dem täglichen Leben junger Raucher dar, aber berühre dabei elegant die wichtigsten Symbole des Erwachsen- und Reif-Werdens. Versuche alles -im Rahmen des Erlaubten- um Zigaretten mit Hasch, Wein, Bier, Sex, usw. in Verbindung zu bringen. Vermeide das Thema Gesundheit". Schon kurze Rauchszenen haben Wirkung, besonders auf Jugendliche, die selbst schon Zigaretten versucht haben. Deshalb sollten Sie solche Szenen in Film und TV melden. Übrigens: die Idee zu dieser Aktion ging von Österreich aus: Bei der EU-Jugendkonferenz in Rom wurden wir aufgefordert, eine Pilotstudie zu machen, die auch erfolgreich durchgeführt und in Luxemburg vorgestellt wurde. Aber Kdolsky lehnte eine Kofinanzierung ab, sodass Deutschland die Führung dieses Projektes übernehmen musste und zum Erfolg führte.

      Hat es einen Sinn, das Mindestalter für Zigaretten auf 18 Jahre zu erhöhen?
Ja, aber nur wenn dem Verkäufer der Entzug der Lizenz oder wenigstens eine Geldstrafe droht, wenn er bei Testkäufen durch Jugendliche der Gesetzesübertretung überführt wird. Die Mehrzahl der EU Staaten hat schon seit 2009 den Jugendschutz bis zum 18. Lebensjahr verlängert und 2013 waren in Europa nur mehr Belgien, Luxemburg, Mazedonien, Österreich und Teile der Schweiz rückständig. Je früher der Rauchbeginn, desto stärker die spätere Abhängigkeit. In Australien wird schon überlegt, den Bezug von Rauchwaren überhaupt zu lizensieren, um Kinder und Jugendliche besser vor der Tabakindustrie zu schützen.

     Rauchen im Auto?
…ist dem Lenker in anderen Ländern wegen der Verkehrssicherheit verboten (z.B. Argentinien seit 2011). Aber wenigstens bei Anwesenheit von Kindern sollte niemand im Auto rauchen! Denn dort werden Kinder besonders hohen Konzentrationen von Feinstaub, Giften und krebsfördernden Stoffen ausgesetzt. Gesetze wie im Ausland (z.B. U.K., Frankreich, Italien, Griechenland, Zypern) wären nötig. Auch Raucher wären großteils mit einem Rauchverbot zum Schutz von Kindern im Auto einverstanden. Denn die hohen Schadstoffkonzentrationen im Auto gefährden Kinder ebenso wie Nichtanschnallen und können u.a. zu Asthma führen. Schon die Gifte, die ein Raucher im Auto hinterlässt, belasten nachfolgende Benutzer und werden von Kindern mit der Atemluft, über Mund und Haut aufgenommen. Es gibt auch Hinweise, dass schon Kinder durch das intensive Passivrauchen im Auto nikotinabhängig werden. Eine unabhängige Studie zeigte, dass der Schutz des Kindes vor jedem Passivrauchen die Wahrscheinlichkeit stark reduziert, dass das Kind später selber zum Raucher wird. Häufig wird dort im Auto geraucht, wo Aufklärung über das Gesundheitsrisiko des Passivrauchens fehlt, gesetzlicher Nichtraucherschutz schwach oder schlecht kontrolliert ist und Raucher in ihrer Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern durch die Tabakindustrie bestärkt werden.

      Gibt es Broschüren für Eltern und Lehrer?
Ja, kostenlos, z.B. für Lehrer zur Verteilung an rauchende Eltern beim Elternabend, für Kinderärzte für das Wartezimmer und zur persönlichen Beratung, für Horte und Kindergärten und sogar auf Englisch, Türkisch, Kroatisch und Serbisch. Auch ein Leitfaden für Hebammen und Kinderärzte steht zur Verfügung, ebenso eine Broschüre für Schwangere.

      Sind Kleinkinder besonders gefährdet?
Ihr Gehirn ist noch nicht ausgereift, ihre Abwehr ist noch unvollständig, Infektionskrankheiten und Tabakrauch verstärken einander und Lungenentzündungen verlaufen häufiger tödlich. Bei Serotoninmangel im Hirnstamm kann es beim Säugling sogar zum plötzlichen Tod kommen (SIDS). Das Risiko verdreifacht sich, wenn die Mutter bis zu 10 Zigaretten pro Tag raucht, bei mehr als 20 Zigaretten steigt es auf das Neunfache. Im Tierversuch sind (besonders durch die vorgeburtliche Nikotinbelastung) Hirnschäden nachgewiesen, die zu bleibenden Aufmerksamkeitsdefiziten und Denkstörungen führen und sogar auf die Enkel übertragen werden können. Nikotin greift in die Hirnentwicklung ähnlich ein wie manche Pflanzenschutzmittel. Passive Rauchbelastung im Kindesalter schafft außerdem die Grundlage für viele Herz- und Gefäßerkrankungen, die im Erwachsenenalter auftreten. Zellen im Blut, die für die Reparatur und die Instandhaltung der Blutgefäße zuständig sind, werden durch Passivrauchen früh geschädigt und um 30% vermindert. Schäden am Erbgut haben lang Zeit, sich zu einem Krebs zu entwickeln. Besonders empfindlich sind Stammzellen menschlicher Embryonen. Sie werden durch den Nebenstromrauch stärker geschädigt als durch den Hauptstromrauch, wobei sich sogenannte risikoärmere Zigaretten zum Teil sogar als schädlicher erwiesen. Raucher schleppen überdies auch mit ihrer Kleidung Karzinogene in die Umwelt des Kindes ein. Ungeklärt ist bisher, ob die Benzol-Belastung der Kinder ein Leukämierisiko mit sich bringt. Aber als Spätfolge des Passivrauchens in der Kindheit wurde eine Häufung verschiedene Krebserkrankungen im Erwachsenenalter beobachtet. Außer durch Passivrauchen ist das Leben von Kleinkindern auch durch das Verschlucken von Zigarettenstummeln gefährdet. In Wien ist das Rauchen auf Kinderspielplätzen laut §10 der Grünanlagenverordnung verboten. Zunehmend mehr österreichische Gemeinden folgen dem Beispiel von Italien u.a. Ländern: Innsbruck, Villach,... 

     Soll ich als Arzt die Eltern oder das Kind fragen, ob zu Hause geraucht wird?
Sie sollten beide fragen oder noch besser Harn, Speichel, Serum oder Haare des Kindes auf Kotinin prüfen und bei positivem Test den Eltern sagen, dass sie eine Kindesmisshandlung begehen.

      Was hat das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHD) mit Rauchen zu tun?
Wenn die Mutter in der Schwangerschaft raucht oder Nikotinersatz verwendet oder das Kleinkind Gifte aus dem Tabakrauch (oder auch andere wie z.B. Blei) aufnimmt, die auf das Gehirn wirken, können sich Störungen entwickeln, die von den Eltern zunächst oft nur als Hyperaktivität (zappelige Kinder, die nicht stillsitzen können) bemerkt werden, aber in der Schule als Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen auffallen. Der Teufelskreis schließt sich, wenn diese Kinder mit schlechten Schulleistungen selbst zu Rauchern werden. (Wenn sie dann -statt mit liebevoller Erziehung- mit Ritalin behandelt werden, erhöht sich ihr Risiko, suchtkrank zu werden und zu bleiben). Auch depressive Erkrankungen bei Kindern stehen mit dem Passivrauchen in Zusammenhang, wie Kotininanalysen nachwiesen.

     Kann ein Morbus Perthes (Hüftkopf-Nekrose) von der Luftverschmutzung kommen?
Zusammenhänge mit Passivrauchen und mit Holzrauch sind beschrieben. Die bei der Verbrennung entstehenden Ultrafeinstäube dringen über die Lunge ins Blut ein und können so auch Knochenmark und Knochen erreichen. Allerdings ist noch unklar, ob dadurch Krankheiten auslösbar sind. Gesichert ist die Förderung der Osteoporose durch Passivrauchen, besonders vor der Geburt.

     Wann darf das Sorgerecht entzogen werden?
Wenn Kinder verwahrlost werden, also z.B. frieren, hungern, Schmutzinfektionen oder Tabakrauchvergiftungen erleiden. Drogenabhängige - auch Raucher - fügen ihren Kindern großen Schaden zu. Der Staat darf in diesen Fällen nicht wegschauen. Wenn die Kinder krank oder tot sind, ist es zu spät. Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar und Kinder sind nicht Eigentum der Eltern.

     Hat eine Tabakfirma Anspruch auf Forschungsergebnisse an Kindern und Jugendlichen?
Nein, sie würde die Ergebnisse für Ihr Marketing missbrauchen. Nur jemand, der selbst im Sold der Tabakindustrie stand, kann so verrückte Forderung unterstützen.