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Raucher fragen - Ärzte antworten Kursive Links mit "Zurück"-Taste schließen! Questions of smokers | ||
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*Wer hilft
mir,
von der
Zigarette loszukommen? -Rauchertherapie
/ Raucherberatung. 85% der
Exraucher
in Österreich führen ihren Erfolg auf
die eigene Willenskraft
zurück, aber wenn Sie
Hilfe brauchen, rufen Sie beim Rauchertelefon an, wenden Sie sich an Ihren Arzt,
eine Ambulanz
, machen Sie bei einem kostenlosen Online-Kurs mit oder melden Sie
sich zu einem kurzen Seminar , einem eintägigen Kurs oder einem Rauchercamp
Ihrer Sozialversicherung an. Vielleicht brauchen Sie aber auch nur ein Buch
(2 neue) oder ein
paar Tipps. *Rauchen aufhören hab ich schon mehrmals versucht, aber es geht nicht. -Manchen fällt es schwerer und sie brauchen die richtige Hilfe. Aber es gibt keinen Raucher, der nicht aufhören kann: lesen Sie, was ein erfahrener Therapeut zu Raucherentwöhnung schreibt und warum der Versuch, nur weniger zu rauchen, meist misslingt. *Kann mir ein Medikament helfen? -Kein Medikament kann Ihren Entschluss aufzuhören ersetzen. Nach dem Aufhören können Medikamente das Verlangen zu rauchen sowie Rückfälle reduzieren, aber sie sollten nur von Erwachsenen und nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden. Das gleiche gilt für Nikotinersatz, der auch nur begrenzte Zeit verwendet werden sollte. Von "Wundermitteln" ist abzuraten, ebenso von der E-Zigarette und von Zigarettenersatz, der Sie nur in eine andere Form der Nikotinabhängigkeit führt. Fragen Sie lieber Ihren Arzt oder Apotheker oder melden Sie sich zu einem Aufhör-Kurs an (Gruppentherapie ist erfolgreicher). Das Suchtgedächtnis beginnt man erst langsam zu verstehen, deshalb gibt es noch nicht viele medikamentöse Hilfen, aber viele schaffen es auch ohne Medikament. *Warum soll ich denn aufhören, solange ich gesund bin? -Damit Sie weniger rasch altern, länger gesund bleiben, sich wohl fühlen und besser riechen, schmecken und schlafen. Überlegen Sie auch, dass ein durchschnittlicher Raucher im Laufe seines verkürzten Lebens den Wert eines Einfamilienhauses verraucht. * Hat es für mich noch einen Sinn, mit dem Rauchen aufzuhören? -Ja! Auch wenn Sie schon lange und viel geraucht haben, sollten Sie jetzt aufhören, weil dadurch sofort Ihre Widerstandskraft gegen Krankheiten besser wird. Wenn Sie durchhalten, wird Ihr Risiko für Herzinfarkt in 5-10 Jahren (wenn Sie <10 Zigaretten rauchten, schon nach 3-5 Jahren) normalisiert und Ihr Lungenkrebsrisiko fast halbiert sein. Auch im Alter über 60 sinkt das Risiko für Lungen- und Blasenkrebs mit dem Rauchstopp, aber je früher Sie aufhören, desto besser. Ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird schon 1-5 Jahre nach der letzten Zigarette nur mehr halb so hoch sein wie beim Weiterrauchen. Auch wenn Sie schon an Hochdruck leiden und ihre Blutgefäße durch das Rauchen versteift sind, gewinnen die Arterien wieder an Elastizität. Neben Ihrer Lebenserwartung steigt auch Ihre Lebensqualität. Sie werden weniger Husten und Auswurf haben, Ihre Leistung wird zunehmen und Sie werden mehr Jahre bei Gesundheit und Wohlbefinden genießen. Selbst wenn Sie schon eine chronische Raucherkrankheit haben, werden Sie sich nach Aufgabe des Rauchens bald wesentlich besser fühlen und können die schlimmsten Folgen wie z.B. Erblindung auch im höheren Alter noch verhindern, wenn Sie jetzt aufhören. Sogar nach der Diagnose von Lungenkrebs kann der Rauchstopp noch helfen, die Krankheit zu besiegen. *Genügt es nicht, weniger zu rauchen? -Nein. Sie werden weniger Zigaretten unbewußt tiefer inhalieren, daher verringert sich auch die Schadstoffaufnahme viel geringer als die Zigarettenzahl und vor allem bleiben Sie süchtig. Die Bezeichnung "leicht" sowie die Schadstoffwerte auf den Zigarettenpackungen sind irreführend. Große Studien haben nachgewiesen, dass weniger und "leichter" rauchen nicht hilft, sondern nur aufhören! Ihr Arzt hilft. (Geben Sie Ihre Daten ein, wenn Sie sich zunächst nur Ihr derzeitiges Risiko für Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. ausrechnen möchten. Das wird Ihre Entscheidung aufzuhören erleichtern). Das Herzinfarktrisiko ist für manche Raucherinnen besonders hoch, wie eine Studie an 10619 Frauen zeigte. Auch körperliche Fitness bewahrt männliche Raucher nicht vor dem Herzinfarkt. Für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit sind weltweit dieselben Risikofaktoren ausschlaggebend. 90% der Herzkrankheiten sind voraussagbar, zwei Drittel davon aus Rauchgewohnheiten und Blutfetten (der Rest aus Hochdruck, Diabetes und selteneren Stoffwechselstörungen). Bei Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums bleibt das Risiko höher als erwartet. Den stärksten Einfluss auf die Lebenserwartung hat die Rauchdauer. (Aus dem Tageskonsum an Zigaretten wird die Schadstoffdosis bei geringer Zigarettenzahl unterschätzt, bei hoher Zigarettenzahl überschätzt). Jede Zigarette schadet Ihnen! *Beim ersten Aufhörversuch werden doch alle rückfällig? -Nicht wenn er gut vorbereitet ist und Sie sich an ein paar einfache Regeln halten. Sie können damit beginnen, in bestimmten Situationen, in denen Sie bisher geraucht haben (z.B. beim Kaffee, Telephonieren, etc.) nicht mehr zu rauchen, oder nur mehr im Freien. Wenn Sie das durchhalten, werden Sie feststellen, dass Sie insgesamt weniger rauchen (z.B. weil Sie dafür nicht immer ins Freie gehen können oder wollen). Danach ist der nächste Schritt leichter: ganz aufzuhören. Sie müssen aber einen Aufhörtag festsetzen. Nur wenige Raucher brauchen Medikamente oder andere Hilfsmittel wie z.B. gesperrte Zigarettendosen mit schrittweise reduzierten Öffnungszeiten, sondern nur einen gut vorbereiteten Schlusspunkt. Entschlossenen Menschen gelingt es besser, ohne Vorbereitung sofort aufzuhören. Wenn Sie also bereits den starken Wunsch verspüren, heute aufzuhören, dann werfen Sie Ihre Zigaretten und Aschenbecher gleich weg und lesen Sie nach, wie man Rückfälle vermeidet. *Ist an meiner Abhängigkeit das Nikotin, die Zusatzstoffe oder die simple Gewohnheit schuld? - Die Abhängigkeit ist vor allem auf Nikotin zurückzuführen, das Rezeptoren im Gehirn besetzt und verändert. Nicht umsonst haben U.S. Tabakfirmen den Nikotingehalt ihrer Zigaretten 1998-2005 jährlich um 1,6% angehoben. Andere Tabakinhaltsstoffe können aber die Suchtwirkung des Nikotins verstärken. Zusatzstoffe können die Nikotinaufnahme beschleunigen und die "Markentreue" des Rauchers fördern. Gewohnheit spielt eine Rolle, aber nicht die dominierende. Auch lässt sich die psychologische Abhängigkeit (eingefahrene Rituale) und die soziale Abhängigkeit (rauchende Kollegen) leichter überwinden als die pharmakologische. Der Tabakindustrie gelingt es meist, schon Kinder abhängig zu machen. Wenn Sie (unschuldig) schon sehr jung verführt wurden, werden Sie stärker abhängig sein, werden es aber trotzdem schaffen, sich von der Zigarette wieder zu befreien. *Gibt es Leichtzigaretten?
- Eine Reduktion
des Nikotingehaltes von Zigaretten ist zwar volksgesundheitlich
sinnvoll, aber Ihnen persönlich hilft nur der Ausstieg. Sogenannte
"leichte"
oder "milde"
Zigaretten führten zu
genausovielen
Krankheiten. Deshalb wurden diese irreführenden Bezeichnungen in
der
EU durch die Directive
2001/37/EC verboten. Der von der Tabakindustrie
genährte Traum von
einer weniger schädlichen Zigarette, der Rauchern versprach, nicht
aufhören zu müssen, um gesund zu bleiben, ist
ausgeträumt: das beweisen Studien.
Die sogenannte leichte Zigarette ist aber ein Verkaufstrick,
auf den
die Tabakindustrie sicher wieder zurückkommt, während sie
insgeheim die Rezeptur
ändert, um Ihre Abhängigkeit zu erhöhen. Lassen Sie sich
nicht täuschen. Die Zusatzstoffe machen den Rauch der
Leichtzigarette evt. sogar noch gefährlicher, wie Experimente mit Stammzellen
vermuten lassen. Wirklich reduzieren
Sie Ihr Risiko, wenn Sie zu rauchen aufhören, wobei sich Atmung
und Kreislauf nach
der letzten Zigarette rasch erholen. Schon
nach wenigen Monaten ist eine Verbesserung von Lungenfunktion und
Leistung nachweisbar. Sogar Endothelstammzellen für die Gefäßneubildung
nehmen zu. Nur wenn der Tabak nicht verbrannt wird, werden
Pyrolyseprodukte vermieden. Deshalb sind Ruyan®, NicStic®,
Rauchless®, Aeros®, YouYan®
etc. zwar weniger
schädlich als Zigaretten, aber "elektronische
Zigaretten"
sind nicht wie Arzneimittel
getestet, enthalten z.T. hohe Nikotindosen und werden nicht nur als
Entwöhnungsmittel beworben (in
abnehmender Dosierung, um aus der Nikotinsucht
auszuschleichen), sondern um sie weiter zu unterhalten. Die EU warnt
vor allen Tabakwaren und auch vor nicht als Arzneimittel zugelassenen
Nikotinpräparaten. Eclipse®,
Omni®, Advance Lights®, Accord®,
oder Ariva® waren als Entwöhnungsmittel von der
Zigarette nicht erfolgreich. Nikotinhältige Mittel
sollten nur auf Rezept
abgegeben werden. Vom Kau-
und Lutschtabak,
auch Oraltabak
oder
"rauchfreier
Tabak" genannt, ist wegen der krebsfördernden
Wirkung auf
Mundschleimhaut und Pankreas
überhaupt abzuraten. Außerdem kann er zu Herzinfarkt
und Schlaganfall
führen. Besser als Snus
oder E-Zigaretten sind jedenfalls Nikotinersatzpräparate, die nur für die Zeit
der
Entwöhnung verschrieben werden und deren Reinheit nach Arzneimittelgesetzen
kontrolliert
wird.
*Ist Übergewicht
nicht gefährlicher
als Rauchen? - Nein! Wenn Sie es schaffen, dauerhaft von der Zigarette
loszukommen, wird Ihr Risiko für Herzkreislauf- und
Krebserkrankungen
abnehmen, auch dann, wenn Sie an Gewicht zunehmen. Eine gute Rauchertherapie
schafft es aber, dass Sie ohne wesentliche
Gewichtszunahme zu rauchen
aufhören.
Wenn Sie schon übergewichtig sind, nehmen Sie sich zuerst das
Nichtrauchen
vor. Erst wenn Sie sicher sind, von der Zigarette (als dem
größeren
Gesundheitsrisiko) losgekommen zu sein, versuchen Sie auch Ihr Gewicht
zu reduzieren. Damit reduzieren Sie das Rückfallrisiko. In Medikamente
wurden beim Abnehmen
übertriebene Hoffnungen gesetzt. Aber Sie schaffen es auch mit
etwas mehr Sport!
Auch ohne strenge Diäten ist Abnehmen
möglich. Als Frau sollten Sie zu
rauchen aufhören, bevor dadurch Ihre Haut irreparabel
geschädigt ist, Sie eine Stammfettsucht
und nachhaltige Stoffwechselstörung
entwickeln oder die Menopausevorzeitig
eintritt. Für die Gesamtbevölkerung wird trotz Zunahme der
Fettsucht eine Zunahme der Lebenserwartung prognostiziert, nachdem die Raucherquote gesenkt wurde. *Wie soll ich mich ohne Zigarette entspannen und meinen Stress bewältigen? - Stress wird durch Nikotin verschlimmert! Immer nur kurzzeitig führt Nikotin über Dopaminfreisetzung scheinbar zur Erleichterung, während chronischer Serotoninmangel den Raucher stressempfindlicher macht. Arbeitsstress reduziert sogar den Tabakkonsum und kann einen vollständigen Rauchstopp einleiten. Entspannungstechniken helfen über die Zeit der Entwöhnung. Danach wird alles besser. Um mit dem Rauchen aufzuhören, brauchen Sie nicht bis zum Urlaub warten: Sie werden auch ohne Zigaretten beruflich nicht versagen. Die ersten Tage sind nicht die angenehmsten, aber gerade Ihre Aktivität hilft Ihnen, die anfänglichen Entzugssymptome zu überwinden (z.B. mit Sport). Danach werden Sie sich zunehmend wohler fühlen und wissen, dass Sie auch im Stress keine Zigarette brauchen. Ihre Geldsorgen werden ebenfalls geringer, sodass Sie im Wohlstand entspannter werden. *Ich brauche Zigaretten, um bei Laune zu bleiben. Wie soll ich aufhören ohne unleidlich zu werden? -Das ist nur vorübergehend, danach werden Sie sich wohler fühlen. Die Gefahr einer Depression ist wesentlich größer, wenn Sie weiterrauchen, sowohl für Frauen wie für Männer. Dass starke Raucher 4-Mal häufiger eine Depression entwickeln, hängt möglicherweise damit zusammen, dass Nikotin über die Jahre die Spitzenwerte des mit Emotionen verbundenen Botenstoffes Serotonin verändert, der bei depressiven Menschen reduziert ist. Nach Rauchverboten wurde eine Abnahme von Depressionen beobachtet. *Rauchen ist oft mein einziges Vergnügen, das kann ich doch nicht aufgeben? - Dieses "Vergnügen" ist nur die kurze Erleichterung bei der Suchtbefriedigung. Längerfristig führt Rauchen nicht zu mehr Genuss, sondern zu weniger Lebensqualität. Sie würden doch keine engen Schuhe tragen, nur um beim Ausziehen immer Erleichterung zu empfinden? Die Gehirnwäsche der Tabakwerbung machte aber sogar Nichtraucher glauben, Rauchen wäre ein Vergnügen. Befreien Sie sich, und Sie werden schon bald spüren, dass sie nichts verloren, sondern viel gewonnen haben. Außerdem entgehen Sie und Ihre Mitmenschen dadurch der Belastung mit Feinstaub und Karzinogenen. *Kann ich mir mit elektrischen Zigaretten das Rauchen abgewöhnen? - E-Zigaretten (Nikotininhalatoren wie Ruyan) sind nicht wie Arzneimittel getestet, die Sie in der Apotheke bekommen und dürften daher in Österreich nicht vertrieben werden. Rauchloser Tabak ist als Entwöhnungsmittel ungeeignet, verhindert aber das Passivrauchen. Die Nikotindosis kann für Kinder tödlich sein. Viele dieser Produkte wurden, so wie Snus, von der Tabakindustrie entwickelt, um die Nikotinentwöhnung zu vereiteln. Sie unterminieren effektivere Methoden zur Risikoreduktion, an denen die Tabakindustrie nichts verdient. *Wieso zahlt die Krankenkasse die Medikamente zur Raucherentwöhnung nicht? -Die Rauchertherapie sollte der Verursacher der Nikotinsucht zahlen: die Tabakindustrie. Die Krankenkasse bietet kostenlose Raucherberatung an. *Ich bin wegen Depressionen in Behandlung. Kann ich da überhaupt zu rauchen aufhören? -Ja, gerade depressive Menschen brauchen besondere ärztliche Hilfe, um von der Zigarette loszukommen. Auch wenn es Ihnen schwerer fällt, Sie werden es schaffen und damit auch wieder Selbstvertrauen gewinnen. *Werden die Folgen des Passivrauchens nicht übertrieben? -Die Gesundheitspolitik sollte sich an wissenschaftlich gesicherte Fakten halten, was leider in Österreich bisher nicht der Fall war. Der Nebenstromrauch von der Zigarettenspitze enthält viele Schadstoffe (einschließlich Karzinogene) in einer vielfach höheren Konzentration als der Hauptstromrauch, den Sie (bei höherer Verbrennungstemperatur) durch das Zigarettenfilter inhalieren. *Ich wünsche mir ein Kind. Muss ich da jetzt schon zu rauchen aufhören? Ja, damit Ihre Fruchtbarkeit besser wird. Leichte Zigaretten verursachen schwere Schäden an Stammzellen. *Ich erwarte ein Kind und rauche deshalb schon weniger, habe aber gehört, dass mein Kind Entzugserscheinungen bekommt, wenn ich ganz aufhöre. -Dieses Gerücht hat vermutlich die Tabakindustrie in Umlauf gebracht, um Frauen davon abzuhalten, in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Entzugserscheinungen sind nur bei Neugeborenen von Müttern nachgewiesen, die weitergeraucht haben. Je früher Sie das Rauchen als Schwangere ganz einstellen, desto besser für Ihr Kind! Wenn Sie eine Totgeburt vermeiden und Ihr Kind sicher gesund behalten wollen, müssen Sie sofort aufhören und sollten dem Kind (und Ihnen selbst) zuliebe auch nach der Geburt nicht mehr zu rauchen beginnen. Wenn Sie glauben, nicht aufhören zu können, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, weil das ein Zeichen ist, dass Sie selbst krank sind. Therapeuten helfen Ihnen, von der Zigarette loszukommen, ganz ohne Medikamente. *Sind die Zusatzstoffe wirklich gefährlicher als der Tabak? -Aus beidem entwickeln sich bei der Verbrennung die atembaren Gifte. Nikotin wird auf Rauchpartikeln in die Tiefe der Lunge transportiert und dort rasch ins Blut aufgenommen. Die besondere Gefährlichkeit der Zigarette resultiert aus der Mischung des Suchtgiftes Nikotin und anderen Tabakinhaltsstoffen mit Additiven, z.B. Lävulinsäure, die rascher nikotinsüchtig macht oder Geschmacksstoffen, die schon Kindern den Einstieg erleichtern und Erwachsenen den Ausstieg erschweren bzw. eine Bindung an eine Marke erzielen sollen. Deshalb werden Süßstoffe zugesetzt, obwohl aus ihnen bei der Verbrennung zusätzliche Karzinogene entstehen. Menthol wird zugesetzt, weil seine schleimhautbetäubende und kühlende Wirkung auch dem jungen Raucher eine tiefe Inhalation ermöglicht. In Österreich wurden Zigaretten bisher noch nicht durch ein unabhängiges Labor getestet wie in Nachbarländern, wo schon verbotene Stoffe entdeckt wurden. Aber ein Meldeblatt für Brüssel gibt es schon. In der EU und den USA müssen Additive erst seit 2010 deklariert werden. Einige besonders gefährliche Karzinogene des Tabaks entwickeln sich erst beim Rauchen und sind auch in Ihrem Harn nachweisbar. *Rauchen soll doch vor Alzheimer schützen? -Nein. Prospektivstudien zeigen im Gegenteil einen rascheren geistigen Abbau bei Rauchern, dessen Ursachen (Arteriosklerose, Hochdruck, TIA, Mini-Insulte, Hirnzellverlust, etc.) allerdings noch nicht aufgeklärt sind. Auch M. Alzheimer entwickelte sich bei Rauchern häufiger, besonders bei starken Rauchern. Chronische Nikotinzufuhr fördert die schädliche Ablagerung von Rückständen in den Hirnzellen. Gesichert ist die Beschleunigung von Alterungsprozessen durch Tabakrauch. *Mein Fagerström
Score ist 9. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? -Nein, solche Tests
können den Erfolg einer Entwöhnung nicht voraussagen.
Vertrauen Sie sich einem guten Therapeuten an. Auch stark
nikotinabhängige Raucher können aufhören, wenn sie
wollen. *Dürfen Frauen mehr
rauchen, weil sie seltener Lungenkrebs bekommen? -An und für sich nimmt das Lungenkrebsrisiko mit der Geburt
von Kindern ab, ganz besonders aber, wenn die Schwangerschaft zum
Rauchstopp führt und nachher nicht wieder zu rauchen begonnen
wird. Heute ist Lungenkrebs
bei Österreicherinnen noch selten, weil sie in früheren
Jahrzehnten weniger rauchten als Männer. Letzeres hat sich bei
Jugendlichen leider schon geändert. Wenn Frauen wie Männer
rauchen, sterben sie auch wie Männer. In jedem Lebensjahr haben
RaucherInnen eine etwa doppelt so
hohe
Sterbewahrscheinlichkeit als Nichtraucher. 64% der Raucherinnen und 28%
der Exraucherinnen sterben
vorzeitig an Herz-Kreislauf-, Krebs- und anderen Erkrankungen.
Insgesamt ist der
Lebenszeitverlust
durch Rauchen bei Frauen
sogar höher als bei Männern. So tritt z.B.
der erste Herzinfarkt
bei Rauchern im Schnitt um 6,2 Jahre früher auf als bei
Nichtrauchern, bei Raucherinnen aber um 13,7 Jahre früher. 5-10
Zigaretten pro Tag verdoppeln Ihr Risiko, schon im mittleren Alter zu
sterben. Denken
Sie
auch an Ihr Risiko für Darm- und Brustkrebs,
die frühe Alterung
Ihrer Haut
durch Rauchen und den
früheren Eintritt der Menopause
mit häufigeren Wechselbeschwerden. *Soll ich an einem Raucherseminar in meinem Betrieb
teilnehmen? -Ja, Betriebsseminare
haben hohe Erfolge, besonders wenn auch Ihre Arbeitskollegen
teilnehmen. Manche Betriebe unterstützen Raucherseminare auch
für die Ehepartner
von Betriebsangehörigen oder reduzieren die Versicherungsprämien
für Nichtraucher. Z.B. der Betriebsrat der sBausparkasse
übernimmt die Hälfte der Kosten von Nichtraucherseminaren und
die erfolgreichen Teilnehmer bekommen sogar den Selbstbehalt
refundiert. Für Gastarbeiter gibt es telefonische
Raucherberatung in ihrer Muttersprache. *Der Betriebsarzt sagt mir, dass ich wegen meiner
früheren Arbeit besonders gefährdet bin, einen Raucherkrebs
zu bekommen. -Ja, aber nur wenn Sie weiterrauchen. Sogar Hautkrebs
durch Arsen wurde bei Rauchern häufiger beobachtet. Aber vor
allem ist das Lungenkrebsrisiko
für Raucher besonders hoch,
die zusätzlich aus der Umwelt
mit Radon
oder am Arbeitsplatz mit Asbest,
Arsen,
Chromat, Quarzstaub, Radon, radioaktiven Stäuben, etc. belastet waren.
Ehemalige Asbestarbeiter können sich unter Tel. (070)69226969 zur
kostenlosen Vorsorgeuntersuchung anmelden. Lange vor einem Lungenkrebs
kann
es zu unspezifischem Abfall der Lungenfunktion
und Entzündungszeichen kommen; bei Asbestarbeitern zu
Rippenfellveränderungen. Eine rechtzeitige Diagnose
ermöglicht die Computertomographie. Aber nur die Beendigung des
Rauchens kann Ihr Lungenkrebsrisiko reduzieren, damit es gar nicht zum
Ausbruch dieser Krankheit kommt. Auch bei beginnender Lärmschwerhörigkeit kann die Aufgabe des Rauchens den Fortschritt der Erkrankung bremsen. *Mein Arzt riet mir zum Rauchstopp vor meiner Operation. Hat das jetzt noch einen Sinn? -Ja, postoperative Komplikationen nehmen dadurch ab. Am besten, Sie hören schon 4 Wochen vor der Operation zu rauchen auf. Mit Hilfe geht es leichter. Auch der Schmerzmittelbedarf ist beim Nichtraucher geringer. *Werden psychiatrische Patienten durch Rauchverbote aggressiv? -Nein, das Gegenteil wurde beobachtet. *Ich hatte schon einen Herzanfall.
Nützt es jetzt noch, aufzuhören? -Ja! Wenn Sie nicht
mehr rauchen, nimmt Ihr Rückfallrisiko ab. Wenn erforderlich,
dürfen auch Patienten mit stabiler Angina pectoris
vorübergehend und
unter ärztlicher Aufsicht Nikotinpflaster
verwenden, aber sie müssen unbedingt aufhören zu rauchen. Auch andere Medikamente erleichtern das Aufhören und eine Psychotherapie ist auf jeden Fall zu empfehlen. Fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie die beste Therapie ist. *Bei mir wurde COPD
(chronische Atemwegsobstruktion) diagnostiziert. Ist es jetzt zu
spät für eine Rauchertherapie? -Nein, auch wenn
sich nicht
mehr ganz gesund werden, zahlt es sich immer noch aus, mit dem Rauchen
sofort aufzuhören. Warten Sie nicht, bis Sie durch Ihre Krankheit depressiv
werden und Ihnen der Ausstieg noch schwerer fällt. Auch Asthmatikern
verhilft der Ausstieg zu einer besseren Lungenfunktion. *Kann ich mir selbst
helfen,
wenn ich schon an einer chronischen Lungenkrankheit
leide? -Ja, aber die Betreuung durch
Ihren Arzt ist unersetzlich. Er informiert Sie auch über neue
Medikamente gegen Asthma, Bronchitis, COPD, Emphysem, etc. *Mein Arzt will mir als Raucherin die Pille nicht
verschreiben, wieso? - Bei >15
Zigaretten täglich
ist die Pille schon ab 35a wegen des Risikos einer Thromboembolie
kontraindiziert. Ihre Verschreibung gilt als Kunstfehler (ähnlich
wie bei genetischer Thromboseneigung, bei der das 20-fache Risiko von
Homozygoten
durch die Pille auf das 100-fache steigt). In jedem Alter sind vor
Verschreibung
der Pille anamnestische Hinweise auf erhöhte Thromboseneigung
abzuklären.
Findet sich nach anamnestischem Verdacht auch ein pathologischer
Blutbefund
auf APC-Resistenz, darf die Pille nicht verschrieben werden.
Raucherinnen,
die eine orale Kontrazeption wünschen, sind auf das Risiko einer
Thromboembolie
und die Möglichkeit einer
Raucherentwöhnung
hinzuweisen. Das Risiko für Schlaganfall
nimmt auch ohne Pille mit der Zigarettenzahl zu, wobei Hochdruck und Tabakkonsum die größten Risikofaktoren sind. Durch verbesserte
Hormonpräparate
wird das Risiko für Herzinfarkt
heute
nicht
mehr durch die Pille sondern ausschließlich durch das Rauchen
bestimmt. * Darf ich als Schwangere
Nikotinersatz
verwenden? -Das Gesundheitsrisiko
für das Kind
wäre zwar noch
größer,
wenn Sie weiterrauchen, und ebenso Ihr persönliches Risiko (z.B.
für eine Thrombose). Allerdings wird das Risiko für Missbildungen
durch Nikotinersatz erhöht und die Entwicklung bestimmter
Hirnfunktionen (Hörverständnis)
beeinträchtigt. Sie können negative Nikotinwirkungen auch
nicht durch Einnahme von Vitaminen
verhindern: Bei der Testung von Cholin und Vitamin C (zur Verhinderung
der nikotininduzierten Reifungsstörung der Lunge) stellte sich
heraus, dass Schäden in bestimmten Hirnarealen sogar zunahmen.
(Allerdings ist eine ausreichende Vitaminzufuhr jeder Schwangeren zu
empfehlen, wobei Vitamin C unter anderem die Bildung
krebsfördernder Nitrosamine verhindern kann). Nikotinpflaster (nur
tags) ist zwar weniger schädlich als weiter zu rauchen, aber ohne
Rauchstopp ist die Verwendung von Nikotinersatz ein zusätzliches
Risiko. Nikotin- Kaugummi
hilft Schwangeren zwar, weniger zu rauchen, aber nur der
vollständige Rauchstopp kann Schäden bei Ihrem Kind
verlässlich verhindern und dabei hilft der Kaugummi nicht, sondern
nur Ihre Liebe zum Kind. Snus
erhöht das Risiko für die Mutter (Eklampsie) und das Kind.
Sie sollten also dem Kind zuliebe
auf Nikotin in jeder Form verzichten. Das ist nicht
so schwer wie Ihnen Nikotinverkäufer vorlügen. Missbildungen
durch Rauchen in der Schwangerschaft betreffen eher die Finger,
während Nikotinpflaster, -kaugummi und -inhalatoren das Risiko
für schwerere Missbildungen des Skeletts und der Muskeln
verdoppeln können. Auch sollten Sie bedenken, dass die
Nikotinkonzentration im Gehirn
des Ungeborenen 2,5-Mal höhere Werte erreicht als im
mütterlichen Blut und die sich bildenden Nikotinrezeptoren die
Grundlage einer späteren Nikotinsucht darstellen. * Ich habe gelesen, dass nur die Teerstoffe krank machen und Nikotinharmlos
ist? -Das stimmt
leider nicht. Nikotin ist nicht nur ein starkes Suchtgift, sondern
auch ein starkes Gift, das die Tabakpflanze gegen Fressfeinde
entwickelte. Es belastet schon in geringer Dosis Herz und
Gefäße, stört beim Fetus die
Hirnentwicklung und ist ein Vorläufer eines sehr potenten
Lungenkarzinogens (NNK). Außerdem
ist es als "Promotor"
an der krebsfördernden
Wirkung von
Tabakrauch in Lunge
und Magen
beteiligt und fördert die Ausbreitung von Brustkrebs.
Strengere
gesetzliche Regulierungen von Nikotin sind zu erwarten. Um ihnen zuvor
zu kommen, erforscht die Tabakindustrie bereits Alternativstoffe
mit vergleichbarer Wirkung im Gehirn. Vor allem aber erweitert sie ihre
Produktpalette,
um damit neue Kunden zu gewinnen und die Nikotinsucht der Konsumenten
aufrechtzuerhalten. Während die Tabak- und Nikotinindustrie
Rauchern eine Risikoreduktion verspricht, versucht sie, die Wirkung von
Rauchverboten und den Ausstieg aus der Nikotinsucht zu verhindern. *Ich rauche meist nur in Gesellschaft und komme pro Tag nur auf eine bis höchstens 4 Zigaretten; kann mir das schaden? -Ja, Ihr Risiko für Herzkrankheiten und Lungenkrebs ist -statistisch gesehen- dreimal so hoch wie das eines Nichtrauchers. Schon eine einzige Zigarette macht Ihre Arterien steifer. Auch Gelegenheitsraucher erhöhen die Gerinnungsneigung ihres Blutes (Thrombosegefahr) und schädigen ihre Arterien, die sich durch langwirksame Gefäßgifte des Tabakrauchs bei erhöhtem Sauerstoffbedarf nicht mehr ausreichend erweitern können. *Muss ich meiner Lebensversicherung auch melden, dass ich Gelegenheitsraucher bin? -Ja, denn falsche Angaben können zum Verlust der Versicherungsleistung führen, auch wenn man bei einem Autounfall nur wenige Zigaretten bei Ihnen findet, die Sie gelegentlich geraucht haben. Aber wenn Sie wirklich keine einzige Zigarette mehr rauchen, sollten Sie eine Reduktion Ihrer Versicherungsprämie auf mindestens die Hälfte verlangen. *Krebs hat doch abgenommen? -Allgemein hat die Krebssterblichkeit vor allem durch die bessere Therapie abgenommen, aber manche Raucherkarzinome wie Blasenkrebs zeigen eher einen zunehmenden Trend und die große Welle der Raucherkarzinome (vor allem Lungenkrebs) steht uns bei Frauen noch bevor, weil Mädchen immer früher und häufiger zu rauchen beginnen. Auch bei Männern ist wieder eine Zunahme von Krebs zu erwarten, wenn der gegenwärtige Trend zum Rauchen bei den Buben anhält. Auch Pfeifen- oder Zigarrenraucher haben ein hohes Krebsrisiko. Obwohl die Raucherquoten in U.S.A. wesentlich stärker abnahmen als in Österreich, ist dort noch immer jeder dritte Krebstodesfall auf das Rauchen zurückzuführen, in Österreich etwa jeder zweite. *Kann Tabakrauch wirklich zu Brustkrebs führen? -Ja, unter bestimmten Voraussetzungen (erbliche Belastung) kommt es sogar durch Passivrauchen (vor allem während der Zeit, in der sich die Brustdrüse entwickelt) noch vor der Menopause zum Brustkrebs. Dagegen scheint das Risiko, nach der Menopause Brustkrebs zu bekommen, wegen der antiöstrogenen Wirkung von Tabakrauch auch durch Aktivrauchen nicht erhöht zu werden, wenngleich Nikotin Wachstum und Ausbreitung von Brustkrebs fördert. *Rauchverbote bevormunden doch die Raucher? -Nein, sie reduzieren den Tabakkonsum, helfen ihnen beim Ausstieg aus der Nikotinsucht, halten die Umgebungsluft für alle sauber und senken in der gesamten Bevölkerung die Spitalsaufnahmen wegen Asthma, Herzinfarkt und Schlaganfall. *Wieso ist Österreich so rückständig? -Nikotinsucht kann der Arzt behandeln, aber Gewinnsucht nicht. Solange die Tabakindustrie das Geld, das sie den Rauchern abnimmt, teilweise wieder in die Verführung von Kindern und die Bestechung von Erwachsenen investieren darf, bleiben Fortschritte in diesem Land bescheiden. Sogar Süchtige, die verdrängen, lassen sich motivieren, aber bei korrupten Politikern sind wir chancenlos. *Stimmt es, dass von Rauchverboten nur Nichtraucher profitieren? -Nein, zunächst kommt es zwar durch Wegfall des Passivrauchens bei Nichtrauchern zum stärksten Rückgang der Herzinfarkte, gefolgt von den Exrauchern. Aber langfristig profitieren vor allem Raucher, die das Rauchen aufgeben (nachgewiesen z.B. in Bars), weil es ihnen die Rauchverbote schwer machen, jederzeit und in angenehmer Umgebung zu rauchen. In Italien ging die Raucherquote von 26,2% (2004, vor dem Rauchverbot) auf 21,7% (2010) zurück. Noch deutlicher waren die Rückgänge im Vereinigten Königreich, das keine Raucherzimmer zuließ. *Bekomme ich Diabetes, wenn ich zu rauchen aufhöre? -Nein, wenn Sie die Zigarette nicht durch Naschereien ersetzen und stark zunehmen. Raucher haben von Anfang an ein 30% höheres Risiko für Diabetes als Nichtraucher. In den ersten 3 Jahren nach einem Rauchstopp kann dieses Risiko vorübergehend sogar um 90% höher werden, wenn man sich unvernünftig ernährt, sinkt aber schließlich wieder auf den Wert eines Nichtrauchers. Für einen Diabetiker ist der Rauchstopp noch wichtiger als die Zuckereinstellung, um Herz- und Gefäßkrankheiten zu vermeiden. *Schützt Rauchen vor Parkinson? -Nein, Parkinsonpatienten sind von ihrer Persönlichkeitsstruktur her eher vorsichtig und vermeiden Gesundheitsrisken wie Rauchen. Für eine kausale Beziehung zwischen Nichtrauchen und Parkinson fanden sich keine Beweise, aber es gibt viele Hypothesen, z.B. die Hemmung der Hormonwirkung weit verbreiteter Pestizide wie Lindan durch Nikotin. *Warum muss ich wegen einer kosmetischen Operation das Rauchen aufgeben? -Weil Nikotin und andere Gifte den Operationserfolg gefährden. Wenn Sie es schaffen, mindestens 4 Wochen vor der Operation nicht zu rauchen, wie es der Chirurg verlangt, haben Sie schon die schlimmsten Entzugssymptome hinter sich und sollten diese einmalige Chance nützen, Nichtraucher zu bleiben. Auch Ihre Haut wird es Ihnen danken und langsamer altern. *Warum soll ich als Schmerzpatient das Rauchen aufgeben? -Weil Sie dann mit den Schmerzen besser fertig werden und weniger starke Schmerzmittel brauchen. *Warum sollen Nierenkranke nicht rauchen? -Wegen toxischer Wirkungen von Nikotin auf Gefäße und Niere. *Kann mir Oraltabak (Snus) helfen, von der Zigarette loszukommen? -Nein, wenn Sie medikamentöse Hilfe brauchen, sollten Sie ein reines und für Sie geeignetes Medikament aus der Apotheke verwenden und keines, das Krebs in Mundhöhle, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse verursachen kann. *Mein Mann soll wegen Lungenkrebs operiert werden. Jetzt ist es doch zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören? -Nein, denn die Ärzte haben Ihren Gatten nicht aufgegeben. Auch sein Operationsrisiko ist ohne Zigarette geringer. Selbst bei den bösartigen kleinzelligen Bronchuskarzinomen ist die 5-Jahres-Überlebensrate bei Rauchern, die mit Beginn der Therapie aufhören, immerhin noch 9%, bei denen die weiterrauchen nur 4%. *Meine Schwester ist an einer Subarachnoidalblutung gestorben. Sollte ich lieber das Rauchen aufgeben? -Unbedingt! Rauchen ist eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall, ebenso wie angeborenen Aneurismen. Lassen Sie beim Hausarzt ihren Blutdruck kontrollieren, fragen Sie ihn um Hilfe zur Raucherentwöhnung und bitten Sie ihn um eine Überweisung zu einer neurologischen Vorsorgeuntersuchung. *Ich habe eine Fettleber. Kann das Rauchen der Leber schaden? -Ja, auch wenn Ihre Erkrankung durch falsche Ernährung entstand, wird sie durch das Rauchen eher fortschreiten. Auch auf Alkohol und süße Softdrinks sollten Sie verzichten. *Ist Rauchen gemeinsam mit Alkohol schädlicher? -Ja, besonders schädlich bei der Mutter für das Ungeborene, aber auch männliche Potenz und Fruchtbarkeit werden durch die Kombination noch stärker beeinträchtigt und Karzinome im oberen Verdauungstrakt nehmen überproportional zu. *Kann ich mich als Raucher durch Vitamine vor Krankheit schützen? -Nein, nur durch Nichtrauchen! Gegen Raucherkrebs sind Vitamine machtlos. Antioxidantien wie Vitamin E und Provitamin A helfen dem Raucher nicht. Durch Einnahme von Medikamenten mit Provitamin A (Beta-Karotin) kann ihr Krebsrisiko sogar ansteigen. Auch Herzkranzgefäßerkrankungen können dadurch noch zunehmen. Während Krebs- und Herzkreislaufrisken von Nichtrauchern durch Beta-Karotin gesenkt werden, sollten Raucher auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel verzichten und ihren Beta-Karotinbedarf nur aus natürlichen Quellen decken, um Überdosierung zu vermeiden. Das gleiche gilt für Antioxidantien. Auch Medikamente wie bestimmte Antirheumatika eignen sich nicht zur Vorbeugung gegen Mundhöhlenkrebs, weil sie gleichzeitig das Herz-Kreislaufrisikos des Rauchers erhöhen. Rauchern kann man nur raten, viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten zu essen, vor allem aber, das Rauchen einzustellen. Auch um einer Erblindung vorzubeugen, sollten Sie primär zu rauchen aufhören, können das Risiko einer Maculadegeneration aber zusätzlich durch Fischkonsum (Omega-3-Fettsäuren) senken. Spurenelemente wie Selen können nur helfen (z.B. gegen die Entwicklung eines Karzinoms der Prostata), wenn Sie das Rauchen aufgeben. Das gleiche gilt für Entzündungshemmer, auch wenn manche Pharma-Vertreter anderes sagen. *Gibt es eine Impfung
gegen das Rauchen? -Impfstoffe
gegen die
Nikotinsucht sind dzt. erst in Entwicklung bzw. klinischer Prüfung.
Das Prinzip besteht darin, dass das kleine
Nikotinmolekül mit einem großen Eiweißkörper
konjugiert wird (z.B. Nikotin-Butylsäure mit Choleratoxin B),
damit über diesen Proteinträger eine Antikörperbildungausgelöst
wird. Wenn dann die über Zigaretten aufgenommenen
Nikotinmoleküle von diesen Antikörpern gebunden werden,
können sie nicht mehr ins Gehirn eindringen. Leider ist der Schutz
des Gehirns bisher nur sehr unvollständig gelungen. Die
Hauptindikation
der zukünftigen Impfung dürfte eine Unterstützung einer
Rauchertherapie und eine
Rückfallprophylaxe für Exraucher werden. Aber auch bei
monatlicher Auffrischung sind die Erfolge bisher bescheiden.Weder von
einer
Impfung noch von genetischem Screening sind Wunder zu erwarten. Eine
Schutzimpfung von Kindern und Jugendlichen vor der Krankheit der
Nikotinsucht ist jedenfalls entbehrlich, wenn die Verführung durch
indirekte
Tabakwerbung unterbunden wird. *Kann mir Hypnose
helfen, mit dem Rauchen aufzuhören?
-Die spärlichen Studienergebnisse dazu sind widersprüchlich,
aber einzelne Raucher berichten über Erfolge. Sie sollten aber
zuerst eine bewährte Entwöhnungsmethode
versuchen. *Wieso ist die Suchtgefahr
bei der
Zigarette höher als
bei Nikotinpflaster oder -kaugummi? - Das hängt z.T. mit der
Nikotinaufnahme ins Blut zusammen, die beim Rauchen rascher erfolgt (allerdings erfolgt die Aufnahme ins Gehirn nicht so rasch, wie früher angenommen). Tabakrauch enthält zusätzlich Substanzen wie
Acetaldehyd,
welche die Suchtbildung fördern. In Europa wird jetzt damit
begonnen, suchtbeschleunigende Zusatzstoffe wie Ammoniak
zu verbieten. * Haften
Zigarettenhersteller für
Gesundheitsschäden? -Ja. Ein Taschenbuch
gibt
den Opfern Beistand in Haftungsfragen. Das pdf einer
Kurzfassung sendet Ihnen der Autor <davani@gmx.net> kostenlos zu. Dieser Weg ist in anderen
Ländern (meist in Form von Sammelklagen)
schon erfolgreich beschritten worden. Auch das
österreichische, deutsche und schweizerische Haftungsrecht
ermöglicht hier die Beweislastumkehr.
*Schadet Tabakrauch meinem Haustier?
-Ja, bei Hunden
und Katzen
wurden mehr bösartige Neubildungen
beobachtet. *Gibt es Krankheiten, bei denen Tabakrauchen hilft?
- Nein!
Die wenigen Krankheiten, die durch Rauchen angeblich gebessert werden,
könnten höchstens mit Einzelsubstanzen, nicht aber mit dem
Cocktail
aus giftigen und krebsfördernden Substanzen behandelt werden, die
im Tabakrauch enthalten sind. Auch Schizophrenen
schadet die "Selbstbehandlung" mit Tabakrauch und nützt die Entwöhnung.
Der Arzt muss
jedenfalls Wechselwirkungen
zwischen Psychopharmaka und Rauchen berücksichtigen und zu geeigneten Medikamenten bzw. einer
rauchfreien Nikotinersatztherapie raten. Selbst bei der
rauchfreien Nikotintherapie,
wie sie z.B. bei Colitis
ulcerosa in Erwägung gezogen wurde,
sind
unerwünschte
Nebenwirkungen auf Herz, Gefäße, etc. und das
beträchtliche
Suchtpotential abzuwägen, weshalb sie in der Regel nur
während des Zigarettenentzugs eingesetzt wird. Raucher haben im Laufe ihres verkürzten Lebens auch mehr Schmerzen. *Macht Tabakrauch auch süchtig, wenn er mit Wasserpfeife
inhaliert wird? -Ja, auch dieser Rauch enthält viele Teer- und
Giftstoffe. Zu bekannten Gefahren
des Rauchens kommen Infektionsgefahren beim kollektiven Rauchen (z.B.
Herpes, Pilze) und
solche aus beigemischten psychoaktiven Substanzen. Auch Peridontalerkrankungen
treten häufiger auf. *Mein Freund hat leicht aufgehört. Wieso fällt es mir so schwer? -Vielleicht hat Ihr Freund nicht viel oder noch nicht lange geraucht, hatte keine Veranlagung zur Nikotinsucht, war zum Aufhören besser vorbereitet, hatte danach weniger Verführungen durch rauchende Familienmitglieder oder Arbeitskollegen oder er hatte professionellere Hilfe. *Ich habe nach einem Herzinfarkt wieder angefangen zu rauchen. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? -Nein, aber Sie brauchen sofort einen guten Therapeuten. Er wird mit Ihnen besprechen, was zum Rückfall geführt hat und wie Sie das beim nächsten Mal vermeiden können. Er kann Ihnen auch sagen, ob Sie unterstützende Medikamente brauchen.*Ist der Schadenersatz, den Gerichte in den U.S.A. fordern, nicht übertrieben? Der nützt vor allem Anwälten und gibt den Opfern meiner irreführenden Tabakwerbung ihre Gesundheit nicht zurück. Oft erleben sie den Prozessausgang nicht mehr. * Rauchverbote sind doch bei modernen Lüftungsanlagen nicht nötig? -Auch die besten Lüftungs- und Luftreinigungsanlagen können das Passivrauchen nicht völlig verhindern: Die Luftwechselzahl müsste Sturmstärke erreichen, um das Krebsrisiko ausreichend zu reduzieren. Kellner haben das höchste Krebsrisiko. *Meine unternehmerische Freiheit wird doch durch ein
Rauchverbot eingeschränkt? -So weit geht Ihre Freiheit laut EU
nicht. Studien beweisen eindeutig eine Abnahme von
Gesundheitsschäden und keinen Geschäftsverlust in der Gastronomie. *Sind Rauchverbote nicht schädlich für die Wirtschaft? Nein, das wird nur von der Tabakindustrie behauptet. Das Gegenteil ist der Fall! In Kalifornien z.B. machten sich Anti-Rauch-Programme zwischen 1989 und 2004 mehr als bezahlt: Sie sparten 86 Milliarden Dollar Gesundheitskosten. Aber in den U.S.A. werden Rauchverbote auch konsequent umgesetzt, z.B. in Hotelzimmern. *In der Werkshalle darf doch das Rauchen nicht verboten werden? -Unter Umständen schon. Außerdem profitieren nicht nur die Nichtraucher davon, sondern auch die Raucher. Sie ersparen sich im Tagesdurchschnitt 30% der vor dem Rauchverbot konsumierten Zigaretten: nur für die Tabakindustrie ein Verlust (der zur Hälfte auf Raucher zurückzuführen ist, die nach dem Rauchverbot am Arbeitsplatz ganz zu rauchen aufhören). *Hat in Italien das Rauchen nach dem Verbot wieder zugenommen? -Nein, bisher sind die Raucherraten noch in allen Ländern mit Einführung der Rauchverbote zurückgegangen. Sogar in Italien, wo Raucherzimmer noch erlaubt sind, sank die Raucherrate von 2004 auf 2005 um 6,1%. Der von österreichischen Zeitungen hervorgehobene Wiederanstieg 2006 betrug dagegen nur 1,1% und könnte mit der Lockerung der Rauchverbote, Heizstrahlern und Zelten vor Gaststätten zusammenhängen. Die Raucherrate ist aber trotzdem 2007 nicht weiter angestiegen, sondern auf 23,5% gesunken. Auch aus England wird bereits eine starke Inanspruchnahme des Rauchertelefons und sinkende Raucherquoten berichtet. Wenn an Arbeitplätzen und in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf, wird der Ausstieg aus der Nikotinsucht leichter. Das Verbot schadet nur der Tabakindustrie.*Ist die Stadtluft nicht ebenso ungesund wie Tabakrauch? -Sie haben nur insoweit recht, als Sie als Raucher durch Auto- oder Industrieabgase noch stärker gefährdet sind, vorzeitig an einer Herzkreislauf-Erkrankung zu sterben. Beim direkten Vergleich erreichen die Schäden an Arteriendurch Tabakrauch schon bei 30% der Feinstaubmasse das selbe Ausmaß wie durch konzentrierte Stadtluft. Aber beides zusammen ist am gefährlichsten. Auch am Land wo häufig Holz als Brennstoff genutzt wird, sind Raucher mit bestimmten Genschäden (Sputumtest) besonders gefährdet, eine COPD durch Holzrauch zu bekommen. *Ozon im Sommer gefährlicher als Tabakrauch? -Nein, das Ozon in sauberer Bergluft macht kaum Symptome und nur geringe Leistungseinschränkung. Aber wenn der Tabakrauch aus Ihrer Zigarette mit Ozon reagiert, enstehen ultrafeine Stäube mit zusätzlichen Karzinogenen und Reizstoffen für Asthma (Passivrauch). *Leukämie
bei Kindern rauchender Mütter?
-Benzol und radioaktive Substanzen aus der Zigarette der Mutter
erreichen das Ungeborene. Epidemiologisch wurde erst ab einem
Tageskonsum von 10 Zigaretten ein erhöhtes Leukämierisiko bei
der Folgegeneration gefunden, und zwar für die myeloische
Leukämie. Andere
Krankheiten des Kindes wurden aber schon nach geringerem Tabakkonsum
(und sogar Passivrauchen) der Mutter nachgewiesen. Die für eine
Zunahme verschiedener Krebserkrankungen
der nächsten Generation verantwortlichen Tabakrauchbestandteile
(z.B. Nitrosamine) und Mechanismen sind erst unvollständig
aufgeklärt. *Ich habe Sodbrennen. Kommt das vom Essen oder Rauchen? Wenn Sie aufhören zu rauchen, ein allfälliges Übergewicht abbauen und einen evt. Reflux (Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre) behandeln lassen, laufen Sie jedenfalls nicht Gefahr, an der Stelle des Brennens einen Krebs zu entwickeln. *Was hat Rauchen mit Schnarchen zu tun? *Rauchen und Zahnausfall? *Schädigt Rauchen das Immunsystem? -Ja, die Leukozyten (CD4+, CD8+) müssen vermehrt produziert werden und die natürlichen Killerzellen (NK) sinken ab. (NK sind in der Lage, ohne Reifung oder vorhergehende Sensibilisierung Tumorzellen oder virusinfizierte Zellen abzutöten). *Operationserfolg durch Rauchen gefährdet? -Das wissen sowohl Herz- wie Schönheitschirurgen ( Narben). Eine kosmetische Operation bis nach der Raucherentwöhnung zu verschieben, ist im Interesse des Rauchers. *Bewirken Verbote
nicht das Gegenteil? - Nichtraucherschutz
ohne gesetzliche Basis hat sich als wirkungslos erwiesen. In
Ländern mit langer demokratischer Tradition werden Rauchverbote
eher als notwendige Regelung für unser Zusammenleben verstanden.
Mit zunehmender Aufklärungsquote zur Gesundheitsgefahr des
Passivrauchens wird auch die Akzeptanz für Sanktionen bei
Verletzungen des Rauchverbotes steigen und in gleicher Weise akzeptiert
werden, wie solche für Übertretungen der
Straßenverkehrsordnung. Rauchverbote erleichtern
Ihren Entschluss, das Rauchen ganz einzustellen. Auch die Denormalisierung
des Rauchens in der Öffentlichkeit hat sich für Raucher beim
Aufhören als hilfreich erwiesen. Rauchverbote sind unerlässlich für den Schutz von Kindern und anderer Nichtraucher. Auch das Passivrauchen an Arbeitsplätzen lässt sich dadurch stark reduzieren. Für Raucher sind Verbote nachweislich ein Motiv für einen Aufhörversuch. Wir versuchen Nichtraucher vor dem Tabakrauch und alle Menschen, auch Sie, vor der Tabakindustrie zu schützen. Besonders Kinder sollten nicht feststellen müssen: Meine Eltern haben was gegen mich in der Hand, das mir den Atem raubt. Raucher haben es in der Hand, ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu schützen. Denken Sie daran bei Ihrer nächsten Zigarette. *Ist Rauchen nicht Privatsache? - Sie haben das Recht, sich selbst umzubringen, nicht aber andere (durch Passivrauchen). Die Verhinderung von Mord u.a. Fremdschädigungen ist Pflicht des Staates. Die Verhinderung von Selbstmord u.a. Selbstschädigungen ist Pflicht von Ärzten. Deshalb muss Sie der Arzt auch dann warnen, wenn Sie z.B. nur im Freien rauchen, um andere nicht zu gefährden. Außerdem wissen Ärzte um Bemühungen der Raucher, ihre Sucht hinter verschiedenen Argumenten vor sich selbst zu verbergen. Nikotinsucht ist eine Krankheit und der Arzt muss Kranken helfen. *Wozu Warnungen auf Zigarettenpackungen? -Sie erinnern Raucher und ihre Angehörigen an die Folgen und vermindern die Nutzbarkeit der häufig öffentlich gehandhabten Schachteln für Zigarettenmarkenwerbung. Eigentlich dürften Schutzhüllen die Warnungen nicht verdecken, weil die Gefährlichkeit des Produktes durch Verbergen der Warnhinweise (auch für Minderjährige) erhöht wird. Somit kommen Produzenten solcher Schutzhüllen mit §5 Abs.2 Zi 3 des Produktsicherheitsgesetzes (PSG) in Konflikt. Die wirksamsten Warnungen sind große Bilder von Raucherkrankheiten, die häufig gewechselt werden. Solche Warnungen werden von der EU empfohlen und von der Tabakindustrie bekämpft, weil sie die Wirkung ihrer Werbung und Gehirnwäsche schmälert. *Taschenaschenbecher? -Kostenlos in Wien! Weggeworfene Zigaretten verursachen Brände (z.B. Mont Blanc Tunnel). Auch ausgedämpfte Stummel sind ein Umweltproblem. Sie werden von Fahrzeugen fein zerrieben und können mit dem Luftstaub wieder eingeatmet werden.Werden Aschenbecher in die Toilette entleert, können die in den Zigarettenstummeln enthaltenen Giftstoffe nicht von den Wasserwerken beseitigt werden, sondern über den Klärschlamm auf die Felder und auf diesem Weg in den Lebensmittelkreislauf des Menschen zurück gelangen. *Höhere Tabaksteuern führen doch nur zu mehr Zigarettenschmuggel? -Nicht wenn der Finanzminister einen kleinen Teil seiner Tabaksteuereinnahmen in die Zollfahndung investiert, deren gesetzliche Grundlage allerdings in Österreich noch verbessert werden muss. In Italien hat ein besseres Tabakgesetz und ein höherer Zigarettenpreis zur Abnahme des Tabakkonsums bei Jugendlichen geführt, wobei Schmuggel, Internet und geschenkte Zigaretten mit 6,9% nach wie vor keine wesentliche Rolle spielen. Allerdings muss dem Internet in Zukunft überall mehr Beachtung geschenkt werden. Die Tabakindustrie fordert eine Senkung der Tabaksteuer, angeblich um den Schmuggel einzudämmen, beliefert aber den Schwarzmarkt selbst. Von der Weltbank wurde schon 2003 eine Tabaksteuererhöhung und strengere Tabakgesetze als die kostengünstigsten Interventionen empfohlen. Eine Studie in 52 Ländern bewies die Zusammenhänge zwischen Zigarettenpreis und -konsum und eine Studie in 18 EU-Ländern bestätigte, dass hohe Tabaksteuern und strenge Tabakgesetze mit Werbeverboten und Nichtraucherschutz (Tabakkontroll-Score) mit höheren Aufhörraten einhergehen, sogar bei niedrigem Bildungsgrad. Leider sind Bemühungen der EU zur Anhebung und Harmonisierung der Tabaksteuern bisher nur zaghaft. Solange die Herkunft jeder Zigarettenpackung nicht aus einem Strichcode ablesbar ist, werden Zollfreilager weiterhin als Drehscheiben des Zigarettenschmuggels dienen. Tabakbauern werden vom Tabakkartell schamlos ausgebeutet, auch Kinder *Zahlen die Raucher in Österreich nicht ohnedies die höchsten Tabaksteuern in Europa? -Sicher nicht! Und die Kosten des Rauchens übersteigen die Steuereinnahmen in Österreich bei weitem. Selbst in Ländern mit viel höheren Tabaksteuern werden Produktivitätsverlust, Krankenstände, Krankheitskosten und Frühinvalidität durch Rauchen nicht abgedeckt. 3 Rauchpausen pro Tag summieren sich in einem Arbeitsleben zu einem Jahr Arbeitszeitverlust. Neben enormen volkswirtschaftlichen Kosten ist großes persönliches Leid der Betroffenen und ihrer Familien die Folge. US Wirtschaftsexperten schätzen dass das Rauchen die Ausgaben im Gesundheitswesen um 75,5 Mrd. Dollar im Jahr erhöht und sich mit 92 Mrd. Dollar negativ auf die Produktivität auswirkt. Dazu kommen noch Reinigungs- und Brandversicherungskosten und vor allem auch die beträchtlichen Kosten erhöhter Erkrankungen und Todesfälle bei Passivrauchern. Nicht nur Sie zahlen einen hohen Preis, sondern auch andere und die Wirtschaft und der Staat bzw. alle Steuerzahler, wie für Deutschland berechnet. Allerdings hätten Sie trotzdem ein moralisches Anrecht, einen Teil der Tabaksteuern für die Behandlung Ihrer Sucht einzufordern. *Weshalb Rauchverbote statt moderner Lüftungsanlagen? Weil auch die besten Lüftungen das Gesundheitsrisiko nicht beseitigen. *Muss ich für eine Rauchpause am Arbeitsplatz ausstempeln? -Wenn es der Arbeitgeber verlangt, ja. Diese extra Pausen summieren sich zu ansehnlichen Zeiten. *Wieso werden Raucher von der WHO diskriminiert? -Dass die WHO keine Raucher mehr einstellt, liegt daran, dass sich einige davon als empfänglich für Einflüsse der Tabakindustrie erwiesen, was sich mit der Arbeit bei der WHO nicht verträgt. Von Diskrimination spricht man in Zusammenhang mit verfassungsmäßig garantierten Rechten wie der Religionsfreiheit. Wenn ein Ballett keine Übergewichtigen einstellt, kann das nicht als Diskriminierung bezeichnet werden. *Rauchverbote am Arbeitsplatz sind doch unnötig, wenn alle rauchen? -Nein, denn Raucher sollten durch ihre Arbeitskollegen nicht daran gehindert werden, aufzuhören. Dazu entschließt man sich an einem rauchfreien Arbeitsplatz eher und es fällt auch leichter. Auch kann dann auf neue MitarbeiterInnen und Lehrlinge kein Druck ausgeübt werden, sich mit den Rauchern zu solidarisieren. *Werden Rauchverbote im Gasthaus nicht dazu führen, dass die Eltern zu Hause mehr rauchen? -Nein, in den U.S.A. kam es dort, wo Eltern zu Hause geraucht hatten, zu keiner Veränderung der Nikotinbelastung von Kindern und Jugendlichen. Dort wo Eltern (schon vor dem Rauchverbot im Gasthaus) zu Hause nicht geraucht hatten, kam es insgesamt zu einer deutlichen Reduktion der Passivrauchbelastung von Minderjährigen. Ähnliche Ergebnisse fanden sich in Europa. *Tabakfirmen kämpfen doch nur um Marktanteile? -Ja, aber auf dem Rücken von Kindern, die sie verführen, und auf Kosten aller Raucher, die nicht mehr rechtzeitig von diesem Produkt loskommen. Toxische Stoffe sind bei diesen Rezepturen nicht so wichtig wie ein Geschmack, der Marktvorteile bringt. Wenn ein Zusatzstoff oder die Manipulation des pH-Wertes rascher süchtig macht, wird eine Firma, die ihren Marktanteil vergrößern will, auch diese Tricks einsetzen, um mehr Konsumenten an ihr Produkt zu binden. Deshalb sollte die Regierung eine Kooperation mit der Tabakindustrie vermeiden und einen Informationsaustausch auf das erforderliche Minimum beschränken und transparent machen. *Zigarettenautomaten sind doch ein Dienst am Kunden und kindersicher? -Nur in Österreich und einigen anderen rückständigen Ländern sind Zigaretten rund um die Uhr leichter erhältlich als Grundnahrungsmittel. Viele haben Automaten für alle Suchtgifte (auch für die legale Droge Nikotin) verboten, weil die elektronische "Kindersicherung" unverlässlich ist. Etliche EU-Mitglieder haben wie die U.S.A. das Bezugsalter auf 18 Jahre erhöht, wobei der Tabakhändler seine Lizenz verlieren kann, wenn er zur Überprüfung keinen Lichtbildausweis verlangt. *Werbeverbote schränken doch die freie Meinungsäußerung ein? Das Verbot der Tabakwerbung hat weder mit Redefreiheit noch mit Diskriminierung zu tun; das stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest. Tabakwerbung verbreitete Lügen und missbrauchte kulturelle Symbole. *Nichtraucher müssen doch ebenso sterben wie Raucher? -Ja, aber wesentlich später. Wenn sie nicht passivrauchen müssen, können sie sich sogar um viele Jahre länger ihrer Gesundheit erfreuen. Denn dann leben sie wirklich ohne das Risiko, vorzeitig an einem (durch Tabakrauch verursachten) Leiden zu erkranken und schließlich daran zu sterben. *Krebs durch schlechte Erbanlage und nicht durch schlechte Luft? - Der Tabakgigant BAT zahlte Millionen an Universitäten, um die Vererbungshypothese zu stützen, aber bezahlte Forscher und einseitige Berichte konnten die wahren Zusammenhänge nicht vernebeln. Ohne Tabakrauch bleiben auch Menschen mit genetischer Belastung länger gesund! Kein Kind oder Jugendlicher wird wegen seiner Erbanlage zum Rauchen verführt. Erst danach kann ein Gen für die Entwicklung einer stärkeren Nikotinabhängigkeit mitverantwortlich werden und zu höherem Zigarettenkonsum führen. Trotzdem ist Ihr Geld in einem Entwöhnungskurs besser investiert als in einem Gentest. Auch Veröffentlichungen über das p53-Tumorsuppressor-Gen wurde von der Tabakindustrie beeinflusst. Nur ein Teil des zum Rauchen führenden Verhaltens ist vererbt; das Meiste wird anerzogen. Bei Männern auf dem Land konnten 96%der Bronchuskarzinome mit Tabakrauch in Zusammenhang gebracht werden. Ein Drittel aller tödlichen Krebserkrankungen ist durch Zigaretten verursacht. Selbst wenn Sie auf Grund guter Gene sogar gegen alle diese Krebsarten geschützt sein sollten, könnten Sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall durch das Rauchen bekommen. Erbanlagen zum Lungenkrebs oder Brustkrebs führen erst dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung, wenn Sie zusätzlich rauchen oder passiv den Tabakrauch anderer einatmen müssen. Auch bei anderen Krebsarten lässt sich erbliche und Umweltbelastung kaum trennen, insbesondere durch die Schädigung der Genexpression und Transkription durch Tabakrauch. Beim Darmkrebs wissen wir z.B. nur, dass er bei Rauchern eher in den oberen Dickdarmabschnitten entsteht und durch Methylierungsprozesse gefördert wird. Zu untersuchen, warum manche Raucher an Krebs erkranken und andere nicht, ist wenig sinnvoll, weil das auch mit Zufall zu tun hat: So als würden Sie Soldaten in ein Kriegsgebiet schicken und dann diejenigen untersuchen, die nicht von einer Kugel getroffen wurden. *Ich kenne einen Fall von Lungenkrebs, der nie geraucht hat. -Ja, aber Passivrauchen ist hierzulande so häufig, dass dies die wahrscheinlichste Ursache ist, wenn berufliche Ursachen ausgeschlossen sind. Wechselwirkungen von Tabakrauch mit Radon aus dem Boden können ebenfalls zu Lungenkrebs führen. *Wegen einer chronischen Entzündung meiner Bauchspeicheldrüse soll ich Alkohol und Zigaretten meiden, warum? - Beides verhindert die Heilung und kann zum Wiederaufflammen der Krankheit führen. Auch Rauchen allein führt zu einem ungünstigen Verlauf der Pankreatitis und fördert das Pankreaskarzinom. *Ich habe Leberzirrhose, obwohl ich kaum Alkohol trank. Kann die Zirrhose auch vom Rauchen kommen? -Ja, für die sog. primäre biliäre Leberzirrhose wird das vermutet (neben Autoimmunerkrankungen und Chemikalien in Kosmetica als Mitursache). Nach einer Hepatitis B oder C kann das Rauchen das Risiko für Leberkrebs zusätzlich erhöhen. *Wie kann Tabakrauch einen Herzinfarkt auslösen? -Durch verminderte Durchblutung der Herzkranzgefäße und Störungen der Blutgerinnung. *Ist die Wasserpfeife weniger schädlich? -Nikotin und andere Schadstoffe werden nicht aus dem Rauch gewaschen. *Sind Nichtraucher-Kampagnen nicht Geldverschwendung? -Nur wenn sie schlecht gemacht sind wie alle Kampagnen, die von der Tabakindustrie beeinflusst wurden. Die Kampagne "Jede Zigarette schadet" hat dagegen 190.000 Raucher motiviert, aufzuhören und kostete 82-mal weniger als die Krankheitskosten, die sie einsparte. *Was geschieht mit beschlagnahmten Schmuggelzigaretten? -Als Dünger dürfen sie wegen der Giftstoffe nicht mehr verwendet werden und landen daher in Müllöfen, die mit guten Abluftreinigungsanlagen ausgestattet sind. Dadurch lassen sich u.a. auch die Furane entfernen, die Sie als Raucher ständig ausatmen. *Kann meine Lungenentzündung vom Rauchen gekommen sein? -Das Rauchen schädigt die Schleimhaut in den Atemwegen, sodass Krankheitserreger leichter in die Tiefe der Lunge vordringen. Ob Bakterien direkt aus der Zigarette (vor dem Anzünden oder hitzeresistente Sporen) daran beteiligt sind, ist noch unbekannt. *Gibt es eine Vorbeugung gegen Asthma? -Ja, um zu verhindern dass Kinder Asthma bekommen, sollte die Mutter schon in der Schwangerschaft nicht rauchen. Das Auftreten von Asthma beim Erwachsenen lässt sich durch Nichtrauchen und Reduktion eines Übergewichts verhindern, wobei kalorienreiche Nahrungsmittel durch Obst und Fisch ersetzt werden sollten. Ein Heuschnupfen oder andere Allergien sollten konsequent behandelt werden. Wenn Sie so weit gelesen haben, werden Sie den Wissens-Quiz für Raucher bestehen. Wann werden Sie handeln? |
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