Raucher fragen - Ärzte antworten
 
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*Wer hilft mir, von der Zigarette loszukommen? -Rauchertherapie / Raucherberatung. 85% der Exraucher in Österreich führen ihren Erfolg auf die eigene Willenskraft zurück, aber wenn Sie Hilfe beim Rauchstopp brauchen, rufen Sie beim Rauchfrei-Telefon an, wenden Sie sich an Ihren Arzt, eine Ambulanz , machen Sie bei einem kostenlosen Online-Kurs mit oder melden Sie sich zu einem kurzen  Seminar , einem eintägigen Kurs oder einem Rauchercamp Ihrer Sozialversicherung an. Vielleicht brauchen Sie aber auch nur ein Buch, eine Broschüre oder ein paar Tipps

*Rauchen aufhören hab ich schon mehrmals versucht, aber es geht nicht. -Manchen fällt es schwerer und sie brauchen die richtige Hilfe. Aber es gibt keinen Raucher, der nicht aufhören kann: lesen Sie, was ein erfahrener Therapeut zu Raucherentwöhnung schreibt und warum der Versuch, nur weniger zu rauchen, meist misslingt.

*Warum soll ich denn aufhören, solange ich gesund bin? -Damit Sie weniger rasch altern, länger gesund bleiben, sich wohl fühlen, fröhlicher sind und besser riechen, schmecken und schlafen. Sie verhindern damit einen Verlust von Lebensqualität, Wohlbefinden, Produktivität und ein frühzeitiges Nachlassen Ihrer körperlichen Leistung, Fruchtbarkeit und Geisteskraft. Bei Rauchern finden sich häufiger im EEG Traumphasenstörungen, die Parkinson oder Demenz vorausgehen können. Ein Rauchstopp verbessert auch die psychische Gesundheit und kann stärker wirksam sein als ein Antidepressivum. Nach dem Rauchstopp wird Ihnen Sport wieder Freude machen. Fortgesetztes Rauchen wirkt sich dagegen negativ auf Ihre Stimmung aus. Außerdem verraucht ein durchschnittlicher Raucher im Laufe seines verkürzten Lebens den Wert eines Einfamilienhauses. Nach dem Rauchstopp können Sie eine Reduktion Ihrer Lebensversicherungsprämie beantragen und als SVA-Versicherter Ihren Selbstbehalt von 20 auf 10% reduzieren.


*Hat es für Ältere noch einen Sinn, mit dem Rauchen aufzuhören? -Ja! Damit steigt in jedem Alter Ihre Lebenserwartung. Auch wenn Sie schon lange und viel geraucht haben, sollten Sie jetzt aufhören, weil dadurch sofort Ihre Widerstandskraft gegen Krankheiten steigt und ihre schon bestehenden Krankheitssymptome abnehmen (Husten und Auswurf innerhalb weniger Monate). Sie werden eine Grippeepidemie eher überleben als ein Raucher in Ihrem Alter. Schon im ersten Jahr der Abstinenz wird die durch das Rauchen verursachte Steifigkeit Ihrer Arterien abnehmen. Wenn Sie durchhalten, wird Ihr Risiko für Herzinfarkt in 5 bis 10 Jahren  fast normalisiert und Ihr Lungenkrebsrisiko deutlich niedriger sein als wenn Sie weiterrauchen. Andere Krebsarten wie z.B. Pankreaskarzinome nehmen ebenfalls mit der Zahl der Raucher ab. Auch im Alter über 60 sinkt das Risiko für Lungen-, Brust- und Blasenkrebs mit dem Rauchstopp (im Vergleich zum Weiterrauchenden). Aber je früher Sie aufhören, desto besser! Ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird schon 3 Jahre nach der letzten Zigarette um 35% geringer sein als beim Weiterrauchen. Auch wenn Sie schon an Hochdruck leiden und ihre Blutgefäße durch das Rauchen versteift sind, gewinnen die Arterien wieder an Elastizität. Neben Ihrer Lebenserwartung steigt auch Ihre Lebensqualität. Sie werden besser Luft bekommen, weniger Husten und Auswurf haben, Ihre körperliche und geistige Leistung wird zunehmen, depressive Phasen werden abnehmen und Sie werden mehr Jahre bei Gesundheit und Wohlbefinden genießen. Selbst wenn Sie schon eine chronische Raucherkrankheit haben, werden Sie sich  nach Aufgabe des Rauchens bald wesentlich besser fühlen und können die schlimmsten Folgen wie z.B. Erblindung auch im höheren Alter noch verhindern, wenn Sie jetzt aufhören. Auch nach der Diagnose von Krebs und sogar nach der Diagnose von Lungenkrebs kann der Rauchstopp noch helfen, die Krankheit zu besiegen. Wenn Sie schon Krebs haben, brauchen Sie auf jeden Fall einen Arzt und evt. eine Selbsthilfegruppe. Der Erfolg einer Krebsbehandlung wird durch einen Rauchstopp verbessert.

*Genügt es nicht, weniger zu rauchen? -Nein. Sie werden weniger Zigaretten unbewußt tiefer inhalieren, daher verringert sich auch die Schadstoffaufnahme viel geringer als die Zigarettenzahl und vor allem bleiben Sie süchtig. Die Bezeichnung "leicht" sowie die Schadstoffwerte auf den Zigarettenpackungen sind irreführend. Große Studien haben nachgewiesen, dass weniger und "leichter" rauchen nicht hilft, sondern nur aufhören! Ihr Arzt hilft. Das Filter schützt Sie nicht vor Krebs. Das Herzinfarktrisiko ist für manche Raucherinnen besonders hoch, wie eine Studie an 10619 Frauen zeigte. Auch körperliche Fitness bewahrt männliche Raucher nicht vor dem Herzinfarkt.
Für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit sind weltweit dieselben Risikofaktoren ausschlaggebend. 90% der Herzkrankheiten sind voraussagbar,  zwei Drittel davon aus Rauchgewohnheiten und Blutfetten (der Rest aus Hochdruck, Diabetes und selteneren Stoffwechselstörungen). Bei Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums bleibt das Risiko höher als erwartet. Auch Zigaretten mit geringem Nikotin- und Teergehalt erhöhen das Krebs- und Herzinfarktrisiko. Den stärksten Einfluss auf die Lebenserwartung hat die Rauchdauer. (Aus dem Tageskonsum an Zigaretten wird die Schadstoffdosis bei geringer Zigarettenzahl unterschätzt, bei hoher Zigarettenzahl überschätzt). Jede Zigarette schadet Ihnen! Lassen Sie sich nicht durch Anbote von Zigaretten täuschen, die angeblich "weniger schädlich" sind. Nur das Aufhören hilft Ihnen wirklich. Mit dem Schlagwort "Schadensminderung" (harm reduction) versucht die Tabakindustrie, den Rauchstopp zu verhindern, um im Geschäft zu bleiben. Glauben Sie ihr nicht! Auch E-Zigaretten und Lutschtabak schaden Ihnen. Der Dampf von E-Zigaretten wirkt auf die Zellen, die ihre Bronchien auskleiden, ähnlich wie Tabakrauch. Sie produzieren zwar weniger Feinstaubmasse, aber mehr Ultrafeinstaubpartikel.

*Beim ersten Aufhörversuch werden doch alle rückfällig? -Nicht wenn er gut vorbereitet ist und Sie sich an ein paar einfache Regeln halten. Sie können damit beginnen, in bestimmten Situationen, in denen Sie bisher geraucht haben (z.B. beim Kaffee, Telephonieren, etc.) nicht mehr zu rauchen, oder nur mehr im Freien.  Wenn Sie das durchhalten, werden Sie feststellen, dass Sie  insgesamt weniger rauchen (z.B. weil Sie dafür nicht immer ins Freie gehen können oder wollen). Danach ist der nächste Schritt leichter: ganz aufzuhören. Sie müssen aber einen Aufhörtag festsetzen. Nur wenige Raucher brauchen Medikamente oder andere Hilfsmittel wie z.B. gesperrte Zigarettendosen mit schrittweise reduzierten Öffnungszeiten, sondern nur einen gut vorbereiteten Schlusspunkt. Entschlossenen Menschen gelingt es besser, ohne Vorbereitung sofort aufzuhören. Wenn Sie also bereits den starken Wunsch verspüren, heute aufzuhören, dann werfen Sie Ihre Zigaretten und Aschenbecher gleich weg und lesen Sie nach, wie man Rückfälle vermeidet. Sogar bei weniger entschlossenen Menschen erwies sich das abrupte Aufhören als erfolgreicher als die schrittweise Reduktion des Konsums.

*Ist an meiner Abhängigkeit das Nikotin, die Zusatzstoffe oder die simple Gewohnheit schuld? - Die Abhängigkeit ist vor allem auf Nikotin zurückzuführen, das Rezeptoren im Gehirn besetzt und verändert. Nicht umsonst haben U.S. Tabakfirmen den Nikotingehalt bzw. die Nikotinabgabe ihrer Zigaretten heimlich angehoben, sodass die Nikotinbelastung der Bevölkerung (gemessen am Kotinin im Serum) 1999-2010 anstieg. Andere Tabakinhaltsstoffe können aber die Suchtwirkung des Nikotins verstärken. Zusatzstoffe können die Nikotinaufnahme beschleunigen und die "Markentreue" des Rauchers fördern, erhöhen aber auch die Toxizität. Moderne Zigaretten kratzen weniger, werden leichter tief inhaliert und sind schon deshalb gefährlicher. Gewohnheit spielt eine Rolle, aber nicht die dominierende. Auch lässt sich die psychologische Abhängigkeit (eingefahrene Rituale) und die soziale Abhängigkeit (rauchende Kollegen) leichter überwinden als die pharmakologische. Das Rauchritual sollten Sie nicht durch E-Zigaretten beibehalten, sondern erforderlichenfalls lieber Nikotinpflaster verwenden, um die anfänglichen Entzugssymptome zu mildern. Der Tabakindustrie gelingt es meist, schon Kinder abhängig zu machen. Wenn Sie schon sehr jung verführt wurden, werden Sie stärker abhängig sein, werden es aber trotzdem schaffen, sich von der Zigarette wieder zu befreien. Denn sobald Sie sich der Manipulation der Tabakindustrie bewusst sind, können Sie sich aus ihrer Lügenwelt lösen und Rituale lassen sich wieder verlernen. Der Grad der Nikotinabhängigkeit kann einfach erfragt werden, auch bei Leichtrauchern.

*Ist Übergewicht nicht gefährlicher als Rauchen? - Nein! Tabakrauch ist der größte Risikofaktor, Übergewicht der drittgrößte. Wenn Sie es schaffen, dauerhaft von der Zigarette loszukommen, werden Ihre Blutfette und Ihr Risiko für Herzkreislauf- und Krebserkrankungen abnehmen, auch dann, wenn Sie an Gewicht zunehmen. Um die gesundheitlichen Vorteile des Nichtrauchens wieder zunichte zu machen, müssten Sie ca. 42 kg zunehmen. Eine gute Rauchertherapie schafft es aber, dass Sie ohne wesentliche Gewichtszunahme zu rauchen aufhören. Wenn Sie schon übergewichtig sind, nehmen Sie sich zuerst das Nichtrauchen vor, denn danach fällt das Abnehmen leichter, weil Sie mehr Leptin produzieren. Erst wenn Sie sicher sind, von der Zigarette (als dem größeren Gesundheitsrisiko) losgekommen zu sein, versuchen Sie auch Ihr Gewicht zu reduzieren. Damit reduzieren Sie das Rückfallrisiko. Ein Rauchstopp scheint nicht zu einer anhaltenden Gewichtszunahme zu führen. In Medikamente wurden beim Abnehmen übertriebene Hoffnungen gesetzt. Aber Sie schaffen es auch mit etwas mehr Sport! Abnehmen ist ohne strenge Diäten möglich. Besonders riskant ist die Kombination von Rauchen und Fettsucht, die u.a. auch zur Fettleber führt. Als Frau sollten Sie zu rauchen aufhören, bevor dadurch Ihre Haut irreparabel geschädigt ist, Sie eine Stammfettsucht und nachhaltige Stoffwechselstörung entwickeln oder die Menopause vorzeitig eintritt. Für die Gesamtbevölkerung wird trotz Zunahme der Fettsucht eine Zunahme der Lebenserwartung prognostiziert, nachdem die Raucherquote gesenkt wurde. Zusatzstoffe, die Zigaretten heimlich als Appetitzügler zugesetzt wurden, haben schädliche Wirkungen.

*Wie soll ich mich ohne Zigarette konzentrieren, was hilft mir beim Denken? - Was Sie nach einer Zigarette als anregend und konzentrationssteigernd erleben, ist nur der Wegfall beginnender Entzugserscheinungen: Frisch mit der Droge Nikotin versorgt, ist die Leistungsfähigkeit wieder besser als unter Entzug.  Tabakrauch enthält sowohl das Gehirn erregende Substanzen wie Nikotin als auch betäubende wie Kohlenmonoxid. Nikotin steigert die Konzentrationsfähigkeit nur kurzfristig, beeinträchtigt aber gleichzeitig den Hirnstoffwechsel. Langfristig ist mit Aufmerksamkeitsstörungen und Vergesslichkeit zu rechnen. Der raschere geistige Abbau durch Tabakrauch wurde bisher unterschätzt. Beim Nikotinentzug ist die geistige Leistungsfähigkeit nur anfangs kurz gemindert und verbessert sich nach erfolgreichem Entzug. Insgesamt war keine positive Wirkung des Rauchens auf das Denkvermögen feststellbar, sondern im Gegenteil negative Auswirkungen  von Tabakrauchbelastungen (aktiv wie passiv) auf Entwicklung, Durchblutung und Funktion des Gehirns. Die "Rauchpause zur Verbesserung des Denkvermögens" war eine Meisterleistung der Tabakwerbung. Jede Pause der Entspannung erzielt den gleichen Effekt! Es ist die Denkpause und nicht die Rauchpause, die uns nachher wieder kreativer macht. Langfristig leidet das logische Denken am meisten, aber auch andere geistige Leistungen wie das Gedächtnis sowie das Hörvermögen werden durch Rauchen beeinträchtigt. Dabei scheint die Hirndurchblutung und der Feinstaub aus der Zigarette eine zentrale Rolle zu spielen. Wichtige Gehirnteile schrumpfen unter Einfluss von Tabakrauch, z.B. im Bereich des Hippocampus. Im vorderen Teil des Gehirns wird die Hirnrinde dünner, wobei viele Nervenzellen verloren gehen, ebenso im Kleinhirn. Auch das Risiko für Alzheimer und Demenz nimmt zu. Zwillingsstudien zeigten, dass der Intelligenzverlust bei Rauchern nicht vererbt, sondern durch den Tabakrauch erworben ist. Rauchen verdoppelt das Risiko für eine spätere Demenz bei Männern. Von allen Risikofaktoren raubt das Rauchen die Geisteskraft am schnellsten: Merkfähigkeit, Langzeitgedächtnis und Einfälle waren schon nach 4 Jahren signifikant schlechter. Übertroffen wird die Geschwindigkeit dieses geistigen Abbaus nur durch die Kombination von Rauchen und Alkohol. Aber durch einen Rauchstopp können Sie das noch verhindern. Dem Gehirn eines Exrauchers schadet ein mäßiger Alkoholkonsum nicht, aber er darf nicht so viel trinken, dass er die Kontrolle verliert und dann auch beim Rauchen rückfällig wird.

*Wie soll ich mich ohne Zigarette entspannen und meinen Stress bewältigen? - Stress wird durch Nikotin verschlimmert! Immer nur kurzzeitig führt Nikotin über Dopaminfreisetzung scheinbar zur Erleichterung, während chronischer Serotoninmangel den Raucher stressempfindlicher macht. Nur vorübergehend können sich jüngere Raucher (besonders Männer) durch Rauchverbote am Arbeitsplatz gestresst fühlen. Arbeitsstress reduziert sogar den Tabakkonsum und kann einen vollständigen Rauchstopp einleiten. Entspannungstechniken helfen über die Zeit der Entwöhnung. Danach wird alles besser. Um mit dem Rauchen aufzuhören, brauchen Sie nicht bis zum Urlaub warten: Sie werden auch ohne Zigaretten beruflich nicht versagen. Die ersten Tage sind nicht die angenehmsten, aber gerade Ihre Aktivität hilft Ihnen, die anfänglichen Entzugssymptome zu überwinden (z.B. mit Sport). Danach werden Sie sich zunehmend wohler fühlen und wissen, dass Sie auch im Stress keine Zigarette brauchen. Ihre Geldsorgen werden ebenfalls geringer, sodass Sie im Wohlstand entspannter werden.

*Ich brauche Zigaretten, um bei Laune zu bleiben. Wie soll ich aufhören ohne unleidlich zu werden? -Das ist nur vorübergehend, danach werden Sie sich wohler fühlen. Die Gefahr einer Depression ist wesentlich größer, wenn Sie weiterrauchen, sowohl für Frauen wie für Männer. Dass Depressionen bei Rauchern doppelt so häufig sind wie bei Nichtrauchern, starke Raucher 4-Mal häufiger eine Depression entwickeln und tägliche Raucher häufiger Rückfälle erleiden, hängt möglicherweise damit zusammen, dass Nikotin über die Jahre die Spitzenwerte des mit Emotionen verbundenen Botenstoffes Serotonin verändert, der bei depressiven Menschen reduziert ist. Suizide werden durch Rauchen gefördert. Erfolgreiche Exraucher sind weniger depressiv. Auch nach Rauchverboten und nach Rauchstopp wurde eine Abnahme von Depressionen beobachtet. Raucherinnen scheinen übrigens schmerzempfindlicher zu sein als Nichtraucherinnen.

*Rauchen ist oft mein einziges Vergnügen, das kann ich doch nicht aufgeben? - Dieses "Vergnügen" ist nur die kurze Erleichterung bei der Suchtbefriedigung. Längerfristig führt Rauchen nicht zu mehr Genuss, sondern zu weniger Lebensqualität. Sie würden doch keine engen Schuhe tragen, nur um beim Ausziehen immer Erleichterung zu empfinden? Die Gehirnwäsche der Tabakwerbung machte aber sogar Nichtraucher glauben, Rauchen wäre ein Vergnügen. Befreien Sie sich, und Sie werden schon bald spüren, dass sie nichts verloren, sondern viel gewonnen haben. Außerdem entgehen Sie und Ihre Mitmenschen dadurch der Belastung mit Feinstaub und krebsfördernden Stoffen. Wenn Sie es schaffen, zunächst wenigstens zu Hause nicht mehr zu rauchen, haben Sie eine größere Chance, die Sucht ganz los zu werden. Denken Sie daran, wer Ihnen einredet, die Zigarette wäre ein Genuss: Tabakindustrie und -händler, die durch diesen "Genuss des kleinen Mannes" reich wurden, ihn selbst aber arm und abhängig machen. Arme Menschen bezahlen für diesen scheinbaren "Genuss" auch am häufigsten mit ihrem Leben.

*Kann ich mir mit elektrischen Zigaretten das Rauchen abgewöhnen? - E-Zigaretten (Nikotininhalatoren wie Ruyan) sind nicht wie Arzneimittel getestet, die Sie in der Apotheke bekommen, enthalten wechselnde Nikotindosen sowie andere Schadstoffe
Sie brauchen sich nur die Werbung für E-Zigaretten anzusehen, um zu erkennen, dass sie die Nikotinsucht aufrecht erhalten und vor allem Jugendlichen den Ausstieg erschweren. Am beliebtesten sind E-Zigaretten bei Frauen mit geringer Bildung und ohne den Wunsch, das Rauchen aufzugeben. Entwöhnung von der Zigarette ist höchstens ein Vorwand, denn viele Raucher benützen schließlich E-Zigaretten und echte Zigaretten abwechselnd. Dazu kommt, dass die als Entwöhnungsmittel ungeeigneten E-Zigaretten von Jugendlichen als Einstiegsdroge in die Nikotinsucht verwendet werden. In Österreich sind E-Zigaretten illegal. Zwar verhindert rauchloser Tabak das Passivrauchen, aber die Nikotindosis einer Füllung kann für Kinder tödlich sein. Auch andere rauchlose Produkte wie Snus wurden von der Tabakindustrie entwickelt, um die Nikotinentwöhnung zu vereiteln. Sie unterminieren effektivere Methoden zur Risikoreduktion, an denen die Tabakindustrie nichts verdient. E-Zigaretten ohne Nikotin sind harmloser, ermöglichen die Entkoppelung des Rauch-Rituals von einer Nikotinwirkung, erleichtern dadurch aber nur manchen Rauchern den Ausstieg und sollten nicht wie Zigaretten aussehen, damit sie Kindern kein schlechtes Beispiel geben. Viele wurden schon von rauchlosen Nikotinprodukten abhängig und brauchen eine Therapie, um davon wieder loszukommen.

*Gesundheitsrisken durch Tabakrauch: Sympathicotonus, Hochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten, Kammerflimmern, Vorhofflimmern, Schlaganfall, Hirnblutung (Subarachnoidalblutung verdreifacht), Aneurismen, Raucherbein, Venenthrombosen und EmbolienKrebs (Nase, Kehlkopf, Lunge, Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen, Pankreas (nicht nur bei starken Trinkern, auch bei Frauen, unabhängig von Diabetes), Leber (vor allem bei Hepatitis, aber auch ohne), Blase, Niere, Brust-drüse, Cervix (Kombinationswirkung mit Papillomaviren), bestimmte Ovarialkarzinome, akute und chronische myeloische Leukämie, Hodkin- und Non-Hodkin-Lymphom. In Zusammenhang mit genetischen und hormonellen Faktoren kann es bei Raucherinnen zum Brust-Krebs und bei Rauchern zum Prostata-Krebs bzw. zu Rezidiven kommen; beim Rectumkarzinom zu einer Verdoppelung und beim Colonkarzinom bis zu einem 2,5-fachen Risiko (über Polypen, daher auch noch bei Exrauchern erhöht), wobei sowohl Frauen wie Männer betroffen sind, Frauen stärker. Durchschnittlich ist die Sterblichkeit an Krebs des Dickdarmes bei Rauchern  um 25% erhöht. Das Risiko für Dickdarmkrebs nimmt nach dem Rauchstopp wieder ab und erreicht nach über 30 Jahren wieder Normalwerte. Die Prognose anderer Karzinome (z.B. Ovar) wird durch Rauchen verschlechtert  und Nikotin beeinträchtigt die Wirkung der Chemotherapie. Bei Diagnose eines Prostatakarzinoms ist die Prognose eines Rauchers signifikant schlechter. Bei Raucherinnen treten Plattenepithelkarzinome der Haut häufiger auf. Tabakrauch führt bei genetischer Veranlagung zum Lungenemphysem und fördert viele andere Lungenerkrankungen (COPD, Pneumonie, Tb, u.a.), weiters Grippe, Vorstadien und manifester Diabetes (Typ I verschlechtert sich rascher; 2-3faches Risiko für Typ II Diabetes und Potenzierung der Gefäß- und Nierenschäden bei bestehendem Diabetes), Augenerkrankungen (Katarakt, Maculadegeneration: Risiko verdoppelt, Krankheitsfortschritt bis Erblindung), Schwerhörigkeit, Autoaggressionskrankheiten wie rheumatoide Arthritis (rauchende Rheumatiker haben auch mehr Schmerzen und brauchen mehr Medikamente), Sponylarthritis, Elastizitätsverlust der Bandscheiben, Osteoporose, Kopfschmerzen, Migraine, Alzheimer, Epilepsie, Multiple Sklerose (besonders nach dem Rauchen in der Jugend; bei Männern tritt Multiple Sklerose früher auf und schreitet rascher fort), Amyotrophe Lateralsklerose (besonders bei frühem Rauchbeginn und bei Frauen), Depression, Suizid-Neigung verdoppelt, Schlafstörungen, akute und chronische Pankreatitis, FettleberFormen der Leberzirrhose, Rezidive bei M. Crohn, Diverticulitis, Mundsoor, Brustabszesse, chronische Rhinitis, Sinusitis, Tuberkulose u.a. Infektionen (durch Schädigung der Abwehr und evt. auch durch Bakterien aus der Zigarette), Aktivierung des Epstein-Barr-Virus (Nasopharynxkarzinom), Gliome, Depression (vor allem bei Männern, aber insgesamt erhöhter Konsum und erschwerter Rauchstopp), Tremor, Schilddrüsenerkrankungen wie Hyperthyreose, Langerhans' Histiocytosis, Hochdruck bei Frauen, Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern. Bei Rauchern, die zeugungsfähig bleiben, kann es zu vererbbaren Schäden an Samenzellen kommen. Auch Zigarren- und Pfeifenraucher gehen große Risken für kardiopulmonale und maligne Erkrankungen ein. Lebensversicherungen wissen, dass z.B. bei 45-Jährigen das Sterberisiko vor dem 60. Lebensjahr durch Rauchen mehr als verdoppelt wird und dass starke Raucher ihr kardiovaskuläres Risiko vervierfachen. Diese Risken, die u.a. aus Prospektivstudien in England und Norwegen und USA abgeleitet sind, werden in Zukunft höchstwahrscheinlich noch übertroffen, weil Jugendliche heute schon früher zu rauchen beginnen und der durchschnittliche Tabakkonsum heute höher ist als bei den Rauchern in den untersuchten Kohorten. Das Rauchen im Jugendalter erhöht das Risiko für Herz- und Krebserkrankungen, auch wenn man später mit dem Rauchen aufhört. Laut WHO stirbt dzt. alle 5 sec ein Mensch an Folgen des Rauchens, jährlich 6 Millionen. Von den 1,3 Milliarden Rauchern wird die Hälfte an den Folgen dieser Sucht sterben, davon 325 Millionen im Alter zwischen 35 und 69 Jahren. Zwischen dem 25. und 79. Lebensjahr hat ein durchschnittlicher Raucher eine dreifach höhere Sterbewahrscheinlichkeit. In Österreich stirbt stündlich ein Mensch an den Folgen des Aktivrauchens und täglich sterben etwa drei Menschen an Folgen des Passivrauchens. Fast jeder dritte Todesfall im Alter zwischen 35 und 59 Jahren ist durch Tabak verursacht. Bei noch gesunden Rauchern findet man schon das metabolische Syndrom, Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels, Entzündungszeichen und überempfindliche Bronchien.

*Ich rauche meist nur in Gesellschaft und komme pro Tag nur auf eine bis höchstens 4 Zigaretten; kann mir das schaden? -Ja, Ihr Risiko für Herzkrankheiten und Lungenkrebs ist -statistisch gesehen- dreimal so hoch wie das eines Nichtrauchers. Schon eine einzige Zigarette macht Ihre Arterien steifer. Auch Gelegenheitsraucher erhöhen die Gerinnungsneigung ihres Blutes (Thrombosegefahr) und schädigen ihre Arterien, die sich durch langwirksame Gefäßgifte des Tabakrauchs bei erhöhtem Sauerstoffbedarf nicht mehr ausreichend erweitern können. Das Rauchen am Wochenende genügt, um Ihr Gedächtnis zu verschlechtern. An seiner Nikotinsucht stirbt durchschnittlich jeder zweite, der es nicht schafft, mit dem Rauchen ganz aufzuhören. 36% aller Herzinfarkte sind auf das Rauchen zurückzuführen, 20% auf Fettleibigkeit, 18% auf Hochdruck und 10% auf Diabetes.

*Gibt es Leichtzigaretten? - Eine Reduktion des Nikotingehaltes von Zigaretten ist zwar volksgesundheitlich sinnvoll, aber Ihnen persönlich hilft nur der Ausstieg. Sogenannte "leichte" oder "milde" Zigaretten führten zu genausovielen Krankheiten. Deshalb wurden diese irreführenden Bezeichnungen in der EU durch die Directive 2001/37/EC verboten. Der von der Tabakindustrie genährte Traum von einer weniger schädlichen Zigarette, der Rauchern versprach, nicht aufhören zu müssen, um gesund zu bleiben, ist ausgeträumt. Die sogenannte leichte Zigarette ist ein Verkaufstrick, auf den die Tabakindustrie immer wieder zurückkommt (z.B. "schlanke Zigaretten, nur für Mädchen"), während sie insgeheim die Rezeptur ändert, um Ihre Abhängigkeit zu erhöhen. Lassen Sie sich nicht täuschen. Die Zusatzstoffe machen den Rauch der Leichtzigarette evt. sogar noch gefährlicher, wie Experimente mit Stammzellen vermuten lassen. Besonders das Risiko für Adenokarzinome der Lunge hat mit der seit den 1970er Jahren verwendeten Zigarettentechnologie zugenommen: Filterventilierte "Leichtzigaretten" führten zu tieferer Inhalation von Nanopartikeln, wobei vor allem amerikanische Blendzigaretten durch höhere Gehalte an Nitrosaminen mehr Adenokarzinome mit sich brachten. Jede Zigarette belastet Ihre Atemwege mit 15-40 mg Feinstaub. Wirklich reduzieren Sie Ihr Risiko nur, wenn Sie zu rauchen aufhören, wobei sich Atmung und Kreislauf nach der letzten Zigarette rasch erholen. Schon nach wenigen Monaten ist eine Verbesserung von Lungenfunktion und Leistung nachweisbar. Sogar Endothelstammzellen  für die Gefäßneubildung nehmen zu. Nur wenn der Tabak nicht verbrannt wird, werden Pyrolyseprodukte vermieden. Deshalb sind Ruyan®, NicStic®, Rauchless®, Aeros®, YouYan® etc. zwar weniger schädlich als Zigaretten, aber "elektronische Zigaretten" sind nicht wie Arzneimittel getestet, enthalten z.T. hohe Nikotindosen und werden nicht nur als Entwöhnungsmittel beworben (in abnehmender Dosierung, um aus der Nikotinsucht auszuschleichen), sondern um sie weiter zu unterhalten. Die EU warnt vor allen Tabakwaren und auch vor nicht als Arzneimittel zugelassenen Nikotininhalatoren und -präparaten.  Eclipse®, Omni®, Advance Lights®, Accord®, oder Ariva® waren als Entwöhnungsmittel von der Zigarette nicht erfolgreich. Nikotinhältige Mittel sollten nur auf Rezept abgegeben werden. Vom Kau- und Lutschtabak, auch Oraltabak oder "rauchfreier Tabak" genannt, ist wegen der krebsfördernden Wirkung auf Mundschleimhaut und Pankreas überhaupt abzuraten. Außerdem kann er zu Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall führen und befreit Sie nicht von der Nikotin-Abhängigkeit. Besser als Snus oder E-Zigaretten sind jedenfalls Nikotinersatzpräparate, die nur für die Zeit der Entwöhnung verschrieben werden und deren Reinheit nach Arzneimittelgesetzen kontrolliert wird. 

*Ich habe im Internet Zigaretten gekauft, die komisch schmecken. -Das sollten Sie melden, weil Schimmelbefall oder verbotene Zusätze die Giftigkeit von Zigaretten noch erhöhen können. Im Internet sollten Sie keine Tabakwaren kaufen. Das ist in vielen Ländern sogar verboten. Melden sollten Sie trotzdem, auch unerwartete Symptome oder Reaktionen auf E-Zigaretten.

*Sollte ich als Raucher jährlich ein Lungenröntgen machen lassen? -Auch Raucher mit normalem Lungenröntgen haben schon aktivierte Stammzellgene in ihren Bronchien, die vom Tabakrauch so verändert wurden, dass daraus ein Lungenkrebs entstehen kann und der hat nach seiner Diagnose mit dem Lungenröntgen nur eine geringe Heilungschance. Bei Risikogruppen (z.B. Arbeiter, die sowohl jahrelange Asbestbelastung als auch langjährigen Tabakkonsum angeben) versucht man eine frühere Diagnose mit regelmäßiger Computertomographie und Sputumzytologie, aber verhindern kann man den Lungenkrebs dadurch nicht. Das Erkrankungs- und Sterberisiko an Lungenkrebs und anderen Raucherkrankheiten wird nur durch Tabakabstinenz reduziert.

*Kann mir ein Medikament helfen? -Kein Medikament kann Ihren Entschluss aufzuhören ersetzen. Nach dem Aufhören können  Medikamente das Verlangen zu rauchen sowie Rückfälle reduzieren, aber sie sollten nur von Erwachsenen und nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden. Das gleiche gilt für Nikotinersatz, der auch nur begrenzte Zeit verwendet werden sollte. Von "Wundermitteln" ist abzuraten, ebenso von der E-Zigarette und von Zigarettenersatz, der Sie nur in eine andere Form der Nikotinabhängigkeit führt. E-Zigaretten schädigen Herzmuskelzellen. Auch nikotinfreie E-Zigaretten reizen und verengen die Atemwege. Fragen Sie lieber Ihren Arzt oder Apotheker oder melden Sie sich zu einem Aufhör-Kurs an (Gruppentherapie ist erfolgreicher). Das Suchtgedächtnis beginnt man erst langsam zu verstehen, deshalb gibt es noch nicht viele medikamentöse Hilfen, aber viele schaffen es auch ohne Medikament. Wenn Sie sich nur auf ein Medikament verlassen, werden Sie leichter rückfällig. Beratung mit medikamentöser Unterstützung kann die Erfolgsrate verdreifachen, während Nikotinersatz ohne Beratung nicht hilft. Sowohl Medikamente als auch Beratung wirken besser, wenn das Rauchen in allen Lokalen untersagt ist.

*Kann ich durch Champix einen Infarkt bekommen? -Nein, aber durchs Weiterrauchen. Wenn Ihnen Ihr Arzt ein Medikament verschrieben hat, das Sie brauchen, um von der Zigarette loszukommen, nehmen Sie es! Denn für Sie persönlich macht es kaum einen Unterschied, ob Ihr Risiko für eine Herzkreislauferkrankung während der kurzen Behandlung 0,82% oder 1,06% beträgt. Entscheidend für Ihr zukünftiges Herzinfarktrisiko ist aber, ob Sie den Rauchstopp schaffen und nicht mehr rückfällig werden. Ein erhöhtes Risiko gehen vor allem Raucher ein, die zwar Medikamente einnehmen, die den Rauchstopp erleichtern sollen, aber dabei weiterrauchen. Champix hilft auch Infarktpatienten eher als Zyban, von der Zigarette loszukommen. Wenn Sie an Depression leiden, brauchen Sie vom Arzt verordnete Antidepressiva, aber auch den Rauchstopp, denn der Tabakrauch stört die autonome Regulation ihrer Herzfrequenz.

*Mein Fagerström Score ist 9. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? -Nein, solche Tests können den Erfolg einer Entwöhnung nicht voraussagen. Vertrauen Sie sich einem guten Therapeuten an. Auch stark nikotinabhängige Raucher können aufhören, wenn sie wollen. 

*Soll ich an einem Raucherseminar in meinem Betrieb teilnehmen? -Ja, Betriebsseminare haben hohe Erfolge, besonders wenn auch Ihre Arbeitskollegen teilnehmen. Manche Betriebe unterstützen Raucherseminare auch für die Ehepartner von Betriebsangehörigen oder reduzieren die Versicherungsprämien für Nichtraucher. Z.B. der Betriebsrat der sBausparkasse übernimmt die Hälfte der Kosten von Nichtraucherseminaren und die erfolgreichen Teilnehmer bekommen sogar den Selbstbehalt refundiert. Für Gastarbeiter gibt es telefonische Raucherberatung in ihrer Muttersprache.

*Der Betriebsarzt sagt mir, dass ich wegen meiner früheren Arbeit besonders gefährdet bin, einen Raucherkrebs zu bekommen. -Ja, aber nur wenn Sie weiterrauchen. In einigen Berufen (z.B. Friseurinnen) tritt Lungenkrebs nur deshalb häufiger auf, weil in diesen Berufen häufiger geraucht wird. In anderen Berufen (z.B. Bauindustrie) ist das Krebsrisiko höher als durch den Raucheranteil erwartet, aber meist sind Raucher davon betroffen. Blasenkrebs wird Tabakrauch und Arbeitsstoffe (z.B. aromatische Amine) verursacht, Nierenkrebs vor allem durch Tabakrauch und Arsen. Sogar Hautkrebs durch Arsen wird bei Rauchern häufiger beobachtet. Vor allem  ist das Lungenkrebsrisiko für Raucher besonders hoch, die zusätzlich aus der Umwelt mit Radon oder am Arbeitsplatz mit Asbest, Arsen, Chromat, Quarzstaub, Radon, radioaktiven Stäuben, etc. belastet waren. Ehemalige Asbestarbeiter können sich unter Tel. 0820 820 100 zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung anmelden. Lange vor einem Lungenkrebs kann es zu unspezifischem Abfall der Lungenfunktion und Entzündungszeichen kommen; bei Asbestarbeitern zu Rippenfellveränderungen. Eine rechtzeitige Diagnose ermöglicht die Computertomographie. Aber nur die Beendigung des Rauchens kann Ihr Lungenkrebsrisiko reduzieren, damit es gar nicht zum Ausbruch dieser Krankheit kommt. Auch bei beginnender Lärmschwerhörigkeit kann die Aufgabe des Rauchens den Fortschritt der Erkrankung bremsen, während sie bei Rauchern schneller fortschreitet

*Soll ich regelmäßig eine Computertomographie machen lassen? -Ein Lungenkrebsscreening wird im Alter zwischen 55 und 74 Jahren empfohlen, wenn das Produkt aus Zigarettenpackungen, die Sie pro Tag geraucht haben und der Rauchdauer in Jahren ("Packyears") mindestens 30 beträgt und Sie zuletzt noch nicht länger als 15 Jahre abstinent waren. Wenn Sie früher beruflich mit Asbest zu tun hatten, sollte das CT-Screening schon früher begonnen werden, wobei Packyears und Faserjahre für die Untersuchungsintervalle entscheidend sind. Wenn Sie Symptome haben, gehen Sie sofort zum Arzt! 

*Wie lange dauert es, bis ich mich nach dem Rauchstopp wieder wohler fühle? -Der Sauerstoff- und Kohlenmonoxidgehalt ihres Blutes normalisiert sich nach 8 Stunden, nach 48 Stunden beginnen sich Geruchs- und Geschmackssinn zu verbessern (Nervenendigungen wachsen wieder). Aber in den ersten Tagen werden Sie sich wegen der Nikotinentzugssymptome noch nicht besser fühlen. In den ersten Wochen und Monaten spüren Sie evt., wie der abgelagerte Teer aus den Atemwegen entfernt (z.T. mit Schleim ausgehustet) wird. Die Blutzirkulation verbessert sich nach 2 Wochen bis 3 Monaten. Nach 1 bis 9 Monaten wachsen wieder Flimmerhärchen in den Bronchien für die bessere Selbstreinigung und bereits nach einem Jahr ist das Risiko einer koronaren Herzkrankheit nur noch halb so groß wie die eines Rauchers. Fünf Jahre nach dem Rauchstopp halbiert sich die Sterbewahrscheinlichkeit an Lungenkrebs und das Schlaganfallrisiko gleicht sich dem eines Nichtrauchers an. Durch Rauchabstinenz, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung werden Sie u.a. auch durch ein geringeres Risiko für Brustkrebs und Darmkrebs belohnt.

*Warum soll ich wegen eines Handekzems das Rauchen aufgeben? -Weil das nicht nur Ihrer Lunge, sondern auch Ihrer Haut gut tun wird.

*Alternativen zur "Rauchpause" im Büro? -Gesunde Pausen (z.B. "Apfel-Pause", Spiel- und Lockerungspause, etc.)

*Dürfen Frauen mehr rauchen, weil sie seltener Lungenkrebs bekommen? -An und für sich nimmt das Lungenkrebsrisiko mit der Geburt von Kindern ab, ganz besonders aber, wenn die Schwangerschaft zum Rauchstopp führt und nachher nicht wieder zu rauchen begonnen wird. Frauen metabolisieren Nikotin wegen ihrer höheren Östrogenspiegel und CYP2A6-Aktivität schneller, was ihr Risiko bei gleicher Kotininkonzentration reduzieren könnte. Aber im Schnitt verzwölffachen Frauen ihr Lungenkrebsrisiko, wenn sie rauchen. Manche Studien sprechen sogar für ein höheres Risiko für Lungenkrebs und vor allem für COPD bei rauchenden Frauen im Vergleich zu gleich viel rauchenden Männern. Heute ist Lungenkrebs bei Österreicherinnen noch selten, weil sie in früheren Jahrzehnten weniger rauchten als Männer. Letzeres hat sich bei Jugendlichen leider schon geändert. Dazu kommt, dass sowohl Mädchen wie Buben immer früher mit dem Rauchen beginnen, was in Zukunft zu mehr Lungenkrebs führen wird. Dieser Trend wurde in U.K., U.S.A. und Japan schon nachgewiesen. Wenn Frauen wie Männer rauchen, sterben sie auch wie Männer. In jedem Lebensjahr haben RaucherInnen eine etwa doppelt so hohe Sterbewahrscheinlichkeit als Nichtraucher. 64% der Raucherinnen und 28% der Exraucherinnen sterben vorzeitig an Herz-Kreislauf-, Krebs- und anderen Erkrankungen. Insgesamt ist der Lebenszeitverlust durch Rauchen bei Frauen noch höher als bei Männern. So tritt z.B. der erste Herzinfarkt bei Rauchern im Schnitt um 6,2 Jahre früher auf als bei Nichtrauchern, bei Raucherinnen aber um 13,7 Jahre früher. Frauen erhöhen ihr Herzinfarktrisiko auch durch Passivrauchen: um 40% durch das Zusammenleben mit einem rauchenden Partner vom 20. bis zum 50. Lebensjahr, unabhängig davon, ob sie selbst aktiv rauchen oder nicht.  Schlaganfälle infolge des Rauchens sind bei Frauen mindestens ebenso häufig wie bei Männern und tödliche Hirnblutungen treten bei rauchenden Frauen mit Hochdruck 20-mal häufiger auf als bei Männern ohne diese beiden Risikofaktoren. Raucherinnen und Exraucherinnen verlieren fast 2 Lebensjahre mehr als Raucher und Exraucher. 5-10 Zigaretten pro Tag verdoppeln Ihr Risiko als Frau, schon im mittleren Alter zu sterben. Denken Sie auch an Ihr Risiko für Darm- und Brustkrebs (je mehr Sie geraucht haben, desto schlechter ist auch ihre Chance, davon geheilt zu werden), COPD, Rheuma, die frühe Alterung Ihrer Haut durch Rauchen, die beeinträchtigte Fruchtbarkeit, Störungen des Östrogenstoffwechsels und den früheren Eintritt der Menopause mit häufigeren Wechselbeschwerden.

*Frauen haben doch eine höhere Lebenserwartung? -Ja, aber das ist etwa zur Hälfte darauf zurückzuführen, dass bei den heutigen Sterbefällen der Anteil der Raucher bei Frauen noch wesentlich geringer ist als bei Männern. Etwa 40-60% der Geschlechtsunterschiede bei der Gesamtsterblichkeit sind in Europa dzt. auf das Aktivrauchen zurückzuführen. Da aber in vielen Ländern die Raucherraten bei Mädchen stark zunahmen, ist in Zukunft mit einem Anstieg der Raucherkrankheiten bei Frauen und einer Verringerung der Geschlechtsunterschiede bei der Sterblichkeit zu rechnen. In Österreich haben 15-jährige Mädchen ihre männlichen Altersgenossen beim Rauchen schon in den 1995 überholt und bei Frauen ist inzwischen bereits ein deutlicher Anstieg von Sterbefällen durch Tabakrauch zu beobachten. 

*Mein Arzt will mir als Raucherin die Pille nicht verschreiben, wieso? - Bei >15 Zigaretten täglich ist die Pille schon ab dem Alter von 35 Jahren wegen des Risikos einer Thromboembolie kontraindiziert. Ihre Verschreibung gilt als Kunstfehler (ähnlich wie bei genetischer Thromboseneigung, bei der das 20-fache Risiko von Homozygoten durch die Pille auf das 100-fache steigt). In jedem Alter sind vor Verschreibung der Pille anamnestische Hinweise auf erhöhte Thromboseneigung abzuklären. Findet sich nach anamnestischem Verdacht auch ein pathologischer Blutbefund auf APC-Resistenz, darf die Pille nicht verschrieben werden. Raucherinnen, die eine orale Kontrazeption wünschen, sind auf das Risiko einer Thromboembolie und die Möglichkeit einer Raucherentwöhnung hinzuweisen. Das Risiko für Schlaganfall nimmt auch ohne Pille mit der Zigarettenzahl zu, wobei Hochdruck und Tabakkonsum die größten Risikofaktoren sind. Durch verbesserte Hormonpräparate wird das Risiko für Herzinfarkt heute nicht mehr durch die Pille sondern ausschließlich durch das Rauchen bestimmt. Aber die Kombination von Nikotin und Östrogen erhöht das Risiko für einen schweren Schlaganfall (Insult, Hirnerweichung).

*Muss ich bei Kinderwunsch zu rauchen aufhören? -Unbedingt! Kinderwunsch wird ohne Tabakrauch leichter erfüllt und in der Schwangerschaft dürfen Sie ohnedies nicht mehr rauchen, wenn Sie dem Kind nicht schaden wollen. Jetzt können Sie sich das Aufhören noch mit Medikamenten erleichtern, die in der Schwangerschaft verboten sind. Daher sollten Sie schon zu rauchen aufhören, bevor Sie schwanger werden. Das ist für Ihr Kind und Sie selbst wichtig. Auch "leichte" Zigaretten verursachen schwere Schäden an Stammzellen

*Ich erwarte ein Kind und rauche deshalb schon weniger, habe aber gehört, dass mein Kind Entzugserscheinungen bekommt, wenn ich ganz aufhöre. -Dieses Gerücht hat vermutlich die Tabakindustrie in Umlauf gebracht, um Frauen davon abzuhalten, in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Entzugserscheinungen sind nur bei Neugeborenen von Müttern nachgewiesen, die weitergeraucht haben. Je früher Sie das Rauchen als Schwangere ganz einstellen, desto besser für Ihr Kind! Wenn Sie eine Totgeburt vermeiden und Ihr Kind sicher gesund behalten wollen, müssen Sie sofort aufhören und sollten dem Kind (und Ihnen selbst) zuliebe auch nach der Geburt nicht mehr zu rauchen beginnen. Meiden Sie Raucher und machen Sie Bewegung, wenn Sie das Verlangen nach einer Zigarette verspüren. Wenn Sie glauben, nicht aufhören zu können, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, weil das ein Zeichen ist, dass Sie selbst krank sind. Therapeuten helfen Ihnen, von der Zigarette loszukommen, ganz ohne Medikamente.

* Darf ich als Schwangere Nikotinersatz verwenden? -Das Gesundheitsrisiko für das Kind  wäre zwar noch größer, wenn Sie weiterrauchen, und ebenso Ihr persönliches Risiko (z.B. für eine Thrombose). Allerdings wird das Risiko für Missbildungen durch Nikotinersatz erhöht und die Entwicklung bestimmter Hirnfunktionen (Hörverständnis) beeinträchtigt. Sie können negative Nikotinwirkungen auch nicht durch Einnahme von Vitaminen verhindern: Bei der Testung von Cholin und Vitamin C (zur Verhinderung der nikotininduzierten Reifungsstörung der Lunge) stellte sich heraus, dass Schäden in bestimmten Hirnarealen sogar zunahmen. (Allerdings ist eine ausreichende Vitaminzufuhr jeder Schwangeren zu empfehlen, wobei Vitamin C unter anderem die Bildung krebsfördernder Nitrosamine verhindern kann). Nikotinpflaster (nur tags) ist zwar weniger schädlich als weiter zu rauchen, aber ohne Rauchstopp ist die Verwendung von Nikotinersatz ein zusätzliches Risiko. Nikotin- Kaugummi hilft Schwangeren zwar, weniger zu rauchen, aber nur der vollständige Rauchstopp kann Schäden bei Ihrem Kind verlässlich verhindern und dabei hilft der Kaugummi nicht, sondern nur Ihre Liebe zum Kind. Snus erhöht das Risiko für die Mutter (Eklampsie) und das Kind. Sie sollten also dem Kind zuliebe auf Nikotin in jeder Form verzichten. Das ist nicht so schwer wie Ihnen Nikotinverkäufer vorlügen. Missbildungen durch Rauchen in der Schwangerschaft betreffen eher die Finger, während Nikotinpflaster, -kaugummi und -inhalatoren das Risiko für schwerere Missbildungen des Skeletts und der Muskeln verdoppeln können. Auch sollten Sie bedenken, dass die Nikotinkonzentration im Gehirn des Ungeborenen 2,5-Mal höhere Werte erreicht als im mütterlichen Blut und die sich bildenden Nikotinrezeptoren die Grundlage einer späteren Nikotinsucht darstellen.

*Wieso zahlt die Krankenkasse die Medikamente zur Raucherentwöhnung nicht? -Die Rauchertherapie sollte der Verursacher der Nikotinsucht zahlen: die Tabakindustrie. Die Krankenkasse bietet kostenlose Raucherberatung an. Aber Sie haben recht, dass die Kasse am falschen Ort spart: bei den niedergelassenen Ärzten. Die müssen sich in Deutschland und Österreich die Fortbildung in Rauchertherapie aus eigener Tasche zahlen und können dafür später keine Kassenleistung verrechnen. In der Schweiz werden alle Fortbildungskosten und Zeitaufwandsentschädigungen für Rauchertherapiekurse aus der Tabaksteuer bezahlt und der Praktische Arzt kann der Kasse pro Quartal 45 Minuten Beratung für einen gesunden Raucher verrechnen, der Facharzt sogar 90 Minuten. . Nach einem Gerichtsurteil werden wahrscheinlich auch die Medikamentenkosten für Vareniclin von der Kasse übernommen weil Nikotinsucht eine Krankheit ist (mit Kontrollverlust).

*Sind die Zusatzstoffe wirklich gefährlicher als der Tabak? -Aus beidem entwickeln sich bei der Verbrennung die atembaren Gifte und Karzinogene. Nikotin wird auf Rauchpartikeln in die Tiefe der Lunge transportiert und dort rasch ins Blut aufgenommen. Die besondere Gefährlichkeit der Zigarette resultiert aus der Mischung des Suchtgiftes Nikotin und anderen Tabakinhaltsstoffen mit Additiven, z.B. Lävulinsäure, die rascher nikotinsüchtig macht oder Geschmacksstoffen, die schon Kindern den Einstieg erleichtern und Erwachsenen den Ausstieg erschweren bzw. eine Bindung an eine Marke erzielen sollen. Deshalb werden Süßstoffe zugesetzt, obwohl aus ihnen bei der Verbrennung zusätzliche Karzinogene entstehen. Menthol wird zugesetzt, weil seine schleimhautbetäubende und kühlende Wirkung auch dem jungen Raucher eine tiefe Inhalation ermöglicht. Das geht mit einer stärkeren Aufnahme von Nikotin und Karzinogenen einher. Die Tabakindustrie hat die Wirkung der Additive an zu wenigen Versuchstieren getestet und überdies verschwiegen, dass die Feinstaubbelastung und Toxizität durch die Additive zunahm. (Das wurde durch Bezug auf gleiche Feinstaubmengen verschleiert). In Österreich wurden Zigaretten bisher noch nicht durch ein unabhängiges Labor getestet wie in Nachbarländern, wo schon verbotene Stoffe entdeckt wurden (z.B. Appetitzügler). Aber an Brüssel muss gemeldet werden und hier finden Sie die gemeldeten Zusatzstoffe Ihrer Zigarettenmarke. In der EU und den USA müssen Additive seit 2010 deklariert werden. Einige besonders gefährliche Karzinogene des Tabaks entwickeln sich erst beim Rauchen und sind auch in Ihrem Harn nachweisbar.

*Schaden mir die Brandschutz-Zigaretten? -Jede Zigarette schadet. Die 2 ringförmigen Verstärkungen des Zigarettenpapiers bewirken, dass die Zigarette an dieser Stelle ausgeht, wenn Sie nicht daran ziehen. Das reduziert die Brandgefahr, hat aber auf Nikotin- und Kohlenmonoxidaufnahme keine Auswirkung. In Österreich werden jährlich ca. 30 Tote durch Zigarettenbrände registriert, aber die Dunkelziffer dürfte höher sein.

*Besteht beim Rauchstopp die Gefahr, eine Depression zu bekommen? -Nein, psychisch gesunde Menschen entwickeln beim Rauchstopp keine depressiven Symptome. Wenn diese Symptome schon vor dem Aufhörversuch bestehen, sollten Sie aber jedenfalls ärztlichen Rat einholen. Auch zu starke Gewichtszunahme sollten Sie verhindern, weil ihr Diabetesrisiko als Raucher erhöht ist.

*Ich  bin wegen Depressionen in Behandlung. Kann ich da überhaupt zu rauchen aufhören? -Ja, gerade depressive Menschen brauchen besondere ärztliche Hilfe, um von der Zigarette loszukommen. Auch wenn es Ihnen schwerer fällt, Sie werden es schaffen und damit auch wieder Selbstvertrauen gewinnen. Denn das Rauchen ist eine der Ursachen Ihrer Depression. Aber Sie sollten beim Aufhören unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Rückenschmerzen werden durch den Rauchstopp gelindert und sind danach besser behandelbar.

*Rauchen soll doch vor Alzheimer schützen? -Nein. Prospektivstudien zeigen im Gegenteil einen rascheren geistigen Abbau bei Rauchern, dessen Ursachen (Arteriosklerose, Hochdruck, TIA, Mini-Insulte, Hirnzellverlust, etc.) allerdings noch nicht aufgeklärt sind. Rauchen und hoher Blutdruck schädigen Hirnfunktionen nachhaltig. Auch M. Alzheimer entwickelte sich bei Rauchern häufiger, besonders bei starken Rauchern. Chronische Nikotinzufuhr fördert die schädliche Ablagerung von Rückständen in den Hirnzellen. Gesichert ist die Beschleunigung von Alterungsprozessen durch Tabakrauch, aber auch das höhere Risiko für Alzheimer. Im Tierversuch fanden sich Hirnveränderungen wie bei Alzheimer durch Tabakrauch sowie Frühschäden durch Nikotin.

*Schadet Tabakrauch meinem Haustier? -Ja, bei Hunden und Katzen wurden in Raucherhaushalten mehr bösartige Neubildungen beobachtet, bei Hunden auch Hautkrankheiten.

*Ich habe Osteoporose, kann das mit Rauchen zusammenhängen? -Ja, Rauchen verursacht Stoffwechselstörungen, auch im Knochen. Je länger Sie rauchen, desto brüchiger wird der Knochen. Sogar der Zigarettenrauch Ihrer Eltern, dem Sie schon vor und nach der Geburt ausgesetzt waren, kann den Grundstein für Ihre heutige Knochenerkrankung gelegt haben. Aber wenn Sie jetzt zu rauchen aufhören, sich viel bewegen (Fitnessstudio) und ausreichend Kalzium und Vitamin D3 (und erforderlichenfalls andere vom Arzt verordnete Medikamente) einnehmen, wird sich die Krankheit bessern. Auch im Falle eines Knochenbruchs wird die Heilung besser und die Komplikationsrate geringer sein, wenn Sie nicht mehr rauchen.

*Gibt es Krankheiten, bei denen Tabakrauchen hilft? - Nein! Rauchen hilft nur der Tabakindustrie, die deshalb solche Geschichten erfindet oder Studien falsch interpretiert. Z.B. das "geringere Risiko" für Melanom bei Rauchern (in manchen Studien) ist dadurch zu erklären, dass sie diese Spätfolge der UV-Bestrahlung seltener erleben, weil sie vorher an einer Raucherkrankheit sterben. Die wenigen Krankheiten, die durch Rauchen angeblich gebessert werden (z.B. manche Formen von Colitis ulcerosa), könnten höchstens mit Einzelsubstanzen (Nikotin?), nicht aber mit dem Cocktail aus giftigen und krebsfördernden Substanzen behandelt werden, die im Tabakrauch enthalten sind. Auch Schizophrenen schadet die "Selbstbehandlung" mit Tabakrauch und nützt die Entwöhnung. Der Arzt muss jedenfalls Wechselwirkungen zwischen Psychopharmaka und Rauchen berücksichtigen und zu geeigneten Medikamenten bzw. einer rauchfreien Nikotinersatztherapie raten. Selbst bei der rauchfreien Nikotintherapie, wie sie z.B. bei Colitis ulcerosa in Erwägung gezogen wurde, sind unerwünschte Nebenwirkungen auf Herz, Gefäße, etc. und das beträchtliche Suchtpotential abzuwägen, weshalb sie in der Regel nur während des Zigarettenentzugs eingesetzt wird. Raucher haben im Laufe ihres verkürzten Lebens auch mehr Schmerzen. Manche scheinbaren Vorteile des Rauchens (z.B. bei Osteoarthritis) hielten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Positive Wirkungen beschränken sich auf Fallberichte.

*Verschwende ich als Arzt nicht meine Zeit mit uneinsichtigen Rauchern? -Lassen Sie mich mit einem Zitat von Plato antworten: "Ein miserabler Arzt und schwacher Mensch ist derjenige, welcher seine Patienten behandelt und zulässt, daß sie auf demselben Wege weitergehen, der sie krank gemacht hat." Allerdings wird Ihnen die Arbeit, Raucher aufzuklären, in Österreich besonders schwer gemacht: Es braucht lückenlose Rauchverbote an allen Arbeitsplätzen und in allen öffentlich zugänglichen Räumen, um gedankenlosen Rauchern die Gefährlichkeit des Tabakrauchs bewusst zu machen und Aufhörwilligen den Ausstieg zu erleichtern und es braucht mehr Unterstützung bei Aufhörversuchen und Rückfallvermeidung, u.a. auch durch ein Verbot der Schleichwerbung der Tabakindustrie und Medienkampagnen fürs Nichtrauchen..

*Werden psychiatrische Patienten durch Rauchverbote aggressiv? -Nein, das Gegenteil wurde beobachtet. Auch Patienten mit Schizophrenie oder Bipolarer Störung hilft die Entwöhnung von der Zigarette.
 

*Werden die Folgen des Passivrauchens nicht übertrieben? -Die Gesundheitspolitik sollte sich an wissenschaftlich gesicherte Fakten halten, was leider in Österreich bisher nicht der Fall war. Der Nebenstromrauch von der Zigarettenspitze enthält viele Schadstoffe (einschließlich Karzinogene) in einer vielfach höheren Konzentration als der Hauptstromrauch, den Sie (bei höherer Verbrennungstemperatur) durch das Zigarettenfilter inhalieren. Nehmen Sie Rücksicht auf sich selbst und andere und rauchen Sie nicht in Räumen, wo sich dieser gefährliche Nebenstromrauch anreichert. Das Problembewusstsein zum Passivrauchen ist in den fortschrittlichen Ländern der EU, in Nordamerika und Australien viel stärker ausgeprägt. Dort haben auch die Raucher erkannt, dass auch sie gesundheitlich von Rauchverboten profitieren und Herzinfarkte, Schlaganfälle und Lungenerkrankungen nach Rauchverboten abnehmen.

*Muss ich meiner Lebensversicherung auch melden, dass ich Gelegenheitsraucher bin? -Ja, denn falsche Angaben können zum Verlust der Versicherungsleistung führen, auch wenn man bei einem Autounfall nur wenige Zigaretten bei Ihnen findet, die Sie gelegentlich geraucht haben. Aber wenn Sie wirklich keine einzige Zigarette mehr rauchen, sollten Sie eine Reduktion Ihrer Versicherungsprämie auf die Hälfte verlangen.

*Warum wird Alkohol nicht ebenso bekämpft wie Tabak? Weil Alkohol in kleinen Dosen gesund ist, nur einen kleinen Teil seiner Konsumenten süchtig macht und andere von normalen Konsumenten nicht geschädigt werden, wenn auf den Alkoholkonsum bei bestimmten Tätigkeiten (z.B. Lenken eines KFZ) verzichtet wird. Die Tabakindustrie versucht, vom Nikotin auf andere Themen abzulenken, freut sich aber, dass Exraucher unter Alkoholeinfluss wieder zu rauchen beginnen. 

*Krebs hat doch abgenommen? -Allgemein hat die Krebssterblichkeit vor allem durch die bessere Therapie abgenommen, aber manche Raucherkarzinome wie Blasenkrebs zeigen eher einen zunehmenden Trend und die große Welle der Raucherkarzinome (vor allem Lungenkrebs) steht uns bei Frauen noch bevor, weil Mädchen immer früher und häufiger zu rauchen beginnen. Auch bei Männern ist wieder eine Zunahme von Krebs zu erwarten, wenn der gegenwärtige Trend zum Rauchen bei den Buben anhält. Auch Pfeifen- oder Zigarrenraucher haben ein hohes Krebsrisiko, wobei alle Raucher auch nach Heilung eines Raucherkarzinoms mit einem Zweitkarzinom rechnen müssen. Obwohl die Raucherquoten in U.S.A. wesentlich stärker abnahmen als in Österreich, ist dort noch immer jeder dritte Krebstodesfall auf das Rauchen zurückzuführen, in Österreich fast jeder zweite. In Europawurden 36% der Krebsfälle dem Aktivrauchen zugeschrieben. Mit dem Aktivrauchen nimmt auch die Zahl der Passivraucher zu und die durch langes Passivrauchen verursachten Krebsfälle, besonders in Ländern mit schlechtem Nichtraucherschutz. In Mitteleuropa ließe sich etwa die Hälfte aller Krebsfälle durch Verbesserung der Umweltbedingungen und Änderung der Lebensgewohnheiten verhindern.

*Kann Tabakrauch wirklich zu Brustkrebs führen? -Ja, unter bestimmten Voraussetzungen (erbliche Belastung) kommt es sogar durch Passivrauchen (vor allem während der Zeit, in der sich die Brustdrüse entwickelt) noch vor der Menopause zum Brustkrebs. Trotz der antiöstrogenen Wirkung von Tabakrauch haben Raucherinnen auch nach der Menopause ein fast um ein Fünftel erhöhtes Brustkrebsrisiko, wobei Nikotin Wachstum und Ausbreitung von Brustkrebs fördert. Ob vor oder nach der ersten Schwangerschaftzu rauchen begonnen wurde, scheint keinen Unterschied zu machen, wohl aber die frühe Rauchbelastung (aktiv und passiv) in der Pubertät und die Kombination einer erblichen mit einer Umweltbelastung, möglicherweise auch mit Hormontherapie.

*Wird meine Lunge wirklich schwarz? -Ja, der Kohlenstoff-Gehalt steigt mit der Zahl der Zigaretten, die Sie im Leben geraucht haben, ist aber nicht entscheidend für das Krebsrisiko, wie Sie an höher mit Kohlenstoff belasteten Bergarbeitern sehen, die als Nichtraucher kein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. Vielmehr sind  Teerstoffe, Nitrosamine und andere Spurenstoffe, die sich an die feinen Russpartikel anlagern, für den Krebs verantwortlich. 

*Mein Arzt riet mir zum Rauchstopp vor meiner Operation. Hat das jetzt noch einen Sinn? -Ja, postoperative Komplikationen nehmen dadurch ab. Am besten, Sie hören schon 4 Wochen vor der Operation zu rauchen auf. Mit Hilfe geht es leichter. Auch der Schmerzmittelbedarf ist beim Nichtraucher geringer.

*Ich hatte schon einen Herzanfall. Nützt es jetzt noch, aufzuhören?  -Ja! Wenn Sie nicht mehr rauchen, nimmt Ihr Rückfallrisiko ab. Wenn erforderlich, dürfen auch Patienten mit stabiler Angina pectoris vorübergehend und unter ärztlicher Aufsicht Nikotinpflaster verwenden, aber sie müssen unbedingt aufhören zu rauchen. Auch andere Medikamente erleichtern das Aufhören und eine Psychotherapie ist auf jeden Fall zu empfehlen. Fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie die beste Therapie ist, einschließlich Ernährung und Blutdruckkontrolle. Auch wenn Ihre Herzkranzgefäße schon verengt sind oder schon aufgedehnt werden mussten, hilft Ihnen der Rauchstopp und verlängert Ihr Leben.

*Bei mir wurde COPD (chronische Atemwegsobstruktion) diagnostiziert. Ist es jetzt zu spät für eine Rauchertherapie? -Nein, auch wenn sich nicht mehr ganz gesund werden, weil der Tabakrauch Ihre Lungen schneller altern ließ, zahlt es sich immer noch aus, mit dem Rauchen sofort aufzuhören. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Ihnen ein Medikament den Rauchstopp erleichtern kann. Warten Sie nicht, bis Sie durch Ihre Krankheit depressiv werden und Ihnen der Ausstieg noch schwerer fällt. Auch Asthmatikern verhilft der Ausstieg zu einer besseren Lungenfunktion. Am schnellsten profitieren Herzpatienten vom Rauchstopp.

 *Kann ich mir selbst helfen, wenn ich schon an einer chronischen Lungenkrankheit leide? -Ja, aber die Betreuung durch Ihren Arzt ist unersetzlich. Er informiert Sie auch über neue Medikamente gegen Asthma, Bronchitis, COPD, Emphysem, etc. Was Sie selbst beitragen können ist, verschmutzte Luft zu meiden, sowohl Tabakrauch wie Verkehrsabgase.

*Ich bin zur Lungentransplantation vorgemerkt. Soll ich eine Raucherlunge ablehnen? -Nein, es stehen dzt. leider zu wenig Spenderlungen zur Verfügung, sodass Sie nicht auf eine Nichtraucherlunge warten können. Wichtig ist, dass Sie selbst weder aktiv noch passiv rauchen.

*Kann mein Raucherbeinnicht auch vom Hochdruck und den Blutfetten gekommen sein? -Die Kombination von Rauchen mit hohem Blutdruck, hohen Blutfetten und Diabetes II ist besonders gefährlich, aber allein durch das Rauchen können Sie (über 24,2 Jahre) ein 12,9-fach erhöhtes Risiko für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit entwickelt haben. Bei Rauchern sind vor allem die Arterien im Oberschenkel betroffen, aber wenn Diabetes dazukommt, der ebenfalls durch Rauchen gefördert wird, auch die Arterien des Unterschenkels, was eine Bypass-Operation oft unmöglich macht.

*Ich habe gelesen, dass nur die Teerstoffe krank machen und Nikotinharmlos ist? -Das stimmt leider nicht. Nikotin ist nicht nur ein starkes Suchtgift, sondern auch ein starkes Gift, das die Tabakpflanze gegen Fressfeinde entwickelte. Es belastet schon in geringer Dosis Herz und Gefäße, stört beim Fetus die Hirnentwicklung und ist ein Vorläufer eines sehr potenten Lungenkarzinogens (NNK). Außerdem ist es als "Promotor" an der krebsfördernden Wirkung von Tabakrauch in Lunge und Magen beteiligt, fördert die Ausbreitung von Brustkrebs und wahrscheinlich auch anderer Krebsarten, besonders im Verdauungstrakt. Nikotin schädigt die Erbsubstanz, hemmt die natürliche Tötung von Krebszellen und die Wirksamkeit der Krebsbehandlung (Chemotherapie und Bestrahlung). Strengere gesetzliche Regulierungen von Nikotin sind jedenfalls zu erwarten. Um ihnen zuvor zu kommen, erforscht die Tabakindustrie bereits Alternativstoffe mit vergleichbarer Wirkung im Gehirn. Vor allem aber erweitert sie ihre Produktpalette, um damit neue Kunden zu gewinnen und die Nikotinsucht der Konsumenten aufrechtzuerhalten. Während die Tabak- und Nikotinindustrie Rauchern eine Risikoreduktion verspricht, versucht sie, die Wirkung von Rauchverboten und den Ausstieg aus der Nikotinsucht zu verhindern. 

*Rauchen im eigenen Auto kann mir doch niemand verbieten? -In Österreich nicht, in anderen Ländern schon: Vor allem wenn Sie Kinder mitführen, aber auch wegen der Verkehrssicherheit.

*Rauchverbote bevormunden doch die Raucher? -Nein, sie reduzieren den Tabakkonsum, helfen ihnen beim Ausstieg aus der Nikotinsucht, halten die Umgebungsluft für alle sauber und senken in der gesamten Bevölkerung die Spitalsaufnahmen wegen Asthma, Herzinfarkt und Schlaganfall. In Holland folgte z.B. dem Rauchverbot an allen Arbeitsplätzen eine Abnahme der Raucherquote um 9%. Das Rauchverbot in der Gastronomie half nur dort Rauchern beim Rauchstopp, wo keine Ausnahmen zugelassen wurden. Beim Personal in der Gastronomie verbessert sich nach Rauchverboten die Gesundheit rasch.

*Wurde die Rauchkultur durch eine Diskriminierung der Raucher abgelöst? -Nein, weil man gegen die Tätigkeit Rauchen nicht diskriminieren kann. Die Produktion von Suchtgiften, die in der 3. Welt mit Raubbau an der Natur und Kinderarbeit beginnt und mit dem frühzeitigen Tod jedes zweiten Konsumenten endet, sollte nicht als "Kultur" bezeichnet werden.

*Wieso sind Österreich und Deutschland bei der Tabakkontrolle so rückständig? -Nikotinsucht kann der Arzt behandeln, aber Gewinnsucht nicht. Solange die Tabakindustrie das Geld, das sie den Rauchern abnimmt, teilweise wieder in die Verführung von Kindern und die Bestechung von Erwachsenen investieren darf, bleiben Fortschritte in diesen Ländern bescheiden. Sogar Süchtige, die verdrängen, lassen sich motivieren, aber bei korrupten Politikern sind wir chancenlos.

*Stimmt es, dass von Rauchverboten nur Nichtraucher profitieren? -Nein, zunächst kommt es zwar durch Wegfall des Passivrauchens bei Nichtrauchern zum stärksten Rückgang der Herzinfarkte, gefolgt von den Exrauchern. Aber langfristig profitieren vor allem Raucher, die das Rauchen aufgeben (nachgewiesen z.B. in Bars, aber auch in der Allgemeinbevölkerung), weil es ihnen die Rauchverbote schwer machen, jederzeit und in angenehmer Umgebung zu rauchen. In Italien ging die Raucherquote von 26,2% (2004, vor dem Rauchverbot) auf 21,7% (2010) zurück. Noch deutlicher waren die Rückgänge im Vereinigten Königreich, das keine Raucherzimmer zuließ. In Irland, das schon 2004 ausnahmslose Rauchverbote einführte, wurden nachhaltige Rückgänge der Spitalsaufnahmen wegen Koronarerkrankungen bei Rauchern und Nichtrauchern sowie der Todesfälle an Herzinfarkten und Schlaganfällen beobachtet. Eine Metastudie in 33 Ländern und Regionen fand umso stärkere Rückgänge der Spitalsaufnahmen je weniger Ausnahmen das gesetzliche Rauchverbot zuließ: Im Schnitt nahmen nach dem Rauchverbot Spitalsaufnahmen wegen Herzinfarkt um 15% ab, bei Schlaganfällen waren es 16% und bei Lungenkrankheiten betrug die Abnahme sogar 24%. In den USA hatte der Nichtraucherschutz die stärkste Wirkung auf die Raucherquote, gefolgt von der Höhe der Tabaksteuer. Es würde Ihnen leichter fallen aufzuhören, wenn Sie für jede Zigarette ins Freie gehen müssten und eine Packung 10 € kostete.

*Bekomme ich Diabetes, wenn ich zu rauchen aufhöre? -Nein, wenn Sie die Zigarette nicht durch Naschereien ersetzen und stark zunehmen. Raucher haben von Anfang an ein 30% höheres Risiko für Diabetes als Nichtraucher. In den ersten 3 Jahren nach einem Rauchstopp kann dieses Risiko vorübergehend sogar um 90% höher werden, wenn man sich unvernünftig ernährt, sinkt aber schließlich wieder auf den Wert eines Nichtrauchers. Für einen Diabetiker ist der Rauchstopp noch wichtiger als die Zuckereinstellung, um Herz- und Gefäßkrankheiten zu vermeiden.

*Schützt Rauchen vor Parkinson? -Nein, Parkinson-Patienten sind von ihrer Persönlichkeitsstruktur her eher vorsichtig und vermeiden Gesundheitsrisken wie Rauchen. Für eine kausale Beziehung zwischen Nichtrauchen und Parkinson fanden sich keine Beweise, aber es gibt viele Hypothesen, z.B. die Hemmung der Hormonwirkung weit verbreiteter Pestizide wie Lindan durch Nikotin oder die Antikörper, die das Tabakmosaikvirus induziert.

*Warum muss ich wegen einer kosmetischen Operation das Rauchen aufgeben? -Weil Nikotin und andere Gifte den Operationserfolg gefährden. Wenn Sie es schaffen, mindestens 4 Wochen vor der Operation nicht zu rauchen, wie es der Chirurg verlangt, haben Sie schon die schlimmsten Entzugssymptome hinter sich und sollten diese einmalige Chance nützen, Nichtraucher zu bleiben. Auch Ihre Haut wird es Ihnen danken und langsamer altern.

*Warum soll ich als Schmerzpatient das Rauchen aufgeben? -Weil Sie dann mit den Schmerzen besser fertig werden und weniger starke Schmerzmittel brauchen. Das höhere Rheumarisiko von Rauchern wird durch den Rauchstopp reduziert.

*Warum sollen Nierenkranke nicht rauchen? -Wegen toxischer Wirkungen von Nikotin auf Gefäße und Niere.

*Kann mir Oraltabak (Snus) helfen, von der Zigarette loszukommen? -Nein, wenn Sie medikamentöse Hilfe brauchen, sollten Sie ein reines und für Sie geeignetes Medikament aus der Apotheke verwenden und keines, das Krebs in Mundhöhle, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse verursachen kann. Auch Kautabak führt zu einer Verengung der Herzkranzgefäße. Über rauchfreien Tabak nehmen Sie mehr tabakspezifische Nitrosamine auf als über Zigarettenrauch, was wahrscheinlich die Ursache für sein Krebsrisiko in Mundhöhle und Bauchspeicheldrüse ist.

*Mein Mann soll wegen Lungenkrebs operiert werden. Jetzt ist es doch zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören? -Nein, denn die Ärzte haben Ihren Gatten nicht aufgegeben. Auch sein Operationsrisiko ist ohne Zigarette geringer. Selbst bei den bösartigen kleinzelligen Bronchuskarzinomen ist die 5-Jahres-Überlebensrate bei Rauchern, die mit Beginn der Therapie aufhören, immerhin noch 9%, bei denen die weiterrauchen nur 4%.

*Meine Schwester ist an einer Hirnblutung gestorben. Sollte ich lieber das Rauchen aufgeben? -Unbedingt! Rauchen ist eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall, ebenso wie angeborenen Aneurismen. Lassen Sie beim Hausarzt ihren Blutdruck kontrollieren, fragen Sie ihn um Hilfe zur Raucherentwöhnung und bitten Sie ihn um eine Überweisung zu einer internistischen und neurologischen Vorsorgeuntersuchung. Alle Hirnblutungen treten häufiger bei hohem Blutdruck und bei Rauchern auf, wobei auch das Rauchen eine blutdrucksteigernde Wirkung haben kann.

*Wieso fördert das Rauchen Thrombosen und Embolien? -Weil es die Gerinnung fördert, u.a. durch Erhöhung des Fibrinogen im Blut.

*Ich habe eine Fettleber. Kann  das Rauchen der Leber schaden? -Ja, auch wenn Ihre Erkrankung durch falsche Ernährung entstand, wird sie durch das Rauchen eher fortschreiten. Auch auf Alkohol und süße Softdrinks sollten Sie verzichten.

*Ist Rauchen gemeinsam mit Alkohol schädlicher? -Ja, besonders schädlich bei der Mutter für das Ungeborene,  aber auch  männliche Potenz und Fruchtbarkeit werden durch die Kombination noch stärker beeinträchtigt und Kehlkopfkrebs sowie  Karzinome im oberen Verdauungstrakt nehmen überproportional zu. Auch im Gehirn gibt es Interaktionen von Alkohol und Nikotin.

*Kann ich mich als Raucher durch Vitamine vor Krankheit schützen? -Nein, nur durch Nichtrauchen! Gegen Lungentzündung und Raucherkrebs sind Vitamine machtlos. Antioxidantien wie Vitamin E und Provitamin A helfen dem Raucher nicht. Durch Einnahme von Medikamenten mit Provitamin A (Beta-Karotin) kann ihr Krebsrisiko sogar ansteigen. Auch Herzkranzgefäßerkrankungen können dadurch noch zunehmen. Während Krebs- und Herzkreislaufrisken von Nichtrauchern durch Beta-Karotin gesenkt werden, sollten Raucher auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel verzichten und ihren Beta-Karotinbedarf nur aus natürlichen Quellen decken, um Überdosierung zu vermeiden. Das gleiche gilt für Antioxidantien. Auch Medikamente wie bestimmte Antirheumatikaeignen sich nicht zur Vorbeugung gegen Mundhöhlenkrebs, weil sie gleichzeitig das Herz-Kreislaufrisikos des Rauchers erhöhen. Rauchern kann man nur raten, viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten zu essen, vor allem aber, das Rauchen einzustellen. Denn auch große Mengen Obst und Gemüse können die krebsfördernde Wirkung einer einzigen Zigarette nicht wettmachen. Auch um einer Erblindung vorzubeugen, sollten Sie primär zu rauchen aufhören, denn Rauchen verdreifacht Ihr Risiko einer Maculadegeneration und Gemüse- und Fischkonsum allein (Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Betain, Methionin) kann dieses Risiko nicht verhindern. Auch Spurenelemente wie Selen können nur helfen (z.B. gegen die Entwicklung eines Karzinoms der Prostata), wenn Sie das Rauchen aufgeben. Das gleiche gilt für Entzündungshemmer, auch wenn manche Pharma-Vertreter anderes sagen. Bei starken Rauchern kann man paradoxe Erhöhungen des Lungenkrebsrisikos bei hoher Zufuhr von Selen finden.

*Gibt es eine Impfung gegen das Rauchen? -Impfstoffe gegen die Nikotinsucht sind dzt. erst in Entwicklung. Das Prinzip besteht darin, dass das kleine Nikotinmolekül mit einem großen Eiweißkörper konjugiert wird (z.B. Nikotin-Butylsäure mit Choleratoxin B), damit über diesen Proteinträger eine Antikörperbildung ausgelöst wird. Wenn dann die über Zigaretten aufgenommenen Nikotinmoleküle von diesen Antikörpern gebunden werden, können sie nicht mehr ins Gehirn eindringen. Leider ist der Schutz des Gehirns bisher nur sehr unvollständig gelungen. Die Hauptindikation der zukünftigen Impfung dürfte eine Unterstützung einer Rauchertherapie und eine Rückfallprophylaxe für bestimmte Exraucher werden. Aber auch bei monatlicher Auffrischung sind die Erfolge bisher bescheiden.Weder von einer Impfung noch von genetischem Screening sind Wunder zu erwarten. Eine Schutzimpfung von Kindern und Jugendlichen vor der Krankheit der Nikotinsucht ist nicht kosteneffizient und jedenfalls entbehrlich, wenn die Verführung durch indirekte Tabakwerbung unterbunden wird.

*Wieso ist die Suchtgefahr bei der Zigarette höher als bei Nikotinpflaster oder -kaugummi? - Das hängt z.T. mit der Nikotinaufnahme ins Blut zusammen, die beim Rauchen rascher erfolgt (allerdings erfolgt die Aufnahme ins Gehirn nicht so rasch, wie früher angenommen). Tabakrauch enthält zusätzlich Substanzen wie Acetaldehyd, welche die Suchtbildung fördern. In Europa wird jetzt damit begonnen, suchtbeschleunigende Zusatzstoffe wie Ammoniak zu verbieten.

*Haften Zigarettenhersteller für Gesundheitsschäden? -Ja. Ein Taschenbuch gibt den Opfern Beistand in Haftungsfragen. Das pdf einer Kurzfassung sendet Ihnen der Autor <davani@gmx.net> kostenlos zu. Dieser Weg ist in anderen Ländern (meist in Form von Sammelklagen) schon erfolgreich beschritten worden. Eine Beweislastumkehr wird auch im deutschsprachigen Raum durch das Haftungsrecht ermöglicht.

*Macht Tabakrauch auch süchtig, wenn er mit Wasserpfeife inhaliert wird? -Ja, auch dieser Rauch enthält viele Teer- und Giftstoffe. Zu bekannten Gefahren des Rauchens kommen noch mehr Kohlenmonoxid aus der Holzkohle, Infektionsgefahren beim kollektiven Rauchen (z.B. Herpes, Pilze) und solche aus beigemischten psychoaktiven Substanzen. Auch Peridontalerkrankungen treten häufiger auf.

*Lässt sich die Brandgefahr durch Zigaretten reduzieren? -Ja, die EU bereitet eine Direktive für "RIP-Zigaretten" vor, aber die Tabakindustrie will keine Zigaretten, die beim Nichtrauchen ausgehen. Nur in Rauchpausen verglosende (und dabei die Luft verschmutzende) Zigaretten garantieren dem Tabakkartell, dass sich der Raucher immer wieder eine neue Zigarette anzünden muss. Brände mit Todesopfern werden meist durch Zigaretten verursacht. Schon seit 2004 erlaubt der US-Bundesstaat New Yorknur mehr den Verkauf von Zigaretten, die ungeraucht verlöschen, seit 2005 Canada und inzwischen die gesamte U.S.A. und Australien. Das Tabakkartell besitzt diese Technologie schon lange, setzte sie aber nicht ein. Als Kompromiss sollen in der EU jetzt wenigstens 2 Bänder aus dichterem Zigarettenpapier vorgeschrieben werden, wo die Zigarette ausgeht, wenn nicht an ihr gesaugt wird.

*Mein Freund hat leicht aufgehört. Wieso fällt es mir so schwer? -Vielleicht hat Ihr Freund nicht viel oder noch nicht lange geraucht, hatte keine Veranlagung zur Nikotinsucht, war zum Aufhören besser vorbereitet, hatte danach weniger Verführungen durch rauchende Familienmitglieder oder Arbeitskollegen oder er hatte professionellere Hilfe.

*Ich habe nach einem Herzinfarkt wieder angefangen zu rauchen. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? -Nein, aber Sie brauchen sofort einen guten Therapeuten. Er wird mit Ihnen besprechen, was zum Rückfall geführt hat und wie Sie das beim nächsten Mal vermeiden können. Er kann Ihnen auch sagen, ob Sie unterstützende Medikamentebrauchen. Eine Rehabilitation zahlt die Krankenkasse nur, wenn Sie an der Raucherentwöhnung teilnehmen. Wenn Sie einen zweiten und evt. noch gefährlicheren Infarkt vermeiden möchten, müssen Sie unbedingt zu rauchen aufhören. Schon wenige Zigaretten erhöhen das Herzinfarktrisiko beträchtlich.

*Ich kannte eine Frau, die an einem Lungenkrebs starb, obwohl sie nie geraucht hat. Wie kommt das? Neben Erbanlagen spielen dabei berufliche und Umweltfaktoren eine Rolle: Vielleicht war sie als Kellnerin oder durch ihren Gatten Passivraucherin, hatte beruflich mit Röntgenstrahlen, Asbest, etc. zu tun?

*Hat Rauchstopp noch einen Sinn, wenn man schon einen Raucherkrebs hat? -Paradoxerweise fällt es solchen Patienten (und besonders Patientinnen) schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören, als anderen Krebspatienten, aber mit Hilfe eines guten Arztes, der manchmal auch eine Depression behandeln muss, gelingt es immer. Auch nicht operable Fälle sprechen danach auf die Chemotherapie besser an.

*Kommt eine Nikotinentwöhnung nicht zu spät, wenn ich schon an COPD leide? -Nein, zwar ist der Umbau der Lunge nicht mehr rückgängig zu machen, aber EntzündungAutoaggression, Infektanfälligkeit und Krankheitsfortschritt werden durch den Rauchstopp verlangsamt und Ihre Lebensqualität verbessert. Möglicherweise normalisieren sich auch Ihre Circadianrhythmen wieder.

*Mein Chirurg will mich erst nach 4 Wochen Nikotinabstinenz operieren, wieso? -Unter anderem wegen der schlechteren Wundheilung bei Rauchern.

*Sind die Statistiken zum Rauchen in Österreich glaubwürdig? -Nur solche, die unbeeinflusst von Interessensgruppen erhoben werden wie z.B. durch Statistik Austria. Bei Messungen von Kohlenmonoxid in der Ausatemluft an einer Stichprobe von Wienern, die 2007 an der Gesundheitsbefragung von Statistik Austria teilnahmen, fanden alle Angaben eines Nichtraucher- oder Exraucherstatus durch einen negativen CO-Test ihre Bestätigung. Sogar in den U.S.A., wo schon zahlreiche Kampagnen gegen das Rauchen liefen, erwiesen sich die Befragungsergebnisse noch immer als verlässlich.

*Wenn ich Zigaretten mit geringerem Nikotingehalt rauche, brauche ich doch mehr davon? -Nein, weder die Stückzahl noch die Inhalationstiefe muss dadurch steigen. Aber noch besser reduzieren Sie Ihren Nikotinbedarf schrittweise mit einem Nikotinersatz aus der Apotheke. Am besten ist die Schlusspunktmethode.

*Ist der Schadenersatz, den Gerichte in den U.S.A. fordern, nicht übertrieben? -Der nützt vor allem Anwälten und gibt den Opfern meiner irreführenden Tabakwerbung ihre Gesundheit nicht zurück. Oft erleben sie den Prozessausgang nicht mehr.

*Rauchverbote sind doch bei modernen Lüftungsanlagen nicht nötig? -Auch die besten Lüftungs- und Luftreinigungsanlagen können das Passivrauchen nicht völlig verhindern: Die Luftwechselzahl müsste Sturmstärke erreichen, um das Krebsrisiko ausreichend zu reduzieren. Kellner haben das höchste Krebsrisiko.

*Meine unternehmerische Freiheit wird doch durch ein Rauchverbot eingeschränkt? -So weit geht Ihre Freiheit in der EU nicht. Studien beweisen eindeutig eine Abnahme von Gesundheitsschäden und keinen Geschäftsverlust in der Gastronomie. Das Schlagwort von Freiheit gegen Bevormundung wird gerne verwendet, um Brutalwettbewerb und Rücksichtslosigkeit zu rechtfertigen. Wenn Sie als Raucher solchen Argumenten glauben, sind Sie der Tabakindustrie zum zweiten Mal auf den Leim gegangen. Der Ausstieg aus der Nikotinsucht wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie nicht mehr ans Rauchen erinnert werden.

*Sind Rauchverbote nicht schädlich für die Wirtschaft? -Nein, das wird nur von der Tabakindustrie behauptet. Das Gegenteil ist der Fall! Raucher haben pro Jahr im Schnitt um 10 Krankenstandstage mehr als Nichtraucher und eine geringere Produktivität. In Kalifornien z.B. machten sich Anti-Rauch-Programme zwischen 1989 und 2004 mehr als bezahlt: Sie sparten 86 Milliarden Dollar Gesundheitskosten. In den U.S.A. werden Rauchverbote konsequent umgesetzt (z.B. in Hotelzimmern) und führten zu keinen wirtschaftlichen Verlusten. Auch in europäischen Bars kam es zu keinen Geschäftsverlusten durch Rauchverbote.

*Wenn ein Rauchverbot für alle Gaststätten kommt, muss ich doch die Umbaukosten für die Abtrennung eines Raucherzimmers ersetzt bekommen? Nein, der "Vertrauensschutz" kann Sie nicht vor wirtschaftlichen Nachteilen durch Aufhebung einer bisher gewährten Rechtsposition bewahren. Für eine gesundheitsschädliche Lösung kann es keinen immer währenden Schutz geben. Denn sonst hätten wir noch immer Asbestisolierungen oder giftige Spanplatten in unseren Wohnräumen.

*In der Werkshalle darf doch das Rauchen nicht verboten werden? -Unter Umständen schon. Außerdem profitieren nicht nur die Nichtraucher davon, sondern auch die Raucher. Sie ersparen sich im Tagesdurchschnitt 30% der vor dem Rauchverbot konsumierten Zigaretten: nur für die Tabakindustrie ein Verlust (der zur Hälfte auf Raucher zurückzuführen ist, die nach dem Rauchverbot am Arbeitsplatz ganz zu rauchen aufhören).

*Hat in Italien das Rauchen nach dem Verbot wieder zugenommen? -Nein, bisher sind die Raucherraten in fast allen Ländern mit Einführung der Rauchverbote zurückgegangen. Sogar in Italien, wo Raucherzimmer noch erlaubt sind, sank die Raucherrate von 2004 auf 2005 um 6,1%. Der von österreichischen Zeitungen hervorgehobene Wiederanstieg 2006 betrug dagegen nur 1,1% und könnte mit der Lockerung der Rauchverbote, Heizstrahlern und Zelten vor Gaststätten zusammenhängen. Die Raucherrate ist aber trotzdem 2007 nicht weiter angestiegen, sondern auf 23,5% gesunken. Auch aus Westeuropa wurde nach dem Rauchverbot eine stärkere Inanspruchnahme des Rauchertelefons und sinkende Raucherquoten berichtet. Wenn an Arbeitplätzen und in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf, wird der Ausstieg aus der Nikotinsucht leichter. Das Verbot schadet nur der Tabakindustrie.

*Ist die Stadtluft nicht ebenso ungesund wie Tabakrauch? -Feinstaub in verkehrsreichen Städten fördert auch die Arteriosklerose und den Lungenkrebs. Aber die Belastung mit Feinstaub und Karzinogenen ist außen (selbst im Stadtzentrum) geringer als in Räumen, in denen geraucht wird. Als Raucher sind Sie zwar durch Auto- oder Industrieabgase stärker gefährdet als ein Nichtraucher, vorzeitig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, aber beim direkten Vergleich erreichen die Schäden an Arterien durch Tabakrauch schon bei 30% der Feinstaubmasse das selbe Ausmaß wie durch konzentrierte Stadtluft. Beides zusammen ist am gefährlichsten. Auch am Land wo häufig Holz als Brennstoff genutzt wird, sind Raucher mit bestimmten Genschäden (Sputumtest) besonders gefährdet, eine COPD durch Holzrauch zu bekommen. Das Leukämierisiko der Bevölkerung wird  durch Maßnahmen gegen Tabakrauch etwa 10-fach stärker reduziert als durch strengere Grenzwerte für die Außenluft. Das Risiko für Lungenkrebs ist bei Aktivrauchern weitaus am höchsten, gefolgt von Exrauchern, passivrauchenden Nichtrauchern und Nichtrauchern in verschmutzter Stadtluft. Diese Risken kommen aber auch in Kombination vor und sind dann entsprechend höher. Von Luftverschmutzung durch Feinstaub und Passivrauch sind mehr Menschen betroffen als vom Aktivrauchen.

*Ozon im Sommer gefährlicher als Tabakrauch? -Nein, das Ozon in sauberer Bergluft macht kaum Symptome und nur geringe Leistungseinschränkung. Aber wenn der Tabakrauch aus Ihrer Zigarette mit Ozon reagiert, enstehen ultrafeine Stäube mit zusätzlichen Karzinogenen und Reizstoffen für Asthma (Passivrauch).

*Leukämie bei Kindern rauchender Mütter? -Benzol und radioaktive Substanzen aus der Zigarette der Mutter erreichen das Ungeborene. Epidemiologisch wurde erst ab einem Tageskonsum von 10 Zigaretten ein erhöhtes Leukämierisiko bei der Folgegeneration gefunden, und zwar für die myeloische Leukämie. Andere Krankheiten des Kindes wurden aber schon nach geringerem Tabakkonsum (und sogar Passivrauchen) der Mutter nachgewiesen. Die für eine Zunahme verschiedener Krebserkrankungen der nächsten Generation verantwortlichen Tabakrauchbestandteile (z.B. Nitrosamine) und Mechanismen sind erst unvollständig aufgeklärt.

*Strahlenbelastung durch Rauchen? -Ja, durch radioaktives Blei und Polonium im Tabakrauch. Das ist aber nur eine der vielen Ursachen für die Mutationen, die beim Rauchen in den Zellen entstehen. Mit der Zeit lässt die Funktion der Reparaturenzyme nach. Nikotin u.a. Tabakrauchbestandteile schaffen schließlich die  Bedingungen für das Heranwachsen von Krebszellen, die durch die geschädigte Abwehr nicht mehr beseitigt werden können.

*Ich habe Sodbrennen. Kommt das vom Essen oder Rauchen? -Wenn Sie aufhören zu rauchen, ein allfälliges Übergewicht abbauen und einen evt. Reflux (Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre) behandeln lassen, laufen Sie jedenfalls nicht Gefahr, an der Stelle des Brennens einen Krebs zu entwickeln.

*Was hat Rauchen mit Schnarchen zu tun?

*Rauchen und Zahnausfall?

*Schädigt Rauchen das Immunsystem? -Ja, die Leukozyten (CD4+, CD8+) müssen vermehrt produziert werden und die natürlichen Killerzellen (NK) sinken ab. (NK sind in der Lage, ohne Reifung oder vorhergehende Sensibilisierung Tumorzellen oder virusinfizierte Zellen abzutöten). Das dürfte eine der Ursachen für häufigere Infekte (z.B. mit HPV) sein.

*Operationserfolg durch Rauchen gefährdet? -Das wissen sowohl Herz- wie Schönheitschirurgen ( Narben). Eine kosmetische Operation bis nach der Raucherentwöhnung zu verschieben, ist im Interesse des Rauchers. Aber auch Knieoperationen verlaufen bei Rauchern schlechter.

*Bewirken Verbote nicht das Gegenteil? - Nichtraucherschutz ohne gesetzliche Basis hat sich als wirkungslos erwiesen. In Ländern mit langer demokratischer Tradition werden Rauchverbote eher als notwendige Regelung für unser Zusammenleben verstanden. Mit zunehmender Aufklärungsquote zur Gesundheitsgefahr des Passivrauchens wird auch die Akzeptanz für Sanktionen bei Verletzungen des Rauchverbotes steigen und in gleicher Weise akzeptiert werden, wie solche für Übertretungen der Straßenverkehrsordnung. Rauchverbote erleichtern Ihren Entschluss, das Rauchen ganz einzustellen. Auch die Denormalisierung des Rauchens in der Öffentlichkeit hat sich für Raucher beim Aufhören als hilfreich erwiesen. Rauchverbote sind unerlässlich für den Schutz von Kindern und anderer Nichtraucher. Auch das Passivrauchen an Arbeitsplätzen lässt sich dadurch stark reduzieren. Für Raucher sind Verbote nachweislich ein Motiv für einen Aufhörversuch.

*Was haben Sie eigentlich gegen Raucher? -Gar nichts; nur gegen das Rauchen! Luftverschmutzung ist kein "Menschenrecht".
Wir versuchen Nichtraucher vor dem Tabakrauch und alle Menschen, auch Sie, vor der Tabakindustrie zu schützen. 
Besonders Kinder sollten nicht feststellen müssen: Meine Eltern haben was gegen mich in der Hand, das mir den Atem raubt.
Raucher haben es in der Hand, ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu schützen. Denken Sie daran bei Ihrer nächsten Zigarette.

*Ist Rauchen nicht Privatsache? - Sie haben das Recht, sich selbst umzubringen, nicht aber andere (durch Passivrauchen). Die Verhinderung von Mord u.a. Fremdschädigungen ist Pflicht des Staates. Die Verhinderung von Selbstmord u.a. Selbstschädigungen ist Pflicht von Ärzten. Deshalb muss Sie der Arzt auch dann warnen, wenn Sie z.B. nur im Freien rauchen, um andere nicht zu gefährden. Außerdem wissen Ärzte um Bemühungen der Raucher, ihre Sucht hinter verschiedenen Argumenten vor sich selbst zu verbergen. Nikotinsucht ist eine Krankheit  und der Arzt muss Kranken helfen.

*Aber ich bin ein freier Mensch und lasse mich nicht bevormunden. -Vielleicht hilft Ihnen ein Gleichnis. Es ist kein Menschenrecht, auch die nächsten Generationen nikotinsüchtig zu machen.

*Wozu Warnungen auf Zigarettenpackungen? -Sie erinnern Raucher und ihre Angehörigen an die Folgen, vermindern die Nutzbarkeit der häufig öffentlich gehandhabten Schachteln für Zigarettenmarkenwerbung, fördern Aufhörversuche und wirken besonders auf Kinder und Jugendliche. Eigentlich dürften Schutzhüllen die Warnungen nicht verdecken, weil die Gefährlichkeit des Produktes durch Verbergen der Warnhinweise (auch für Minderjährige) erhöht wird. Somit kommen Produzenten solcher Schutzhüllen mit §5 Abs.2 Zi 3 des Produktsicherheitsgesetzes (PSG) in Konflikt. Die wirksamsten Warnungen sind große Bilder von Raucherkrankheiten, die häufig gewechselt werden. Solche Warnungen werden von der EU empfohlen und von der Tabakindustrie bekämpft, weil sie die Wirkung ihrer Werbung und Gehirnwäsche schmälert. Auch das Passivrauchen sollte dabei thematisiert werden. Die Zigarettenpackung sollte nur den Zigarettennamen, einen Code für die Herkunft, die Nummer des Rauchertelefons und die Warnung tragen, aber keine Reklame der Erzeugerfirma, die nachweislich zur Verführung Jugendlicher beiträgt, besonders von Mädchen.

*Taschenaschenbecher? -Kostenlos in Wien! Weggeworfene Zigaretten verursachen Brände (z.B. Mont Blanc Tunnel). Auch ausgedämpfte Stummel sind ein Umweltproblem. Sie werden von Fahrzeugen fein zerrieben und können mit dem Luftstaub wieder eingeatmet werden.Werden Aschenbecher in die Toilette entleert, können die in den Zigarettenstummeln enthaltenen Giftstoffe nicht von den Wasserwerken beseitigt werden, sondern über den Klärschlamm auf die Felder und auf diesem Weg in den Lebensmittelkreislauf des Menschen zurück gelangen.

*Was bringt es, die Raucherquote in der Bevölkerung zu senken? - Gesunde Lebensjahre werden gewonnen. Dabei ist die Kosteneffektivität von fiskalischen und gesetzlichen Maßnahmen am höchsten. Die Wirksamkeit der Maßnahmen ist gut belegt. Allein eine Verdreifachung der Tabaksteuer (Verdoppelung des Zigarettenpreises) würde den Tabakkonsum um ein Drittel senken und dabei trotzdem die Tabaksteuereinnahmen um ein Drittel steigen lassen. Aus diesen Einnahmen ließen sich die Rauchertherapie (Erleichterung des Ausstiegs aus der Nikotinsucht) und die Tabakprävention (Schutz von Jugendlichen vor der Tabakindustrie) finanzieren und damit eine nachhaltige Senkung der Raucherquote sicherstellen. Rauchertherapie und Tabakprävention sind dann erfolgreich, wenn die gesetzlichen Rauch- und Werbeverbote eingehalten werden.

*Höhere Tabaksteuern führen doch nur zu mehr Zigarettenschmuggel? -Nicht wenn der Finanzminister einen kleinen Teil seiner Tabaksteuereinnahmen in die Zollfahndung investiert, deren gesetzliche Grundlage allerdings in Österreich noch verbessert werden muss. In Italien hat ein besseres Tabakgesetz und ein höherer Zigarettenpreis zur Abnahme des Tabakkonsums bei Jugendlichen geführt, wobei Schmuggel, Internet und geschenkte Zigaretten mit 6,9% nach wie vor keine wesentliche Rolle spielen. Die Tabakindustrie fordert eine Senkung der Tabaksteuer, angeblich um den Schmuggel einzudämmen, beliefert aber den Schwarzmarkt selbst und manipuliert Daten und Presseberichte zum Schmuggel. Von der Weltbank wurde eine Tabaksteuererhöhung und strengere Tabakgesetze als die kostengünstigsten Interventionen empfohlen. Eine Studie in 52 Ländern bewies die Zusammenhänge zwischen Zigarettenpreis und -konsum und eine Studie in 18 EU-Ländern bestätigte, dass hohe Tabaksteuern und strenge Tabakgesetze mit Werbeverboten und Nichtraucherschutz (Tabakkontroll-Score) mit höheren Aufhörraten einhergehen, sogar bei niedrigem Bildungsgrad. Höhere Zigarettenpreise führten nicht zu mehr Schmuggel, sondern nur schlecht kontrollierte Grenzen (zu Russland, Ukraine, Weißrussland, Moldavien). Leider sind Bemühungen der EU zur Anhebung und Harmonisierung der Tabaksteuern bisher nur zaghaft. Solange die Herkunft jeder Zigarettenpackung nicht aus einem Strichcode ablesbar ist, werden Zollfreilager weiterhin als Drehscheiben des Zigarettenschmuggels dienen. Tabakbauern werden vom Tabakkartell schamlos ausgebeutet. Dazu kommt der Raubbau an der Natur. Beides wird vom Tabakkartell weiter betrieben, während es soziale Verantwortung heuchelt.

*Zahlen die Raucher in Österreich nicht ohnedies die höchsten Tabaksteuern in Europa? -Sicher nicht! Und die Kosten des Rauchens übersteigen die Steuereinnahmen in Österreich und Deutschland bei weitem. Selbst in Ländern mit viel höheren Tabaksteuern werden Produktivitätsverlust, erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, Krankenstände, Krankheitskosten und Frühinvalidität durch Rauchen nicht abgedeckt. 3 Rauchpausen pro Tag summieren sich in einem Arbeitsleben zu einem Jahr Arbeitszeitverlust. Neben enormen volkswirtschaftlichen Kosten ist großes persönliches Leid der Betroffenen und ihrer Familien die Folge. US Wirtschaftsexperten schätzen dass das Rauchen die Ausgaben im Gesundheitswesen um 75,5 Mrd. Dollar im Jahr erhöht und sich mit 92 Mrd. Dollar negativ auf die Produktivität auswirkt. Dazu kommen noch Reinigungs- und Brandversicherungskosten und vor allem auch die beträchtlichen Kosten erhöhter Erkrankungen und Todesfälle bei Passivrauchern. Nicht nur Sie zahlen einen hohen Preis, sondern auch andere und die Wirtschaft und der Staat bzw. alle Steuerzahler, wie für die EU und für Deutschland berechnet. Allerdings hätten Sie trotzdem ein moralisches Anrecht, einen Teil der Tabaksteuern für die Behandlung Ihrer Sucht einzufordern.

*Weshalb Rauchverbote statt moderner Lüftungsanlagen? -Weil auch die besten Lüftungen das Gesundheitsrisiko nicht beseitigen, wie Messungen nachwiesen.

*Muss ich für eine Rauchpause am Arbeitsplatz ausstempeln? -Wenn es der Arbeitgeber verlangt, ja. Rauchpausen sind kein Recht und summieren sich zu ansehnlichen Zeiten. Der Chef kann Ihnen aber sogar das Rauchen vor dem Betriebsgebäude verbieten.

*Wieso werden Raucher von der WHO diskriminiert? -Dass die WHO keine Raucher mehr einstellt, liegt daran, dass sich einige davon als empfänglich für Einflüsse der Tabakindustrie erwiesen, was sich mit der Arbeit bei der WHO nicht verträgt. Von Diskrimination spricht man in Zusammenhang mit verfassungsmäßig garantierten Rechten wie der Religionsfreiheit. Wenn ein Ballett keine Übergewichtigen einstellt, kann das nicht als Diskriminierung bezeichnet werden. Spitäler, Feuerwehr und Polizei stellen mancherorts keine Raucher mehr ein.

*Rauchverbote am Arbeitsplatz sind doch unnötig, wenn alle rauchen? -Nein, denn Raucher sollten durch ihre Arbeitskollegen nicht daran gehindert werden, aufzuhören. Dazu entschließt man sich an einem rauchfreien Arbeitsplatz eher und es fällt auch leichter. Auch kann dann auf neue MitarbeiterInnen und Lehrlinge kein Druck ausgeübt werden, sich mit den Rauchern zu solidarisieren.

*Müssen Gastronomen bei einem Rauchverbot mit einem Geschäftsrückgang rechnen? -Ja, wenn die Schmutzkonkurrenz kleiner Raucherlokale aufrecht erhalten wird, die den Nichtraucherlokalen die rauchenden Gäste abwerben. Nein, wenn das Rauchverbot für alle gilt (ohne Raucherzimmer wie in Norwegen oder nur mit strengen Auflagen wie in Italien und mit Selbstbedienung im Raucherraum wie in Slowenien).

*Werden Rauchverbote im Gasthaus nicht dazu führen, dass die Eltern zu Hause mehr rauchen? -Nein, in den U.S.A. kam es dort, wo Eltern zu Hause geraucht hatten, zu keiner Veränderung der Nikotinbelastung von Kindern und Jugendlichen. Dort wo Eltern (schon vor dem Rauchverbot im Gasthaus) zu Hause nicht geraucht hatten, kam es insgesamt zu einer deutlichen Reduktion der Passivrauchbelastung von Minderjährigen. Rauchfreie Arbeitsplätze sind mit einem rauchfreien Zuhause assoziiert und beides hilft Rauchern beim Aufhören. Ähnliche Ergebnisse fanden sich in Europa. In Schottland wurde nach dem Rauchverbot eine Abnahme der Spitalsaufnahmen von Kindern wegen Asthma beobachtet.

*Tabakfirmen kämpfen doch nur um Marktanteile? -Ja, aber auf dem Rücken von Kindern, die sie verführen, und auf Kosten aller Raucher, die nicht mehr rechtzeitig von diesem Produkt loskommen. Marlboro, Camel, u.a. haben kaum etwas in die Reduktion der krebsfördernden Stoffe investiert, sondern nur in Suchtverstärker und Geschmacksstoffe. Toxische Stoffe sind bei diesen Rezepturen nicht so wichtig wie ein Geschmack, der Marktvorteile bringt. Wenn ein Zusatzstoff oder die Manipulation des pH-Wertes rascher süchtig macht, wird eine Firma, die ihren Marktanteil vergrößern will, auch diese Tricks einsetzen, um mehr Konsumenten an ihr Produkt zu binden. Deshalb sollte die Regierung eine Kooperation mit der Tabakindustrie vermeiden und einen Informationsaustausch auf das erforderliche Minimum beschränken und transparent machen.

*Zigarettenautomaten sind doch ein Dienst am Kunden und kindersicher? -Nur in Österreich und einigen anderen rückständigen Ländern sind Zigaretten rund um die Uhr leichter erhältlich als Grundnahrungsmittel. Viele haben Automaten für alle Suchtgifte (auch für die legale Droge Nikotin) verboten, weil die elektronische "Kindersicherung" unverlässlich ist. Fast alle EU-Mitglieder haben wie die U.S.A. das Bezugsalter auf 18 Jahre erhöht, wobei der Tabakhändler seine Lizenz verlieren kann, wenn er zur Überprüfung keinen Lichtbildausweis verlangt.

*Werbeverbote schränken doch die freie Meinungsäußerung ein? -Das Verbot der Tabakwerbung hat weder mit Redefreiheit noch mit Diskriminierung zu tun; das stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest. Tabakwerbung verbreitete Lügen und missbrauchte kulturelle Symbole.

*Nichtraucher müssen doch ebenso sterben wie Raucher? -Ja, aber wesentlich später. Wenn sie nicht passivrauchen müssen, können sie sich sogar um viele Jahre länger ihrer Gesundheit erfreuen. Denn dann leben sie wirklich ohne das Risiko, vorzeitig an einem (durch Tabakrauch verursachten) Leiden zu erkranken und schließlich daran zu sterben.

*Krebs durch schlechte Erbanlage und nicht durch schlechte Luft? - Der Tabakgigant BAT zahlte Millionen an Universitäten, um die Vererbungshypothese zu stützen, aber bezahlte Forscher und einseitige Berichte konnten die wahren Zusammenhänge nicht vernebeln. Ohne Tabakrauch bleiben auch Menschen mit genetischer Belastung länger gesund! Kein Kind oder Jugendlicher wird wegen seiner Erbanlage zum Rauchen verführt. Erst danach kann ein Gen im Chromosom 15q25 für die Entwicklung einer stärkeren Nikotinabhängigkeit mitverantwortlich werden und zu höherem Zigarettenkonsum führen. Trotzdem ist Ihr Geld in einem Entwöhnungskurs besser investiert als in einem Gentest. Auch Veröffentlichungen über das p53-Tumorsuppressor-Gen wurde von der Tabakindustrie beeinflusst. Nur ein Teil des zum Rauchen führenden Verhaltens ist vererbt; das Meiste wird anerzogen. Bei Männern auf dem Land konnten 96% der Bronchuskarzinome mit Tabakrauch in Zusammenhang gebracht werden. 3 bis 6 von 10 tödlichen Krebserkrankungen sind durch Zigaretten verursacht. Selbst wenn Sie auf Grund guter Gene sogar gegen alle diese Krebsarten geschützt sein sollten, könnten Sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall durch das Rauchen bekommen. Alle histologischen Typen von Lungenkrebs nehmen durch Tabakrauch zu. Erbanlagen zum Lungenkrebs oder Brustkrebs führen über Nikotinrezeptoren erst dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung, wenn Sie zusätzlich rauchen oder passiv den Tabakrauch anderer einatmen müssen. Brustkrebs scheint auch ohne genetische Belastung durch Rauchen gefördert zu werden. Auch bei anderen Krebsarten lässt sich erbliche und Umweltbelastung kaum trennen, insbesondere durch die Schädigung der Genexpression und Transkription durch Tabakrauch. Beim Darmkrebs wissen wir z.B. nur, dass er bei Rauchern eher in den oberen Dickdarmabschnitten entsteht, durch Methylierungsprozesse gefördert wird und mit Polymorphismen zusammenhängt. Schäden an der Erbsubstanz, die zum Lungenkrebs führen können, verursacht Tabakrauch sehr rasch. Zu untersuchen, warum manche Raucher an Krebs erkranken und andere nicht, ist wenig sinnvoll, weil das auch mit Zufall zu tun hat: So als würden Sie Soldaten in ein Kriegsgebiet schicken und dann diejenigen untersuchen, die nicht von einer Kugel getroffen wurden. Sinnvoller ist die genetische Untersuchung, um die medikamentöse Therapie der Nikotinsucht individueller gestalten zu können. Die Kombinationswirkungen von Erbanlagen und Luftverschmutzung auf Alterung und Funktionsverluste der Lunge lassen dzt. nur die Schlussfolgerung zu, dass sowohl Tabakrauch als auch Feinstaub aus anderen Quellen gemieden werden sollte.

*Ich kenne einen Fall von Lungenkrebs, der nie geraucht hat. -Ja, aber Passivrauchen ist hierzulande so häufig, dass dies die wahrscheinlichste Ursache ist, wenn berufliche Ursachen ausgeschlossen sind. Radon aus dem Boden und seine Wechselwirkungen mit Tabakrauch können ebenfalls zu Lungenkrebs führen.

*Wegen einer chronischen Entzündung meiner Bauchspeicheldrüse soll ich Alkohol und Zigaretten meiden, warum? - Beides verhindert die Heilung und kann zum Wiederaufflammen der Krankheit führen. Auch Rauchen allein führt zu einem ungünstigen Verlauf der Pankreatitis und fördert das Pankreaskarzinom.

*Ich habe Leberzirrhose, obwohl ich kaum Alkohol trank. Kann die Zirrhose auch vom Rauchen kommen? -Ja, für die sog. primäre biliäre Leberzirrhose wird das vermutet (neben Autoimmunerkrankungen und Chemikalien in Kosmetica als Mitursache). Nach einer Hepatitis B oder C kann das Rauchen das Risiko für Leberkrebs zusätzlich erhöhen.

*Wie kann Tabakrauch einen Herzinfarkt auslösen? -Durch verminderte Durchblutung der Herzkranzgefäße und Störungen der Blutgerinnung.

*Ist die Wasserpfeife weniger schädlich? -Nikotin und andere Schadstoffe (Phenole, Karzinogene, Metalle, CO) werden nicht aus dem Rauch gewaschen.

*Schützt Rauchen vor Hautkrebs? -Raucher sterben an einer anderen Krebs-, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung und erleben dadurch Hautkrebs seltener.

*Sind Nichtraucher-Kampagnennicht Geldverschwendung? -Nur wenn sie schlecht gemacht sind wie alle Kampagnen, die von der Tabakindustrie beeinflusst wurden. Die Kampagne "Jede Zigarette schadet" hat dagegen 190.000 Raucher motiviert, aufzuhören und kostete 82-mal weniger als die Krankheitskosten, die sie einsparte. Allerdings sollten Kampagnen der Regierung auch von gesetzlichen Maßnahmen begleitet werden, um glaubwürdig zu sein. Wiederholungen sind nötig. Wichtigste Botschaft ist: Misstrauen Sie der Tabakindustrie und den von ihr bezahlten Lobbyisten! Um Jugendliche wirklich vom Rauchen abzuhalten, müssen die Medienkampagnen auch an Erwachsene gerichtet sein und über mehrere Jahre laufen.

*Was geschieht mit beschlagnahmten Schmuggelzigaretten? -Als Dünger dürfen sie wegen der Giftstoffe nicht mehr verwendet werden und landen daher in Müllöfen, die mit guten Abluftreinigungsanlagen ausgestattet sind. Dadurch lassen sich u.a. auch die Furane entfernen, die Sie als Raucher ständig ausatmen.

*Kann meine Lungenentzündung vom Rauchen gekommen sein? -Das Rauchen schädigt die Schleimhaut in Mundhöhle und Atemwegen, sodass Krankheitserreger leichter Schleimhäute besiedeln und in die Tiefe der Lunge vordringen. Raucher haben jedenfalls einen größeren Bedarf an Antibiotika (Breitbandantibiotika gegen teilresistente Bakterien).

*Gibt es eine Vorbeugung gegen Asthma? -Ja, um zu verhindern dass Kinder Asthma bekommen, sollte die Mutter schon in der Schwangerschaft nicht rauchen. Das Auftreten von Asthma beim Erwachsenen lässt sich durch Nichtrauchen und Reduktion eines Übergewichts verhindern, wobei kalorienreiche Nahrungsmittel durch Obst und Fisch ersetzt werden sollten. Ein Heuschnupfen  oder andere Allergien sollten konsequent behandelt werden.