Nichtraucher und Passivraucher fragen - Experten antworten         Questions of nonsmokers & passive smokers
 
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  *Wo kann ich meine Meinung posten? -Fragen können direkt in einem Forum oder einer Wikia-Selbsthilfegruppe posten und an die Nichtraucherzeitung senden. Ärzte sind eingeladen, evidenzbasierte Aussagen für diese Website an den Webmaster oder ein anderes Vorstandsmitglied zu senden. Am besten, Sie schreiben gleich selbst an Regional-Politiker und Medien, senden uns eine Kopie (Beispiel) und melden Ihre Teilnahmebereitschaft für ein Volksbegehren. Ähnliche Initiativen gibt es in Deutschland, der Schweiz und EU-weit. Vielleicht haben Sie es noch nicht bemerkt: in Österreich ist Min. Stöger für Gesundheitsschutz und Min. Dr. Mitterlehner für Jugendschutz verantwortlich: Senden Sie diesen Herren ein Powermail!

*Wie kann das Rauchen eingeschränkt werden? -Durch Bekämpfung der Korruption und des Einflusses der Tabakindustrie. In Deutschland hat Passivrauchen zwar schon abgenommen, aber noch immer sind fast drei Viertel der Nichtraucher im Alter von 18-29 Jahren davon regelmäßig betroffen, ein Fünftel sogar täglich. In Österreich ist die Situation noch schlimmer, besonders in Gaststätten, und es werden nicht einmal Kinder durch das Gesetz geschützt. Die Schweiz hat gezeigt, wie man die Situation mit basisdemokratischen Mitteln verbessern kann.

*Wird das Österreichische Tabakgesetz in Lokalen eingehalten? - Pflichten der Wirte sind geregelt, aber laut Gesundheitsministerium sind nur in 84 % der Gaststätten, in denen mehr als ein Gastraum zur Verfügung steht, sowohl Raucher- als auch Nichtraucherräume vorhanden (16% Gesetzesverletzungen). In Lokalen, deren Inhaber eine Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherraum  vorzunehmen haben, sind diese Räume nur zu 60 % baulich vollkommen getrennt (40 % Gesetzesverletzungen), nur zu 15 % ist die Erfordernis der Hauptraumfunktion als Nichtraucherraum erfüllt (85 % Gesetzesverletzungen) und nur in 25 % der Fälle entfallen mehr als die Hälfte der Verabreichungsplätze auf den Nichtraucherraum (75 % Gesetzesverletzungen). Auf parlamentarische Anfragen antwortet Min. Stöger ausweichend. In Lokalen in Wien, Graz und Linz wurden katastrophale Feinstaubbelastungen gemessen. Gästen kann man nur raten, in Bayern, Südtirol oder dem Tessin zu bleiben, wenn sie im Urlaub saubere Luft atmen möchten. Auch in der Türkei ist die Luft besser als in Wien.

*Lässt sich meine Tabakrauch-Belastung messen? In der Luft wird von den vielen Giften meist nur gasförmiges Nikotin gemessen sowie Feinstaub (Rauch, an den die meisten Gifte und Karzinogene angelagert sind). Das beste Maß für Ihre Tabakrauchbelastung ist das Kotinin im Harn, Blut, Speichel oder evt. in den Haaren. Allerdings unterschätzt das Harnkotinin die Karzinogenbelastung des Passivrauchers. In den USA scheiden noch immer 44% der Nichtraucher Karzinogene im Harn aus, die sie beim Passivrauchen aufgenommen haben. In Österreich sind die Belastungen noch häufiger und höher.

*Wo kann ich melden, dass der Nichtraucherschutz nicht eingehalten wird? - Das Rauchverbot gilt für alle öffentlich zugänglichen Räume, also z.B. auch beim Friseur. Ausnahmen gibt es leider für Trafiken und die Gastronomie. Leider hat der österreichische Gesetzgeber aus dem Versagen partieller Rauchverbote nichts gelernt, während Spanien daraus 2010 die Konsequenz zog, das Rauchen in allen Gaststätten zu verbieten. Melden Sie Verstöße an die Bezirkshauptmannschaft bzw. das Magistratische Bezirksamt, aber senden Sie unbedingt auch eine Kopie an das Gesundheitsministerium und vor allem an ein unabhängiges Internetforum, weil die Meldungen sonst nirgends gesammelt werden, damit die Tabaklobby behaupten kann, nur einzelne Querulanten wären unzufrieden. Dabei wäre ein allgemeines Rauchverbot auch wirtschaftlicheine Chance für die Gastronomie. Unser Tabakgesetz führt zwangsläufig zu Wettbewerbsverzerrung, Bürokratie, Behördenwillkür und einer Ungleichbehandlung des Personals. Beschwerden von Wirten beim Verfassungsgericht wurden abgewiesen. Als Betroffener können Sie kostenlos Rechtsbeistand bekommen. Anspruch auf Wochengeld für werdende Mütter, die in tabakrauchbelasteter Gastronomie nicht mehr beschäftigt werden dürfen, wurde endlich durchgesetzt. Aber insgesamt ist Österreich beim Nichtraucherschutz noch ein Entwicklungsland (see Austrian Tobacco Law). Der Erlassdes Gesundheitsministerium, der nachgeordneten Dienststellen eine Kontrolle des Rauchverbotes nur im Beschwerdefall erlaubt, spricht für sich. Wenn die Behörde auf Ihre Anzeige nicht reagiert, verständigen Sie das BMG, die Volksanwaltschaft oder den UVS Ihres Bundeslandes. Bei wiederholter Verletzung des Tabakgesetzes muss die Strafhöhe steigen und letztlich zum Konzessionsentzug nach §87 i.V.m. §361 Gewerbeordnung führen. Die letzte Gesundheitsbefragung der Österreicher ab 15 Jahren ergab, dass noch jeder vierte Nichtraucher am Arbeitsplatz passivrauchen muss, davon jeder fünfte sogar länger als 5 Stunden pro Tag. Leider wird vor 2012 keine EU-Direktive kommen, aber wenigstens beschloss das EU-Parlament 2009  eine Resolution und es gibt eine EU-Rats-Empfehlung zu rauchfreien Innenräumen. Das Eurobarometer zeigt die höchsten Zustimmungsraten für komplett rauchfreie Restaurants in den Ländern, die schon entsprechende Gesetze umgesetzt haben: Italien 95%, Malta 88%, Schweden 87%, U.K. 86%, Irland 85%, Frankreich 83%. Aber auch in Österreich beträgt die Zustimmungsrate nach verschiedenen Umfragen schon zwischen 63% und  78%, sodass das Zögern der Politiker unverständlich ist. Gottseidank plant die EU rauchfreie Arbeitsplätze ohne Ausnahmen. Außerdem hat auch Österreich das Rahmenübereinkommen der WHO ratifiziert. Die WHO hat klare Richtlinien zur Eindämmung der Tabakepidemie gegeben. Auch in Deutschland können sich Passivraucher wehren.  

*Wie gefährlich ist Passivrauchen? Luftverschmutzung durch Tabakrauch ist nicht nur  Belästigung, sondern eine tödliche Gefahr: Durch unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch erkranken weltweit Millionen und es sterben daran mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle; in Österreich jährlich ca. 500 Menschen  an Herzinfarkt und ischämischen Herzkrankheiten, etwa ebensoviele an Schlaganfall (dosisabhängig und ohne Hinweis auf eine Schwelle) und anderen kardiovaskulären Erkrankungen, ca. 90 an Lungenkrebs und wahrscheinlich noch mehr an weiteren Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Blasenkrebs. Insgesamt sterben in Österreich täglich drei Menschen, weil andere rauchen! Dazu kommen jährlich tausende Erkrankungsfälle, besonders der Lunge. Allein durch das Passivrauchen am Arbeitsplatz kann es zu einer Verdoppelung von Lungenkrebs und koronaren Herzerkrankungen kommen.  Tabakrauch in der Wohnung macht Partner und Kinder krank, zum Teil mit tödlichem Ausgang  (SIDS, Pneumonie, Asthma). Die Tabakindustrie versuchte diese  Zusammenhänge zu leugnen und Journalisten systematisch zu beeinflussen.  Schon 1982 fand ein Deutsches Labor im Auftrag eines Tabakkonzerns, dass der Nebenstromrauch, den der Passivraucher inhalieren muss, gefährlicher ist als der Hauptstromrauch, den der Aktivraucher freiwillig einatmet, durfte diese Ergebnisse aber nicht veröffentlichen. Erst 2005/6 wurde das wahre Ausmaß der Gefährdung für Herz und Gefäße bekannt. Schon kurzes Passivrauchen (z.B. während des Essens im Gasthaus) beeinträchtigt Herzfunktionen und kann bei Kranken einen Herzinfarkt auslösen, weil die Herzkranzgefäße ihre Fähigkeit verlieren, sich (mittels NO, das aus Endothelzellen freigesetzt wird) selbstständig zu erweitern und damit die Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens abrupt abnimmt und auch die Regenerationsfähigkeit der Gefäße abnimmt während im Blut Gerinnungsfaktoren rasch zunehmen. Entzündungsfaktoren und die Zunahme des Homocystein könnte bei der Entwicklung von Herz- und Gefäßschäden durch Passivrauchen beteiligt sein. Verschiedene Blutgefäße werden durch Passivrauchen geschädigt, wobei auch Wechselwirkungen mit anderen Umweltgiften und mit Thoraxtraumen auftreten. Funktionsstörungen (Versteifung) und Wandverdickungen durch Passivrauchen sind schon in den Arterien von Kindern  und Jugendlichen nachweisbar. Dazu kommen Störungen des Herzrhythmus. Später entwickelt sich durch Passivrauchen eine KoronarskleroseAsthmaanfälle können akut ausgelöst werden und COPD verschlechtert sich. Bei gesunden Passivrauchern kann schon ein Elastizitätsverlust der Lunge nachgewiesen werden. Chronisches Passivrauchen führt selbst bei Gesunden zu Lungen-, Nasennebenhöhlen-, Herzkreislauf- und Krebserkrankungen, Metabolischem Syndrom, Typ 2 - Diabetes und vermutlich auch zu anderen Krankheiten wie  Multipler Sklerose oder Osteoporose. Außerdem beeinträchtigt die hohe Feinstaubbelastung beim Passivrauchen die Durchblutung und Funktion des Gehirns, sodass z.B. die Arbeit in verrauchten Lokalen zu einem Verlust geistiger Fähigkeiten führen kann. Passivraucher entwickeln ein höheres Risiko für Schlafstörungen und für Krankheiten, die psychiatrisch behandelt werden müssen. Im Tierversuch führt Passivrauchen zur Nikotinsucht. Passivrauchen fördert Schmerzen und beeinträchtigt nachhaltig kognitive Funktionen wie Verstehen, Rechnen und Erinnern. Möglicherweise ist Passivrauchen sogar an der Entwicklung von Alzheimer beteiligt. Durchblutungsstörungen im Innenohr durch Passivrauchen führen schon bei Teenagern zu irreversiblem Hörverlust. Zweifelsfrei nachgewiesen ist der rasche Rückgang der Herzinfarkte nach Einführung von Rauchverboten (ohne Ausnahmen für Gaststätten). Der stärkste Rückgang fand sich bei jüngeren Nichtrauchern, bei denen das häufige Passivrauchen in Lokalen durch die Verbote beseitigt wurde. Eine Übersicht zu akuten und chronischen Wirkungen von Tabakrauch gab die U.S. Gesundheitsbehörde.

*Können Luftfilter ein Rauchverbot ersetzen? - Nein. Diese Geräte beseitigen nur sichtbare Rauchschwaden, reduzieren feine Rauchpartikel aber ungenügend. In der Regel ist schon ihr Luftdurchsatz unzureichend. Dazu müssten Filter ständig gewechselt werden. Eine wesentliche Fraktion des gefährlichen Nebenstromrauches wird überhaupt nicht reduziert: die schädlichen Gase (z.B. Benzol).  Auch im Flugzeug können Klimaanlagen die verrauchte Luft nicht reinigen: Von den lungengängigen Staubteilchen stammen in der Raucherzone 95% und in der Nichtraucherzone 85% aus der Zigarette. Selbst teure Lüftungsanlagen schaffen keine rauchfreien Räume, sondern nur Rauchverbote. Das bewiesen sowohl Feldstudien in Gasthäusern wie Experimente in einer großen Klimakammer. In Finnland hat der Versuch versagt, Nichtrauchersektionen in Gasthäusern besser zu belüften. In Deutschland erhielt der "technische Nichtraucherschutz" ein Staatsbegräbnis. Aus dem österreichischen Arbeitnehmerschutzgesetz wurde im §30 die Belüftung mit der Begründung gestrichen, dass sie die Gesundheitsschäden durch Passivrauchen nicht verhindern kann. Bei der Abweisung einer Klage gegen das Tabakgesetz hat der Verfassungsgerichtshof (G127/08-10) am 1.10.09 zwar richtig festgestellt: "Die Abgrenzung zwischen Raucher- und Nichtraucherräumen muss daher gewährleisten, dass eine Gesundheitsgefährdung von Nichtrauchern durch das Passivrauchen verhindert wird", er geht aber von der irrigen Annahme aus, dass es für Karzinogene und Feinstaub Schwellen gäbe, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung, sondern nur eine Belästigung bestünde und verlangt daher auch keine separate Belüftung mit Unterdruck im Raucherraum, wie sie in Italien und anderen Ländern vorgeschrieben sind, wo der Gesetzgeber von Experten beraten wurde. Besser beraten war der Verwaltungsgerichtshof.

*Führen Rauchverbote am Arbeitsplatz nicht zu mehr verrauchten Wohnungen? -Nein, Studien in Canada, Irland, Schottland, etc. beweisen das Gegenteil: Rauchfreie Arbeitsplätze fördern ein rauchfreies Zuhause. In der Gastronomie verringern Rauchverbote das Erkrankungsrisiko sowohl für Angestellte wie für Gäste.

*Macht die österreichische Tabak-Politik Fortschritte?  -Seit 1997 nur mehr durch EU-Direktiven! Die Raucher sind zwar in Österreich ebenso eine Minderheit wie in der EU, aber rücksichtsloser. Auch kennen viele Österreicher die Gefahren des Passivrauchens nicht und glauben daher der Propaganda der Tabakindustrie, die unsere Wirtschaftskammer als Sprachrohr verwendet. Andere Länder versuchen die Tabakepidemie einzudämmen, mit Erfolg. Dort haben auch die Wirte erkannt, dass ihr Umsatz durch ein für alle geltendes Rauchverbot nicht leidet, sie neue Kunden (z.B. Familien mit Kindern) gewinnen, die beträchtlichen Umbau-, Energie- und Lüftungskosten sowie Reinigungskosten sparen, Gäste nach dem Essen und Trinken wieder gehen und nicht lange zum Rauchen herumsitzen, sodass sie öfter decken können, ihr Personal gesünder wird und seltener im Krankenstand ist und sie keine Beschwerden mehr von Gästen bekommen, die zu einem guten Essen auch eine gute Luft atmen möchten. (Schon heute berichten Wirte auch bei uns, dass sie von ihrem Ruf profitieren, ein sauberes Lokal zu sein, in dem es besser schmeckt als in einem stinkenden). Hauptproblem in Österreich sind die Beziehungen von Politikern zur Tabakindustrie, auch nach deren Verkauf ans Ausland. Den Handel mit Tabakprodukten reguliert noch immer das Tabakmonopolgesetz, das stark von der Tabakindustrie beeinflusst ist.

*Schadet Tabakrauch beim Denken und Lernen? -Ja, auch Passivrauchen schränkt geistige Fähigkeiten ein (Verstehen, Erinnern, Rechnen).

*Welche Partei engagiert sich für meine Gesundheitsinteressen? -Manche unterstützen nur Interessen der Industrie und geben wider besseres Wissen an, Lüftung wäre ausreichend und sogar Kinder wären vor Passivrauchen geschützt. Parteien sollten Sie an ihren Taten beurteilen und nicht nur nach den Sonntagsreden. Eine Partei der rücksichtslosen Raucher und Raser wird Gesundheitsinteressen höchstens zum Wählerfang heucheln.

*Warum kann man die Tabak- und Nikotindrogen nicht einfach verbieten? -Es gäbe wirksamere Strategien, das Geschäft mit der Nikotinsucht zu beenden. Der Verkauf dürfte jedenfalls nicht mehr durch profitorientierte Firmen und ausschließlich an registrierte Nikotinabhängige erfolgen. Kinder erhalten selbstverständlich keinen Bezugsschein. Wenn sie dann später als Jugendliche einen beantragen, müssten sie angeben, wer sie zum illegalen Konsum verführt hat. Die Verführung eines Minderjährigen zum Tabak/Nikotinkonsum wäre so zu bestrafen, wie der Drogenhandel. Gleichzeitig sollten Dealer ihren eigenen Bezugsschein verlieren. Aber nicht einmal in den U.S.A. konnte sich die Politik zur konsequenten Behandlung von Nikotin als Suchtgift entschließen. Der deutschsprachige Raum ist noch rückständiger und gewissenlose Aktionäre helfen bei der Ausbreitung der Epidemie in die dritte Welt.

*Soll ich für die Raucher in meinem Betrieb ein Raucherzimmer einrichten oder eine Raucherkabine anschaffen? -Um das Geld sollten Sie lieber Betriebsseminare zur Raucherentwöhnung unterstützen. Nur wenn der Raucher ausstempeln und ins Freie gehen muss, wird ihm seine Sucht (und der Wunsch nach Entwöhnung) bewusst werden und er wird beginnen, sich für die angebotenen Raucherseminare im Betrieb zu interessieren. Nichtraucher brauchen dann nicht mehr mit dem Chef oder Kollegen in einen Raucherraum zu gehen, um in der Pause etwas zu besprechen und die Pause bekommt für alle wieder einen Erholungswert. Statt eine teure Raucherkabine anzuschaffen, die im Umluftbetrieb den Nichtraucherbereich nur ungenügend schützt, sollten Sie lieber Nikotinersatz zu einem ermäßigten Preis zur Verfügung stellen. 

*Sind die Lüftungsraten ausreichend, die Kdolsky für den Nichtraucherschutz in Lokalen vorsah? Nein, sie lagen 2000-fach unter dem Wert, für den sich ein akzeptables Lungenkrebsrisiko errechnet. Auch das Herzinfarktrisiko für Passivraucher wird dadurch keinesfalls beseitigt, weil die Feinstaubkonzentration um ein Vielfaches höhere Werte erreicht als in der Außenluft zulässig. Besonders rasch kann diese Belastung mit Ultrafeinstaub für Männer mit Herzkreislauferkrankungen und Sympathicotonus gefährlich werden. Noch 2½ Stunden nach dem Rauchen einer einzigen Zigarette (ohne gezielte Absaugung, aber bei geöffnetem Fenster) werden die Grenzwerte für Gifte und krebsfördernde Stoffe im Raum überschritten. Während der Rauchpausen atmen Raucher eine Luft aus, in der die Kohlenmonoxid-Konzentration doppelt so hoch ist als in der Außenluft zulässig. Auch Nichtraucher in Ländern mit schlechten Tabakgesetzen wie Österreich atmen mehr Kohlenmonoxid aus. In der Raumluft sinkt zwar die Nikotinkonzentration schon 2 Stunden nach Beendigung des Rauchens auf die Hälfte, weil Nikotin an Wänden, Stoffen, etc. adsorbiert wird, von wo es allerdings über Tage wieder an die Atemluft abgegeben wird. Noch länger halten sich -auch nach dem Lüften-  bestimmte krebsfördernde Stoffe (siehe EPA, Seite 149-154). Manche davon bilden sich aus dem an Oberflächen niedergeschlagenen Tabakrauch, sind dort langlebig und gefährden vor allem Kleinkinder.
Arbeitsräume benötigen eine zugfreie Frischluftzufuhr von mindestens 50 m³ pro Person (Nichtraucher) und Stunde. Sitzen nur Raucher in einem Arbeitsraum, steigt der Frischluftbedarf auf mindestens 300 m³ pro Person und Stunde. Für den Nichtraucherschutz ist diese Luftzufuhr auch bei optimaler Strömungsrichtung unzureichend. Zur Beseitigung des Gesundheitsrisikos durch Passivrauchen errechnen sich Luftwechselzahlen, die in der Praxis nicht erreichbar sind, schon gar nicht zugfrei, woraus ein Rauchverbot resultiert. Der ausgeatmete Rauch ist nicht das Problem beim Nichtraucherschutz (besonders dann nicht, wenn der Raucher tief inhaliert und seine Lunge damit als Filter zur Verfügung stellt), aber die Quellstärke des Nebenstromrauches von der Zigarettenspitze ist viel zu hoch, um durch Lüftungs- oder Luftreinigungsgeräte eine akzeptable Luftqualität zu erzielen, solange in einem geschlossenen Raum Zigaretten verbrannt werden (gleich ob im Aschenbecher oder in der Hand). Erst nach Beendigung des Rauchens erzielt die Lüftung die gewünschte Wirkung. In Gasträumen besteht überdies ein hohes Gesundheitsrisiko im Raucherbereich für das Personal, weshalb dort nicht serviert werden sollte. Die Mitnahme von Kindern in Raucherräume kommt einer Kindesmisshandlung gleich. Nur wenn eine dicht- und selbstschließende Tür die einzige Verbindung zum Raucherraum ist, der separat belüftet wird und einen Unterdruck von mindestens 5 Pa aufweist, genügt im benachbarten Nichtraucherraum ein stündlicher Luftwechsel von 72 m³ pro Verabreichungsplatz. Noch besser sind ausnahmslose Rauchverbote, durch die Experten weltweit eine Verbesserung der Lebensqualität fanden. Sogar das Rauchen vor der Tür des Lokals verschlechtert die Luftqualität im Lokal, wenn die Eingangstür offen steht.

*Besteht Hoffnung, dass Österreich Rauchverbote wie Italien oder Irland bekommt? -Ja, nach Beschlüssen der EU. Das wäre die kostengünstigste und sofort wirksame Maßnahme gegen Koronarerkrankungen. In Schottland nahmen die Herzinfarkte dadurch um 17% ab, was zu 67% auf Nichtraucher (Wegfall des Passivrauchens) zurückführbar war. Auch Schlaganfälle nehmen ab. Vielleicht können Sie den Gesundheitsminister aufwecken, indem Sie ihm schreiben, dass er dafür verantwortlich ist, dass laufend Herzinfarkte, Krebs- und Lungenerkrankungen, Schlaganfälle, usw. ausgelöst werden, weil er den unzureichenden Nichtraucherschutz im Tabakgesetz nicht verbessert. Schreiben Sie an den Tourismusverband Ihres bevorzugten Urlaubsortes in Österreich: Was haben Sie unternommen, um in (Ort) eine rauchfreie Gastronomie zur Verfügung zu stellen? Wir kämen gern wieder zu Ihnen, müssten aber in Slowenien oder Südtirol eine rauchfreie Alternative finden, wenn von Ihrer Seite nichts unternommen wird.

*Rauchfreie Lokale in Österreich? Ausgezeichnet durch die Ärztekammer. Rauchfreie Lokale in Wien

*Sind Raucherkabinen für den Nichtraucherschutz in Betrieben ausreichend? -Sie dürfen nicht in Büros und ähnlichen Arbeitsräumen aufgestellt werden, auch nicht in Umkleide- und Sanitätsräumen. In Räumen für kurzzeitigen Aufenthalt wie Pausenräumen werden sie von der Arbeitsinspektion gestattet, doch sollten sie geschlossen und separat belüftet sein. Nur wenn in ihnen gegenüber dem umgebenden Raum ein Unterdruck von mindestens 5 Pa aufrechterhalten wird, sind die Nichtraucher ausreichend geschützt. Umluftbetrieb ist für Karzinogene am Arbeitsplatz verboten.

*Wo kann man rauchfrei leben? -Weltweit hat die Deglorifizierung und Denormalisierung des Rauchens begonnen und viele Länder schützen Nichtraucher bereits an öffentlichen und an allen Arbeitsplätzen. Tabakkontrolle hat sich auch wirtschaftlich als vorteilhaft erwiesen. Österreich hinkt hinterher und zählt in der EU zu den Ländern mit den rücksichtslosesten Rauchern. Die Tabakindustrie blieb hier erfolgreich und wird von bestimmten Politikern und Medien unterstützt. Das relativ fortschrittlichste Bundesland ist die Steiermark, die wenigstens für ein generelles Rauchverbot in Speiselokalen stimmte, trotz Polemik von Trafikanten und Wirten.

* Was sind die gesetzlichen Grundlagen der Tabakkontrolle? -In Deutschland schon besser als in Österreich: Das Produktsicherheitsgesetz wäre relevant, wurde aber bisher auf Tabakwaren nie angewendet. 2003 wurde im Tabakgesetz die EU-Direktive umgesetzt, aber noch immer nicht die Intentionen von Minister Außerwinkler (BGBl. 431/95), sodaß z.B. der Nichtraucherschutz bis 2009 sanktions- und damit wirkungslos blieb. Am Arbeitsplatz konnten in §30 ASchG 159/01 Verbesserungen  erzielt werden, doch wurden Kontrollen selten durchgeführt und Strafen noch seltener verhängt. Auch wurde das Gastgewerbe ausgenommen, wo sich bis 2009 nicht einmal Schwangere auf das Mutterschutzgesetz 130/2003 (§4, Abs.6) berufen konnten. Jetzt gibt es endlich ein Beschäftigungsverbot und Wochengeld, das von der Krankenkasse bezahlt wird, aber groteskerweise bis Juli 2010 noch nicht, wenn der Betrieb einen Umbau beantragt hat. Jugendschutzgesetze der Länder verbieten den Verkauf von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren, was durch die Erlaubnis von Zigarettenautomaten ad absurdum geführt wird. Außerdem steigt die Begehrlichkeit durch das Erwachsenenprivileg. Leider erlaubten manche Schulen das Rauchen ab 16 auf dem Schulhof, was dadurch den Jüngeren erstrebenswert erschien. Eine Raucherlaubnis nach §9 (Abs.2) der Schulordnung ist aber gar nicht möglich, weil Rauchen durch ein Bundesgesetz  (BGBl. 431/95, §13.1) zunächst in Schulgebäuden und -nach internationalen Empfehlungen für einen modernen Gesundheits- und Jugendschutz- in der Novelle 2004 auch Lehrern untersagt wurde. Für Schüler ist Rauchen auf der gesamten Schulliegenschaft verboten. Erst 2006 wurde der Schutz der Schüler und aller Nichtraucher im Schulbereich zufriedenstellend geregelt. In Krankenanstalten gilt laut Anstaltsordnung (§6/1e des KAKuG 35/2004) grundsätzlich Rauchverbot, das nach Landesgesetzgebung in besonders gekennzeichneten Raucherräumen aufgehoben werden kann. (In der Praxis wird das Rauchverbot aber "wegen mangelnder Sanktionsmöglichkeiten" meist nicht beachtet, wie z.B. im Wr. AKH. Tatsächlich fehlt Spitalsdirektoren für Sanktionen nur die Rückendeckung der Gesundheitslandesräte). Kaum bekannt ist, dass §13 (1) Tabakgesetz das Rauchen in allgemein zugänglichen Räumen von Amtsgebäuden, und Betreuungsstellen für Kinder und Jugendliche, Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen sowie Ausstellungen und Vorführungseinrichtungen schon seit 1995 verbot. Seit 2004 gilt dieses Verbot für alle Räume öffentlicher Orte. (Die Ausnahme nach §13 (2) für Raucherzimmer, aus denen kein Tabakrauch in den übrigen Bereich dringen kann, darf nach §13 (3) auf Schulen und Beaufsichtigungsstätten für Kinder und Jugendliche nicht mehr angewendet werden). Außerdem gilt auch in öffentlichen Gebäuden das ASchG 159/2001 bzw. das BBSG 131/2003. Trotzdem entstanden wirklich rauchfreie Betriebe bisher nur auf Basis von Betriebsvereinbarungen. Denn Polizei und Arbeitsinspektion erklärten sich für Kontrollen unzuständig! Eine Umsetzung der WHO - Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle (z.B. Artikel 8) ist in Österreich dringend erforderlich.  Im Vergleich zu Südtirol und anderen fortschrittlichen Nachbarländern machte Österreich auch beim Arbeitnehmerschutzgesetz und den Tabakgesetznovellen 2004 und 2008 immer noch beschämende Zugeständnisse an die Tabakkonzerne. Dagegen gibt es in der EU und weltweit Fortschritte in der Tabakgesetzgebung, seit Pioniere wie Irland oder Italien den Weg vorzeigten. Sogar in Deutschland wurden bereits einige Landesgesetze dem Fortschritt angepasst, wenngleich noch vieles zu tun bleibt, inklusive der Stärkung der Rechte von Mietern und Vermietern. Unter den Maßnahmen zur Luftreinhaltung sind Rauchverbote die effizientesten und helfen am Arbeitsplatz sowohl Nichtrauchern wie Rauchern. Laut Beschluss des EU-Parlaments vom 24. 10. 2007 sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, einen umfassenden Nichtraucherschutz zu realisieren, der Rauchverbote in allen Arbeitsräumen einschließlich der Gastronomie vorsieht. 2010 wurde ein Entschließungsantrag im EU-Parlament eingebracht, sodass ab etwa 2012 mit einer Direktive zu rechnen ist. Schon jetzt droht Gastwirten, die trotz Geldstrafen wiederholt gegen das nationale Tabakgesetz verstoßen, der Gewerbeentzug. Der VwGH-Entscheid vom 21.9.2010 hat das Aufstellen von Aschenbecher im Nichtraucherbereich als nicht tolerierbares Signal verurteilt. Was der "Hauptraum" ist, klärte der UVS besser als die Kommentare des Gesundheitsministeriums zum Tabakgesetz. Aber die Anweisungen zur Beschleunigung der Strafverfahren sind nützlich.

*Wer hilft mir als Nichtraucher? -Wenn die oben genannten Gesetze nicht eingehalten werden, sollten Sie Anzeige erstatten. Als Bürgerinitiative finden Sie eher Gehör. Schreiben Sie an die Verantwortlichen und Leserbriefe an die Medien. Rauchfreiheit am Arbeitsplatz garantiert das Gesetz (siehe unten), in der Wohnung  leider noch nicht, aber auch hier hat ein Umdenken begonnen (Ratschläge für Mieter und Eigentümer).

* Wer hilft mir gegen das gesetzwidrige Rauchen an meinem Arbeitsplatz? -Die AI. Auch anonymen Beschwerden wird nachgegangen. Wenn der Inspektor Ihres Aufsichtsbezirkes Ihr Recht auf einen rauchfreien APlatz nicht durchsetzt, wenden Sie sich ans ZAI oder an die EU. Die Arbeiterkammer unterstützt Sie und bald auch die EU, wenn RL 89/391/EWG an die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Passivrauchen angepasst wird. Die Arbeitnehmervertretung berichtet, dass sich nach der "weichen" Novellierung des Tabakgesetzes nur wenige Raucher erkundigten, wo Rauchen noch erlaubt sei (nur bei Abwesenheit von Nichtrauchern, geschlossener Tür und separater Belüftung). 75-80% der Anrufer beklagten dagegen, dass der Nichtraucherschutz zu lax gehandhabt werde. Das entspricht Ergebnissen einer Gallup-Umfrage, bei der sich 3 von 4 Österreichern und sogar die Mehrheit der Raucher die Beschränkung des Rauchens am Arbeitsplatz auf eigene Raucherzimmer wünschen. Laut ÖGB und AK werden Ausstiegshilfen besonders in Stressberufen und von Schichtarbeitern benötigt, wobei von Lehrern nach dem Gesetz und vom Krankenhauspersonal nach einer Betriebsvereinbarung verlangt werden kann, während der Arbeitszeit völlig auf das Rauchen zu verzichten. Betriebsärzte können Rauchern beim Ausstieg und Nichtrauchern beim Atemschutz helfen.
Einen internationalen Überblick geben ERS und ILO.  Das ENSP liefert weitere Argumente für rauchfreie Arbeitsplätze. Wie u.a. Irland, Italien, Norwegen, Schweden, 11 von 13 kanadischen Provinzen und >10 Staaten in den USA bewiesen, ist ein Rauchverbot an allen Arbeitsplätzen kein Problem, gerechter und einfacher zu überwachen als Gesetze mit Ausnahmen.

*Der Oberarzt raucht im Dienstzimmer, in dem ich die Arztbriefe schreibe. Muss ich mir das gefallen lassen? -Nein, das Arbeitsinspektorat muss Ihrer Anzeige nachgehen und Sie können verlangen, dass Sie anonym bleiben. Lassen Sie sich nicht durch den Hinweis auf obsolete Informationsschreiben abwimmeln.

*Kann meine chronische Sinusititis, vom Passivrauchen kommen? -Ja, das Risiko für eine chronische Nebenhöhlenentzündung ist z.B. beim Passivrauchen am Arbeitsplatz auf das 2,8-fache erhöht.

*Mein Wirt hat einen Nichtraucherraum, aber die Tür zum Raucherraum ist häufig offen. Besteht da eine Gefährdung? -Ja, die Belastung mit Feinstaub und Ultrafeinstaub kann auch im Nebenraum gefährliche Werte erreichen.

*Mein Wirt sagt, ein Rauchverbot würde seine Gäste vertreiben. -Das stimmt nur bei partiellen Rauchverboten wie in Österreich, die in einem Teil der Lokale das Rauchen erlauben. Diese Schmutzkonkurrenz führt in den Nichtraucherlokalen zu Umsatzverlusten. Dagegen konnten international durch Rauchverbote ohne Ausnahmen nirgends Umsatzeinbußen nachgewiesen werden, sondern in manchen Ländern wie in Deutschland sogar Umsatzgewinne.

*Muss ich mir gefallen lassen, dass der Taxifahrer raucht? -Nein, die Betriebsordnung verbietet das nicht nur in . Nur Burgenland und Wien sind noch rückständig, aber Sie können jeden Taxilenker vor die Alternative stellen, das Rauchen einzustellen oder Sie ohne Bezahlung wieder aussteigen zu lassen.

*Raucherverbote bezeichnen Raucher als Freiheitsberaubung, was soll ich antworten? Sie können Goethe zitieren oder die von der WHO empfohlenen Maßnahmen. Nicht die Aufklärung, sondern erst strenge Gesetze führten in Nordamerika, Westeuropa und Australien schließlich zum gesellschaftlichen Wandel und der Ächtung einer tödlichen Angewohnheit. Rauchverbote führen nachweislich zu einer Abnahme des Tabakkonsums, was dem Raucher nützt.

*Ich soll eine Patenschaft für einen Raucher übernehmen: soll ich mich darauf einlassen? -"Liebevolle Patenschaft" können Sie für einen rauchenden Freund oder Verwandten übernehmen, um ihn von seiner Sucht zu befreien, nach dem Motto "schütze (rette) Deine Liebsten". Fast jeder Raucher lässt sich mit liebevoller Geduld zum Ausstieg aus der Nikotinsucht motivieren, besonders wenn Sie ihm die für ihn besonders zutreffenden Ratschläge immer wieder mit dem Argument nahebringen, dass Sie ihn nicht verlieren oder leiden sehen möchten. Sie müssen sich aber bewusst sein, dass Süchtige sich selbst etwas vormachen und nicht rational handeln. 

*Kann mein ungeborenes Kind auch durch andere Raucher geschädigt werden? - Ja. Passivrauchen der werdenden Mutter kann erbgutschädigend wirken, begünstigt die Entstehung von Missbildungen wie Hasenscharten und kann sogar zum Tod des Kindes beitragen oder führt im Zusammenwirken mit anderen Verschmutzungen der mütterlichen Atemluft zu Wachstumsstörungen des Fetus, die zu späteren Störungen der geistigen Entwicklung des Kindes und Lernschwierigkeiten führen können. Auch die Zigarette des Vaters schadet dem Kind schon im Mutterleib. Durch unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch in der Schwangerschaft können Sie Ihr Kind auch verlieren: Aborte treten um ca. 70% häufiger auf.

*Kann mein Kind durch Passivrauchen nikotinsüchtig werden? - Kinder rauchender Eltern werden später selbst häufiger zu Rauchern. Dabei scheint nicht nur Nachahmung, leichte Zugänglichkeit von Zigaretten, etc. eine Rolle zu spielen, sondern auch direkte Einflüsse des Nikotins auf die Hirnentwicklung, die schon im Mutterleib beginnen. Tierversuche zeigen, dass Nikotin, das man dem Muttertier zu trinken gibt, bei den Nachkommen zur Nikotinsucht führt.  

*Schadet Tabakrauch den Schulleistungen? - Ja, im Pflichtschulalter ist nachgewiesen, dass schon gelegentliches Passivrauchen, das zu einem Anstieg des Nikotinabbauproduktes Kotinin führt, logisches Denken, Rechnen, etc. beeinträchtigt. Je höher das Kotinin, desto stärker ist diese Beeinträchtigung von Hirnfunktionen.

*Sind nur Kinder durch Passivrauchen gefährdet? - Nein! Auch für gesunde Erwachsene kann das Passivrauchen (z.B. am Arbeitsplatz) tödliche Folgen haben. Besonders gefährdet sind Herz- und Lungenkranke sowie Rekonvaleszente.

*Welche Krebserkrankungen sind Folge des Passivrauchens? - Neue Studien zeigen, dass Krebs durch unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch des Partners bzw. Arbeitskollegen nicht nur in der Lunge, sondern auch im Kehlkopf, Rachen, den Nebenhöhlen und in der Brustdrüse auftreten kann (wobei ein Teil der Frauen durch Erbfaktoren zusätzlich gefährdet ist). Einige Studien fanden, dass sich das Brustkrebsrisiko vor der Menopause durch Passivrauchen verdoppelt, andere finden nach der Menopause ein 32% erhöhtes Brustkrebsrisiko als Folge jahrelangen Passivrauchens. Ältere Kohortenstudien haben das Passivrauchen von Kindern und Adoleszenten nicht entsprechend erfasst und zeigten daher eindeutige Risikoerhöhungen nur für das Aktivrauchen (wonach Brustkrebs um 30% häufiger auftrat), aber z.B. eine sorgfältig durchgeführte Prospektivstudie weist für Frauen vor der Menopause ein 2,6-faches Brustkrebsrisiko durch Passivrauchen aus. Metastudien berechnen 65% Zunahme von Brustkrebs vor der Menopause, wobei der Zusammenhang mit dem Passivrauchen wahrscheinlich kausal ist. Bei Frauen kann auch eine (chronisch-lymphatische) Leukämie und wahrscheinlich auch ein Harnblasenkarzinom durch Passivrauchen entstehen. Dagegen scheint das Cervix-Karzinom durch Passivrauchen nur gefördert zu werden, wenn sich die Frau auch zum Aktivrauchen verführen lässt. Schon das Rauchen des Vaters vor Zeugung eines Kindes kann bei diesem zur Leukämie führen und nicht nur das Rauchen der Mutter sondern auch das der Großmutter in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für Krebs beim Kind. Passivrauchen als Kind ist ein Risikofaktor für Pankreas- und Blasenkrebs als Erwachsener und scheint auch die akute myeloische Leukämie und andere bösartigeErkrankungen zu fördern. Auch für das Passivrauchen als Jugendlicher und Erwachsener wurde ein Zusammenhang mit Krebs des Kehlkopfes und der Bauchspeicheldrüse gefunden. Bei den häufigen Karzinomen des Dick- und Enddarmes wird ebenfalls ein Einfluss vermutet. Bei der Behandlung von Magenkrebs wurde überlegt, die Nikotinrezeptoren zu blockieren, weil Nikotin das Wachstum des Magenkarzinoms fördert. Im Tabakrauch wurden bereits 90 Stoffe nachgewiesen, von denen 21 sicher, 14 wahrscheinlich und die übrigen möglicherweise beim Menschen krebserzeugend sind.

*Ist Feinstaub oder Passivrauch gefährlicher? -Am gefährlichsten wird es, wenn beides zusammenkommt und sie sowohl außen den Russ von Dieselfahrzeugen und Heizungen als auch innen Tabakrauch atmen. In Raucherlokalen ist die Feinstaubbelastung (aus der Zigarette) um ein Vielfaches höher als außen an einer verkehrsreichen Straße. Experimentell ließen sich ähnliche Schäden an den Arterien durch Passivrauch und konzentrierte Stadtluft nachweisen (beim Passivrauch erreichten die Schäden schon bei 30% der Feinstaubmasse dasselbe Ausmaß). Feinstaubgetragene Kumulationsgifte wie Cadmium werden mit Tabakrauch eingeatmet und über die Nahrungskette aufgenommen. Ihre Ausscheidung im Harn nimmt mit der Tabakrauchbelastung ab.

*Ist "Passivrauchen" nicht ein verharmlosender Ausdruck? - Ja, er drückt zwar die Leideform aus, aber besser wäre "Zwangsberauchung", denn in Zusammenhang mit Tabak bezeichnet "rauchen" immer eine aktive und freiwillige Tätigkeit bzw. Unart. (Auch die Worte "Nichtraucher" und Nichtrauchen" sind unglücklich und wurden vielleicht von der Tabakindustrie in Umlauf gebracht, um die Nochnichtraucher als außenstehende Verweigerer darzustellen, obwohl das Nichtrauchen das normale Verhalten und der Raucher der Suchtkranke ist). Im Englischen versuchte man statt "passive smoking" auch die Begriffe "environmental tobacco smoke - ETS" und "second-hand smoke - SHS" einzuführen, doch wird der vom Deutschen Internisten Fritz Lickint geprägte Begriff "Passivrauchen" bis heute verwendet.

*Stimmt es, dass Tabakrauch radioaktiv ist? -Ja, Passivraucher können mit dem Nebenstromrauch auch beträchtliche Dosen von Polonium 210 einatmen, das ihre Lunge danach von innen bestrahlt.

*Sind elektrische Zigaretten für Nebenstehende ungefährlich? -Nein, deshalb sollten z.B. im Flugzeug nur Nikotinkaugummi oder andere nach Arzneimittelgesetzen kontrollierte Ersatzstoffe zugelassen werden.

*Ich bin herzkrank und rauche nicht. Kann mir das Passivrauchen im Gasthaus schaden? -Ja, wenn Sie eine Erkrankung der Herzkranzgefäße haben, kann Sie schon kurzes Passivrauchen (wie beim Essen) gefährden. Wenn Sie keinen Infarkt riskieren möchten, sollten Sie nur rauchfreie Lokale besuchen. Rauchverbote führten zu einer raschen Abnahme der Herzinfarkte, vor allem bei Nichtrauchern. Auch andere spitalsbedürftige Krankheiten nahmen ab. Ebenfalls profitierten Raucher, die sich das Rauchen wegen der Verbote abgewöhnten.

*Schadet Tabakrauch im Freien auch? -Im allgemeinen ist die Belastung im Freien nur kurz und dadurch kaum schädlich. Allerdings atmen Sie beim Überqueren einer verkehrsreichen Straße bis 100.000 Feinstaubteilchen pro cm³ ein, aber bis 300.000, wenn Sie am Gehsteig an einem Raucher vorbeigehen. Besonders hoch ist Ihre Belastung, wenn Sie nahe bei Rauchern und in Windrichtung sitzen oder stehen. Im Eingangsbereich vor Büros, vor dem sich viele Raucher aufhalten, sollten Sie nicht lange verweilen. Wenn Sie sich ständig nahe bei Rauchern aufhalten, wird ihre im Freien über den Tag eingeatmete Feinstaubkonzentration Grenzwerte überschreiten, was vor allem für Kellner zu einem Gesundheitsrisiko werden kann. Wenn der Qualm vom unteren Balkon zu Ihnen zieht, sollten Sie den Nachbarn zuerst bitten, Rücksicht zu nehmen und woanders im Freien zu rauchen. (Für jede Zigarette in den Garten gehen zu müssen, wird ihm selbst helfen, mehr Bewegung zu machen, weniger zu rauchen und vielleicht ganz aufzuhören). Ist Ihr Nachbar uneinsichtig, bleibt nur die Möglichkeit einer Klage nach § 364 ABGB. Jede Zigarette benötigt ein Verdünnungsvolumen von mindestens 20.000 m³, damit sie keine Belästigung verursacht.

*Hat es einen Sinn, Süchtigen etwas zu verbieten? Ja, auch der Suchtkranke mit seinen Verdrängungsmechanismen akzeptiert schließlich Verbote, die ohne Ausnahmen und konsequent umgesetzt werden.  In allen Ländern, die Rauchverbote ohne Ausnahmen einführten, stieg danach die Zustimmungsrate auch bei Rauchern an.

*Können höhere Zigarettenpreise das Rauchen reduzieren? Höhere Tabaksteuern und -preise (mit gleichzeitiger Schmuggelbekämpfung) können das Rauchen bei Kindern, Jugendlichen und ärmeren Bevölkerungsschichten reduzieren, aber nicht in der Gesamtbevölkerung, wenn sie nicht mit anderen Maßnahmen kombiniert werden, insbesondere Rauchverboten an allen Arbeitsplätzen und in öffentlich zugänglichen Räumen, verbunden mit einem breitgefächerten Anbot von Entwöhnungshilfen.

*Die Tabakindustrie tut doch auch Gutes? -Ja, aber nur für das Marketing. Auch die Mafia war schon karitativ tätig. Nachdem die Tabakindustrie viele Menschen blind gemacht hat (Netzhautschäden durch Tabakrauch), kann sie sich durch eine Spende an ein Blindeninstitut nicht reinwaschen, da sie ja weiterhin Menschen zum Rauchen verführt und so u.a. auch weitere Erblindungen verursacht.

*Wieso müssen Nichtraucher in Tirol häufiger passivrauchen als im Burgenland? Verschiedene Berichterstattung und Politik.

* Was könnte die Raucherquote in der Bevölkerung senken? - Sowohl für Österreich wie international sind legislative Maßnahmen (z.B. Werbeverbote, Rauchverbote am Arbeitsplatz, etc.) vordringlich, gefolgt von fiskalischen (Steuererhöhung) und edukativen. Länder wie Australien, Norwegen oder Kalifornien zeigten den Weg. Die von uns (z.B. AtemwLungenkrkht 28, 4, 2002, 167-172) als prioritär genannten Maßnahmen (Tabaksteuererhöhung, aus der u.a. verbesserte Konsumenteninformation und Hilfe beim Ausstieg finanzierbar wären, Rauchverbote an Arbeitsplätzen und in Öffentlichen Gebäuden sowie umfassende Tabakwerbeverbote) wurden von der Weltbank als die kostengünstigsten Interventionen bezeichnet. Seit 2004 wurden auch in Europa die nötigen Gesetze geschaffen; zuerst in Irland und Norwegen, dann in U.K., Italien, Frankreich, etc. Eine Studie in 18 EU-Ländern bestätigte, dass hohe Tabaksteuern und strenge Tabakgesetze mit Werbeverboten und Nichtraucherschutz (Tabakkontroll-Score) mit höheren Aufhörraten einhergehen, sogar bei niedrigem Bildungsgrad. Rauchfreie Betriebe erleichtern den Ausstieg (erfolgreich bei ca. 20% der Raucher) und bewirken, dass die übrigen Raucher im Schnitt um 20% weniger rauchen. In Ländern mit rauchfreien Arbeitsplätzen werden pro Kopf und Tag durchschnittlich drei Zigaretten weniger geraucht. Auch höhere Versicherungsprämien können die Raucherraten senken und eine rauchfreie Wohnung (z.B. dem Partner zuliebe) erleichtert dem Raucher ebenfalls den Ausstieg aus der Nikotinsucht. Die Tabakepidemie lässt sich dagegen nicht dadurch eindämmen, dass man in der Bevölkerung andere Nikotinprodukte verteilt, die fälschlich als "Nikotinersatz" bezeichnet werden, sondern durch andere Maßnahmen.

*Wer finanziert die Tabakprävention? - In Nachbarländern werden namhafte Summen aus der Tabaksteuer dafür verwendet (Schweiz: 2,6 Rappen, Kalifornien 5 Cent pro Packung). In den U.S.A. wird diskutiert, ob der Erfolg dieser Finanzierung (z.B. 40% Reduktion der Raucher unter Pflichtschülern seit 1997) mit 5 oder 10% der Tabaksteuereinnahmen aufrechtzuerhalten ist. In Österreich wurde dafür nicht einmal ein Promille zweckgewidmet. Unsere Regierungen vertrauten auf "Vorsorgeprogramme", die von der Tabakindustrie beeinflusst und daher kontraproduktiv oder im günstigsten Fall unwirksam waren. Dabei sind auch die wirtschaftlichen Schäden durch Rauchen und Passivrauchen enorm. Für die Schweiz wurde die Kostenersparnis durch Rauchverbote berechnet.

*Müssen Kranke vom Rauchverbot ausgenommen werden? -Nein, aber ein Psychotherapeut kann entscheiden, dass ein Klient bei ihm rauchen darf, oder das Pflegepersonal kann einem unheilbar Kranken im Raucherzimmer einer Palliativstation zu rauchen gestatten. Dazu braucht es keine Ausnahmen im Tabakgesetz.

*Wieviele Raucher gibt es in Europa? Selbst kleine Länder erheben das jährlich (z.B. in Island gab es unter 15-89-Jährigen 2007  19%, 2008 17,6% und 2009 15,4% tgl. Raucher), Österreich nur einmal in Jahren, zuletzt 2006/7. Dabei wurden 23,2% tgl. Raucher gezählt (27,3% der Männer und 19,4% der Frauen über 15 Jahre). Die EU befragt kleinere Stichproben, auch zu Einstellungen zum Rauchen.

*Warum lassen sich Raucher nicht helfen? Manche wollen sich ihre Schwäche nicht eingestehen und flüchten lieber zu den von der Tabakindustrie angebotenen Argumenten ("Genuss, Freiheit", usw.), um zu verdrängen, dass sie abhängig sind.

*Ist die Verschmutzung der Stadtluft durch Auto- und Industrieabgase oder Tabakrauch gefährlicher? - Beides führt zu Krankheit und Tod, Aktivrauchen in wesentlich größerem Ausmaß. Aber das Rauchen dominiert nicht so, dass die Auswirkung der allgemeinen Luftverschmutzung auf Raucher nicht nachweisbar wäre. Neue Studien zeigen im Gegenteil überadditive Effekte von Rauchen und atmosphärischer Feinstaubbelastung. Die Doppelbelastung schädigt vor allem das Herz. Die Feinstaubbelastung durch Passivrauchen kann in Innenräumen die eines Dieselmotors übertreffen, aber auch dabei gilt: beides zusammen ist besonders gefährlich. Auf Konto der Außenluftverunreinigung entfallen in Österreich jährlich ca. 1000 vorzeitige Todesfälle und mindestens ebensoviele sterben jährlich an Folgen der Innenraumverunreinigung durch Tabakrauch. Sogar von Zigarettenstummeln gehen noch Gefahren aus, besonders für Kleinkinder, aber auch, wenn sie von Fahrzeugen fein zerrieben in den Luftstaub und die Atemluft gelangen.

*Krebs durch schlechte Erbanlage und nicht durch schlechte Luft? - Der Tabakgigant BAT zahlte Millionen an Universitäten, um diese Hypothese zu stützen, aber bezahlte Forscher und einseitige Berichte konnten die wahren Zusammenhänge nicht vernebeln. Ohne Tabakrauch bleiben auch Menschen mit genetischer Belastung länger gesund. Ihr Geld ist in einem Entwöhnungskurs besser investiert als in einem Gentest. (Auch die Forschung über das p53-Tumorsuppressor-Gen wurde von der Tabakindustrie beeinflusst).

*Steht mir als Kellnerin nicht der Nichtraucherschutz wie anderen Arbeitnehmerinnen zu? - Gesundheitsgefährdungen durch Passivrauchen sind für KellnerInnen eindeutig nachgewiesen. KellnerInnen mit Asthma oder Herzkrankheiten sind sogar akut gefährdet. Gesunde können im Laufe der Jahre krank werden. An Arbeitstagen scheiden nichtrauchende Angestellte im Gastgewerbe bis zu 25-Mal mehr Nikotin im Harn aus als an ihren freien Tagen und bis zu 4,5-Mal mehr tabakspezifische Karzinogene. Im Blut nichtrauchender Kellner nimmt das potenteste Lungenkarzinogen des Tabakrauches um 6% pro Stunde zu, während sie ihren Dienst versehen. Sogar an arbeitsfreien Tagen lässt sich bei diesen Arbeitnehmern, die unfreiwillig Tabakrauch einatmen müssen, noch immer eine erhöhte Ausscheidung von krebsfördernden Nitrosaminen im Harn nachweisen. In dieser Atmosphäre entwickelt sich ein erhöhtes Risiko für Lungen- und Brustkrebs, Herzkreislauferkrankungen und vorzeitigen Tod. Schon im Verlauf einer Arbeitsschicht lässt sich ein signifikanter Abfall der Lungenfunktion durch Passivrauchen beobachten, was sich nach Einführung eines Rauchverbotes signifikant bessert. Ebenso verschwinden nach einem Rauchverbot die tabakspezifischen Karzinogene aus Ihrem Harn. Auch wenn Sie selbst gesund bleiben, kann Ihnen ein Kinderwunsch durch Passivrauchen versagt bleiben. Die WHO bestätigt Ihr Recht auf rauchfreie Luft. Leider sind KellnerInnen dzt. in Österreich noch ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse und müssen Ihr Recht auf saubere Atemluft erst erkämpfen. Nur bei Schwangerschaft müssen Sie freigestellt werden und bekommen Wochengeld. Aber Sie haben seit 2009 das Recht zu kündigen und erhalten so lange Arbeitslosenunterstützung, bis Ihnen das AMS einen rauchfreien Arbeitsplatz vermittelt. Angestellte im Gastgewerbe, die Lungenkrebs bekommen, obwohl sie selbst nicht geraucht haben, müssen der Unfallversicherung bzw. dem BMWA als Berufskrankheit gemeldet werden (ASVG § 177 Abs.2). Das Lungenkrebsrisiko verdoppelt sich beim Servieren in einem Raucherlokal in ca. 8 Jahren und kann sich in 40 Dienstjahren verzehnfachen. Auch die Gäste, die in Österreich meist nur die Wahl zwischen einer Raucherzone und einer Passivraucherzone haben, sind durch die Luftschadstoffe gefährdet. Wenn Sie von Ihrer Gewerkschaft und Ihrer Kammer schlecht vertreten werden und kein Gehör finden, gehen Sie an die Öffentlichkeit. Noch gibt es freie Journalisten, die sich nicht von der Wirtschaftskammer einschüchtern lassen.

*Lassen sich Rauchverbote überhaupt kontrollieren? -Selbstverständlich! Bei ihrer Einführung sind mehr Kontrollen nötig, gleich ob durch Polizisten wie in Italien oder Inspektoren wie in Holland, wichtig ist, dass erforderlichenfalls auch gestraft wird. Würden auch in Innenräumen (in denen wir uns ja meist aufhalten) die gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub  kontrolliert,  müsste der Raucher als Verursacher ihrer Überschreitung sofort bestraft werden. Mit dem Rauchverbot in Italien sank die Feinstaubbelastung in der Gastronomie und in der Allgemeinbevölkerung nahmen die Herzinfarkte ab: z.B. in Rom bei 35-64-Jährigen um 11% und bei 65-74-Jährigen um 8% (wobei die Infarkte auf Konto der Feinstaubbelastung durch Autobgase, etc. schon abgezogen sind). Positive Auswirkungen von Rauchverboten zeigte auch eine Metaanalyse von 50 Studien und die Abnahme von Kotinin im Speichel der Bevölkerung.

*Viele Wirte und Kellner sind doch Raucher? -Zum Teil ist das dadurch zu erklären, dass gesundheitsbewusste Nichtraucher diesen Beruf nicht wählen oder ihn wechseln, um nicht mehr belästigt und gefährdet zu werden. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die Verführung der Kellnerlehrlinge. Möglicherweise wird auch schon beim Kind des Wirtes durch das ständige Passivrauchen eine spätere Nikotinsucht gebahnt. Dass der Kellnerberuf das höchste Krebsrisiko mit sich bringt, hängt sowohl mit dem ständigen Passivrauchen als auch mit der Verführung zum Aktivrauchen zusammen.

*Wann dürfen wir uns "Rauchfreies Spital" nennen? -Ein "Self-Audit" sagt Ihnen, wie weit Sie fortgeschritten sind.

*Wieso sind Raucher so rücksichtslos? -Rücksichtslose Menschen gibt es sowohl unter Rauchern wie unter Nichtrauchern. Gefährlich werden sie erst mit einer Waffe, gleich ob das ein Auto gegen Fußgänger ist oder eine Zigarette, die Gifte verteilt oder Häuser in Brand setzt. 2005 gaben noch erschreckend viele Raucher in Österreich an, in der Wohnung zu rauchen und selbst im kleinen Luftraum ihres Autos auf Nichtraucher keine Rücksicht zu nehmen, nicht einmal auf Kinder. Kinderärzte sollten nicht nur die Eltern sondern auch die Kinder fragen, ob zu Hause oder im Auto geraucht wird. Unsere Aufklärung über mögliche Folgen scheint aber inzwischen dank einiger Medien viele erreicht zu haben, sodass österreichische Raucher im Schnitt heute nicht mehr so rückständig sein dürften, leider aber noch etliche Politiker.

*Mein Freund raucht nicht in meiner Gegenwart, aber sein Atem riecht nach Rauch. Ist das schädlich? -Die Konzentration an Kohlenmonoxid, die ein Raucher ausatmet, ist im Schnitt doppelt so hoch, wie die höchste in der Außenluft zulässige Konzentration. Auch andere Gifte werden in den Rauchpausen ausgeatmet und durch Haare und Kleidung des Rauchers an seine Umwelt abgegeben. Je länger Ihr Freund nicht geraucht hat, desto weniger Gifte atmet er aus. Er gefährdet sich aber vor allem selbst und Ihnen wird sein Kuss wahrscheinlich weniger schmecken. Das sollten Sie ihm liebevoll sagen. Die "braune Aura" erklärt, warum rauchende Händler oder Vertreter weniger verkaufen, Tabak-Kinder weniger Freunde haben und rauchende Jugendliche bei Bewerbungsgesprächen häufiger durchrasseln: ihre Kleidung, Bewerbungsunterlagen, Häuser, Läden, Autos, etc. stinken nach Tabakrauch.

*Kann ich durch die Zigaretten meines Wohnungsnachbarn krank werden? - Wenn Sie den Rauch nicht riechen, sind Sie im allgemeinen auch nicht gefährdet. Eine gesunde Nase (nicht die eines Rauchers) ist ein empfindlicher Sensor. Eine Geruchsbelästigung verschwindet erst ab einem Verdünnungsvolumen von ca. 20.000 m³ pro Zigarette. Allerdings gibt es Gewöhnung an den Geruch, während die Gefährdung bestehen bleibt. Chronische Gesundheitsgefährdungen gibt es auch unterhalb der Riechschwelle. Außerdem ist die Tabakindustrie dazu übergegangen, ihre Produkte zu parfumieren. Für eine Kontamination von Nichtraucherwohnungen durch benachbarte Raucherwohnungen gibt es Nachweise. Dabei zeigte sich, dass Nikotin stärker mit Oberflächen reagiert und daher nicht so stark in Nachbarwohnungen vordringt wie andere Schadstoffe aus der Zigarette.

*Mein Freund raucht nur auf dem Balkon. Bin ich dadurch auch gefährdet? -Nicht wenn er die Balkontür geschlossen hält und Sie nicht gleich nach seinem Zigarettenkonsum küsst. Besonders Empfindliche (z.B. Asthmakinder) können aber auch auf die Giftstoffe reagieren, die ein Raucher ausatmet und mit Kleidern und Haaren in die Wohnung einschleppt. Kleinkinder sollten nicht in Räumen spielen, in denen vorher geraucht wurde. Lüften allein genügt nicht, weil sich krebsfördernde Stoffe aus Giften, die der Raucher hinterließ, erst langsam bilden und später vom Kind über Mund, Haut und Atmung aufgenommen werden.

*Wie kann ich meinen Partner dazu bringen, dass er nicht in der Wohnung raucht? Sagen Sie ihm, dass seine "Abgase" 10-Mal gefährlicher sind als die eines in der Wohnung laufenden Dieselmotors. Erst die Trennung von Rauchen und dabei gewohnheitsmäßig verrichteten Tätigkeiten (Kaffee trinken, Zeitung lesen, Telephonieren, etc.) schafft die Voraussetzungen, dass sich Ihr Partner selbst von der Zigarette befreit. Nach einer Zeit, in der er -mit Rücksicht auf Ihre Gesundheit- nur mehr im Freien raucht, wird er sich fragen, ob er es überhaupt nötig hat, bei schlechtem Wetter ins Freie zu gehen, um zu rauchen. Wenn er aber nach wie vor nicht aufhören und auch nicht im Freien rauchen will, müssen Sie ihm einen Schutzhelm empfehlen, um wenigstens selbst gesund zu bleiben.

*Bei Umweltverschmutzung sollte doch der Verursacher zahlen? - Jeder 2. Raucher zahlt letztlich mit seinem Leben. Rauch, Asche und Zigarettenstummel sind allerdings wirklich ein Problem und der Beitrag der Raucher zur Umweltverschmutzung ist gewaltig. (In Ländern, die Oraltabak verwenden scheint eher das Spucken ein Hygieneproblem zu sein). Ausnahmen von Rauchverboten schaden übrigens den Ärmsten am meisten. Passivrauchen schadet Bevölkerung und Wirtschaft. In den USA wird deshalb überlegt, der Tabakindustrie eine schrittweise Reduktion ihrer Kunden (vergleichbar der schrittweisen Reduktion der Luftverschmutzung) vorzuschreiben, um schließlich Nikotin alls illegale Droge verbieten zu können.

*Welche Karzinogene sind im Passivrauch? -Eine Unzahl, von Nitrosaminen über Polyaromaten (Teerstoffe) bis zu radioaktiven Schwermetallen. Viele davon sind bei Einatmung gefährlicher als bei Zufuhr der gleichen Dosis mit der Nahrung. So findet man z.B. bei Rauchern und Passivrauchern höhere Dosen von Acrylamid, die an die Erbsubstanz gebunden ist.

*Wie hoch ist die Schadstoffbelastung durch Raucher? -Österreich zeigte von 7 EU-Ländern die höchste Belastung der Luft. In unseren Bars und Diskos sind die Feinstaubbelastungen so hoch, dass eigentlich Schutzmasken getragen werden müssten. Die Schadstoffbelastung im Blut von Kindern und erwachsenen Passivrauchern wurde leider in Österreich nie gemessen, aber sie dürfte hoch sein. Dagegen haben die Rauchverbote in den USA bereits zu einer Abnahme geführt.
In Irischen Pubs führte das Rauchverbot zu einer Abnahme von PM2.5 um 75-96%. Gleichzeitig nahm das Passivrauchen zu Hause ab. In New York fand sich bei Zufallsstichproben von Nichtrauchern eine Abnahme von Kotinin im Speichel um 47,4% (von 78 ng/L vor dem Verbot 2003 auf 41 ng/L im Jahr 2004). Raucher hinterlassen auf Oberflächen und im Hausstaub von Räumen ihre Schadstoffe, die z.T. nach Monaten noch nachweisbar sind.

*Atmet der Raucher nach dem Rauchen noch Schadstoffe aus? -Ja. Er sollte deshalb wenigstens 2 Minuten nach der letzten Zigarette warten, bevor er einen Nichtraucherraum betritt. Als 5 Raucher ohne zu warten, nacheinander einen 33 m³ großen Raum betraten, stieg die Raumluftkonzentration von 22.283 Staubpartikel pro Liter auf 341.956 Staubpartikel pro Liter.

*Dürfen Grüne rauchen? -Ja, wenn sie niemand passiv mitrauchen lassen und in der Öffentlichkeit kein schlechtes Beispiel geben.

*Von einer Christine Cote bekomme ich ständig unerwünschte Post: was soll ich tun? -Die Kommentare, die wir zu dieser Kampfrauchersekte namens
"Raucherbewegung" erhielten, reichen von "Verklärter Tabakterror" bis "Ausfluss eines nikotinveränderten kranken Gehirns einer Süchtigen". Setzen Sie den Absender einfach auf Ihre Spam-Liste, ebenso wie alle von der Nikotindrogenindustrie bezahlten Absender.

*Verstoße ich gegen EU-Recht, wenn ich nur Nichtraucher beschäftige? -Nein. Diskriminierung gibt es nach EU-Recht
nur gegen Rasse oder Herkunft, Behinderung, Alter, sexuelle Orientierung, Religion oder Glauben, aber nicht gegen Raucher oder Gruppen mit anderen schlechten Angewohnheiten.

*Darf im Theater geraucht werden? -Laut Tabakgesetz nur mehr in einem abgetrennten und gekennzeichneten Raum, wenn gewährleistet ist, dass der Rauch nicht in andere Räume dringt, in denen Rauchen verboten ist (inkl. Foyer und Gänge). Leider wird
trotz wissentlicher Schädigung durch Tabakrauch auf der Bühne gequalmt, wenn die Tabakindustrie das Theater subventioniert. Dabei sollten Schauspieler doch in der Lage sein, unbedingt nötige Rauchszenen ohne brennende Zigarette zu spielen (Mord und Vergewaltigung wird doch auch nur gespielt).

*Eine aggressive Frau aus einer "Raucherbewegung" hat mich als Nazi beschimpft, nur weil ich mein Recht auf eine rauchfreie Atemluft verteidigte. -Die Tabakindustrie und ihre Helfer vergleichen Nichtraucher selbstverständlich lieber mit Hitler als mit Ghandi, aber jeder denkende Mensch kann zwischen Opfern und Tätern unterscheiden, auch beim Passivrauchen.

*Wieso diskutieren Politiker, ob, wann und inwieweit die Gesundheit durch Passivrauchen geschädigt oder ein Leben ausgelöscht werden darf? -Sie haben noch nicht begriffen, dass das ein Mord auf Raten ist. Der Nikotinsüchtige braucht zwar medizinische Hilfe, aber bevor ein Drogenkranker selbst zum Täter wird, muss ihn das Gesetz einschränken und seine Opfer schützen.

Was macht die Tabakindustrie so reich? Langfristig das Geschäft mit Kindern! Deutschland scheint hier schon eine Trendwende erzielt zu haben, aber es fehlen noch Tabaksteuern, die für die Tabakprävention zweckgewidmet werden.

*Gibt es überhaupt eine Lösung für das Tabakproblem? -Ja, viele Länder sind (dank ihrer Politiker) schon heute viel fortschrittlicher als Österreich. Das Hindernis ist nur die Tabak-Drogenindustrie. Deshalb wird es längerfristig nötig sein, dass eine unbestechliche Behörde den  Nikotinmarkt reguliert, den Verkauf von Zigaretten schrittweise einschränkt und auch rauchlose Ersatzprodukte überblickt und kontrolliert. Das Ziel ist letztlich das Verbot aller Tabakwaren. Schon jetzt sollte die Tabakindustrie von der Liberalisierung des Handels und der Investitionen ausgenommen werden.
 
       
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