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Ärzte antworten auf Fragen von
Eltern und
Lehrern
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Kann ich in der Schwangerschaft Nikotinersatz verwenden? Das sollten Sie Ihrem Kind nicht antun. Es gefährdet eine normale Entwicklung von Gehirn und Lunge. Lutschtabak kann sogar zu Trisomie 21 führen.
Wie kann ich Kindern und Jugendlichen helfen, Nichtraucher zu bleiben?
Wie helfe ich Teenagern,
von der Zigarette wieder loszukommen? Die Politik hat die Prävention bisher
vernachlässigt. Dabei wäre es leichter, nicht anzufangen, als
sich später das Rauchen wieder mühsam abzugewöhnen. Der
frühe Rauchbeginn ist besonders schädlich und
suchtprägend, besonders bei Mädchen. Sobald ein Jugendlicher seine ersten Lungenzüge
macht und zum täglichen Rauchen übergeht, ist die
Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die nächsten zwei bis drei
Jahrzehnte nicht mehr davon los kommt. Aber die größten
Erfolge erzielt man, wenn zur selben Zeit in Präventionskampagnen
und in Rauchertherapie (für Jugendliche und Erwachsene) investiert
und die Tabaksteuer erhöht wird. Genügt es, bei Anwesenheit von Kindern oder in deren Schlafzimmern nicht zu rauchen und nach dem Rauchen im
Wohnzimmer zu lüften?
Wie viele Kinder in Österreich
rauchen schon? Ist es nicht besser, mein Kind raucht
als es nimmt illegale Drogen? Mein Sohn hat Lutschtabak
probiert und sagt, der wäre harmlos? -Leider nein: Er bahnt
er die Nikotinsucht und führt später auch zu Herzkreislauf-
und Krebserkrankungen. Besonders der für Kinder klein
portionierte, billige und mit Geschmacksstoffen versehene Oraltabak
enthält Karzinogene,
die später zu Krebs der Mundhöhle oder der
Bauchspeicheldrüse führen können. Die Tabakindustrie
versucht, mit angeblich harmlosen Nikotinprodukten Kinder
möglichst frühzeitig nikotinsüchtig zu machen, damit sie
später zu Rauchern werden. Tierversuche zeigten, dass sogar Nikotindrinks des Muttertieres bei den Nachkommen Nikotinsucht auslösen. Ich habe gehört, dass es meinem Kind schadet, wenn ich jetzt in der Schwangerschaft zu rauchen aufhöre, weil das Kind dann
Nikotinentzugserscheinungen bekommt?
Schützt Rauchen Schwangere vor Eklampsie? Nein, nur Blutdruck-, Gewichts- und Harnkontrollen. Der scheinbare Schutz vor Eklampsie in einzelnen Studien scheint auf Selektionsbias (junge Schwangere ohne Hochdruck), Klassifikationsfehlern der "Praeeklampsie" und anderen systematischen Fehlern zu beruhen und beweist jedenfalls keine positive Wirkung von Nikotin auf den Schwangerschaftsverlauf, im Gegenteil: das Weiterrauchen fördert Komplikationen für Mutter und Kind. Die Schwangerschaft hilft beim Nikotinentzug, das Aufhören fällt dem Kind zuliebe leichter. Auch der Vater sollte schon frühzeitig motiviert werden, aufzuhören, weil das Passivrauchen der Mutter dem Ungeborenen schadet. Auch den Vater, der nicht in Gegenwart der Schwangeren raucht, soll der Arzt spätestens bei der Geburt des Kindes darauf aufmerksam machen, dass er auf die Zigarette zu Hause weiterhin verzichten muss, wenn er sein Kind liebt. Denn er schleppt sogar als "Balkonraucher" Schadstoffe in die Wohnung ein, sodass sich Karzinogene aus seinen Zigaretten im Harn seines Kindes nachweisen lassen. Wann Rauchstopp bei Familienplanung? -Möglichst schon vor Eintritt der Schwangerschaft, um das Risiko einer Totgeburt zu reduzieren. Auch der Vater sollte schon zum Zeitpunkt der Befruchtung rauchfrei sein, um das Leukämie-Risiko seines Kindes zu reduzieren. Außerdem steigt nach dem Rauchstopp die Fruchtbarkeit an. Bin ich als Schwangere durch Passivrauchen mehr gefährdet als andere? -Ja, und vor allem auch Ihr Kind! Meiden Sie Tabakrauch, damit sich Ihr Kind normal entwickelt. Vor allem seine Hirnentwicklung kann gestört werden, wenn Sie passiv rauchen. Eine gute Mutter geht für ihr Kind dem Rauch aus dem Weg und wird selbst in der Schwangerschaft und auch danach auf das Rauchen verzichten und ihrem Kind nicht die Schadstoffe aus der Zigarette über die Atemluft und mit der Muttermilch geben. Wieviele Kinder müssen passiv rauchen? -Weltweit 40%. Jährlich sterben fast 170.000 daran und noch mehr tragen bleibende Schäden davon oder werden schließlich selbst Raucher. In Österreich müssen mehr Kinder passiv rauchen als in den meisten EU-Staaten, besonders in den größeren Städten, wo der Raucheranteil höher ist und die Mehrzahl der Raucher keine Rücksicht auf Kinder nimmt. Zigarettenautomaten
verbieten oder aufrüsten? Wieso werden Zigaretten im Internet angeboten? -Das Recht auf einen freien Internetzugang entbindet den Staat nicht von seiner Pflicht, die Einhaltung von Werbeverboten und anderen Gesetzen zum Schutz von Kindern, Konsumenten, etc. zu kontrollieren. Melden Sie Verstöße an ombudsstelle.nrs@bmg.gv.at. Auch der Vertrieb nikotinhältiger Nachfüllpackungen von E-Zigaretten ist verboten. Akute Vergiftungsgefahr mit evt. Todesfolge besteht für Kleinkinder durch Verschlucken der Nachfüllungen, aber auch die Resorption der Flüssigkeit über die Haut kann akute Vergiftungen auslösen. E-Zigaretten haben ein hohes Missbrauchspotential, weil sie nicht kratzen und wegen des unkontrollierbaren Zugangs über das Internet. Selbstverständlich wird kein Anbieter sagen, er ziele mit einer giftigen und suchterzeugenden Substanz auf Kinder (weil er dafür ins Gefängnis käme), aber die Aromastoffe mancher rauchfreier Präparate entsprechen offensichtlich den Vorlieben von Kindern. Das spricht für sich. Rauchfreie Filme: ist das nicht eine
übertriebene Forderung? Rauchen im Auto? …ist dem Lenker in anderen Ländern wegen der Verkehrssicherheit verboten. Aber wenigstens bei Anwesenheit von Kindern sollte niemand im Auto rauchen! Gesetze wie im Ausland wären nötig. Auch Raucher wären großteils mit einem Rauchverbot zum Schutz von Kindern im Auto einverstanden. Denn die hohen Schadstoffkonzentrationen im Auto gefährden Kinder ebenso wie Nichtanschnallen und können u.a. zu Asthma führen. Schon die Gifte, die ein Raucher im Auto hinterlässt, belasten nachfolgende Benutzer und werden von Kindern mit der Atemluft, über Mund und Haut aufgenommen. Es gibt auch Hinweise, dass schon Kinder durch das intensive Passivrauchen im Auto nikotinabhängig werden. Eine unabhängige Studie zeigte, dass der Schutz des Kindes vor jedem Passivrauchen die Wahrscheinlichkeit stark reduziert, dass das Kind später selber zum Raucher wird. Häufig wird dort im Auto geraucht, wo Aufklärung über das Gesundheitsrisiko des Passivrauchens fehlt, gesetzlicher Nichtraucherschutz schwach oder schlecht kontrolliert ist und Raucher in ihrer Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern durch die Tabakindustrie bestärkt werden. Gibt es Broschüren für rauchende Eltern? Ja, für Lehrer zur Verteilung an rauchende Eltern beim Elternabend, für Kinderärzte für das Wartezimmer und zur persönlichen Beratung, für Horte und Kindergärten und sogar auf Englisch, Türkisch, Kroatisch und Serbisch. Auch ein Leitfaden für Hebammen und Kinderärzte steht zur Verfügung. Für Ärzte gibt es auch einen zusammenfassenden Bericht auf Englisch über Wirkungen des Passivrauchens auf Kinder und die Prävention des aktiven und passiven Rauchens.
Wieso sind Kleinkinder besonders gefährdet? -Ihr Gehirn ist noch nicht ausgereift, ihre Abwehr ist noch unvollständig, Infektionskrankheiten und Tabakrauch verstärken einander und Lungenentzündungen verlaufen häufiger tödlich. Bei Serotoninmangel im Hirnstamm kann es beim Säugling sogar zum plötzlichen Tod kommen (SIDS). Das Risiko verdreifacht sich, wenn die Mutter bis zu 10 Zigaretten pro Tag raucht, bei mehr als 20 Zigaretten steigt es auf das Neunfache. Im Tierversuch sind Hirnschäden nachgewiesen, die zu bleibenden Aufmerksamkeitsdefiziten und Denkstörungen führen. Passive Rauchbelastung im Kindesalter schafft außerdem die Grundlage für viele Herz- und Gefäßerkrankungen, die im Erwachsenenalter auftreten. Zellen im Blut, die für die Reparatur und die Instandhaltung der Blutgefäße zuständig sind, werden durch Passivrauchen früh geschädigt und um 30% vermindert. Schäden am Erbgut haben lang Zeit, sich zu einem Krebs zu entwickeln. Besonders empfindlich sind Stammzellen menschlicher Embryonen. Sie werden durch den Nebenstromrauch stärker geschädigt als durch den Hauptstromrauch, wobei sich sogenannte risikoärmere Zigaretten zum Teil sogar als schädlicher erwiesen. Raucher schleppen überdies auch mit ihrer Kleidung Karzinogene in die Umwelt des Kindes ein. Ungeklärt ist bisher, ob die Benzol-Belastung der Kinder ein Leukämierisiko mit sich bringt. Aber als Spätfolge des Passivrauchens in der Kindheit wurde eine Häufung verschiedene Krebserkrankungen im Erwachsenenalter beobachtet.
Soll ich als Arzt die Eltern oder das Kind fragen, ob zu Hause geraucht wird? -Am besten beide oder Harn, Speichel oder Serum des Kindes auf Kotinin prüfen.
Was hat das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) mit Rauchen zu tun? -Wenn die Mutter in der Schwangerschaft raucht oder das Kleinkind Gifte aus dem Tabakrauch (oder auch andere wie z.B. Blei) aufnimmt, die auf das Gehirn wirken, können sich Störungen entwickeln, die von den Eltern zunächst oft nur als Hyperaktivität (zappelige Kinder, die nicht stillsitzen können) bemerkt werden, aber in der Schule als Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen auffallen. Der Teufelskreis schließt sich, wenn diese Kinder mit schlechten Schulleistungen selbst zu Rauchern werden. (Wenn sie dann -statt mit liebevoller Erziehung- mit Ritalin behandelt werden, erhöht sich ihr Risiko, suchtkrank zu werden und zu bleiben). Auch depressive Erkrankungen bei Kindern stehen mit dem Passivrauchen in Zusammenhang, wie Kotininanalysen nachwiesen. Kann ein Morbus Perthes (Hüftkopf-Nekrose) von der Luftverschmutzung kommen? -Zusammenhänge mit Passivrauchen und mit Holzrauch sind beschrieben. Die bei der Verbrennung entstehenden Ultrafeinstäube dringen über die Lunge ins Blut ein und können so auch Knochenmark und Knochen erreichen. Allerdings ist noch unbekannt, ob das Krankheiten auslösen kann.
Wann darf das Sorgerecht entzogen werden? -Wenn Kinder verwahrlost werden, also z.B. frieren, hungern, Schmutzinfektionen oder Tabakrauchvergiftungen erleiden. Drogenabhängige - auch Raucher - fügen ihren Kindern großen Schaden zu. Der Staat darf in diesen Fällen nicht wegschauen. Wenn die Kinder krank oder tot sind, ist es zu spät. Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar und Kinder sind nicht Eigentum der Eltern. Hat eine Tabakfirma Anspruch auf Forschungsergebnisse an Kindern und Jugendlichen? -Nein, sie würde die Ergebnisse für Ihr Marketing missbrauchen. Nur jemand, der selbst im Sold der Tabakindustrie stand, kann so eine verrückte Forderung unterstützen. |
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Aerzteinitiative Tabak, Rauchen & Gesundheit: Kinder http://aerzteinitiative.bplaced.net Austrian Council Tobacco, Smoking & Health: Children |
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www.aerzteinitiative.at Spendenkonto: AT5820111000 031 90226 www.aerzteinitiative.at |
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Sponsoren: ELI LILLY GSK MSD PFIZER ERSTE BANK |
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