Ärzte antworten auf Fragen von Eltern und Lehrern                     Questions on children by parents & teachers                                                                                                                              SPIELE   -   GAMES

 

 

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      Wie kann ich Kindern und Jugendlichen helfen, Nichtraucher zu bleiben?

Vor allem durch Ihr Vorbild, aber auch Verbote und Aufklärung (über Lügen in der Werbung, Marketingstrategien von Tabakkonzernen wie Gallaher, Reynolds und andere; über chemische Zusätze wie Menthol, die Reizwirkungen des Tabakrauchs nicht spürbar und den jungen Raucher leichter inhalieren lassen, andere zur rascheren Aufnahme des Nikotins und Suchterzeugung und das alles mit Geschmacksstoffen, die nikotinsüchtige, junge Raucher lebenslang an eine Marke binden; Aufklärung über die vorzeitige Hautalterung, Verlust der schlanken Taille, gelbe Zähne, glanzloses Haar, krankes Zahnfleisch, Mundgeruch, vorzeitige Glatzenbildung und Impotenz durch Zigaretten, Nachlassen der Sinnesfreuden durch Verlust von Geschmack- und Geruchssinn, Sehkraft bis Erblindung; auch dass Rangniedere eher zum Drogenkonsum neigen. Hilfe im Internet, Literatur, auch zum Passivrauchen. Zwillingsstudien zeigten, dass die Vererbung kaum eine Rolle spielt, sondern die Tradierung von Gewohnheiten.  Jugendliche mit schlechten Schulleistungen sind besonders empfänglich für die Verführung zum Rauchen und auch später finden sich unter Menschen mit geringer Bildung, unter Arbeitslosen und sozial benachteiligten Schichten die meisten Raucher. Frühe Rauchversuche mit Inhalieren programmieren Kinder dazu, später regelmäßige Raucher zu werden, die oft auch nicht mehr davon loskommen. Als Eltern helfen Sie am besten, indem Sie sich selbst das Rauchen abgewöhnen und Ihren Kindern sagen, um wieviel schwerer das ist, als gar nicht anzufangen. Kinder rauchender Eltern werden selbst häufiger zu Rauchern, aber nicht durch Vererbung, sondern durch Nachahmung und seltener wenn die Familie Nichtraucherzonen bevorzugt und klare Regeln für ein rauchfreies Zuhause aufstellt. In Cafes und Diskos werden Teenager zum  Rauchen verführt. Rauchende Freunde erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind selbst zum regelmäßigen Raucher wird, auf das 47-fache. Aber gute Eltern können auch den schlechten Einfluss rauchender Freunde verhindern. Schicken Sie Ihr Kind in keinen Sportverein, wo es nachher heißt: "rauch eine mit! Der soziale Druck spielt auch bei Mädchen eine große Rolle. Kaum jemand raucht alleine. Der Einfluss der Schule un der Schulfreunde ist wichtig. Auch Filme haben Einfluss. (Filmschauspieler und -produzenten wurden und werden fürs Rauchen bezahlt). Tabakprävention für Kinder und Jugendliche muss sich auch an Erwachsene richten, wenn sie Erfolg haben möchte. Die EU gab konkrete Empfehlungen für Medien- und Gesundheitsexperten. Erfolgreiche Strategien gegen die Verführung zum Rauchen wurden in den U.S.A. erprobt, wo das Rauchen bei Schülern stark reduziert werden konnte. In New York wurde nach Zigarettenpreiserhöhung und Rauchverboten ein Rückgang der Raucherrate bei Teenagern auf die Hälfte beobachtet. Ähnliche Beobachtungen in England wurden durch die Anhebung des Bezugsalters von Tabak auf 18 Jahre noch verstärkt. Dagegen stiegen die Zahlen jugendlicher Raucher in Österreich dramatisch, weil die Verantwortlichen die nötigen Investitionen in die Tabakprävention versäumten, noch immer kein Rauchverbot in Gaststätten besteht und der Jugendschutz rückständig ist, während ihn die Mehrzahl der EU-Länder verbessert und bis zum 18. Lebensjahr verlängert haben. Selbst in Ländern wie Norwegen mit viel besseren Tabakgesetzen als Österreich ist noch immer der Einfluss des Marketings der Tabakkonzerne auf Jugendliche nachweisbar. Stärker ist er bei weichen Werbeverboten, die außerdem nicht konsequent überwacht werden. Nötig wäre auch ein Verbot der Automaten und Verkaufsbeschränkung auf lizensierte Trafiken, die außer Tabak keine anderen Waren (Süßigkeiten, Schulhefte, etc.) führen dürften. Software kann ihre Kinder vor Werbung im Internet schützen. Achten Sie auch auf Wasserpfeifen, Lutschtabak und andere Einstiege in die Nikotinsucht, die von der Tabakindustrie verharmlost werden.
Ärzte können verhindern, dass Kinder zu Rauchern werden, indem sie die rauchenden Eltern behandeln. Allgemeinmediziner und Kinderärzte sollten wenigstens immer  nach dem Passivrauchen fragen (das die Entwicklung von Gehirn und Lunge stört). Eltern und Lehrer können junge Raucher beim Aufhören unterstützen und das Selbstbewusstsein der Nichtraucher stärken. Dem allgemeinen Trend zu früherem Rauchbeginn in Österreich haben sich einzelne Schulen auch durch engagierte Schulärzte schon widersetzt. Leider haben manche Berufs- und Privatschulen noch immer Raucherräume, geben älteren Schülern Raucherlaubnis und machen das Rauchen für die jüngeren dadurch besonders attraktiv. Bereits im Kindergarten kann Tabakprävention beginnen (z.B. über gute Luft, freies Atmen, Ablehnung von Zuckerlzigaretten) und muss in der Schule fortgesetzt werden. Das Probieren weniger Zigaretten als Kind bahnt dem täglichen Zigarettenkonsum von Jugendlichen den Weg. Am schwersten kommen Menschen wieder vom Rauchen los, die schon sehr früh damit begonnen haben und einer niedrigen Sozialschicht angehören. Deshalb sollten sie spätestens zu Hauptschulbeginn auf die Irreführung direkter und indirekter Tabakwerbung (z.B. in Spielfilmen) aufmerksam gemacht werden: Man zeigt ihnen sportliche, starke Raucher, während ihnen die Zigarette nur hilft, pubertäre Unsicherheit zu kaschieren, ihre sportliche Leistungsfähigkeit schon sehr rasch unter den Giften leiden wird und schließlich auch ihre Potenz. Mädchen bietet man "Schlankheitszigaretten", obwohl die Forschung zeigt, dass Teenager durch Tabakrauch gesundheitsgefährdende Fettleibigkeit samt Stoffwechselstörung entwickeln, oft zusammen mit Depressionen. Die Werbung hat das Bild der emanzipierten, erfolgreichen Raucherin geschaffen, während die Abhängigkeit von der Zigarette doch ein Zeichen von Schwäche ist; und sie stellt bildhübsche Menschen dar, während längst wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Rauchen die Hautalterung beschleunigt (Faltenbildung, große Poren, frühere Glatze). Lehrer, Schul- und Kinderärzte sollten auch erwähnen, dass Rauchen die Wahrscheinlichkeit erhöht, später illegale Drogen oder ein Übermaß an Schlaf- und Aufputschmittel zu nehmen und dass auch Beziehungen zum übermäßigen Alkoholkonsum bestehen. Prospektivstudien an Teenagern weisen nach, dass sie signifikant seltener zu Rauchern werden, wenn in den Gaststätten ihrer Wohngemeinde ein Rauchverbot und auch für Trafiken ein Werbeverbot besteht. In der EU sollte eigentlich in Lokalen nicht mehr geraucht werden, schon gar nicht in Jugendlokalen. Xpress berichtete über versteckte Tabakwerbung in Film, TV und Videos, die Jugendliche in einem Wettbewerb aufdecken halfen. Tabakfirmen zahlen für Raucherszenen! Spotting Smoking Scenes wollte die weitere Zunahme unterschwelliger Tabakwerbung in ganz Europa stoppen. Diese Aktion wurde von Österreich bei der EU-Konferenz zur Tabakprävention in Rom angeregt. Ihre Dringlichkeit wurde auch durch eine Studie aus Kalifornien bestätigt, die auf Mädchen einen besonders starken Einfluss der Film-Schleichwerbung fand. In einer anderen Studie zeigte sich, dass der gute Einfluss eines rauchfreien Elternhauses noch verstärkt wird, wenn Jugendliche keiner Schleichwerbung in Filmen ausgesetzt werden. Aber unsere Politiker schauen weg und lassen die Tabakindustrie gewähren.
Während Österreich dem heuchlerischen Rat der Tabakindustrie folgt, Kampagnen auf "Unmündige" zu beschränken, sind diese in anderen Ländern (z.B. Canada, Australien, Neuseeland) viel breiter angelegt. Weltweit gilt es vor allem Mädchen (zukünftige Mütter) vor dem verderblichen Einfluss des Tabakkartells zu schützen. Erfolgreich waren auch in den USA  nur ausreichend finanzierte, umfassende Tabakpräventionsprogramme, begleitet von Informationen im Internet und Video-Clips, die über das Rauchen nicht scherzen, sondern seine Opfer zeigen.

 

      Wie helfe ich Teenagern, von der Zigarette wieder loszukommen?

Möglichst bevor sie zu täglichen Rauchern werden, primär ohne Medikamente, sondern mit viel Beratung und Motivation. Auch Gruppendynamik hilft: Nichtrauchen  ist ansteckend! Wenn es uns heute nicht gelingt, die Raucherquoten bei Teenagern zu senken, wird eine Epidemie von Krebs- und Herzkreislauferkrankungen auf uns zukommen. Hier finden Sie zusammengefasst die wichtigsten Studien und Schlussfolgerungen.

Die Politik hat die Prävention bisher vernachlässigt. Dabei wäre es leichter, nicht anzufangen, als sich später das Rauchen wieder mühsam abzugewöhnen. Der frühe Rauchbeginn ist besonders schädlich und suchtprägend. Sobald ein Jugendlicher seine ersten Lungenzüge macht und zum täglichen Rauchen übergeht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte nicht mehr davon los kommt. Aber die größten Erfolge erzielt man, wenn zur selben Zeit in Präventionskampagnen und in Rauchertherapie (für Jugendliche und Erwachsene) investiert wird.

 

      Genügt es, bei Anwesenheit von Kindern oder in deren Schlafzimmern nicht zu rauchen und nach

   dem Rauchen im Wohnzimmer zu lüften?

Nein! Es genügt nicht, zum Rauchen in einen anderen Raum der Wohnung zu gehen oder das Fenster zu öffnen. Nur der völlige Verzicht auf das Rauchen in der Wohnung kann Kinder vor ernsten Gesundheitsschäden durch Passivrauchen bewahren. Umweltsurvey in Deutschland zeigt, dass die Luft nur außen besser wurde, aber nicht in den Haushalten, wo noch immer die Hälfte der Kinder passiv rauchen müssen. Im Harn von Kleinkindern fanden sich 15,5 ng/ml des Nikotin- Abbauproduktes Kotinin, wenn zu Hause geraucht wurde (dabei wurden nur nicht gestillte Kinder untersucht, um die Nikotinaufnahme über die Muttermilch auszuschließen). Gleichaltrige Kinder rauchender Eltern, die weder in Gegenwart des Kindes noch zu Hause rauchten, hatten 2,3 ng/ml Harnkotinin und Kinder nichtrauchender Eltern 0,3 ng/ml. Raucher schleppen auch mit ihrer Ausatemluft, Haaren, Haut und Kleidung Schadstoffe und Karzinogene in die Wohnung ein, die sich in der Luft, im Hausstaub und an Oberflächen nachweisen lassen. In Fingerabdrücken ist die Halbwertszeit des Nikotin zwar nur 11 Stunden, aber andere Gifte sind langlebiger. Am schlimmsten ist das Rauchen in der Wohnung, das trotz Lüftung eine Kontamination hinterlässt. In Orten, wo Eltern rauchen, sind 98% der Kleinkinder schadstoffbelastet (siehe Seite 43-45 des Deutschen Kindersurveys). Karzinogene aus Zigaretten sind auf Teppichen, Polstermöbeln, Tapeten, etc. sehr langlebig und werden durch Lüften nicht beseitigt und von Kindern über Atemluft, Nahrung und Hautkontakt aufgenommen (Spielen auf dem Boden, Hausstaub, etc.)
Passivrauchen verdoppelt das Risiko für plötzlichen Säuglingstod (SIDS: vor allem durch Bauchlage und Nikotin, vermutlich über Serotonin-Mangel, der häufiger bei Buben auftritt), erhöht die Infektionsgefahr um 20-50% und kann die geistige Entwicklung von Kindern stören, weil das heranwachsende Gehirn viel empfindlicher reagiert. Passivrauchen steigert den Effekt des Asthma-Gens. Auch Allergien gegen Hunde- oder Katzenhaare und bestimmte Lebensmittel entwickeln sich häufiger, wenn Eltern rauchen. Mittelohrentzündungen sind bei Kindern schon durch gelegentliches Rauchen der Eltern signifikant häufiger. Sogar eine Häufung von Hirntumoren wurde beobachtet. Beim Stillen wird Nikotin auch über die Muttermilch abgegeben und führt zu Schlafstörungen des Kindes. Rauchen im Auto ist mit einer Misshandlung mitgeführter Kinder gleichzusetzen und vergleichbar gefährlich, wie sie nicht anzuschnallen, wird aber bisher nur in einigen Staaten der U.S.A., Canada und Australien auch konsequent geahndet. In Österreich gelang es bisher nicht einmal, positive Anreize für Nichtrauchen in der Schwangerschaft durchzusetzen (wie die von Min. Außerwinkler vorgeschlagene erhöhte Geburtenbeihilfe), während z.B. in Schottland das Rauchen in der Schwangerschaft mit einem Atemtest kontrolliert und allen rauchenden Schwangeren eine kostenlose Entwöhnungstherapie angeboten wird. Rauchen in der Schwangerschaft kann vor, während und nach der Geburt zum Tod des Kindes führen und schädigt besonders Kinder mit erblichen Enzymdefekten nachhaltig in ihrem Lungenwachstum. Weiters kommt es später häufiger zu Asthma. Auch rauchende Väter, Geschwister und Betreuungspersonen tragen nach der Geburt zu Asthma und anderen Atemwegserkrankungen des Kindes bei und sind Mitursache von gefährlichen Infektionskrankheiten und Komplikationen bei Operationen. Besonders gefährlich sind Meningokokken, die oft mit dem Kuss eines Rauchers auf das Kind übertragen werden. Passivrauchen in der Kindheit kann nicht nur Schäden im Kindesalter verursachen, sondern auch Spätfolgen (z.B. Asthma, Emphysem, Lungenkrebs oder Blasenkrebs beim Erwachsenen). Andere Spätfolgen sind bisher nur ungenügend erforscht. Eine Studie an 4744 Pflegern zeigte überraschend, dass Rückenbeschwerden und Krankenstände häufiger bei jenen auftraten, die schon als Kind Tabakrauch einatmen mussten. Eine Linzer Studie ergab, dass die Lungenfunktionder Volksschüler umso stärker im Wachstum zurückbleibt, je mehr Personen im Haushalt rauchen. Wenn Ihr Kind zu Hause passivrauchen muss, wird es später ein höheres Risiko für Lungenkrebs haben, sogar dann, wenn es Ihrem Vorbild nicht folgt und Nichtraucher bleibt. Schon das Passivrauchen vor der Geburt kann die Ursache für eine Krebserkrankung im Erwachsenenalter werden. Vorstadien der Arteriosklerose (Wandverdickung und verminderte Erweiterbarkeit der Arterien) und Störungen der Blutfette durch Passivrauchen zeigen sich schon bei Kindern. Kinderärzte erkennen das Passivrauchen manchmal an einem hyperpigmentierten Zahnfleisch der Kinder. Österreich hat (nach Grönland) bereits den höchsten Anteil 15-jähriger Raucherinnen und daraus werden die Mütter der nächsten Generation passivrauchender Kinder: ein Teufelskreis, denn Passivrauchen im Kindesalter fördert die spätere Nikotinsucht, sogar unabhängig von pädagogischen und psychologischen Faktoren.

 

      Wie viele Kinder in Österreich rauchen schon?

Nach einer OECD-Studie hat es Österreich trotz hoher Sozialausgaben für Kinder nicht geschafft, die Weitergabe sozialer Benachteiligungen von Eltern auf Kinder zu vermindern. Am auffälligsten ist das bei der hohen Raucherquote von Kindern aus der "Unterschicht". Insgesamt liegt die Raucherquote von 15-jährigen ÖsterreicherInnen mit 27 Prozent um mehr als ein Drittel über dem OECD-Schnitt. Nach der HBSC-Studie hat das Rauchen bei österreichischen Kindern seit den 90er-Jahren dramatisch zugenommen, wobei die Mädchen die Buben überholten. Auch die Helena-Studie sowie die ESPAD Studie (2003) zeigten bei den täglich rauchenden 15-Jährigen Österreich an der Spitze. Schon bis zum 13. Geburtstag  haben  56% (55% der Buben und 59% der Mädchen) das Rauchen probiert und 13% (13% der Buben und 14% der Mädchen) rauchen bereits täglich. Alarmierende Trends sind auch aus einer aktuellen -Studie abzulesen. Die besorgniserregende Situation von 1062 Buben und 1340 Mädchen des Geburtsjahrganges 1987 im Jahr 2003 zeigt die Befragung von Bohrn et al. Dabei fanden sich u.a. Zusammenhänge mit rauchenden Geschwistern, getrennten Eltern, etc. In der HBSC-Studie wiesen Dür et al. auf den schlechten Einfluss von Zigarettenautomaten hin. Dazu kommt heute der kriminelle Internethandel. (In den USA haben sich freiwillig die großen Kreditkartenfirmen und Zusteller wie DHL und UPS und nach einem Gerichtsbeschluss auch P.Morris verpflichtet, dieser Form der Steuerhinterziehung und verbotener Belieferung von Kindern keinen Vorschub mehr zu leisten). Die vielen rauchenden Mädchen lassen nicht nur dramatische Anstiege der Raucherkrankheiten in dieser Generation von Frauen, sondern auch in der nächsten befürchten, weil Rauchgewohnheiten von Müttern tradiert werden. Auch die Väter sind dabei nicht unbeteiligt. Wenn Eltern rauchen, kaufen schon 2-6-Jährige im Spiel Zigaretten mit 4-fach höherer Wahrscheinlichkeit. Denn Vorschulkinder lernen von Ihren Vorbildern schnell, dass Zigarettenkonsum im sozialen Alltag ein anerkanntes Verhalten ist. Wenn dann in der Pubertät zu einer "rauch-toleranten" Umwelt mit leichter Zugänglichkeit für Zigaretten (z.B. von Automaten) noch die Verführungskünste und  Geschmacksmanipulationen der Tabakindustrie kommen, wird das Kind rasch zu einem neuen Konsumenten, oft ein (verkürztes) Leben lang. Die heutigen Teenager haben gute Chancen, schon mit 30 oder 40 zu erkranken und könnten auf Grund ihres frühen Rauchbeginns die erste Generation sein, die nicht älter wird als die Generation vor ihr. Außerdem wird ihr Sohn und  besonders Ihre Tochter das früh erworbene Laster mit hoher Wahrscheinlichkeit an Ihre Enkel weitergeben. Bisher hat  in Österreich nur die Steiermark den Schutz der Kinder vor dem Passivrauchen mit Entwöhnungsseminaren für Schwangere und Eltern kombiniert angeboten.

 

      Ist es nicht besser, mein Kind raucht als es nimmt illegale Drogen?

Im Gegenteil: wer früh zu rauchen beginnt, wird auch häufiger drogensüchtig. Junge Raucher neigen später auch zum exzessiven Genuss von Alkohol. Haschischrauch ist zwar nicht so stark krebsfördernd wie Tabakrauch, wird aber tiefer inhaliert. Auch gibt es Wechselwirkungen mit Tabak. Informieren Sie sich bei der Suchtpräventionsstelle Ihres Bundeslandes.


Mein Sohn hat Lutschtabak probiert und sagt, der wäre harmlos? -Leider nein: Er bahnt er die Nikotinsucht und führt später auch zu Herzkreislauf- und Krebserkrankungen. Besonders der für Kinder klein portionierte, billige und mit Geschmacksstoffen versehener Oraltabak enthält Karzinogene, die später zu Krebs der Mundhöhle oder der Bauchspeicheldrüse führen können.

 

      Ich habe gehört, dass es meinem Kind schadet, wenn ich jetzt in der Schwangerschaft  zu rauchen aufhöre,

   weil das Kind dann Nikotinentzugserscheinungen bekommt? 

Diese Lüge ist vielleicht von der Tabakindustrie in Umlauf gebracht worden! Ihrem Kind kann es gesundheitlich nur nützen, wenn Sie sofort aufhören. Die Durchblutung des Mutterkuchens, der Ihr Kind ernährt, wird sofort besser, wenn seine Gefäße nicht mehr durch Nikotin verengt werden. Auch die Sauerstoffversorgung Ihres Kindes wird sofort besser, wenn sein Blut nicht mehr durch das giftige Kohlenmonoxid belastet wird, das Sie ihm mit jedem Zug aus Ihrer Zigarette zuführen. Das Untergewicht von Neugeborenen ist zu 35% auf das Rauchen der Mutter zurückzuführen und leider kommt es auch häufiger zu Missbildungen wie Lippenspalten, Missbildungen an Fingern, aber auch schwereren Geburtsdefekten an Nervensystem, Herz und Lunge, weiters zum gehäuften Auftreten von Früh- und Totgeburten, sogar wenn die Mutter ihren Zigarettenkonsum auf unter 5 Stück pro Tag reduziert. Deshalb müssen Sie ganz aufhören und sollten auch kein Nikotin (Pflaster, Kaugummi, usw.) verwenden. Manche Schäden, die Sie durch Rauchen in der Schwangerschaft Ihrem Kind zufügen, werden erst später sichtbar (z.B. Schlaf- Störungen, verzögerte Lungenreifung, Infekt- und Asthmaanfälligkeit, Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, Lernprobleme, Aggressivität, psychiatrische Symptome, Folgen von Genmutationen). Kinder von Raucherinnen bleiben in Motorik, Artikulation, Rhythmusgefühl, auditivem Gedächtnis und Sprachverständnis hinter ihren Altersgenossen zurück. Elterliches Rauchen führt bei Kindern zu Leberkrebs und wahrscheinlich zu Leukämie. Auch wird Ihr Kind als Erwachsener früher eine Gefäßverkalkung bekommen, wenn Sie (oder der Vater im gleichen Haushalt) während der Schwangerschaft rauchen. Die Tochter einer rauchenden Mutter entwickelt eine kleinere Gebärmutter. Raucht die Mutter, tragen die Kinder später als Erwachsene ein 3-Mal höheres Risiko für Asthma, Anfälle von Atemnot bzw. chronischen Husten (2-Mal), und schleimigen Auswurf (1,7-Mal). Insgesamt sind 17% aller Asthmaanfälle bei Erwachsenen auf das Rauchen der Mutter zurückzuführen. Außerdem wird das Kind später häufig selber Raucher, wenn die Mutter raucht, selbst dann, wenn sie nur in der Spätschwangerschaft raucht. Das wird durch die Nikotinwirkung auf das Gehirn des Ungeborenen verursacht, vermutlich durch das Suchtgedächtnis. Kinder rauchender Mütter werden auch häufiger fettleibig. Auch Nikotinersatz sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden und darf keinesfalls  verwendet werden, wenn das Rauchen nicht völlig eingestellt wurde. Denn Nikotin wird im Stoffwechsel zum Teil in krebsförderndes NNN umgewandelt und hinterlässt als Suchtgift im Gehirn des Ungeborenen seine unauslöschlichen Spuren. Seit Minister Außerwinkler einen Harntest beim Mutter-Kind-Pass verlangte, um allen rauchenden Schwangeren die nötige Beratung zukommen zu lassen, ist leider in Österreich nur mehr wenig zum Schutz von Mutter und Kind geschehen.  Dabei weiß man heute, dass sogar das Passivrauchen der Mutter dem Kind schadet.


Schützt Rauchen Schwangere vor Eklampsie? Nein, nur Blutdruck-, Gewichts- und Harnkontrollen. Der scheinbare Schutz vor Eklampsie in einzelnen Studien scheint auf Selektionsbias (junge Schwangere ohne Hochdruck), Klassifikationsfehlern der "Praeeklampsie" und anderen systematischen Fehlern zu beruhen und beweist jedenfalls keine positive Wirkung von Nikotin auf den Schwangerschaftsverlauf, im Gegenteil. Die Schwangerschaft hilft beim Nikotinentzug, das Aufhören fällt dem Kind zuliebe leichter. Auch der Vater sollte schon frühzeitig motiviert werden, aufzuhören, weil das Passivrauchen der Mutter dem Ungeborenen schadet. Auch den Vater, der nicht in Gegenwart der Schwangeren raucht, soll der Arzt spätestens bei der Geburt des Kindes darauf aufmerksam machen, dass er auf die Zigarette verzichten muss, wenn er sein Kind liebt. Denn er schleppt auch als "Balkonraucher" Schadstoffe in die Wohnung ein, sodass sich Karzinogene aus seinen Zigaretten im Harn seines Kindes nachweisen lassen.

 
Bin ich als Schwangere durch Passivrauchen mehr gefährdet als andere? -Ja, und vor allem auch Ihr Kind! Meiden Sie Tabakrauch, damit sich Ihr Kind normal entwickelt.

 

      Zigarettenautomaten verbieten oder aufrüsten?

Wenn Sie auch der Meinung sind, dass diese Automaten mit Jugendschutz und WHO-Rahmenübereinkommen unvereinbar sind, schreiben Sie an Dr. Fritz Simhandl<office@mvg.at> und den Finanzminister. Welchen geringen Stellenwert der Schutz von Kindern und Jugendlichen in Österreich hat, sehen Sie z.B. auf Seite 34 der Trafikantenzeitung vom November 2009: Babyphotos auf Feuerzeugen!  

    

   Rauchverbote im Gasthaus werden doch dazu führen, dass zu Hause noch mehr geraucht wird, zum Leidwesen der Kinder? -Nein, das wurde nur von der Tabakindustrie behauptet, aber bisher in keinem einzigen Land nachgewiesen, das strenge Rauchverbote in der Gastronomie eingeführt hatte. Rauchverbote in der Öffentlichkeit sind im Gegenteil eine unverzichtbare Maßnahme zur Denormalisierung des Rauchens und Verminderung seiner sozialen Akzeptanz. Sobald Tabakrauch als Luftverschmutzung bewusst wird, rauchen Eltern zu Hause nur mehr auf dem Balkon (oder wenigstens aus dem Fenster gelehnt), im Garten und viele gar nicht mehr, sodass die Gefährdung der Kinder abnimmt. Mit dem Wegfall der Sichtbarkeit des Rauchens (als scheinbar erstrebenswertes Erwachsenenprivileg) in der Gastronomie und daheim nimmt auch die Verführung Jugendlicher ab. Dagegen wird in Österreich Passivrauchen noch immer verharmlost und Raucher sind hier auch gegenüber Kindern besonders rücksichtslos.
 
      Wieso dürfen an Kinder Zigaretten verkauft werden?

Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Finland, Irland, Lettland, Littauen, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien,  Ungarn und Zypern haben den Verkauf bis zum 18. Lebensjahr verboten. In Österreich verbieten Landesgesetze den Verkauf nur bis zum 16. Lebensjahr und selbst das wird nicht wie in anderen Ländern durch Testkäufe überwacht. Zigarettenautomaten sollten abgeschafft werden und der Verkäufer müsste bei Verstößen gegen den Jugendschutz seine Lizenz verlieren. Die dzt. Praxis in Österreich spielt nur der Tabakindustrie in die Hände, indem sie die Begehrlichkeit für Jugendliche durch das offizielle Verbot steigert, aber sich nicht um seine Einhaltung kümmert. Dass es auch anders geht, beweisen Studien. Kindersichere Feuerzeuge wären auch schon lange möglich, aber die Industrie versucht lieber schon Kleinkinder zum Spiel damit zu verlocken. Zur Denormalisierung des Rauchens wären Rauchverbote in der Öffentlichkeit erforderlich. Die Überwachbarkeit dieser Verbote sucht die Industrie durch Nikotininhalatoren zu unterminieren, denen sie die Form von Zigaretten gibt. Würden diese Inhalatoren nur zur empfohlenen Tabakentwöhnung eingesetzt, wäre die Zigarettenform entbehrlich. So aber soll auch dort, wo das Rauchen bereits verboten ist, die Zigarette allgegenwärtig und als normales Erwachsenenverhalten für Kinder sichtbar bleiben. Leider werden auch noch immer  Schoko-, Kaugummi- und andere süße Kinder-Zigaretten verkauft, die eine Imitation des Rauchverhaltens bei Kindern und späteres  Tabakrauchen fördern. Manche Spielzeugzigaretten  können auch sofort zu Atemnot führen. Während zahlreiche Firmen Kinderzigaretten aus dem Sortiment nahmen, weigert sich die Handelskette Metro. Würden alle Eltern homeyer@metro.de schreiben, dass sie dort nichts mehr kaufen, wäre auch diese Firma einsichtig.

 

      Rauchfreie Filme: ist das nicht eine übertriebene Forderung?

Rauchende Filmidole verführen nachweislich Kinder zum Rauchen. Deshalb sind dem Tabakkartell Raucherszenen in Filmen viel Geld wert. Welcher Produzent kann da widerstehen? (Obwohl der durch Gewalt- und Sexszenen an Kindern angerichtete Schaden schwerer nachweisbar ist, gibt es dafür gottseidank Jugendverbote). Die Tabakindustrie folgt noch immer einem bewährten Rezept für ihre Werbung: "Stelle die Zigarette als eines der wenigen Mittel dar, durch die man Zugang zur Welt der Erwachsenen gewinnt (Initiation).  Stelle die Zigarette als verbotenes Vergnügen dar.  Stelle Situationen aus dem täglichen Leben junger Raucher dar, aber berühre dabei elegant die wichtigsten Symbole des  Erwachsen- und Reif-Werdens. Versuche alles  -im Rahmen des Erlaubten- um Zigaretten mit Hasch, Wein, Bier, Sex, usw. in Verbindung zu bringen. Vermeide das Thema Gesundheit". Schon kurze Rauchszenen haben Wirkung, besonders auf Jugendliche, die selbst schon Zigaretten versucht haben. Deshalb sollten Sie solche Szenen in Film und TV melden. Übrigens: die Idee zu dieser Aktion ging von Österreich aus: Bei der EU-Jugendkonferenz in Rom wurden wir aufgefordert, eine Pilotstudie zu machen, die auch erfolgreich durchgeführt und in Luxemburg vorgestellt wurde. Aber Kdolsky lehnte eine Kofinanzierung ab, sodass Deutschland die Führung dieses Projektes übernehmen musste und jetzt zum Erfolg führt. 

 

Hat es einen Sinn, das Mindestalter für Zigaretten auf 18 Jahre zu erhöhen? Ja, aber nur wenn dem Verkäufer der Entzug der Lizenz oder wenigstens eine Geldstrafe droht, wenn er bei Testkäufen durch Jugendliche der Gesetzesübertretung überführt wird. Die Mehrzahl der EU-Staaten hat den Jugendschutz bis zum 18. Lebensjahr verlängert.


Rauchen im Auto? …ist dem Lenker in anderen Ländern wegen der Verkehrssicherheit verboten. Aber wenigstens bei Anwesenheit von Kindern sollte niemand im Auto rauchen! Gesetze wie im Ausland wären nötig. Auch Raucher wären großteils mit einem Rauchverbot zum Schutz von Kindern im Auto einverstanden. Denn die hohen Schadstoffkonzentrationen im Auto gefährden Kinder ebenso wie Nichtanschnallen und können u.a. zu Asthma führen. Schon die Gifte, die ein Raucher im Auto hinterlässt, belasten nachfolgende Benutzer und werden von Kindern mit der Atemluft, über Mund und Haut aufgenommen. Es gibt auch Hinweise, dass schon Kinder durch das intensive Passivrauchen im Auto nikotinabhängig werden. Eine unabhängige Studie zeigte, dass der Schutz des Kindes vor jedem Passivrauchen die Wahrscheinlichkeit stark reduziert, dass das Kind später selber zum Raucher wird.

Gibt es Broschüren für rauchende Eltern?
Ja, für Lehrer zur Verteilung an rauchende Eltern beim Elternabend, für Kinderärzte für das Wartezimmer und zur persönlichen Beratung, für Horte und Kindergärten und sogar auf Englisch, Türkisch, Kroatisch und Serbisch. Auch ein Leitfaden für Hebammen und Kinderärzte steht zur Verfügung. Für Ärzte gibt es auch einen zusammenfassenden Bericht auf Englisch über Wirkungen des Passivrauchens auf Kinder und die Prävention des aktiven und passiven Rauchens.

 Wieso sind Kleinkinder besonders gefährdet? -Ihr Gehirn ist noch nicht ausgereift, ihre Abwehr ist noch unvollständig, Infektionskrankheiten und Tabakrauch verstärken einander und Lungenentzündungen verlaufen häufiger tödlich. Bei Serotoninmangel im Hirnstamm kann es beim Säugling sogar zum plötzlichen Tod kommen (SIDS). Das Risiko verdreifacht sich, wenn die Mutter bis zu 10 Zigaretten pro Tag raucht, bei mehr als 20 Zigaretten steigt es auf das Neunfache. Passive Rauchbelastung im Kindesalter schafft außerdem die Grundlage für viele Herz- und Gefäßerkrankungen, die im Erwachsenenalter auftreten. Zellen im Blut, die für die Reparatur und die Instandhaltung der Blutgefäße zuständig sind, werden durch Passivrauchen früh geschädigt und um 30% vermindert. Schäden am Erbgut haben lang Zeit, sich zu einem Krebs zu entwickeln.

Soll ich als Arzt die Eltern oder das Kind fragen, ob zu Hause geraucht wird? -Am besten beide oder Harn, Speichel oder Serum des Kindes auf Kotinin prüfen.

Was hat das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) mit Rauchen zu tun? -Wenn die Mutter in der Schwangerschaft raucht oder das Kleinkind Gifte aus dem Tabakrauch (oder auch andere wie z.B. Blei) aufnimmt, die auf das Gehirn wirken, können sich Störungen entwickeln, die von den Eltern zunächst oft nur als Hyperaktivität (zappelige Kinder, die nicht stillsitzen können) bemerkt werden, aber in der Schule als Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen auffallen. Der Teufelskreis schließt sich, wenn diese Kinder mit schlechten Schulleistungen selbst zu Rauchern werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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